Sonntag, 13. Mai 2018

Rezension - Tod in Talfing



Autorin: Marianne Hofer

Titel: Tod in Talfing

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 10. April 2018

Seiten: 300

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Edition M



Über die Autorin:
Auf einem Bauernhof im Voralpenland aufgewachsen, lernte Marianne Hofer schon früh alle Tätigkeiten, die mit Viehzucht und Ackerbau verbunden waren. Auch als sie später aus beruflichen Gründen nach München zog, blieb sie dem Landleben verbunden und kehrte so oft wie möglich in ihre alte Heimat zurück. Ereignisse während ihrer Jugendzeit, bei ihren zahlreichen Besuchen und auch in der Stadt brachten sie dazu, diese aufzuschreiben. Das eine oder andere davon findet sich in ihren Romanen wieder. Marianne Hofer ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann mittlerweile wieder auf dem Land.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Wenn im bayrischen Bergdorf der Pfarrvikar erschlagen wird, ist der Käs am Dampfen … Die junge Polizistin Jasmin Lüders ist bei ihren Einsätzen äußerst erfolgreich. Aber was bringt ihr das? Neidische Kollegen, Mobbing und schließlich eine Versetzung nach Talfing, einem bayrischen Bergdorf an der Grenze zu Österreich. Es klingt nach einem Sackgassen - Job – aber einen Tag vor Jasmins Antritt als neue Dienststellenleiterin wird der Pfarrvikar ermordet aufgefunden. Hauptkommissar Weißberger glaubt den Täter zu kennen: Jungbauer Xaver Grandl wird es gewesen sein, denn der Pfarrvikar hatte zu Grandls Frau eine Beziehung, die alles andere als geistig war. Jasmin ist sich da nicht so sicher, und zwei weitere Morde geben ihrem Instinkt recht. Doch wer zieht dann seine blutige Spur durch das einst so ruhige Dorf?


Meine Meinung:
Als Krimifan freue ich mich immer wieder, wenn ich neue Autoren und Bücher entdecke und deshalb war ich gespannt auf diesen Krimi.
Eine junge und erfolgreiche Polizistin hat es nicht leicht, wenn ihre männlichen Kollegen statt Anerkennung nur Neid zeigen. Sie wird versetzt, allerdings als Dienststellenleiterin in einen kleinen Ort an der Grenze zu Österreich. Dort wird sie natürlich auch nicht mit offenen Armen empfangen.
Sehr fesselnd hat die Autorin beschrieben, wie Jasmin Lüders mit allem zurecht kommt. Nachdem die Polizistin sich clever in die Auflösung eines Mordes einbringt, passiert allerhand, was auch sie in Gefahr bringen könnte.
Jasmin Lüders hat mein Leserherz sehr schnell erobert, aber auch ihre drei Kollegen fand ich trotz ihrer Macken ganz sympathisch. Bei dem Hauptkommissar Weißberger, der eigentlich verantwortlich war, war ich mir nicht so sicher. Auf der einen Seite stellte ich seine Entscheidungen sehr infrage und überlegte, wie kompetent er überhaupt ist, auf der anderen Seite war er doch ganz nett zu Jasmin. Ich nehme mal an, dass dieser Krimi der Start einer neuen Serie sein könnte und das alles noch sehr ausbaufähig ist.


Fazit:
Unterhaltsam und spannend war dieser Krimi durchaus, allerdings denke ich, dass sich noch einiges entwickeln könnte.


Beim Verlag und NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken

Rezension - Haremsblut


Autorin: Kristina Herzog

Titel: Haremsblut

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 3. April 2018

Seiten: 268

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Piper Spannungsvoll 




Über die Autorin:
Kristina Herzog begann schon im zarten Alter von elf Jahren zu schreiben, verwarf ihre schriftstellerischen Ambitionen aber zwischendurch, um Geschichte, Biologie, Jura und Mediation in Berlin und Heidelberg zu studieren. Sie schreibt Krimis und Kindergeschichten und hat diverse Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht, von denen einige für Auszeichnungen nominiert wurden. Sie ist Mitglied bei den "Mörderischen Schwestern" und im Syndikat, hat einen Youtube-Kanal und liest liebend gerne aus ihren Geschichten.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Das ungewöhnliche Berliner Polizisten-Duo Alexander Rosenberg und Kathleen Neubauer ermittelt in einem ominösen Vermisstenfall in der orientalisch-geheimnisvollen Umgebung Marokkos!

