Dienstag, 14. Oktober 2014

Rezension - Die Löwin von Mogador


Autorin: Julia Drosten

Titel: Die Löwin von Mogador

Genre: Roman

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 3. Januar 2013

Seiten: 613

Altersempfehlung: Erwachsene






Hinter dem Namen Julia Dorsten verbirgt sich das Autorenpaar Horst und Julia Drosten. Das Autorenpaar lebt im schönen grünen Münsterland und hatte schon immer den Wunsch, Bücher zu schreiben. Fast genauso viel Spaß, macht den beiden die Recherche. Sie flogen schon zusammen in einem alten Doppeldecker, sahen einem Landschlachter über die Schulter oder ließen sich von einer Kosmetikerin verwöhnen.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Marokko 1836: Die junge Sibylla Hopkins kommt mit ihrem Ehemann in das nordafrikanische Land, um dort das Handelsimperium ihres Vaters auszubauen. Fasziniert von der exotischen Kultur, genießt sie das lebendige Treiben auf den Basaren, die fremden Gerüche und die sirrende Hitze über der Wüste. Für Sibylla steht ausser Frage, dass das Leben hier tausendmal besser als im strengen und kalten Europa ist. Doch als ihr Mann in dunkle Geschäfte verwickelt wird und sie sich in den französischen Offizier André verliebt, muss sie beweisen, wie stark sie ist… Im Mittelpunkt der Saga stehen zwei Generationen starke Frauen und ein dunkles Familiengeheimnis.


Meine Meinung:
Das ist mal wieder ein Buch so recht nach meinem Geschmack!
Sibylla, eine Frau mit Verstand, lebt leider in einer Zeit, wo Frauen wenig zu sagen haben. Einzig durch Heirat  kann sich etwas in ihrem Leben ändern, wenn sie den richtigen Mann dazu findet. Sie lebt in einer Zeit, wo Frauen ihr Vermögen an den Ehemann verlieren, es sei denn es wird in einer Stiftung angelegt.
Sehr eindrucksvoll schildert Julia Drosten das Leben einer Frau in Marokko ab 1836. Die Protagonistin Sibylla ist mir sofort sympathisch. Sie ist offen für die Bewohner von Marokko und auch bereit, die Sprache zu erlernen. Ihr Mann dagegen ist eher versnobt und oberflächlich, seine Kleidung passt er nicht Land und Klima an. Wogegen Sibylla es durchaus zu schätzen weiß, sich leichter und lockerer zu kleiden. Natürlich haben die anderen Europäerinnen, die sich immer noch in ein Korsett zwängen, dafür kein Verständnis. Ich denke, dass ich wohl auch eher ein Typ, wie Sibylla gewesen wäre.
Sibylla hat es nicht leicht, als sich herausstellt, dass ihr Mann Ben in dunkle Geschäfte verwickelt sein soll. Sie kämpft um seine Befreiung und hat als Hilfe  André an  ihrer Seite. Der mir sehr sympathisch ist. Deshalb verstehe ich auch nicht, wie Sibylla in einer bestimmten Situation so gehandelt hat. Eigentlich war es sehr dumm, aber dadurch kam André zu einer tollen Familie.

Das Buch hat mich sehr gefesselt, weil ich die Schilderungen über das Leben sehr interessant fand. Spannend fand ich es ebenfalls. Obwohl ich als Leserin fast vermutet habe, wer sich hinter dem Einbrecher verbirgt, zumal ein bestimmter Satz fiel, der mir die Richtung wies.

Sibylla ist ihren Weg gegangen, sie hat ihren Kindern eine gute Ausbildung ermöglicht. Ich war zwar nicht immer mit ihrem Handeln einverstanden. Aber sie hat alles bestens bewältigt. Wie schwer es den Frauen damals gefallen sein muss, war auch an der Frau von John zu sehen, die so völlig unvorbereitet nach Marokko kam.

Das Buchcover empfinde ich wirklich sehr passend zu dem Inhalt des Buches. Der Buchtitel erklärt sich ebenfalls sehr gut im Buch, wobei ich mir eigentlich etwas anderes vorgestellt hatte.

Noch eine Bemerkung zum Preis. Normalerweise finde ich es nicht gut über einen bestimmten Betrag hinaus etwas für ein eBook zu zahlen. Aber in diesem Fall stehe ich voll dahinter und sage auch, dass das Buch es auf jeden Fall wert ist.


Fazit:
Ein Buch über eine Frau, die ihren Weg geht. Sehr fesselnd geschrieben und auch jeden Fall lesenswert!

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