Donnerstag, 5. September 2019

Rezension - Weil ich von Dir träumte


Autorin: Emma Wagner

Titel: Weil ich von Dir träumte

Genre: Roman

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 10. September 2019

Seiten: 490

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Tinte & Feder




Über die Autorin:
Emma Wagner ist eine 1982 in Niedersachsen geborene Autorin. Zum Studium der Germanistik und der Biologie verschlug es sie nach Heidelberg. Diese herrliche Stadt wurde ihrem Ruf in Emmas Falle mehr als gerecht, denn sie hat ihr Herz in Heidelberg verloren. Dort lebt sie dementsprechend immer noch - inzwischen glücklich verheiratet - mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Seit ihrer Kindheit wird die Künstlerin Justine von einem wiederkehrenden Albtraum gequält, den sie in ihren Werken zu verarbeiten versucht. Als bei ihrer Ausstellung der geheimnisvolle Raphaël auftaucht, verspürt sie sofort eine Verbindung zu ihm. Fasziniert folgt sie ihm nach Korsika und schon bald zieht nicht nur er, sondern auch die Insel sie in ihren Bann. Aber warum will ihr Vater sie um jeden Preis zurückholen? Und wieso reagieren die Bewohner eines kleinen Bergdorfes so abweisend auf sie? Gemeinsam mit Raphaël begibt sie sich auf die Suche nach Antworten. Und stößt auf eine Geschichte von Liebe und Hass, die ihr bisheriges Leben in Frage stellt.


Meine Meinung:
Als ich das Buch zur Seite legte, dachte ich, puh, das war mal wieder ein Buch, was sehr viele Emotionen hervor geholt hatte. Aber ich will das Ende nicht vorweg nehmen.
Von Emma Wagner habe ich inzwischen schon sehr viele Bücher gelesen und ich freute mich auf dieses neue Buch. Ich lernte Justine und ihren Freund kennen, sowie Raphael, der beide nach Koriska einlud.
Die Insel kannte ich bisher noch nicht, ich war nur einmal im Urlaub auf Sardinien, das südlich von Korsika liegt.  Aber darum geht es jetzt nicht, obwohl ich denke, dass beide Inseln eine besondere Vergangenheit haben. Hier nun spielt Korsika eine überaus wichtige Rolle, naja, eigentlich geht es mehr um die Einstellungen der Bewohner und ihr Verhältnis gegenüber Franzosen. Das alles sollte ich erfahren, denn die Autorin hat zunächst zwei Geschichten erzählt. Im Wechsel konnte ich lesen, was auf Korsika vor 30 Jahren geschehen ist und was Justine heute dort so alles erlebt.
Emma Wagner hat mich an das Buch gefesselt, ich wollte wissen, warum sie mir das alles erzählt. Ich war wütend, ich habe gelitten, ich habe gehofft, ich habe gebibbert und mich gefreut, vor allem aber war ich neugierig und wollte die Zusammenhänge erfahren.
Natürlich fand ich am Ende des Buches Antworten auf all meine Fragen und irgendwie war ich zufrieden, naja, es hätte alles auch anders kommen können, wenn es diese verflixte Vendetta nicht gegeben hätte, diesen Hass, die Rachsucht und die Uneinsichtigkeit, ach ich könnte mich schon wieder aufregen, aber so war es nun einmal und für mich alles etwas unverständlich und ich dachte, hört das denn nie auf? Ihr merkt es, die Autorin hat es geschafft und mich so richtig rein ins Geschehen gezogen, ich war mittendrin. Meine Sympathien musste ich nicht großzügig verteilen, es gab soviele Personen, die ich nicht leiden konnte.
Neben der Geschichte von damals und heute, bin ich auch etwas rumgekommen auf der Insel. Ich hatte die Macchia vor Augen und fast das Gefühl, die Kräuter zu riechen, was mir auch nicht sehr schwer fiel, denn wer schon einmal auf einer Mittelmeerinsel war,  muss sich dabei nicht so sehr anstrengen, denn es gibt an vielen Stellen diese Möglichkeiten. Auf jeden Fall war alles sehr präsent.
Ach, ich könnte noch so vieles erwähnen, was mir gefallen  oder was mich bewegt hat, aber ich müsste dann einiges verraten und das will ich ja nicht.