Kurz vor seinem geplanten Urlaub an der Nordsee bekommt Alexander Rosenberg einen seltsamen Vermisstenfall auf den Schreibtisch: Die junge Malerin Vera Schwarze ist in Marokko verschwunden - man vermutet sie im prunkvollen Palast des wohlhabenden, aber auch gefährlichen Oman Mokthari. Alexander stößt auf Ungereimtheiten und Widersprüche - Grund genug für ihn, die geplante Nordsee-Reise nach Marokko umzubuchen, wovon seine Reisebegleitung und Verlobte gar nicht begeistert ist - und nicht nur das: Was sie in Marokko und Kathleen in Berlin nach und nach herausfinden, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren...


Meine Meinung:
Vor einiger Zeit habe ich das Polizisten-Duo Alexander Rosenberg und Kathleen Neubauer kennen gelernt und war nun gespannt auf einen weiteren Fall, den die beiden lösen wollten.

Zunächst sollte ich allerdings die in meinen Augen überaus naive Malerin Vera kennen lernen, die mit offenen Augen in ihr Unglück reist. Ja, sie reist, denn sie fliegt nach Marokko und begibt sich dort in den  Palast des wohlhabenden Omans.
Nun ist nicht alles Gold was glänzt und es flattert eine Vermisstenmeldung auf den Schreibtisch von Alexander. Dieser bucht spontan seinen Urlaub von der Nordsee Richtung Marokko umbucht.
Oh oh, ich dachte mir, dass dies etwas Ärger geben könnte. Gab es, allerdings noch mehr als ich gedacht hatte. Und für mich wurde es ganz schön spannend und aufregend. Als Leserin wusste ich natürlich was Vera alles so erlebt und wie sie versuchte, den Palast wieder zu verlassen. Ich verrate damit ja nichts besonders, denn jeder kann sich vorstellen, dass selbst die naivste Frau irgendwann merkt, was los ist.
Spannend war es für mich auch, Alexander und seine Verlobte zu begleiten, denn ich hatte das Gefühl, dass die beiden, natürlich besonders Alexander ein zu großes Risiko eingingen. Nun will ich hier nicht alles verraten und anderen das Lesevergnügen nehmen.
Auf jeden Fall hat Kristina Herzog mich mit dieser Geschichte sehr an ihr Buch gefesselt, das ich nicht aus der Hand legen wollte. Zu neugierig war ich, wollte ich doch unbedingt wissen, wie es ausgeht, schaffen sie es oder schaffen sie es nicht?  Hilfreich eingegriffen haben bei der ganzen Angelegenheit Alexanders Kollegin Kathleen und seine in meinen Augen überaus liebenswerte Nachbarin Frau Wolf.


Fazit:
Spannung pur! Wer das liebt und so ein bisschen über das Privatleben des Ermittler-Duos lesen möchte, dem empfehle ich gerne dieses Buch.

Ich möchte mich bei der Autorin, dem Verlag und NetGalleyDE vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken

Rezension - Ein Sommer in den Hamptons



Autorin: Karen Swan

Titel: Ein Sommer in den Hamptons

Genre: Roman

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 16. April 2018

Seiten: 592

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Goldmann Verlag 



Über die Autorin:
Karen Swan arbeitete lange als Modejournalistin für Zeitschriften wie Vogue, Tatler und YOU. Sie lebt heute mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im englischen Sussex. Wenn die Kinder sie lassen, schreibt sie in ihrem Baumhaus Romane.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Die Hamptons – hier verbringen die Reichen und Schönen Manhattans ihre Sommer, voller sonnensatter Tage, weißer Strände und exklusiver Partys im goldenen Abendlicht. Eine glamouröse Gesellschaft, in die die Fotografin Rowena Tipton eher aus Versehen hineinstolpert: Nachdem ihr Freund sich sang- und klanglos auf einen Selbstfindungstrip nach Asien verabschiedet hat, wird sie von einem flüchtigen Bekannten in sein Haus in den Hamptons eingeladen. Spontan sagt Rowena zu, und ein aufregender, nie enden wollender Sommer beginnt ...


