Montag, 28. März 2016

Rezension - Nach Hause gehen


Autor: Jörn Klare

Titel: Nach Hause gehen

Genre: Roman, Reise

Version: eBook und gebundene AUsgabe

erschienen: 14. März 2016

Seiten: 240

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Ullstein Buchverlage




Der Autor Jörn Klare, geboren 1965, schreibt Bücher, Theaterstücke sowie Reportagen und Features, unter anderem für den Deutschlandfunk und Die Zeit. Jörn Klare lebt mit seiner Familie in Berlin.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Was genau ist Heimat? Was bedeutet sie? Und warum ist sie wichtig? Jörn Klare geht dem sehr persönlich und ganz wörtlich nach. Von seiner Berliner Haustür aus wandert er an den Ort seiner Kindheit und Jugend am Rand des Ruhrgebiets. Ein Weg über gut 600 Kilometer, erst durch Ostdeutschland, das ihm immer noch fremd ist, dann durch Westdeutschland, das ihm oft nicht mehr vertraut ist. An Orten, die Alte Hölle, Elend oder Wilde Wiesen heißen, begegnet er Menschen, die ihre Heimat lieben, an ihr leiden und für sie kämpfen. Schließlich erreicht er die kleine Stadt, die einst sein Leben war.


Meine Meinung:
Viele gehen den Jakobsweg, aber Jörn Klare hat einen ganz anderen Weg gewählt. Man könnte ihn "Finde Deine Heimat Weg" oder so ähnlich nennen.
Als junger Mann ist er von Hohenlimburg nach Berlin gezogen. Wie vielen jungen Menschen war ihm in der Kleinstadt zu wenig los. Er suchte die weite große Welt, die ihm anscheinend mehr bieten würde. Dreißig Jahre später war er sich nicht mehr so sicher, wo denn nun seine wirkliche Heimat ist und was bedeutet dieser Begriff eigentlich.
Ich kann diese Frage gut nachvollziehen und habe während des Lesens öfter darüber nachgedacht. Vor allem betrachtet man die Umgebung, in der man aufgewachsen ist, als älterer Mensch ja ganz anders.
Auf jeden Fall hat sich Jörn Klare auf den Weg gemacht, er wollte die Entfernung von 600 Kilometern zu Fuß zurück legen. Unterwegs hatte er reichlich Gelegenheiten, sich Gedanken zu machen, die Umgebung aufmerksam zu betrachten und Landstriche und Städte kennen zu lernen, was mit dem Auto nicht möglich gewesen wäre. Außerdem hat er Gespräche gesucht, geplante oder rein zufällige. Er hat die verschiedensten Antworten auf seine Frage zur Heimat bekommen. Er und ich fanden das sehr interessant.
An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen. Die  Erzählung beginnt am 31. Tag der Wanderung. Der Autor ist in Altena angekommen, sein Ziel hat er bald erreicht. Während Jörn Klare erzählt, was er so kurz vor dem Ende des Weges erlebt und wie er sich fühlt, springt er zurück auf den Beginn der Reise. Dieser Wechsel findet nicht kapitelweise statt, sondern es passiert mitten drin. Sehr geschickt hat er das gemacht und ich hatte mich schnell darauf einstellen können. Es ist ja auch kein Buch geworden, das man mal eben schnell zwischendurch lesen sollte. Es benötigt schon die ganze Aufmerksamkeit des Lesers.
Das Buchcover gefällt mir sehr gut und ich hätte große Lust solche Wege zu gehen. Vorne und hinten im Buch finde ich die Wegstrecke mit den Ortsangaben. Ich habe des öfteren dort nachgesehen, weil ich genau vor Augen haben wollte, wo Jörn Klare sich befindet.

Fazit:
Ein wirklich sehr interessantes Buch über die Erlebnisse während des langen Fußweges, genau wie Jörn Klare fand ich die Eindrücke und Antworten sehr aufschlussreich.

Ich möchte mich bei dem Ullstein Verlag vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken

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