Fazit:
Hier hatte ich ein Buch, was bei mir sehr viele Emotionen ausgelöst hat. Mir hat es sehr gut gefallen, wie die Autorin damals und heute verbunden hat und dadurch auch eine gewisse Spannung aufbaute. Natürlich kam die Liebe ebenfalls nicht zu kurz, außerdem ging es um Freundschaft und Zusammenhalt, um hier die guten Dinge noch einmal zu erwähnen. Ich habe das Buch verschlungen und empfehle es sehr gerne weiter.

Ich möchte mich beim Verlag und bei NetGalleyDe bedanken. Sie haben es  mir ermöglicht, dass ich das Buch vorab lesen konnte und es nun allen sofort empfehlen kann.


#WeilIchVonDirTräumte #NetGalleyDe

Dienstag, 3. September 2019

Rezension - Der Käpt'n jenseits der See



Autor: Jörg Rönnau

Titel: Der Käpt'n jenseits der See

Genre: Krimi, Historisch

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 2. September 2019

Seiten: 244

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Maximum Verlag



Über den Autor:
Jörg Rönnau,  geboren und aufgewachsen in Plön/Holstein (Baujahr: 27. Mai 1961). Ausbildung zum staatlich examinierten Krankenpfleger. Mehr als 30 Jahre an verschiedenen Krankenhäusern in ganz S.-H. tätig gewesen. Glücklicher Ehemann und Vater von zwei inzwischen erwachsenen Kindern (Tochter und Sohn). Lebt (zusammen mit seiner Frau und zwei völlig „duchgeknallten“ Katzen) in einem kleinen Haus am Rande der Holsteinischen Schweiz, in der Nähe von Kiel / der Ostsee. Hobbys: Lesen, Garten, Fotografieren, passionierter Radfahrer. Sprachen: leidenschaftlicher Plattsnaker!


Kurzbeschreibung, übernommen:
»Beim Klabautermann, der Bengel wird sein Leben auf dem Meer verbringen«, hatte sein Vater bei seiner Geburt prophezeit. Johannes Wilhelm Kröger, geboren im April 1849, wurde Seemann und ist es geblieben, bis er am Vorabend des Ersten Weltkriegs endgültig abmustert. Jetzt soll sein wohlverdienter Ruhestand beginnen, aber von Ruhe kann keine Rede sein. Ganz in der Nähe seines Kapitänshäuschens hat sich eine rätselhafte Frau niedergelassen, die ihn ebenso fasziniert wie das lebensgefährliche Geheimnis, das sie umgibt. Und während er Wiebke Schritt für Schritt näherkommt, lässt er in seinen Mußestunden noch einmal die Begegnungen mit den großen Literaten seiner Zeit aufleben: Von Arthur Conan Doyle über Theodor Storm und Mark Twain bis Thomas Mann. Sie alle lernte er auf seinen Fahrten als Käpt’n der Northern Clipper kennen, und seine Erinnerungen sind ein Panoptikum der internationalen Abenteuerliteratur in ihrer vielleicht größten Epoche.