Meine Meinung:
Bei diesem Buch hatte ich mich mal wieder vom Cover verführen lassen. Zu gerne würde ich  in solch einem Haus einen Urlaub verbringen. Deshalb war ich neugierig auf den Sommer in den Hamptons. Dort kann nicht jeder seine Zeit verbringen, denn  die Reichen und Schönen Manhattans wollen gerne unter sich bleiben und eine Unterkunft für eine gewisse Zeit zu finden, ist nicht sehr einfach. Das erfahre ich alles durch Rowena, die sich auf einmal in einem tollen Haus in wunderschöner Lage wiederfindet. Während ihr Freund durch Asien reist, versucht sie dort als Fotografin Fuß zu fassen. Nun möchte ich hier natürlich nicht den Inhalt des Buches wiedergeben.  Ich selber empfand es anfangs etwas zu langatmig beschrieben, was dort alles so passiert und wer was mit wem unternimmt. Mit der Protagonistin Rowena, die sich von allen Ro rufen lässt, konnte ich mich zunächst auch nicht so besonders gut anfreunden. Sie kam mir wenig selbstbewusst vor, ok, etwa naiv war sie als Engländerin auch, was das Leben auf den Hamptons betraf, aber das könnte  vielen so gehen, die dort nicht heimisch sind.
Auf jeden Fall hatte ich persönlich das Gefühl, die Geschichte plätschert so vor sich bin, bis es dann doch interessanter wurde. Es kam sogar etwas Spannung auf, was mich natürlich begeistert hat. Nebenbei lernte ich auch einiges von den Problemen, die durch die besondere Lage der Hamptons hervor gerufen wird, kennen. Einiges war für mich vorhersehbar, aber im Großen und Ganzen war ich mit dem Verlauf der Geschichte dann doch zufrieden.


Fazit:
Ein nettes Urlaubsbuch mit einigen Längen, wobei die Romanze, Spannung, Geheimnisse und Alltägliches nicht zu kurz kommt.  Als leichte Unterhaltung für den Sommer, egal wo man ihn verbringt, ist das Buch durchaus geeignet.

Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Rezension - Der Himmel über unseren Träumen



Autorin: Heidi Rehn

Titel: Der Himmel über unseren Träumen

Genre: Historisch

Version: eBook und broschiert

erschienen: 3. April 2018

Seiten: 464

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Knaur TB 



Über die Autorin:
Heidi Rehn wurde 1966 in Koblenz/ Rhein geboren und wuchs in einer Kleinstadt am Mittelrhein auf. Zum Studium der Germanistik, Geschichte, BWL und Kommunikationswissenschaften kam sie nach München. Nach dem Magisterexamen war sie zunächst als Dozentin an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig, anschließend war sie PR-Beraterin in einer Agentur. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet sie als freie Journalistin und Autorin. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie mitten in München. 2014 erhielt sie den "Goldenen Homer" für den besten historischen Beziehungs- und Gesellschaftsroman.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Ein großer Nachkriegsroman über die Aufbruchsstimmung in den 50er Jahren, aber auch über die Schatten der Nazizeit, die noch prägend waren.
Ein berührender Roman von der Bestseller-Autorin Heidi Rehn über eine junge Frau mit jüdischen Wurzeln, die im München der Nachkriegszeit als Architektin Karriere machen will.

München in den frühen fünfziger Jahren: Mit der Rückkehr in ihre geliebte Heimatstadt erfüllt sich für die junge Architektin Vera Cohn ein Traum. Sie will den Wiederaufbau mitgestalten und ihre Sehnsucht nach einer friedlicheren Zukunft verwirklichen, auch wenn dies das Land ist, in dem ihr und ihrer Familie so viel Leid widerfahren ist. Außerdem will sie beweisen, dass Frauen als Architektinnen genauso viel leisten können wie Männer. Als sie und ihr Kollege Arthur sich ineinander verlieben, scheint ihr Glück perfekt. Voller Elan schmieden die beiden Zukunftspläne. Doch Vera, die gerade aus dem Exil zurückgekehrt ist, kann nicht vergessen. Die Vergangenheit steht zwischen ihnen – und die Frage nach der Schuld, die Arthur und seine Familie auf sich geladen haben …


