Donnerstag, 26. November 2015

Rezension - Ich heiße nicht Miriam


Autorin: Majgull Axelsson

Titel: Ich heiße nicht Miriam

Genre: Roman

Version: eBook und gebundene Ausgabe

erschienen: 23. Oktober 2015

Seiten: 576

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: List



Die Autorin Majgull Axelsson (* 14. Februar 1947 in Landskrona als Majgull Andersson) ist eine schwedische Schriftstellerin und Journalistin.

Kurzbeschreibung, übernommen:
An ihrem 85. Geburtstag bekommt Miriam Goldberg von ihrer Familie einen silbernen Armreif geschenkt, in den ihr Name eingraviert ist. Beim Anblick entfährt ihr der Satz: „Ich heiße nicht Miriam“. Niemand in ihrer Familie kennt die Wahrheit über sie. Niemand in ihrer Familie ahnt etwas von ihren Wurzeln. Doch an diesem Tag lassen sich die Erinnerungen nicht länger zurückhalten, und sie erzählt zum ersten Mal von ihrem Leben als Roma unter den Nazis, im KZ und als vermeintliche Jüdin in Schweden.

Meine Meinung:
Ab und zu greife ich ganz gerne mal nach einem Buch  mit ernsteren Themen. Nachdem ich die Kurzbeschreibung gelesen hatte, war ich deshalb sehr neugierig auf dieses Buch.

Die Autorin schildert hierin die Lebensgeschichte einer Deutschen, die als junges Mädchen in ein Konzentrationslager kam. Vorher wurde sie aus ihrer Familie gerissen und in ein Kinderheim gesteckt, wo sie eine gute schulische Bildung erhalten sollte. Leider wendete sich das Blatt und sie kam mit ihrer Cousine und ihrem kleinen Bruder nach Auschwitz. Zu diesem Zeitpunkt hieß sie noch Malika. Weshalb sie ihren Namen und auch ihre Identität ändern musste, beschreibt die Autorin sehr eindrucksvoll.
Miriam, wie sich Malika ab einem Zeitpunkt nennen wird, erinnert sich an ihrem 85. Geburtstag an ihre Erlebnisse. Die Autorin schildert dies in drei Zeitepochen, wobei sie dabei nicht in der chronologischen Reihenfolge bleibt. Es wird öfter hin und her gesprungen, was für mich aber kein großes Problem war, ich konnte der Geschichte sehr gut folgen.

Während des Lesens fragte ich mich dann aber mal, woher Majgull Axelsson alles so genau weiß. Hat sie etwas dazu erfunden oder entspricht alles den Tatsachen. Ich habe also zwischendurch auf den letzten Seiten des Buches nachgesehen und mir das Postskriptum und den Quellennachweis gelesen. Ich verrate bestimmt nicht zuviel, wenn ich erwähne, dass die Autorin dort schreibt, dass es sich bei diesem Roman um eine rein fiktive Erzählung mit  fiktiven Personen (bis auf drei Ausnahmen) handelt, aber sie ist auf realen Ereignissen aufgebaut.
Aus den Erkenntnissen ihrer Recherche hat sie eine sehr eindrucksvolle und erschütternde Geschichte um eine Frau geschrieben, die das KZ überlebt hat. Aber auch über die Zeit danach, in der Miriam feststellen musste, dass sie besser weiterhin nicht verrät, wer sie wirklich ist.

Fazit:
Über die Autorin habe ich noch erfahren, dass sie sich als ausgebildete Journalistin schon immer für gesellschaftliche Randgruppen interessiert und ihnen in ihren Büchern eine Stimme verliehen hat. Ich finde das ist ihr mit diesem Buch auch sehr gut gelungen und ich möchte es auf jeden Fall weiter empfehlen.

Bei dem Verlag List möchte ich mich recht herzlich für das Rezensionsexemplar bedanken.

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