Meine Meinung:
Es kommt immer wieder mal vor, dass mich ein Buchcover als erstes neugierig auf ein Buch macht, dann lese ich den Titel und die Kurzbeschreibung und ich beschließe, dass ich das Buch gerne lesen möchte. So war es auch diesmal.
Ich lernte Käpt'n Kröger kennen, der sich nach langen Jahren als Seemann endlich zur Ruhe setzen wollte. Wobei so ganz einfach zur Ruhe setzen ging dann doch nicht, er lernte Wiebke kennen und musste feststellen, dass sie ein Geheimnis umgab, das später noch für Aufregung sorgen sollte. Aber wie immer will ich vom Inhalt nicht zu viel verraten.
Den Schreibstil des Autors fand ich so erfrischend anders, mir kam er einfach und leicht vor, trotzdem sehr fesselnd. Ich fand vor allem die Idee super, einen Spionageroman zu schreiben und gleichzeitig eine Hommage an großartige Autoren aus der Vergangenheit. Was ich damit meine? Nun ich verrate nicht zuviel, wenn ich erwähne, dass Käpt'n Kröger auf seinen Fahrten viele Autoren getroffen haben soll. Jörg Rönnau hat ihn als belesenen Mann dargestellt, der gerne in Erinnerungen schwelgte. Diese Erinnerungen flossen immer wieder ein und wurden in der Ich-Form erzählt. Ich will hier jetzt nicht alle Namen nennen, nur drei wie zum Beispiel Selma Lagerlöf, Thomas Mann oder Jack London. Alles Autoren, die den meisten Lesern bekannt sein sollten und mir hat es wirklich sehr gut gefallen, wie der Autor besondere Ereignisse mit dem Leben des Käpt'ns verbunden hat.  Am Ende des Buches gibt es ein Interview mit Jörg Rönnau und unter anderem beantwortet er dort die Frage, mit welcher Romanfigur er am liebsten zu Abend essen möchte. Ich schreibe hier natürlich nicht seine Antwort, aber wenn man mir die Frage stellen würde, dann hätte ich die Antwort, mit Käpt'n Kröger, denn er hat soviel erlebt und interessante Persönlichkeiten kennen lernen dürfen, es wäre mit Sicherheit keine langweilige Unterhaltung geworden. Man merkt, ich war so richtig drin im Geschehen und den Protagonisten, also den Käpt'n hatte ich schnell in mein Leserherz geschlossen. Ich fand es sehr schön, ihn zu begleiten. Ich mochte die Abwechslung und den Spannungsbogen und mit dem Ende der Geschichte war ich mehr als zufrieden.


Fazit:
Wer Spannung mag und gleichzeitig auch noch viel über berühmte Autoren erfahren möchte, sollte dieses Buch lesen. Für mich war es mal etwas anderes, vom Schreibstil her und die Idee, die dahintersteckte hat mir sehr gut gefallen.


Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Sonntag, 1. September 2019

Rezension - Der Kommissar und die Toten von der Loire



Autorin: Maria Dries

Titel: Der Kommissar und die Toten von der Loire

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 17. Mai 2019

Seiten: 352

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Aufbau Taschenbuch Verlag 



Über die Autorin:
Maria Dries wurde in Erlangen geboren und hat Sozialpädagogik und Betriebswirtschaftslehre studiert. Heute lebt sie mit ihrer Familie in der Fränkischen Schweiz. Schon seit vielen Jahren verbringt sie die Sommer in der Normandie.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Monsieur le Commissaire und der Mord aus dem Hinterhalt
Nach einem Ritterturnier auf einem Schloss an der Loire machen die Gäste einen grausamen Fund: Ein Mann wurde von Pferden zu Tode getrampelt. Doch der vermeintliche Unfall entpuppt sich schnell als Mord, das Opfer wurde mit einem Pfeil erschossen. Die örtliche Polizei ist überfordert und holt sich Hilfe von Commissaire Philippe Lagarde. Kurz darauf ereignet sich auf dem Areal eines anderen Schlosses ein ähnlicher Fall. Zwischen den Opfern scheint es keine Verbindung zu geben, doch Lagarde hat einen Verdacht, der ihn an seine Grenzen bringt.


Meine Meinung:
Zufällig wurde ich auf dieses Buch aufmerksam, was sich als sehr gut herausstellen sollte. So lernte ich nicht nur die wunderschöne Gegend an der Loire kennen, sondern auch Philippe Lagarde, der mir sehr sympathisch war und seine Verlobte.
Maria Dries hat einen sehr spannenden Krimi geschrieben, ich wusste bis zum Ende nicht, wer der Täter ist. Ich musste dann allerdings auch feststellen, dass ich nicht die erste Folge der Krimiserie erwischt hatte. Das war aber kein Problem für mich, ich hatte nicht das Gefühl, die anderen Bücher kennen zu müssen.