Meine Meinung:
Von der Autorin Heidi Rehn habe ich bisher erst das Buch "Sommer der Freiheit" gelesen, was mich allerdings sehr begeistert hat. Deshalb freute ich mich ganz besonders, als ich die Gelegenheit bekam, dieses Buch zu lesen.
Eingeordnet habe ich das Buch bei mir im Genre "Historisch". Nun mag mancher denken, sind denn Geschichten aus den frühen fünfziger Jahren bereits historisch? Ja, denn so mancher Leser kann sich wohl nicht vorstellen, welche Ansichten einige zu dieser Zeit (noch) hatten und wie sich das alltäglich Leben abspielte, besonders was Frauen betraf.
Die Autorin stellt uns in ihrem Buch Vera Cohn vor, die sich als junge Architektin in der Männerwelt behaupten und außerdem mit der leidvollen Vergangenheit klar kommen muss. Sie hat mich mit der Geschichte rund um Vera an das Buch gefesselt. Ich fand es ausgesprochen interessant und auch sehr bewegend. Es war damals für viele nicht leicht, zumal die meisten wenig von sich preisgeben wollten und damit das Zusammenleben nicht besonders leicht machten.
Ob Vera Cohn ihren Traum umsetzen konnte und wie der Himmel darüber aussah, werde ich hier natürlich nicht verraten. Auf jeden Fall hat die Autorin ein schwieriges Thema aufgegriffen und uns Lesern sehr gut vermitteln können. Aufschlussreich und nachdenklich machend empfand ich das.
Das Buchcover gefällt mir sehr gut und gibt vieles vom Inhalt des Buches wider. Denn die Stadt München spielte in der Vergangenheit eine wichtige Rolle und sollte auch für Vera als Architektin bedeutungsvoll werden.


Fazit:
Mir gefällt es, wenn ich so nebenbei einiges aus der deutschen Geschichte erfahre. Natürlich ist vieles bekannt, aber es gibt immer wieder Details, die einem gar nicht so bewusst waren. Auf jeden Fall gebe ich für dieses Buch gerne eine Leseempfehlung, denn es ist sehr unterhaltsam, bewegt einen und macht nachdenklich.


Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken

Donnerstag, 10. Mai 2018

Autoreninterview Sabine Landgraeber

unser erstes Treffen - Buchmesse Leipzig 2015

Liebe Sabine,

ich freue mich, dass Du Dich meinen Fragen stellen möchtest. Im Vorfeld wühle ich meist  in meinen Unterlagen und Gedächtnis, weil ich gerne wissen will, wie und wo wir uns kennen gelernt haben.
Ich konnte es nicht mehr ganz nachvollziehen, auf jeden Fall habe ich gesehen, dass ich im Juni 2014 Dein Buch „Picture Bride – Die Geschichte einer Fotobraut“ gelesen habe. Und da kommt auch sofort meine erste Frage:


Das Buch hast Du unter dem Namen Dorothy Castle veröffentlicht, wie kam es dazu?

Wenn ich das richtig gesehen habe, hast Du kurz vorher unter Deinem richtigen Namen „Zufällig Hawaii“ veröffentlicht.  Hattest Du da zwei Ideen gleichzeitig?  Ich will ja nicht zuviel über Deine Bücher verraten, aber die Fotobraut taucht in anderen Büchern auch  wieder auf. Bevor ich hier was falsches schreibe,  möchtest Du dazu etwas schreiben?

Ich habe das Buch für Dorothy veröffentlicht, weil sie eine fiktive Figur in meinen Hawaii-Romanen ist. Sie hat ein Buch über ihre Großmutter beschrieben, was sie einer Figur in Zufällig Hawaii zum lesen gibt. Das ist der offizielle Grund.
Eigentlich war es so, dass Picture Bride mein erstes Buch war, was ich angefangenen habe zu schreiben. Irgendwann kam ich nicht weiter. Dann kam mir die Idee, ein Buch über Hawaii in der Gegenwart zu schreiben. Als ich dann darin Bezug zu meinem historischen Roman schuf, ging plötzlich alles wie von selbst.

Ich kann mich noch sehr gut darin erinnern, wie glücklich ich damals war, als ich dich gefragt habe, ob du mein Buch lesen willst und du sofort ja gesagt hast. Historische Romane sind nicht für jedermann etwas - wenn sie dann noch über eine Japanerin auf Hawaii handeln, umso schwieriger. Das war unsere erste Begegnung und ich bin immer noch so froh, dass wir uns kennengelernt haben. Weißt du noch, damals in Leipzig auf der Buchmesse? :-)

Ohja, daran kann ich mich gut erinnern, wir hatten uns verabredet, irgendwo wollten wir uns treffen und ich bekam Panik, es war die erste Messe für mich und es wurde immer voller und ich hatte schon Angst, dass wir uns nicht finden. Aber da sah ich eine Dame im Innenhof, dem Bild nach konntest Du es sein und nachdem wir Blickkontakt aufgenommen hatten, war alles klar. Die Chemie stimmte auch im wahren Leben.



Ich habe schon erstaunlich viele Autorinnen kennen gelernt, die mit Film und Fernsehen zu tun haben.  Du arbeitest als Regisseurin und ich war erstaunt, als ich die Filmnamen gelesen habe.  Viele Filme kenne ich und habe sie auch gerne gesehen. Wie bist Du denn auf die Idee gekommen, Autorin zu werden?

Weißt du, Ulla, heutzutage ist es sehr schwer als Regisseuren zu arbeiteten. Vieles ist sehr reglementiert, man hat kaum noch kreative Freiheiten, gerade in dem Segment in dem ich arbeite. Ich drehe viele Soaps und Telenovelas, da muss man sich unterordnen. Da ist man kein Einzelkämpfer sondern ein Teammitglied.
Mit dem Schreiben kann ich mir meine eigenen Welten erschaffen, ich muss niemanden Rechenschaft ablegen. Das macht Spaß. Und ich kann immer wieder nach Hawaii reisen, auch wenn ich in Wirklichkeit gerade nicht da bin.



Hast Du als Kind bereits Bücher gelesen und wenn ja, welche?

Ich war eine Leseratte! Und ich bin es noch. Damals waren es Hanni und Nanni, die Fünf Freunde, sehr zum Ärger meiner Eltern bald auch härteres Zeug. Alle Simmel-Romane, Konsalik, Frederick Forsyth usw. Ich habe alles verschlungen, oft nachts heimlich mit der Taschenlampe unter der Bettdecke.



Hast Du jetzt überhaupt noch Zeit, um Bücher Deiner Kollegen zu lesen?

Ja. Die Zeit nehme ich mir. Lesen ist für mich immer noch das Eintauchen in andere Welten und Geschichten. Ich liebe es. Und ich finde es auch wichtig. Meiner Meinung nach, muss ein Autor viel lesen.
Ich verrate dir was: Wenn ich Zuhause bin, dann beginne ich jeden Morgen damit, dass ich mich in die Badewanne mit meinem wasserfesten iPad setze und mindestens eine halbe Stunde lese. Das ist für mich die wundervollste Art in einen neuen Tag zu Starten.



Hast Du einen Klassiker gelesen und wenn ja welchen?

Ja, habe ich. Viele, wobei das meiste an mir vorbeigezogen ist.



Gibt es ein Buch, dass Du unbedingt mal lesen möchtest, aber einfach noch nicht dazu gekommen bist?

Nein. Wenn ich ein Buch lesen will, dann nehme ich mir die Zeit.



Wenn Du in die Vergangenheit reisen könntest, welchen Autor würdest Du dann besuchen und weshalb?

Ich glaube ich würde mich gerne mal mit Margaret Mitchell unterhalten. Oder doch lieber Philip K Dick? Ach, es gibt so viele, die ich gerne mal treffen würde. Hast du vielleicht ein Zeitreisefährt? Ich wäre dabei! In welche Zeit würdest du denn gerne reisen?

Auch bei mir gäbe es einige Autoren, mit denen ich mich mal gerne unterhalten würde, sie aufzuzählen, würde hier jetzt den Rahmen sprengen ;)  Allerdings hätte ich auch schon mal Lust durch so einen "Timetunnel" zu gehen, die Serie fand ich klasse, aber bitte ohne Abenteuer und immer mit Rückkehrgarantie ;)



Wie lange schreibst Du an einem Buch und wer darf es als erstes lesen?

Das kommt ganz darauf an. Wenn ich nicht drehe, dann geht es schneller, aber ich habe da keine Zeitvorgaben. Und wer es als erstes lesen darf? Unter anderem DU! ;-)



Wie teilst Du Deine Zeit überhaupt ein, während Du Regie führst, kommst Du ja sicher nicht zum Schreiben, oder? Kannst Du zwischen den Berufen abschalten?

Das ist teilweise etwas schwierig. Ich bin oft in der Bahn unterwegs, von einem Job zum Nächsten. Da klappt das Schreiben ganz hervorragend. Manchmal ertappe ich mich auch dabei, dass ich zu sehr so schreibe, wie ich es gerade in meiner Serie drehe, dann ist löschen angesagt.



Ich überlege ja immer, wie es so ist, wenn man Bücher schreiben möchte. Lauern nicht überall Ideen, die einen verführen und /oder festgehalten werden wollen?

