Donnerstag, 6. August 2015

Rezension - Worte in meiner Hand


Autorin: Guinevere Glasfurd

Titel: Worte in meiner Hand

Genre: Historischer Roman

Version: eBook, gebunden und Hörbuch

erschienen: 7. August 2015

Seiten: 432

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag:  List


Die Autorin Guinevere Glasfurd ist im bergigen Norden Englands aufgewachsen, doch jetzt lebt sie in einer der flachsten Gegenden der Welt, am Rand der Fens nahe Cambridge, gemeinsam mit Ehemann, Tochter und zwei Katzen. Die Arbeit an "Worte in meiner Hand" ist vom Arts Council England gefördert worden. Guinevere Glasfurds Texte sind immer wieder ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem TLC's Pen Factor Award.

Kurzbeschreibung, übernommen:
René Descartes und Helena Jans van der Strom – eine wahre Geschichte
Amsterdam, 1630er Jahre. Helena Jans van der Strom arbeitet als Magd bei einem Buchhändler. Ein großes Glück für sie, denn sie kann lesen und schreiben und geht mit offenen Augen durch die Welt. Der neue Hausgast ihres Herrn fasziniert sie: Er arbeitet ununterbrochen, und Helena ist angewiesen, ihn „Monsieur“ zu nennen. Der Fremde zieht viele Besucher an, und sie erfährt seinen echten Namen: René Descartes. Sie ist zu neugierig, um Distanz zu wahren. Und auch Descartes ist schon bald von ihrem Charme und Wissensdurst eingenommen. Sie verlieben sich, was unmöglich ist: Sie ist Calvinistin, er Katholik. Sie ist nur eine einfache Magd, er Europas aufstrebender Philosoph. Die beiden sind zwei kühne, mitreißende Geister, die sich von dem Standesdünkel des Goldenen Zeitalters in Holland nicht aufhalten lassen.

Meine Meinung:  
Da ich gerne historische Bücher lese, hat mich zunächst die Kurzbeschreibung neugierig gemacht. Ich gestehe, dass ich auf die Namen der Protagonisten gar nicht geachtet hatte, weil sie mir auch nichts sagten. Nachdem ich mich aber mehr über das Buch informiert hatte, freute ich mich regelrecht darauf es zu lesen. Denn ganz besonders mag ich Bücher über Personen, die tatsächlich gelebt haben. Leider ist nicht immer alles über deren Leben  überliefert und dann finde ich es ganz lobenswert, wenn Autoren sich die Arbeit machen und aus dem bisschen an Informationen, die bekannt sind, einen Roman schreiben.

Der Autorin ist es wunderbar gelungen. Sie hat es geschafft und ein wirklich fesselndes Buch geschrieben, über das, wie es gewesen sein könnte. Um dies möglich zu machen, hat sie sehr ausführlich recherchiert. So habe ich nicht nur etwas über Helena Jans van der Strom erfahren, sondern auch etwas über den Alltag einer Magd zu der damaligen Zeit. Es war sehr selten, dass Frauen damals lesen und schreiben konnten, zumindest hielten Männer nichts davon und traten mit der bekannten Überheblichkeit auf, wenn Frauen dies bekannt machten und vielleicht sogar Geld damit verdienen wollten.  René Descartes, soviel weiß ich nun, war ein bekannter französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler. Irgendwie muss er Helena kennen gelernt haben. Wie die beiden zueinander gefunden haben könnten und wie sie damit umgingen, ein gemeinsames Kind zu haben, fand ich ebenfalls sehr gut beschrieben. Die Autorin musste dabei ja berücksichtigen, wie die Leute zu der damaligen Zeit mit dieser Situation umgingen. Leicht war es bestimmt nicht.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte wurde in verschiedene Zeitabschnitte gegliedert, die Überschriften sagten immer etwas über den Inhalt in diesen Kapiteln aus. Damit die Geschichte abgerundet ist und keine Lücken aufweist, wurden verschiedene Personen erfunden. Ich fand, dass sie sehr gut eingefügt wurden und ich hatte das Gefühl, dass es genau so gewesen sein könnte. Einzig den Bruder und sein Verhalten hat mir nicht gefallen. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass damals so gehandelt wurde.


Fazit:
Ein wunderbares Buch, das die Zeit um 1640 wiederspiegelt. Sehr gut zu lesen und vor allem informativ, ohne langweilig zu sein.

Ich möchte mich beim Verlag recht herzlich für dieses Buch bedanken.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen