Freitag, 23. Juli 2021

Rezension - Tote Tanten plaudern nicht



Autorin: Vera Nentwich

Titel: Tote Tanten plaudern nicht

Genre: Cosy Crime

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 23. Juli 2021

Seiten: 290

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber ‏ : ‎ Nentwich, Vera



Über die Autorin
Vera Nentwich ist lustig und irgendwie ungewöhnlich. Ob das daran liegt, dass das Jahr 1959, in dem sie geboren wurde, ein ganz besonders gutes Weinjahr war? Die Autorin ist Entertainerin durch und durch; sie eroberte die Theaterbühne, macht Musik und schreibt seit Jahren erfolgreich humorvolle Krimis und Romane. Lesungen können da schon mal zu einer wahren Bühnenshow ausarten und Gästen zahlreiche neue Lachfalten bescheren. Vera Nentwich lebt intensiv. Mit ihren Büchern will sie inspirieren, Hoffnung geben und Traumschlösser bauen. Und sie liebt Eierkuchen. Eierkuchen steht für den Spaß und für all die Dinge, die nicht in ein festes Raster passen. Also Themen, die so sind wie sie. Anders eben.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Was tust du, wenn aus einem Gefallen ein Mord wird? Mörder jagen! Die neue Assistentin Cassandra bringt Glanz in die aufstrebende Detektei von Sabine „Biene“ Hagen und Jago Diaz Fernandez. Cassandra bittet um einen Gefallen, denn ihre Tante fühlt sich von Schlägern bedroht. Dann ist die Tante tot. Der zwielichtige Onkel gerät ins Visier. Zugleich verlangt ein Vermisstenfall Bienes Aufmerksamkeit und sie entdeckt, dass ihr Freund sie belügt. Sie muss ihre Beziehung hinterfragen und den verwirrenden Spuren in den Fällen nachgehen. Der Weg führt sie sowohl zu einer ominösen Privatbank nach Düsseldorf, als auch zu einer berüchtigten Bauunternehmerin. Und überall öffnet die Nennung von Jagos Namen auf magische Weise Türen. Zwischen zwei Fällen und der Angst um ihre Beziehung muss Biene mutig ihren Weg gehen, Gefahren trotzen und einen Mörder stellen.
 

Meine Meinung:
Tote Tanten plaudern nicht, das ist wohl wahr. Und da kommt das Wort "hätte" ins Spiel. Hätte man vorher richtig zugehört, hätte man der Tante geglaubt und hätte man besser aufgepasst. Nun, es ist passiert und nun steckt Biene mal wieder in einem Mordfall, der aufgeklärt werden muss. 
Biene Hagen erzählt uns Lesern in der Ich-Form, was sie so alles erlebt und mit welchen Gedanken sie sich zusätzlich noch beschäftigt. Ihre Oma versorgt das "Kengk" mit gutem Essen und hat immer ein offenes Ohr für ihre Probleme. 
Ich habe es leider nicht geschafft, bisher alle Folgen zu lesen, hatte aber kein Problem mich zurecht zu finden. Außerdem hatte ich das Gefühl, Biene hat sich als Privatdetektivin sehr gut entwickelt. Diesmal musste ihr Chef zwar öfter mal eingreifen und seine Beziehungen spielen lassen, aber dafür ist er ja auch da, oder? 😉
Auf jeden Fall fühlte ich mich sehr gut unterhalten und habe das Buch in einem Rutsch gelesen, der flüssige Schreibstil hat einiges dazu beigetragen. 


Fazit:
Ein gelungener unterhaltsamer Wohlfühlkrimi, oder wie es auch heißt Cosy Crime. Dies war nun die sechste Folge, in der Biene Hagen ermittelt. Jedes Buch ist abgeschlossen, aber es gibt einiges, was sich als roter Faden durch alle Bücher zieht und neugierig auf alle Folgen macht. Ich gebe gerne eine Leseempfehlung für dieses und alle vorherigen Bücher. 


Bei der Autorin möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken. 

