Sonntag, 9. November 2014

Rezension - Unter dem Südseemond

Autorin: Regina Gärtner

Titel: Unter dem Südseemond

Genre: Historisch

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 11. November 2013

Seiten: 593

Altersempfehlung: Erwachsene




Die Autorin Regina Gärtner ist am Niederrhein aufgewachsen, hat an der RWTH Aachen Germanistik und Politikwissenschaften studiert, und danach als Deutschlehrerin, Pressereferentin, Werbefachfrau und Public-Relation-Manager für internationale Kinofilme gearbeitet. Zuletzt war sie lange Jahre als Anzeigenleiterin in einem Fachverlag tätig, bevor sie sich als Projektmanagerin selbstständig gemacht hat. Seit 2012 widmet sie sich ganz dem Schreiben.
Die Autorin lebt in Köln, ist aber häufig in der Welt-Geschichte unterwegs: Sie hat bereits alle fünf Kontinente mehrfach bereist, aber die die pazifische Region, vor allem Australien und Samoa, haben es ihr besonders angetan.
Regina Gärtner ist Mitglied bei Quo Vadis, dem Syndikat und den Mörderischen Schwestern. Sie schreibt Historische Romane, Liebesromane, Krimis und Kurzgeschichten.

Kurzbeschreibung, übernommen:
Köln/Samoa 1899: Vom Vater gedrängt heiratet Alma den älteren Hermann, Leiter einer Kolonialhandelsgesellschaft, und begleitet ihn in die Südsee. Für Alma bedeutet es das Ende ihrer Welt – in jeder Hinsicht. Sie muss sich an das unkonventionelle Leben in der Kolonie und die Riten ihrer exotischen Einwohner gewöhnen und sich als Frau behaupten. In dem australischen Seemann Joshua findet Alma ihre große Liebe, aber sie ist verheiratet. Doch nicht nur das macht ihr das Herz schwer, denn es wird immer deutlicher, dass ein bedrohliches Geheimnis über ihre Familie liegt.

Meine Meinung:
Das war für mich mal wieder ein "Hach-Buch". Sicher kennen dieses Gefühl auch andere Leser, das Buch wird mit einem glücklichen Hach zur Seite gelegt. Achja und bei diesem Buch kommt der Spruch "Lesen gefährdet die Dummheit" zum Tragen. Irgendwie hatte ich mich nie so richtig damit beschäftigt, welche Kolonien alle einst zu Deutschland gehörten. Sicher kennt man einige, aber das Samoa dazu gehörte, war mir nicht bewusst.

Dieses Buch hat wirklich sehr viel interessantes vermittelt. In einer Zeit, in der meine Großeltern lebten war es wirklich nicht einfach. Väter beherrschten manches Mal wie Tyrannen die Familie, die Frauen hatten noch kein Wahlrecht, denn (Zitat aus dem Buch:) sie könnten sich schließlich ganz auf die Meinung ihrer Männer verlassen. Frauen hatten selten die Möglichkeit aus Liebe zu heiraten und große Probleme, wenn sie vor der Ehe schwanger wurden.

In dieser Zeit lebt Alma, eigentlich träumt sie von einer schönen Zukunft. Aber widrige Umstände ändern ihren Lebensweg. Sie muss auf Veranlassung vom Vater einen wesentlich älteren Mann heiraten. Hermann hat die Absicht für eine große deutsche Handelsfirma auf Samoa zu arbeiten. Für viele Deutsche ist das eine schreckliche Vorstellung, denn sie meinen, dass dort nur Wilde leben.
So fällt Alma der Abschied von ihren Geschwistern aus mehreren Gründen nicht leicht.
Eine beschwerliche Schiffsreise steht dem Ehepaar bevor, wobei Alma überhaupt keine Probleme hat, Hermann allerdings leidet sehr unter der Seekrankheit. Auf dieser Reise lernt Alma Milli kennen, die ihr eine gute Freundin wird und auch später wesentlichen Einfluss auf ihr Leben haben wird.

Sehr fesselnd beschreibt Regina Gärtner die Reise und den Aufenthalt auf der Insel. Es ist wirklich unvorstellbar, welchen Mut damals viele hatten und sich auf den Weg ans andere Ende der Welt machten. Natürlich hat Alma auch ihre Schwierigkeiten mit dem Personal, den anderen Bewohnern und vor allem mit aufdringlichen Männern. Aber sie gewinnt sehr viele gute Freunde, die ihr immer wieder zur  Seite stehen. In diesem Buch kommt auch die Liebe nicht zu kurz, nur Alma tut sich da sehr schwer, eine endgültige Entscheidung zu fällen. Sie ist aber auch zu sehr eine Frau der Zeit, die sich immer wieder anderen gegenüber verpflichtet fühlt und an sich leider erst sehr spät denkt.

Die meisten Beteiligten habe ich sehr lieb gewonnen und ich war mal wieder mitten drin in der Geschichte. Das große Geheimnis, von dem im Klappentext beschrieben wurde, hatte ich schon bald vermutet, denn als Leserin habe ich ja einen ganz anderen Überblick, als die Beteiligten im Buch. Ich musste aber auf eine Bestätigung meiner Vermutung warten und das erzeugte eine gewisse Spannung. Aber nicht nur das Geheimnis, auch andere Geschehnisse, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte, sorgten für Spannung. Zumal ich ja immer hoffte, dass es für Alma mal gut ausgehen würde.

Das  Buchcover empfinde ich als sehr ansprechend. Es lenkt auf jeden Fall die Aufmerksamkeit auf das Buch.

Nun habe ich soviel darüber geschrieben, dass ich sehr viel über das Leben ab 1899 erfahren habe und könnte vielleicht den Eindruck erwecken, dass es zu viel trockene Geschichte ist. Aber die Autorin hat es wunderbar verstanden, die damaligen Ereignisse in Köln und Samoa mit einer Familiengeschichte zu verbinden.

Fazit:
Dieses Buch kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen.  Inzwischen habe ich gesehen, dass im nächsten Jahr eine Fortsetzung erscheinen wird. Das Buch werde ich mit Sicherheit ebenfalls lesen.

Ich möchte mich recht herzlich bei Regina Gärtner bedanken, die mich auf ihr Buch aufmerksam gemacht hat.

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