JA. Ich liebe es Historisch zu schreiben, aber wenn ich recherchiere, dann gerate ich oft in einen Strudel. Ich google etwas und drei Stunden später weiß ich zwar ganz viel unnötiges Zeug (natürlich superspannend), aber es hilft mir nicht für mein Buch. Ich bin da völlig unorganischer und nicht besonders zielführend. Auf der anderen Seite möchte ich diese Momente auch nicht missen. Ich habe schon so viele spannende Dinge erfahren …



Du bist eine Königin der Notizbücher, grins, das habe ich mir gemerkt, werden sie mit Deinen Ideen gefüllt?

Ja und nein. Ich liebe meine ganzen Bücher, aber ich bin auch die Chaosqueen der Notizbücher!



Hast Du eigentlich schon mal darüber nachgedacht in einem andern Genre ein Buch zu schreiben, zum Beispiel Thriller oder Fantasy?

Ja. Ich möchte unbedingt mal einen Thriller schreiben. Ich liebe es Thriller zu lesen, aber ich habe auch sehr viel Hochachtung davor. Aber es steht auf meiner to-do-Liste.
Fantasy ist nicht so meins. Das lese ich auch sehr wenig.



Du bist ja eine riesengroße Hawaiiliebhaberin, deshalb möchte ich einfach neugierig fragen, ob Du das Buch von James A Michener „Hawaii“ kennst. Ich selber habe es gelesen, was für mich eine Herausforderung war, denn er schreibt nicht nur dicke Bücher, er ist sowas von ausführlich, dass ich mit einem „puh, geschafft“ das Buch beendet habe. Interessant fand ich es auf jeden Fall.

Na klar! Ich fand es auch anstrengend. Seine Erzählstil ist sehr altmodisch, etwas, was man heute kaum noch so liest. Aber ich fand es trotzdem sehr spannend und erhellend!



Was fällt Dir zu folgenden Namen oder Titeln ein?

Hawaii fünf null - Ich mag diese Serie wirklich sehr gerne. Sie zeigt viel von Oahu und ich freue mich, dass es ein so großer Erfolg ist. Die Filmwirtschaft auf Oahu ist nicht so groß und eine laufende Serie ist für meine Kollegen sehr gut.

Mary Poppins - Supercalifragilisticexpialigetisch, Chim Chim Cher-ee …

Die Schatzinsel - Da denke ich an mich als Kind. Ich habe den Film gesehen und wollte daraufhin auch mal so einen Schatz finden. Die Insel habe ich ja schon gefunden. Den Schatz eigentlich auch. Die haitianischen Inseln sind für mich mein Schatz!



Sabine, ich weiß, dass Du auf Facebook vertreten bist und uns Leser unter anderem an Deinen Reisen teilhaben lässt. Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Lesern.

Der ist wichtig und toll. Ich habe so viel liebe Lernen und Lest kennengelernt, teilweise auch in meinem real live!



Gibt es etwas, was Du uns Leser unbedingt mal mitteilen möchtest, hier hättest Du die Gelegenheit dazu.

Ich bin dankbar.
Vor fünf Jahren hätte ich nicht gedacht, dass jemand jemals ein Buch von mir lesen würde.  Inzwischen habe ich neun Bücher geschrieben und habe jede Menge Leser.
Das macht mich sehr glücklich. Ich bin sehr froh, dass viele mit mir durch meine Geschichten gereist sind, glücklich und dankbar.
Ich habe mit so vielen Lesern Kontakt. Manchmal sitze ich vor meinem Computer und muss ein paar Tränen unterdrücken, weil ich so wundervolle Nachrichten bekomme. Stell dir vor, Ulla, eine Frau heiratet jetzt auf Hawaii, weil sie meine Bücher gelesen hat.



Auf der Frankfurter Buchmesse gibt es das so genannte Autorensofa, das immer wieder gerne von mir und vielen anderen Lesern angesteuert wird. Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Autorenkollegen.

Ich finde es gut und wichtig, dass man sich als Autorin mit seinen Kollegen vernetzt. Schließlich ist die Arbeit ziemlich einsam. Man sitzt vor seinem Rechner und taucht ein in andere Welten. Da ist es umso schöner sich mit anderen auszutauschen. Durch das Autorensofa habe ich wunderbare Menschen kennengelernt. Damit meine ich nicht nur die Autoren. Die Präsens auf der Frankfurter Buchmesse ist einfach super. Ich habe so viele Leser persönlich kennengelernt, etwas, was man als Autor ja nicht so oft erlebt. Ich liebe diesen direkten Kontakt.