Donnerstag, 22. Juli 2021

Rezension - Irish Feelings - Greycastle Wedding


 

Autorin: Emma Wagner

Titel: Irish Feelings Greycastle Wedding

Genre: Roman

Version: eBook und später Taschenbuch

erschienen: 20. Juli 2021

Seiten: 422

Altersempfehlung: Erwachsene





Über die Autorin
Emma Wagner kam 1982 in Niedersachsen zur Welt. Zum Studium der Germanistik und der Biologie verschlug es sie nach Heidelberg. Diese herrliche Stadt wurde ihrem Ruf in Emmas Falle mehr als gerecht, denn sie hat ihr Herz in Heidelberg verloren. Dort lebt sie dementsprechend immer noch - inzwischen glücklich verheiratet - mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Die Liebe wohnt in Irland.
Die Hochzeit einer Freundin organisieren? Kein Problem für Grace.
Normalerweise.

In dem malerischen irischen Dörfchen namens Greycastlehill jedoch ticken nicht nur die Uhren anders, sondern auch die Menschen.
Ständig mischt sich jemand in ihre Arbeit ein – oder will sie verkuppeln. Doch das mit Abstand Schlimmste ist Tom! Der arrogante Bruder ihres zukünftigen Schwagers sieht verboten gut aus, ist aber extrem schlecht auf sie zu sprechen. Wie ihre Schwester behaupten kann, Tom würde gut zu Grace passen, ist ihr ein Rätsel. Ebenso, warum ihr Herz in seiner Nähe schneller schlägt.
Romantische Gefühle für jemanden haben? Ein Problem für Tom.
Immer.

Und vor allem bei Grace, die in seinem Heimatdorf eine Hochzeit planen soll. Sie ist eine berechnende Geschäftsfrau und beleidigt ihn schon bei der ersten Begegnung. Zwar bekommt er sie nicht aus dem Kopf – aber nur, weil sie andauernd seine Sachen überfährt! Trotzdem muss er sich eingestehen, dass sie wahnsinnig heiß ist. Und dass ihr Lachen die Leere in ihm füllt.
Schon bald fliegen die Funken nicht nur, sondern brennt es lichterloh zwischen Tom und Grace. Aber da ist noch sein Geheimnis, von dem gerade sie nichts erfahren darf ...
Welcome back to Greycastlehill!
Romantisch und dramatisch, witzig und sexy, mit sinnlich gefühlvollen Liebesszenen


Meine Meinung:
In Greycastlehill ist wirklich immer etwas los! Die Zwillinge streiten sich nach wie vor. Es mischen sich alle Bewohner ein, wenn eine Hochzeit geplant wird. Jeder hat eine Meinung dazu, leider gehen alle sehr weit auseinander. Grace hat es nicht leicht, denn sie wurde gebeten, die Hochzeit zu planen und dafür reist sie extra aus Boston an. Dann gibt es Geheimnisse, die nicht oder erst spät offenbart werden und Teenager haben es ebenfalls nicht leicht. Nun ja, sie machen es den Erwachsenen aber auch nicht einfach. Besonders Tom kommt damit nicht klar. Ich sag's doch, es ist immer etwas los!
Die Bewohner der kleinen Örtchens sind mir alle gut gekannt und ich freue mich jedes Mal, wenn ich ihnen begegne, vorzugsweise im Pub. Ich erfahre dort auch alle Neuigkeiten und beobachte diesmal Grace und Tom, die vorbestimmt sind, das nächste Paar zu werden. Wobei die beiden sich emsig weigern. Ihre Diskussionen sind immer sehr humorvoll, aber irgendwann bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich den beiden sagen möchte, nun hört das Theater auf und macht endlich voran 😉 Ich weiß ja, dass alles gut enden wird, sonst wäre ich von Emma Wagner auch enttäuscht. Deshalb hätte ich nichts dagegen, wenn die beiden endlich in die Pötte kommen und auf jegliches Drama kann ich auch verzichten. Ich kann das, aber einem Buch in diesem Genre gibt das alles die richtige Würze. So muss ich mich gedulden, bis ich endlich sagen kann: es wurde aber auch Zeit und nun bin ich zufrieden.