Fazit:
Ich weiß nicht, ob ich die Zeit finden werde, alle vorherigen Bücher zu lesen, aber ich werde jetzt darauf achten, dass ich kein Folgeband verpassen werde. Für dieses Buch gebe ich gerne eine Leseempfehlung.


Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

#DerKommissarUndDieTotenAnDerLoire #NetGalleyDe


Rezension - Serra de Tramuntana - Blutrot



Autorin: Stina Jensen

Titel: Serra de Tramuntana - Blutrot

Genre: Krimi

Version: eBook

erschienen: 30. August 2019

Seiten: 337

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Sótano



Über die Autorin:
Stina Jensen liebt die ostfriesischen Inseln genauso wie die Balearen – seit 2016 gehören auch Irland und Island ganz oben auf die Liste ihrer Lieblingsinseln. Sie liebt das Reisen und saugt neue Umgebungen in sich auf wie ein Schwamm – meist kommen dabei wie von selbst die Figuren in ihren Kopf und ringen dort um die Hauptrolle in ihrem nächsten Roman. Im wahren Leben wohnt die Autorin mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt am Main.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Eine Finca in den Bergen der Tramuntana. Levke Sönkamp will dort in einem Workshop endlich zur inneren Ruhe finden. Doch was so vielversprechend begann, mündet in einen Alptraum. Eine Teilnehmerin kehrt vom morgendlichen Yoga nicht zurück. Kurz darauf ist eine weitere Person verschwunden. Levke wendet sich an die Polizei. Chefinspektor Barceló wird hellhörig, denn er ermittelt im Rahmen einer Schmiergeldaffäre in einem Todesfall, der sich ganz in der Nähe zugetragen hat. Gibt es eine Verbindung? Was haben die anderen Gruppenteilnehmer und der Therapeut zu verbergen? Als eine grausam zu Tode gekommene Frau gefunden wird, drohen nicht nur Levkes alte Wunden aufzubrechen, sondern auch für Jordi Barceló droht alles außer Kontrolle zu geraten …


Meine Meinung:
Levke Sönkamp hatte ich bereits in dem Buch "Playa de Palma - Abgrundtief" kennen gelernt und ich war nun gespannt, wie es bei ihr und in ihrem Leben weiterging. Levke will in einem Workshop einiges aufarbeiten und hofft, dass sie zur inneren Ruhe findet. Allerdings hat sie nicht damit gerechnet, dass sie in einen weiteren Fall schliddert, in dem Chefinspektor Jordi Barceló ermitteln muss.  Diesmal nimmt er ihre Hilfe gerne in Anspruch, denn es gibt genügend Verdächtige und falsche Fährten hat mir die Autorin auch gelegt. Sehr geschickt hat sie das gemacht, ich dachte doch tatsächlich, dass.. nein, diesen Gedanken werde ich hier bestimmt nicht verraten.
Auf jeden Fall hat mich Stina Jensen auch diesmal wieder an ihr Buch gefesselt, sie hat für ausreichende Spannung gesorgt und ich freut mich auch, dass ich alte Bekannte aus dem ersten Buch treffen konnte. Außerdem freute ich mich, dass ich wieder auf Mallorca war und einiges durch die gute Beschreibung so richtig vor Augen hatte.


Fazit:
Besuch auf Mallorca, Spannung in den Bergen und etwas Hoffnung, dass alles wieder gut wird, naja zumindest für Levke. Gerne empfehle ich dieses Buch weiter.


