Montag, 25. Mai 2020

Autoreninterview - Christoph Driessen



Sehr geehrter Herr Dr. Driessen,
Sie gehören zu den wenigen Autoren, die ich interviewe und noch nicht auf einer Buchmesse getroffen habe. Deshalb freue ich mich sehr, dass Sie sich meinen Fragen stellen möchten. Dass wir uns noch nicht kennen, könnte auch daran liegen, dass Sie bisher meist Sachbücher veröffentlicht haben, die zwar sehr interessant scheinen, aber auf die ich noch nicht aufmerksam wurde.

In Ihrer Vita habe ich gelesen, dass Sie Journalistik und Geschichte studiert haben und auch keinen langweiligen beruflichen Werdegang hatten. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Bücher zu schreiben?

Ich bin hauptberuflich im aktuellen Journalismus tätig, das ist ein sehr flüchtiges Geschäft. Irgendwann wollte ich mal etwas machen, was ein wenig bleibender ist. Und das ist dann mit viel Glück auch gelungen, denn meine "Geschichte der Niederlande" wird jetzt schon seit elf Jahren immer wieder neu aufgelegt


Wann haben Sie mit dem Schreiben begonnen?

Journalistische Artikel schreibe ich schon seit meinem 19. Lebensjahr. Das erste Sachbuch habe ich mit 42 veröffentlicht. Aber den ersten Roman erst jetzt im reifen Alter von 53 Jahren.


Wie lange schreiben Sie an einem Buch?

So ungefähr zwei Jahre.


Da Sie ja noch Ihrem Hauptberuf nachgehen, würde es mich interessieren, wann Sie sich die Zeit zum Schreiben nehmen.

Abends oder im Urlaub. Das kommt deshalb auch nicht immer so gut an bei der Familie.


Wenn ich mir die Übersicht Ihrer bereits erschienenen Bücher ansehe, entdecke ich einen Trend. Entweder sind es Bücher über Köln oder sie haben mit den Niederlanden zu tun, ist das richtig?

Ja, genau richtig. Mein eigentliches Spezialgebiet ist die Geschichte der heutigen Beneluxländer. Das mit Köln hat sich eher zufällig ergeben, weil ich jetzt schon so lange hier wohne.


Wie kommen Sie auf die Ideen zu Ihren Büchern?

Ein Teil stammt gar nicht von mir, sondern von den Verlagen. Aber zum Beispiel bei dem Buch, das ich über Rembrandt geschrieben habe, da hatte ich mir gedacht, es wäre sehr interessant, einmal nicht auf ihn zu schauen, sondern auf die drei Frauen, mit denen er zusammengelebt hat.


Mich interessiert ja immer, wer das Buch eines Autors als erstes lesen darf. Meist sind es ja Romane, aber wie sieht es bei einem Sachbuch aus?

Das ist immer meine Frau.


Ich erwähnte oben ja bereits, dass wir uns bisher noch auf keiner Buchmesse getroffen haben, beabsichtigen Sie mal zu einer der beiden Messen zu fahren?

Ich war schon mehrfach auf der Buchmesse in Frankfurt, habe dort zum Beispiel mal aus meinen literarischen Köln-Führer gelesen.


Wie sieht Ihre Präsenz im Bereich der Sozialen Medien aus?

Ich bin da oft unterwegs, aber nicht unbedingt selbst aktiv.


Ich werde gleich noch genau auf Ihr neuestes Buch eingehen, jetzt interessiert mich erst einmal eine Frage. Ich habe gesehen, dass Sie zur Vorstellung des Buches online-Lesungen gemacht haben. Können Sie sich vorstellen, dass Sie irgendwann mal In Buchhandlungen oder an anderen Orten auf Ihrem Buch lesen werden?

Auf jeden Fall, ich habe schon oft Lesungen gemacht, nicht nur in Deutschland, sondern zum Beispiel auch in den Niederlanden und in Belgien.


Möchten Sie engeren Kontakt zu Ihren Lesern und vielleicht auch zu Bloggern aufbauen?

Klar, aber es schreiben mir zum Glück auch jetzt schon viele Leser, oft mit Fragen und Anregungen, hin und wieder auch mit Kritik – vor allem zu meinem Niederlande-Buch.


Gibt es Planungen für weitere historische Romane?

Es könnte natürlich mit der Muskatprinzessin noch weitergehen, das habe ich mir schon beim Schreiben überlegt.