Fazit:
Ein unterhaltsamer und gelungener Abschluss der Irish Feelings Serie. Neben vielem anderen spielten Romanze und Humor spielten eine wichtige Rolle, ich erwähne nur Briefkasten 😉 Tja, nun sollte jeder lesen, was ich damit meine. Denn gerne gebe ich eine Leseempfehlung.

Rezension - Die fremde Spionin



Autor: Titus Müller

Titel: Die fremde Spionin

Genre: Roman, Spionage

Version: eBook, Hörbuch und Taschenbuch

erschienen: 14. Juni 2021

Seiten: 400

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber ‏ : ‎ Heyne Verlag



Über den Autor:
Geboren 1977 in Leipzig. Studierte in Berlin Literatur, Mittelalterliche Geschichte, Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Mit 21 Jahren gründete er die Literaturzeitschrift »Federwelt«. Titus Müller lebt heute mit seiner Familie in Landshut, ist Mitglied des PEN-Clubs und wurde für seine Romane u.a. mit dem C.S. Lewis-Preis und dem Sir-Walter-Scott-Preis ausgezeichnet. Im Herbst 2016 erhielt er den Homer-Preis.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Ria ist zehn Jahre alt, als ihre Eltern von der Staatssicherheit abgeholt werden. Sie wird von ihrer kleinen Schwester getrennt und in einer Adoptivfamilie untergebracht. Seither führt Ria in Ostberlin ein scheinbar angepasstes Leben. Erst als der BND sie als Informantin rekrutiert, sieht sie ihre Chance gekommen. Mithilfe des westlichen Geheimdienstes will Ria sich an der DDR rächen und endlich ihre Schwester wiederfinden. Doch dann erfährt sie im Sommer 1961 von einem ungeheuerlichen Plan, der ihr Schicksal und die Zukunft beider deutscher Staaten für immer verändern könnte …


Meine Meinung
:
Die Mauer in Berlin wurde im August 1961 gebaut und im November 1989 kam es zum Fall eben dieser Mauer. In all diesen Jahren ist sehr viel passiert im getrennten Deutschland. Auch Spione wurden eingesetzt und davon gab es nicht wenige.
Titus Müller hat Begebenheiten in seinem Buch untergebracht, die tatsächlich passiert sind, wobei Ria eine erfundene Person ist. Der Autor hat ihren Lebensweg sehr spannend beschrieben, zumal er die Stasi mit eingebracht hat, die so manche Lebensläufe stark geprägt haben. Aber nicht nur Ria durfte ich kennen lernen, weitere Personen spielten ebenfalls eine wichtige Rolle, wobei ein Name mir sehr bekannt vorkam.
So ganz nebenbei habe ich erfahren können, wie sich das Leben in der DDR abspielte und vor allem, welche Entscheidungen kurz vor dem Bau der Mauer und danach getroffen wurden. Der Autor hat sehr gut recherchiert und konnte viele Quellen für seinen Spionage-Roman nutzen. Fiktive und tatsächliche Begebenheiten wurden sehr gut miteinander verbunden. Am Ende des Buches werden historische Hintergründe erwähnt, für viele Personen gab es reale Vorbilder. Mich hat das Buch ganz besonders gefesselt, denn durch Verwandte, die in der DDR lebten, habe ich mich schon als Jugendliche mehr für alles interessiert und kannte einige Zusammenhänge.


Fazit:
Deutsche Geschichte wurde mit viel Spannung in diesem Buch beschrieben. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung.


Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Rezension - Erben wollen sie alle



Autorin: Tessa Hennig

Titel: Erben wollen sie alle

Genre: Roman

Version: eBook, Hörbuch und Taschenbuch

erschienen: 28. Juni 2021

Seiten: 368

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber ‏ : ‎ Ullstein Taschenbuch



Über die Autorin:
Tessa Hennig schreibt seit vielen Jahren große TV-Unterhaltung und Romane mit Herz und Humor, die bereits erfolgreich verfilmt und alle Bestseller wurden. Ihre Geschichten spielen an traumhaften Urlaubsorten und nehmen sich Themen an, die insbesondere die Generation Ü-50 beschäftigen. Mit ihren historischen Romanen erzählt sie als Tara Haigh spannende Liebesgeschichten an exotischen Sehnsuchtsorten, die mit viel Liebe zum Detail recherchiert sind und dabei Aspekte der Weltgeschichte aufgreifen, die weniger bekannt oder bisher kaum literarisch in Erscheinung getreten sind.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Bianca will es noch mal wissen: In ihrer Finca auf Mallorca auf den Tod warten? Kommt nicht in Frage! Zusammen mit dem liebenswerten Rentner Wolfgang will die rüstige 75-Jährige die Welt bereisen und dabei ihr Vermögen verjubeln. Doch Bianca hat die Rechnung ohne die bucklige Verwandtschaft gemacht. Sohn Steffen und Tochter Anja glauben, ihre Mutter sei auf einen Heiratsschwindler reingefallen und sehen ihr Erbe zerrinnen. Mit Kind und Kegel reisen sie nach Sóller, um ihre Mutter umzustimmen. Doch die denkt gar nicht daran, das Erbe einfach so den Nachkommen zu überlassen. Nur wer sie wirklich liebt, soll etwas bekommen, und sie weiß auch schon, wie sie die Familie auf die Probe stellen kann ...


Meine Meinung:
Von Tessa Hennig habe ich schon einige Bücher gelesen, die mich sehr gut unterhalten haben und deshalb war ich neugierig auf dieses neue Buch. Wie bei all ihren Büchern sind die Cover sehr humorvoll gelungen, allerdings passen die Bilder nicht immer zum Inhalt. Wer aber ihre Bücher kennt, weiß dies und außerdem weisen diese Cover eben auf besondere Bücher hin.
Diesmal steht Bianca im Vordergrund, die sich mit ihren fünfundsiebzig Jahren noch sehr fit fühlt und mit ihrem Partner eine große Reise unternehmen will. Deshalb will sie ihr Haus verkaufen und lieber das Geld ausgeben, naja, zum größten Teil. Nun ist es ja oft so, dass sie jüngere Leute nicht vorstellen können, welche Wünsche sich ältere noch erfüllen möchten. Sie zeigen wenig Verständnis und ziehen oft falsche Schlüsse. 
So kommt es, dass Biancas Familie tatsächlich zum Geburtstag anreist. Sie alle wollen sehen, was nun los ist. Tja, da kommt einiges zusammen, andere Wahrnehmungen während der Kindheit, wichtige Dinge werden verschwiegen und vieles mehr.
Ich als Leserin weiß mehr als die Beteiligten, aber auch nicht alles und bin sehr neugierig, was ich noch alles erfahren werde. Tessa Hennig hat sich einiges einfallen lassen, was manchmal humorvoll sein soll, mich aber eher nachdenklich stimmt.
Auf jeden Fall fühlte ich mich gut unterhalten und sehr erfreut, dass alles ein gutes Ende hatte.


Fazit:
Ein unterhaltsames Buch mit dem ich mal wieder nach Mallorca reisen konnte. Zu gerne hätte ich im Zug gesessen und würde mir das Haus in Sóller ansehen. Es war eine interessante Familiengeschichte, die einen nachdenklich stimmen kann. Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung.


Beim Verlag und bei NetGalleyDE möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken. 