Bei der Autorin möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken

Rezension - Blumen für ein Chamäleon


Autorin: Valeska Réon

Titel: Blumen für ein Chamäleon

Genre: Biografie, Gegenwartsliteratur

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 1. April 2012

Seiten: 228

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Männerschwarm Verlag




Über die Autorin:
Valeska Réon wurde in Liège (Belgien) geboren und wuchs bei Ihrer Tante in Düsseldorf auf. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Visagistin, um danach die Seiten zu wechseln: als Model ließ sie sich mehrere Jahre lang von den besten Visagisten der Fashionbranche verschönern. Unter Pseudonym schrieb sie drei Sachbücher / Ratgeber. Vor fünf Jahren gründete sie eine Privatdetektei mit Niederlassungen in Antwerpen, London und Wien.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Viktor wünscht sich nichts sehnlicher als ein Mädchen zu sein, das weiß er schon als kleines Kind. Doch der Weg dahin ist steinig. Der Vater: ein von Männlichkeit besessener Berufssoldat. Die Mutter: ein schwacher Charakter. Die einzige verlässliche Stütze ist die resolute Tante Christa. Sie nimmt sie unter ihre Fittiche, gibt ihr ein verständnisvolles Zuhause, verschafft ihr eine Lehrstelle als Friseurin und stärkt ihr den Rücken, als sie zufällig von einem Fotografen entdeckt wird. Schon vor der operativen Verwandlung von Viktor in Valeska startet die junge Frau eine internationale Karriere als Model - und das in einer Zeit, in der transsexuelle Models noch tabu waren, in der sie einen Teil ihrer Identität bei ihre Agentur, bei Kunden und unter den KollegInnen um jeden Preis verstecken musste. Ihr Bild war in großen Modezeitschriften wie ELLE oder VOGUE, ihr Gesicht ist verbunden mit Werbekampagnen wie der zu "Ivoire de Balmain", auf den Prêt-à-porter-Schauen führte sie vor und nach ihrer Operation die Mode von Gaultier, Mugler, Lagerfeld, Chanel, Dior, Kenzo und Claude Montana vor - die Liste ließe sich verlängern: eine weitaus bessere Therapie als die Besuche bei diversen Psychologen.
Valeska Réon erzählt ihre Geschichte mit viel Dramatik, aber auch immer mit einem Augenzwinkern. Sie arbeitet gekonnt die Pointen heraus: Wie reagiert die bildhübsche Frau, die sich die primären Geschlechtsorgane eines Mannes mit Heftpflaster "wegklebt", auf die Annäherungsversuche von Männern - vor allem, wenn sie diese auch noch attraktiv findet? Was soll sie tun, wenn sie einen Job in New York angeboten bekommt? Spätestens beim Bestellen der Flugtickets würde auffallen, dass sie eigentlich Viktor heißt. Was ist beispielsweise zu tun, wenn sie - biologisch noch immer ein Mann - plötzlich für Dessous werben soll? Der eingeweihte Fotograf arbeitet geschickt mit Licht und Schatten. Licht und Schatten fallen auch auf das Thema Nr. 1: die Männer! Sie hat es gehasst, selbst ein Mann zu sein, aber sie liebt sie als Frau. Aber kann sie die Männer letztendlich auch wirklich ernst nehmen?
In ihrem autobiografisch angelehnten, hier und da aber auch etwas "freien" Roman beschreibt Valeska Réon jedoch nicht nur die Vielfalt des Lebens und das Verwirrspiel der Geschlechter, sondern vor allem die Tatsache, dass wir Geschöpfe sind, die geliebt und geachtet werden wollen. Ein weises und anrührendes Buch über die Natur des Menschen in all seiner Verletzlichkeit und Stärke.


Meine Meinung:
Zum Inhalt des Buches muss ich hier nichts mehr schreiben, jeder, der die Kurzbeschreibung liest, kann sich denken, worum es geht. Ich möchte hier jetzt einfach nur erwähnen, dass mich das Buch sehr bewegt und nachdenklich gemacht hat. Außerdem finde ich es toll, dass jemand den Mut aufbringt und über dieses Thema schreibt. Man bedenke, wann das alles passiert ist, das war zu einem Zeitpunkt, da viele Leute noch nicht offen mit gewissen Themen umgehen konnten. Fasziniert habe ich die junge Frau auf ihrem Weg begleitet.  Wer hat nicht schon mal davon gehört, dass Menschen im falschen Körper gesteckt haben und einen schweren Weg vor sich hatten. Oder manch einer kennt sogar jemanden, der das durchgezogen hat oder kennt jemanden, der jemanden kennt. Ach was solls. Auf jeden Fall habe ich mir nie so recht Gedanken darüber gemacht, was alles noch damit zusammen hängt. Die Autorin hat es dann auch verstanden mir vieles zu vermitteln und dies nicht einfach nur sachlich alles geschildert. Dramatik, Humor und Romanze kamen in der Geschichte vor und gaben dem allen eine gewisse Würze.