Haben Sie als Kind gerne gelesen und wenn ja, an welches Buch erinnern Sie sich noch gut?

Sehr gern. Ich bin in den 70er Jahren aufgewachsen, da gab es ja noch lange kein Internet und im Fernsehen vielleicht an zwei oder drei Tagen mal eine Kindersendung. Von daher hat da, glaub ich, jeder viel gelesen. Eines meiner Lieblingsbücher war „Lord Schmetterhemd“ von Max Kruse, mit dem ich auch jahrelang korrespondiert habe.


Haben Sie jetzt Zeit und Lust zum Lesen und welches ist ihr bevorzugtes Genre?

Zeit habe ich leider nicht so viel. Am liebsten lese ich historische Sachbücher. Neulich habe ich Christopher Clark interviewt, den Autor von „Die Schlafwandler“. Das ist zum Beispiel ein Idol von mir.


Wenn Sie eine Zeitreise machen könnten, welchen Autor würden Sie besuchen und warum?

Thomas Mann – obwohl ich es mir sehr schwer vorstelle, mit ihm ins Gespräch zu kommen.


Wie immer stelle ich reichlich Fragen und denke, dass ich doch das eine oder andere vergessen habe. Deshalb gebe ich Ihnen hier die Möglichkeit, was wollten Sie uns Lesern gerne noch mitteilen?

Ich freue mich ungemein über jede Leserin und jeden Leser und bedanke mich sehr für das Interesse.


Zum Abschluss meines üblichen Interviews frage ich meine Interviewpartner gerne, was ihnen zu Namen oder Begriffen einfällt. Die Frage möchte ich hier ebenfalls stellen und dann gleich ausführlich auf Ihren historischen Roman eingehen

Amsterdam - Eine von mir sehr geliebte Stadt. Ich wollte eigentlich immer nach Amsterdam ziehen, aber das hat bisher nie geklappt.

Tulpenmanie - Das war eine große Spekulationswelle mit Tulpenzwiebeln in den 1630er Jahren in Holland. Viele Schriftstellerinnen haben sich dadurch inspirieren lassen, der bekannteste Roman ist sicher „Tulpenfieber“, verfilmt mit Christoph Waltz.

Erich Kästner - Ein wunderbarer Autor, dessen Bücher ich als Kind gelesen habe. Und später habe ich sie dann  meinen Kindern vorgelesen.


An dieser Stelle endet üblicherweise mein Interview, aber ich möchte auf ein Buch doch noch genauer eingehen. Zunächst stelle ich hier das Buch kurz vor


Kurzbeschreibung, übernommen:
Amsterdam, frühes 17. Jahrhundert: Eva sieht sich gezwungen, ihre geliebte Heimat Holland zu verlassen, denn die Geschäfte ihres Vaters, des Bierbrauers Claes Corneliszoon Ment, laufen schlecht. Bedrängt von seinen Gläubigern, kommt es ihm gerade recht, dass der wohlhabende Generalgouverneur der Vereinigten Ostindischen Compagnie, Jan Pieterszoon Coen, ein Auge auf seine Tochter geworfen hat. Gegen ihren Willen muss die blutjunge Frau die Ehe mit dem über zwanzig Jahre älteren Pfeffersack eingehen und lernt schon in der ersten gemeinsamen Nacht seine dunkelste Seite kennen.
Kurz nach der Vermählung tritt Coen seinen Generalgouverneursposten in Ostindien an und Eva muss bis auf ihren lebenslustigen Bruder Gerrit und ihren Kater Jasper alles zurücklassen. Acht Monate dauert die Fahrt nach Batavia in drückender Hitze, um sodann wie ein Herrscherpaar in ihrer neuen Heimat empfangen zu werden. Die Welt, in die Eva nun eintaucht, könnte exotischer nicht sein. Sie hat plötzlich den Status einer Prinzessin mit einer riesigen Schar asiatischer Diener und einem Elefanten als Reittier. Eva kann sich dem Zauber und der Schönheit des fremden Landes nicht entziehen. Sie lernt Jacques Specx und seine geheimnisvolle Tochter Sara kennen, den dicken Crijn van Raemburch, Mitglied des Indienrates und vor allem den jungen Aufsteiger Antonio van Diemen, der ihre Aufmerksamkeit erregt. Rasch gewinnt die rothaarige Eva an Einfluss, kümmert sie sich doch um benachteiligte Frauen und Kinder und wird hierfür von den Einheimischen verehrt, während ihr Mann mit äußerster Strenge über das Land und seine eigene Frau herrscht.