Wenn ich das richtig gesehen habe, dann hast Du Deine Bücher alle als Self-Publisherin veröffentlicht.  Bist Du froh diesen Weg gewählt zu haben?

Ja. Obwohl ich seit kurzem auch einen anderen Weg gehe. Mein neustes Buch wird 2019 im Penguin Verlag herauskommen.
Das Selfpublishing werde ich aber nicht aufgeben! Ich liebe es. Es ist die komplette Freiheit und ein wundervoller Weg seine Geschichten  in die Welt zu bringen.



Nun habe ich Dich ausreichend gelöchert und möchte Dir an dieser Stelle auch noch die Gelegenheit geben, etwas zu schreiben, wonach  ich vergessen habe zu fragen.

Du hast die absolut richtigen Fragen gestellt!
Ich kann nur allen sagen, lest viel, lasst euch entführen, träumt euch weg!
Und vielen Dank an die Leserinnen und Leser, die auch meine Bücher verschlungen haben!


Ich bedanke mich vielmals für das Interview.



da inzwischen schon einige Bücher  von
Sabine Landgraeber erschienen sind, zeige
hier stellvertretend für alle nur das Cover
der "Picture Bride"

Eine Übersicht über alle Bücher ist
hier zu  sehen: klick hier

Und noch mehr Informationen gibt es
auf der Homepage der Autorin


Freitag, 4. Mai 2018

Rezension - Sein Gelübde


Autorin: Sabine Giesen

Titel: Sein Gelübde

Genre: Thriller

Version: eBook

erschienen: 17. November 2017

Seiten: 296

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: edition oberkassel




Über die Autorin:
Sabine Giesen wurde 1964 in Karweiler geboren und wuchs im Bergischen Land auf. Seit über zwanzig Jahren lebt sie nun schon in Düsseldorf und fühlt sich dort wohl. Nach vielen Jahren beruflicher Tätigkeit in den unterschiedlichsten Unternehmen, widmet sie sich nun wieder dem, was sie am meisten begeistert: dem Schreiben. Und ihrer Katze Michou, die sie regelmäßig daran erinnert, dass es mal wieder Zeit für eine Runde knuddeln ist, in dem sie sich über die Tastatur des Laptops legt.


Kurzbeschreibung, übernommen:
In der Eifelregion versetzt seit den 1970er Jahren eine Mordserie die Menschen in Angst. Die Opfer sind alte und junge Frauen und Männer. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Was haben die Toten gemeinsam? Vier junge Menschen lernten sich damals kennen. Aus ihnen wurden zwei Familien. Doch jemand hat sich geschworen, leidenden Menschen zu helfen. Dieses Gelübde gilt bis heute …


Meine Meinung:
Ich habe schon immer gerne Eifelkrimis gelesen und deshalb war ich auch neugierig auf dieses Buch. Mit Begeisterung habe ich es gelesen und stehe jetzt vor einem Problem. Denn ich hatte mir ja vorgenommen, dass ich nie zu viel vom Inhalt verrate, weil ich anderen damit Lesevergnügen nehmen könnte. Jetzt muss ich einen Weg finden, wie ich meine Begeisterung mit allen teilen kann.
Hier hatte ich mal einen ganz anderen Thriller oder Krimi, denn diesen Aufbau und Schreibstil kannte ich in dieser Form noch nicht.
Ich möchte zuerst etwas aus dem Buch zitieren: "Jede Geschichte hat einen Anfang.Diese beginnt in den 1960er Jahren" Toll, die Autorin hat nicht mit einem Prolog angefangen, sondern mir vier Kinder vorgestellt, die in den Jahren etwas besonderes erlebt haben. Später würden sie sich kennen lernen und zwei Familien gründen. Einer von ihnen hat ein Gelübde abgelegt, was schicksalshafte Auswirkungen haben sollte. Und hier bin ich jetzt an der Stelle angelegt, wo ich nichts mehr verraten werde, vom Inhalt wohlgemerkt.
Natürlich habe ich alle vier mehr als 30 Jahre ihres Lebens begleitet und manches Mal war ich sehr nachdenklich und wusste nicht, ob ich gewisse Sachen vielleicht doch gut heißen könnte. Auf der anderen Seite, wer gibt einem das Recht für und über andere zu entscheiden.
Auf jeden Fall hat mich die Autorin an ihr Buch gefesselt, ich wollte doch unbedingt wissen, wie sich alles entwickelt. Ich hatte schlimme Befürchtungen und war dann überrascht. Es trat eine Wendung ein, mit der ich so gar nicht gerechnet hatte und wieder kamen mir Zweifel, wie ich das bewerten sollte. Ich gebe es zu, ich fand das Ende gut und war sehr zu frieden.