Fazit:
Hier hatte ich mal wieder ein Buch, das mir eine ganz besondere Lebensgeschichte vermittelt hat. Bewegend und mutig und gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung.


Bei der Autorin möchte ich mich recht herzlich bedanken, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Rezension - Kommissar Lavalle - Der Kopf der Schlange


Autorin: Stefanie Koch

Titel: Kommissar Lavalle - Der Kopf der Schlange

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 1. Juli 2019

Seiten: 284

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: dotbooks Verlag




Über die Autorin:
Stefanie Koch, geboren 1966 in Wuppertal, studierte in Frankreich, arbeitete in Italien, Thailand und Bangkok und lebt heute in Düsseldorf, wo sie unter anderem als Managerin internationaler Telekommunikationsprojekte tätig ist. Seit 2003 steht sie mit eigenen Kabarettprogrammen auf der Bühne, schreibt für den Rundfunk und veröffentlicht erfolgreich Thriller und Kriminalromane.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Wie gut kennst du den Menschen an deiner Seite wirklich? Kaum ist seine Freundin Ann Stahl zu einer Konferenz nach Italien abgereist, wird Kommissar Henri Lavalle zu einem Tatort gerufen. Der Anblick trifft ihn eiskalt: Eine Journalistin, mit der er oft gearbeitet hat, wurde auf grausame Art zu Tode gefoltert. Ist sie bei ihren Recherchen um einen Bankenskandal den falschen Leuten zu nah gekommen? Die Spuren führen Lavalle zu dem mächtigen Konzern, für den Ann arbeitet – die noch dazu Kontakt zum Mordopfer hatte. Doch bevor er mit ihr darüber sprechen kann, erhält Lavalle die Schocknachricht: Anns Hotel in den Tiroler Alpen ist in der Gewalt eines Unbekannten, der droht, alle Gäste zu ermorden! Wurde Lavalles große Liebe unschuldig in ein dunkles Geschäft verwickelt, für das sie nun mit dem Leben bezahlen muss – oder ist sie die Drahtzieherin?


Meine Meinung:
Vor einigen Jahren hatte ich die Bücher mit den drei Fällen gelesen, die Kommissar Henri Lavalle lösen musste. Ich war begeistert und freute mich nun darauf, dass ich über den vierten Fall etwas lesen konnte. Natürlich freut es mich in allererster Linie, dass die Handlung des Krimis in Düsseldorf spielt.  Dann kommt natürlich hinzu, dass ich mir wieder eine spannende Unterhaltung versprach.
Und so war es dann auch, gleich zu Beginn wird Lavalle zu einem Tatort gerufen und ist erschüttert, denn mit der Ermordeten hatte er öfter mal zusammen gearbeitet. Kaum hat er dies verdaut, kommt eine viel schlimmere Nachricht, seine beiden Töchter und sein Freundin befinden sich in Tirol in der Gewalt eines Geiselnehmers. Puh, was habe ich nun mit ihm gezittert und gehofft, dass alles gut geht. Gleichzeitig gab es so viele andere Informationen, über Machenschaften, die sich durchaus realistisch anhörten.
Stefanie Koch hat mich an das Buch gefesselt, das ich im einem Rutsch gelesen habe, denn ich wollte natürlich wissen, wie es weitergeht und vor allem gut endet. Bei manchen Autoren gibt es ja doch öfter Wendungen, die man als Leserin so gar nicht mag und auch hier musste ich mehrmals mit dem schlimmsten rechnen. Natürlich werde ich nicht verraten, wie es endete. Aber eins kann ich erwähnen, ich denke mal, dass ich von Kommissar Lavalle bestimmt noch mehr lesen werde.