Im Verlag Maximum ist Ihr Buch „Die Muskatprinzessin“ erschienen. Bisher waren es ja meist Sachbücher, wie sind Sie auf die Idee gekommen, nun einen Roman zu schreiben?

Das war gar nicht meine Idee, sondern die Idee der sehr erfolgreichen Literaturagentin Lianne Kolf. Ich habe erst gesagt: „Nie und nimmer, das kann ich gar nicht!“ Aber Frau Kolf hat eine große Überzeugungskraft. 


Weshalb wurde es ein Buch über die Muskatprinzessin?

Die Hauptperson Eva Ment hat ja wirklich gelebt. Und die faszinierte mich schon seit langem. Deshalb habe ich sofort an sie gedacht.


Die Recherche für die beiden Hauptfiguren war vermutlich zeitintensiv. Wie formten sich diese Charaktere für die Handlung?

Da muss man unterscheiden: Die männliche Hauptperson Jan Pieterszoon Coen ist ja eine sehr bedeutende historische Persönlichkeit. Über Coen hatte ich schon viel gelesen und auch einiges geschrieben. Der stand mir also schon lebendig vor Augen. Über seine junge Frau Eva Ment ist dagegen nur wenig bekannt. Ihr Charakter hat sich quasi beim Schreiben geformt – sie entwickelte  ein Eigenleben.


Welche Eigenschaft hat Sie an Eva am meisten fasziniert? Und am Generalgouverneur?#

An Eva war es der Umstand, dass diese ganz junge Frau von 18, 19 Jahren sich auf eine so große Reise in das heutige Indonesien begeben hat. Das war ja in einer Zeit, in der die allermeisten Menschen ihren Geburtsort ihr ganzes Leben nie verlassen haben. Und sie beginnt nun ein neues Leben in dieser unglaublich weit entfernten und unvorstellbar fremden und gefährlichen Welt. Das hat mich von Anfang an gepackt. Ich habe mich gefragt: Was hat sie dabei empfunden? Welche Erwartungen hatte sie? Wie groß war ihr Heimweh? All diese Dinge...

Und Coen – das ist natürlich auch eine fesselnde Gestalt. Ohne ihn gäbe es das heutige Indonesien vielleicht gar nicht, und das ist immerhin das viertgrößte Land der Welt, gemessen an der Bevölkerungszahl. Er war ein Globalisierungspionier, ungeheuer erfolgreich. Aber er hatte eben auch Abgründe. Er ging über Leichen. Er war ein gefährlicher Mann, vor dem man sich in Acht nehmen musste. Im Roman habe ich versucht, diese beiden Seiten herauszuarbeiten.


Jan Pieterszoon Coen wird inzwischen kontrovers diskutiert. Was ist Ihre Einschätzung zu seinem Charakter? Wieso hat er so gehandelt, wie es dokumentiert ist?

Er hat das alles für völlig richtig gehalten, war sich keiner Schuld bewusst. Was ihm heute ja vor allem zur Last gelegt wird, ist die Ermordung und Verschleppung der Bevölkerung einer Inselgruppe, des Banda-Archipels. Da war seine Rechtfertigung, dass die Bandanesen einen Handelsvertrag gebrochen hätten, den die Vereinigte Ostindische Compagnie mit ihnen abgeschlossen hatte. Dass asiatische Völker mit solchen Verträgen gar nicht vertraut waren und ihnen keine große Bedeutung beimaßen, ignorierte er. Man darf eine historische Persönlichkeit natürlich immer nur nach den Maßstäben ihrer eigenen Zeit beurteilen, aber auch danach handelte Coen grausam und skrupellos. Er wurde auch von Zeitgenossen schon scharf kritisiert.  


Die Religionen sind ebenfalls ein großes Thema. Stand jemand für Sara Specx Pate?

Ja, sie war die Tochter eines niederländischen Kaufmanns und seiner japanischen Geliebten. Das habe ich im Roman allerdings geändert, weil ich die Geschichte jetzt nicht auch noch mit Japan überfrachten wollte. Im Buch stammt ihre Mutter von der Insel Bali, und sie ist dementsprechend Hindu.  Religionen sind in der Tat ein sehr wichtiges Thema des Buchs. In vielen historischen Romanen wird die Religion ja weitgehend ausgeblendet, aber für die damaligen Menschen war das das Allerwichtigste überhaupt.
Sara ist im Buch gleichsam der Gegenpol zu Coen. Sie ruht in sich selbst, sie ist sanft und offen für andere. Aber beide haben auch Gemeinsamkeiten: Sie sind charismatisch und willensstark.