Fazit:
Wer Spannung sucht, aber mal etwas ganz anderes lesen möchte, dem empfehle ich dieses Buch. In der Kurzbeschreibung wird eine Mordserie erwähnt, normalerweise sucht die Polizei nach dem Täter und wir Leser können sie dabei begleiten. Hier tritt die Polizei aber sehr in den Hintergrund.
Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung.


Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.  Dieses Exemplar hatte ich angefragt, weil ich die Autorin neulich persönlich kennen gelernt hatte und nun besonders neugierig auf ihr Buch war.

Rezension - Friesenwrack


Autorin: Sina Jorritsma

Titel: Friesenwrack

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 4. Mai 2018

Seiten: 201

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Klarant Verlag




Über die Autorin:
Die gebürtige Ostfriesin, Sina Jorritsma, aus der Krummhörn studierte in Hamburg Germanistik und Philosophie, bevor sie wieder in ihre Heimat zurückkehrte. Sie veröffentlicht unter Pseudonym, weil sie ihre Umgebung genau beobachtet und Ereignisse aus ihrem Leben in ihre Geschichten einfließen. Das Romaneschreiben ist ihr kleines Geheimnis, das nur wenige Menschen kennen. Bei einer großen Kanne Ostfriesentee mit Sahne und Kluntjes kann sie halbe Nächte durchschreiben, tagsüber hält sie sich mit Joggen fit. Sina Jorritsma lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort bei Emden.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Ein rätselhafter Mord erschüttert die ostfriesische Insel Borkum. Eine junge Frau wird erstochen im Wrack einer Yacht aufgefunden, ebenfalls an Bord: ihr mutmaßlicher Mörder. Bodo Steiner ist vollgepumpt mit Drogen ein Mord im Rausch? Die Inselkommissare Mona Sander und Enno Moll stoßen auf ein Meer an Fragen: Weshalb wurde die Ruderanlage der Yacht zerstört? Welche Bedeutung hat die große Summe Geld, die an Bord gefunden wird? Und warum verschwindet plötzlich eine Schlüsselfigur des gesamten Falles spurlos? Nur eines ist sicher: Bei der Toten handelt es sich um die Enthüllungsjournalistin Nele Dijkstra. Viel deutet darauf hin, dass sie ausgerechnet Bodos Vater, dem reichen Industriellen Ernst Steiner, dunkle Machenschaften nachweisen wollte. Doch je tiefer die Ermittler graben, desto länger wird die Liste der Verdächtigen, denn die schöne Journalistin hatte sich viele Feinde gemacht...


Meine Meinung:
Nun begleite ich Mona Sander und Enno Moll schon zum achten Mal und ich finde die Entwicklung, die die  Ermittler durchgemacht haben, besonders interessant. Mona ist etwas ruhiger geworden und  prescht mit Worten und Taten nicht mehr so schnell vor. Obwohl ich in diesem Buch doch wieder das Gefühl habe, ihr Temperament geht manchmal mit ihr durch. Allerdings hat Enno gelernt damit umzugehen und bremst sie, wenn es zu schlimm wird.  Ja, neben den spannenden Fällen, die gelöst werden müssen, finde ich es wirklich ganz toll, mehr über die Ermittler zu wissen. Irgendwie sind sie mir ja auch an mein Leserherz gewachsen. Gerne hätte ich manchmal noch etwas mehr privates von ihnen gelesen.
Sina Jorritsma hat es auch mit dieser Folge verstanden, mich an das Buch zu fesseln. Obwohl ich, als Vielleserin, das Gefühl hatte, dass einiges vorhersehbar war, hat es die Spannung in keinster Weise gemindert. Denn die Autorin hat mir einige Verdächtige präsentiert und Mona einige ups, nein das verrate ich nicht.


Fazit:
Klar, als Serienjunkie bleibe ich am Ball. Jede Folge ist allerdings für sich abgeschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden. Allerdings finde ich es schöner, wenn man die Reihenfolge einhält, zumindest ich mache das, dafür bin ich einfach auch zu neugierig.

Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.