Fazit:
Eine weitere spannende Folge, die mir an manchen Stellen doch ganz schön Herzklopfen beschert hat.  Gerne empfehle ich dieses Buch weiter. Sollte jemand Henri Lavalle noch nicht kennen, dem rate ich mit dem ersten Buch zu beginnen. Es macht einfach mehr Spaß, wenn die Bücher in der entsprechenden Reihenfolge gelesen werden können.


Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Donnerstag, 29. August 2019

Rezension - Helle und der Tote im Tivoli



Autorin: Judith Arendt

Titel: Helle und der Tote im Tivoli

Genre: Krimi

Version: eBook und broschiert

erschienen: 15. September 2018

Seiten: 288

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Hoffmann und Campe



Über die Autorin:
Judith Arendt ist das Pseudonym einer erfolgreichen Krimi-Autorin. Sie schreibt gelegentlich Drehbücher für deutsche Fernsehserien und sieht umso lieber amerikanische. Ihre Leidenschaft gilt dem Kriminalroman, insbesondere dem skandinavischen und britischen. Judith Arendt lebt mit ihrer Familie seit einigen Jahren in der Nähe von München.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Ein Haus in den Dünen von Skagen, ein Ehemann, der sie kulinarisch verwöhnt und eine familiäre Polizeistation - für Helle Jespers könnte das Leben kaum behaglicher sein. Bis ein brutaler Mord ihre kleine Gemeinde erschüttert. Der ehemalige Gymnasialdirektor wird mitten in der Hauptstadt Kopenhagen, im weltberühmten Vergnügungspark Tivoli, ermordet aufgefunden. Helle ist sich sicher, dass die Spur zurück nach Skagen führt, doch sie ahnt nicht, wie nah der Täter ihr ist.


Meine Meinung:
Hier war mal wieder das Cover schuld, dass ich mich intensiver für das Buch interessiert hatte. War ich doch vor ein paar Wochen in Dänemark in Urlaub und solch ähnliche Kirche habe ich dort gesehen. Außerdem kenne ich natürlich Kopenhagen und das Tivoli.
So lernte ich Helle Jespers kennen, die eigentlich Skagen arbeitet und somit mit dem Fall nichts zu tun hat. Da der im Tivoli gefundene Tote aber dort wohnte, war sie involviert und hatte auch nicht die Absicht, sich verdrängen zu lassen. Mir war die Kommissarin sofort sympathisch und gerne habe ich sie bei der Arbeit beobachtet. Wobei die Autorin es mir auch leicht gemacht hat, denn sie hat das Buch sehr spannend und gut geschrieben. Sie hat mir Kapitelweise die Gedanken des Täters verraten, aber nicht, wer dahinter steckt. Erst später, als die Ermittler auch ahnten, wer es sein könnte, wurde mir einiges klar. Für mich hat Judith Arendt den Krimi sehr flüssig geschrieben, gut hat mir auch gefallen, dass in den Überschriften immer Ort und Uhrzeit genannt wurden, denn mal war ich in Skagen und mal in Kopenhagen. Ich erwähnte ja schon, dass mir Helle Jespers sehr sympathisch war, ich konnte aber auch die Mitarbeiter ihres Teams gut leiden, mir hat es Spaß gemacht, so verschiedene Charaktere kennen zu lernen, aber auch Helles Mann und ihre Kinder haben den Weg in mein Leserherz gefunden. Also hatte ich hier ein Buch, mit dem ich rundherum zufrieden war.


Fazit:
Ein spannender Debütkrimi, der Lust auf weitere Folgen macht. Ich freue mich schon, aber zunächst empfehle ich dieses Buch gerne weiter.

Ich möchte mich vielmals beim Verlag und bei NetGalleyDe für das Rezensionsexemplar bedanken.


#HelleUndDerToteImTivoli #NetGalleyDE