#Erbenwollensiealle #NetGalleyDE  #NetGalleyDEChallenge

Dienstag, 20. Juli 2021

Rezension - 3 1/2 Stunden


Autor: Robert Krause

Titel: 3 1/2 Stunden

Genre: Historisch

Version: eBook, Hörbuch, Taschenbuch

erschienen: 20. Juli 2021

Seiten: 352

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber ‏ : ‎ Rowohlt Taschenbuch




Über den Autor:
Robert Krause wurde 1970 in Dresden geboren. Mit 19 Jahren floh er in die Bundesrepublik und studierte in München und Los Angeles Film. Heute arbeitet er erfolgreich als Regisseur und Drehbuchautor und ist Professor für kreatives Schreiben. Mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen lebt er in Miesbach bei München. «Dreieinhalb Stunden» ist sein erster Roman.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Heute bauen sie die Mauer. Du sitzt im Zug zurück in die DDR. Bleibst Du im Westen, oder fährst Du nach Hause?
13. August 1961, 8:10 Uhr. Pünktlich verlässt der Interzonenzug D-151 die bayrische Hauptstadt in Richtung Ostberlin. Die meisten Passagiere sind auf dem Weg zurück in ihre Heimat, der DDR. Plötzlich macht im Zug das Gerücht die Runde, dass die Grenze dichtgemacht wird - für immer. Unter den Reisenden sind Familien mit Kindern, eine Musikband, ein Kommissar, eine Spitzensportlerin. Sie alle haben ihre Vergangenheit, ihre Geheimnisse und ihre Sehnsüchte im Gepäck. Und jede und jeder Einzelne hat nun dreieinhalb Stunden Zeit, Halt für Halt, die Entscheidung des Lebens zu treffen: «Fahre ich zurück oder steige ich vor der Grenze aus und beginne neu?» Die Zeit läuft.
«Dreieinhalb Stunden» ist ein soghaft spannender Roman, der angelehnt an den großen TV-Film packend und emotional deutsch-deutsche Zeitgeschichte erzählt - und uns zugleich eine existenzielle Frage stellt: «Was würde ich machen, wenn ich innerhalb weniger Stunden die Entscheidung meines Lebens treffen müsste?»


Meine Meinung:
Die Werbung und Kurzbeschreibung hat nicht zu viel versprochen. Das Buch beziehungsweise die Geschichte hat mich gepackt. Ich durfte so viele verschiedene Personen kennen lernen, die in diesem Zug saßen und in dem Entscheidungen für den weiteren Lebensverlauf getroffen werden mussten. 
Wie hätte ich gehandelt? Ja, klar, sagen wir heute, aussteigen bevor es zu spät ist. Aber das sagen wir, weil wir den Verlauf der deutschen Geschichte kennen. Wie würden wir aber entscheiden, wenn wir zu dem damaligen Zeitpunkt, ohne Glaskugel, im Zug gesessen hätten. 
Robert Krause hat einen wirklich packenden Roman geschrieben, in dem nichts ausgelassen wurde. Ob es nun die Einstellung zum ostdeutschen Staat und dem Glaube daran war oder Angst vor der Stasi. Was ist wichtiger, zum alten Vater zu fahren und den Zusammenhalt der eigenen kleinen Familie zu riskieren. Entscheidungen, die in letzter Sekunde getroffen werden müssen, was mag richtig sein.
Mich hat das Buch wirklich sehr aufgewühlt und mit den meisten Entscheidungen war ich, aus damaliger Sicht, einverstanden. 
Diese verflixte Mauer hat viel angerichtet, viele Menschenleben hat sie gekostet und was hat es im Grunde eingebracht? 1961 war ich noch klein, aber ich weiß noch ganz genau, wie ich mich fühlte, als ich zehn Jahre später Verwandte in der DDR besucht habe. Nun, ich will hier keine politische Diskussion lostreten.Aber mich würde schon interessieren, wie die eine oder andere gehandelt hätte.


Fazit:
Ein eindrucksvoller Roman, der über einen wichtigen Tag in der deutschen Geschichte berichtet. Aufwühlend und nachdenklich machend. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung.
Übrigens habe ich mir den Trailer zu dem Film, der bald in der ARD ausgestrahlt wird, angesehen. Sehr gut gemacht und ich denke, das ist mit Sicherheit ein Film, der ebenso gut wie das Buch sein kann. 


Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Rezension - Wenn die Hoffnung erwacht



Autorin: Lilli Beck

Titel: Wenn die Hoffnung erwacht

Genre: Historisch

Version: eBook und gebundene Ausgabe

erschienen: 14. Juni 2021

Seiten: 480

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber ‏ : ‎ Blanvalet Verlag



Über die Autorin:
Lilli Beck wurde in Weiden/Oberpfalz geboren. Nach der Schulzeit begann sie in einer Autowerkstatt eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau. 1968 zog sie nach München, wo sie von einer Modelagentin in der damaligen In-Disko Blow up entdeckt wurde. Erste Fotos in Paris. Anschließend arbeitete sie zehn Jahre lang für Zeitschriften wie Brigitte, Burda-Moden und TWEN. Sie war Pirelli-Kühlerfigur und Covergirl auf der LP Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz von Marius Müller-Westernhagen. Nach der Geburt ihrer Tochter wechselte sie hinter die Kamera als Visagistin. Zwischendurch absolvierte sie ein Schauspielstudium, war Cutter-Assistentin, bekam erste TV- und Filmrollen und begann zu schreiben. Lilli Beck lebt in München.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Er gibt ihr ein Versprechen. Er will sie immer lieben, immer für sie da sein. Doch dann kommt alles anders ... 
Deutschland 1947: Nora wird von ihrer Freundin zu einer deutsch-amerikanischen Silvesterfeier eingeladen und ist überwältigt, als sie dort den attraktiven US-Officer William kennenlernt. Lange versucht sie, die frisch entflammte Liebe vor ihrem Vater geheim zu halten, doch als sie ein Kind erwartet und William in die USA zurückbeordert wird, bleibt ihr nichts anderes übrig, als Farbe zu bekennen. Ihr Vater ist außer sich, hat aber bald eine Lösung parat, die Nora zu einer wohlhabenden Frau werden ließe und für die Familie finanzielle Vorteile hätte. Nora, die nicht daran denkt, in den Plan einzuwilligen, flieht mit ihrem Sohn nach München, wo ihr auf der Straße eine fiebrige, verwirrte wirkende junge Frau begegnet. Sie begleitet Celia nach Hause, zur Villa der wohlhabenden Wagners, und ahnt nicht, dass ihr Schicksal eine überraschende Wendung nehmen wird ...


Meine Meinung
Von Lilli Beck habe ich schon einige Bücher gelesen und ich freue mich immer wieder, wenn ich ein neues von ihr lesen kann. Denn es ist sicher, dass sie mich damit sehr gut unterhält, weil sie besondere Themen wählt.
Diesmal steht Nora im Vordergrund, die mit ihrer Freundin zu einer Silvesterfeier gehen will. Heimlich, denn sie ist erst zwanzig und ihr Vater würde ihr das niemals erlauben. Erst recht, wenn er wüsste, dass sie dort mit amerikanischen Soldaten feiern will. 
Nun kann sich jeder vorstellen, was passiert, sie verliebt sich in William, der sie heiraten will, aber kurzfristig abkommandiert wird. Natürlich wird sie schwanger, was ihren Vater sehr erzürnt und sie letztendlich aus dem Haus treibt. Nun will ich hier nicht die gesamte Geschichte nacherzählen, möchte aber erwähnen, dass ich Nora in mein Leserherz geschlossen habe. Ich habe mit ihr gefiebert, gehofft und gelitten, aber auch gefreut. Denn ganz zum Ende, nach vielen emotionalen Höhen und Tiefen, ging es gut für sie aus. 
Lilli Beck hat uns Lesern mit diesem Buch vor Augen geführt, wie die Menschen damals dachten und handelten. Nicht jeder hat sich gefreut, dass die Alliierten kamen und allem ein Ende setzten. Die jungen Frauen verliebten sich in die fremden Soldaten, was durchaus verständlich ist, aus heutiger Sicht. Damals mussten sie sehr darunter leiden. Das war übrigens auch in anderen Ländern so, ich habe gelesen, was in Frankreich mit den Frauen passiert ist. Aber das sei nur nebenbei erwähnt.
Nora hat sehr unter der Einstellung ihres Vaters leiden müssen und rutschte von einer Situation in die nächste. Über vieles musste ich dann auch nachdenken, wie hätte ich damals gehandelt? 
Die Autorin hat es ebenfalls bestens verstanden, uns Lesern vieles über die Zeit zu vermitteln. Über den Wiederaufbau, über Kälte und Hunger und vor allem Verluste, ob es nun liebe Familienangehörige waren oder Haus und Arbeit und trotzdem gab es immer wieder Hoffnungen.


Fazit:
Ein sehr gut geschriebenes Buch mit besonderen Eindrücken und Emotionen. Ich war gefesselt und wollte unbedingt wissen, wie sich alles entwickelt. Ein weiteres Mal hat mich die Autorin mit ihrem Buch begeistern können und gerne gebe ich eine Leseempfehlung.

Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken

Montag, 19. Juli 2021

Rezension - Der Bund der Familien - Die Falkenbach-Saga



Autorin: Elin Carsta

Titel:  Der Bund der Familien 

Genre: Historisch

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 22. Juni 2021

Seiten: 312

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber ‏ : ‎ Tinte & Feder 




Über die Autorin
Ellin Carsta ist das Pseudonym der deutschen Autorin Petra Mattfeldt, die zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in der Nähe von Bremen lebt. Mattfeldt hat sich unter dem Pseudonym Caren Benedikt bereits einen Namen im historischen Genre gemacht. Ihre Reihen um "Die heimliche Heilerin" und die Hansen-Saga avancierten sofort zu Bestsellern, ebenso wie die neue Reihe um Gut Falkenbach.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Bernried am Starnberger See, 1938: Unternehmer Wilhelm Lehmann geht es nicht so schlecht, wie er nach seinem Schlaganfall fast allen Familienmitgliedern glauben machen will. Als er auch noch seine gesamten Firmenanteile für fünf Reichsmark verkauft, steht die restliche Familie vor einem großen Rätsel. Wilhelmine von Falkenbach versucht, sich mit ihrer Reitleidenschaft abzulenken, doch die aufkeimende Liebe zu einem kommunistischen Widerstandskämpfer lässt sie nicht los. Sie kann einfach nicht verstehen, warum er sich ohne ein Wort des Abschieds aus ihrem Leben gestohlen hat. Als ihr Bruder Gustav von Falkenbach zu der hochschwangeren Elisabeth Lehmann gerufen wird, ahnt er noch nicht, dass die Geburt bald das Interesse des Gauleiters auf sich ziehen wird, der davon besessen ist, die Familien zu ruinieren.


Meine Meinung:
Es wird nicht weniger spannend. Nachdem die Autorin mich an die beiden ersten Bücher der Falkenbach-Saga gefesselt hatte, konnte ich auch das dritte kaum zur Seite legen.  Es passiert aber auch so viel! In der heutigen Zeit gäbe es mit vielem keine großartigen Probleme, aber leider war die Einstellung damals anders und besonders diejenigen an der Macht hatten Meinungen, die für manche lebensgefährlich werden konnten. Natürlich will ich hier nicht weiter auf den Inhalt eingehen, auch nicht auf die beiden ersten Bücher, falls jemand diese noch nicht kennt. Aber das Unrecht der Väter und die Stärke der Töchter spielt auch in dieser Folge eine wichtige Rolle. Manche Handlung hat noch Jahre danach Auswirkungen, die gefährlich sein können. Die Familien haben es aber nicht nur mit vergangenen Taten zu tun, auch im Jahr 1938 passiert so viel, wo ich denke, gut dass ich das nicht erleben musste. Natürlich konnte ich auch dieses Buch kaum zur Seite legen, weil ich wissen wollte, wie sich alles entwickelt


Fazit:
Eine gelungene Fortsetzung in der Falkenbach-Saga. Bei vielen Büchern ist es ja so, dass sie unabhängig voneinander gelesen werden könne. Allerdings ist das bei einer Saga selten der Fall. Wobei ich aber auch alle drei Bücher gerne weiter empfehle.


Bei der Autorin, beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

#DerBundderFamilien #NetGalleyDE #NetGalleyDEChallenge