Im Roman werden bildhaft die Sitten und Gebräuche der jeweiligen Orte geschildert. Wie versetzt man sich beim Schreiben in eben diese Zeit?

Also, in das Holland des 17. Jahrhunderts muss ich mich gar nicht groß hineinversetzen, darüber habe ich in den letzten 35 Jahren so viel gelesen und recherchiert, da bewege ich mich fast, als wenn ich schon mal da gewesen wäre. Deshalb könnte ich auch nicht einfach einen historischen Roman aus einer ganz anderen Zeit schreiben. Was die exotischen Orte betrifft, da knüpfe ich teilweise an eigene Erfahrungen an. Wer schon mal im tropischen Regenwald war, der weiß eben, dass es da nachts völlig anders zugeht als tagsüber – nachts erwacht der Wald zum Leben. Oder wenn ich beschreibe, wie Eva einem Wal begegnet, da habe ich daran gedacht, wie ich selbst mal einen mehr als 20 Meter großen Finnwal gesehen habe.


Können Sie sich vorstellen, dass es den Leserinnen ähnlich geht, dass auch bei ihnen Erinnerungen geweckt werden?

Absolut! Gerade jetzt, wo wir durch Corona alle mehr oder weniger ans Haus gefesselt sind, ist es doch schön, Erinnerungen wach zu rufen und sich auf die Zeit zu freuen, in der wir hoffentlich wieder in der Lage sein werden, zu verreisen.


Was war für Sie der größte Unterschied zwischen dem Schreiben von Sachbüchern und einem Roman wie der Muskatprinzessin?

Ein Roman geht viel tiefer, da steckt viel mehr von einem selbst drin. Deswegen trifft einen eine Kritik auch ungleich härter als bei einem Sachbuch. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, die auch schon andere Schriftsteller geschildert haben: Die Personen beginnen mit der Zeit zu leben. Man denkt an sie wie an tatsächlich existierende Menschen. Das hätte ich so nicht für möglich gehalten. 



Sehr geehrter Herr Dr. Driessen,
ich möchte mich nun an dieser Stelle dafür bedanken, dass Sie sich die Zeit genommen haben, meine Fragen zu beantworten.


Mehr Informationen über den Autor und seine Bücher gibt es hier:

Maximum Verlag

Wikipedia

Autorenseite bei Amazon

Sonntag, 24. Mai 2020

Blogtour - Buchreise durch Italien


Anja Saskia Beyer ermöglicht uns Lesern mit ihren Büchern, dass wir durch Italien reisen können.  Sie nimmt uns mit in schöne Gegenden, sorgt dafür, dass zumindest mir, das Wasser im Munde zusammenläuft 😉 und erzählt uns spannende Geschichten aus der Vergangenheit und Gegenwart. Ich freue mich, dass ich an dieser Blogtour teilnehmen darf. Hier kommt nun mein erster Beitrag:





Mit Begeisterung habe ich das Buch „Die Sterne über Venedig“ gelesen. Die Frauen, egal wie alt sie sind, haben mich beeindruckt. Zu gerne hätte ich mich mal mit ihnen unterhalten. Wie würde das wohl abgelaufen?

Vielleicht so:

Ich stehe in Venedig vor einem der höheren Häuser und betätige den Türklopfer. Nachdem mir geöffnet wird, gehe ich die enge Treppe hinauf. Denn in den venezianischen Häusern befindet sich im Erdgeschoss nur der große Eingangsbereich, so kann das Hochwasser den Räumen nicht so viel anhaben. 

Ich darf in einem edlen Wohnraum Platz nehmen und betrachte nun die Anwesenden.
Um mich herum sitzen Lotta, Caterina, Nicola, Gina und Miranda. Ich kenne sie natürlich alle aus dem Buch und somit ihre Geschichten. Jetzt habe ich die Gelegenheit und kann meine Fragen los werden. Obwohl ich alle fünf sehr interessant finde, möchte ich Miranda doch die meisten Fragen stellen.

Es fällt mir allerdings schwer, denn Lotta ist gerade mal 12 Jahre alt und mich würde schon interessieren, wie sie sich denn künftig gegen die frechen Jungs wehren will.

Nicola, ihre Mutter hat es nicht leicht, nachdem sich ihr Mann von ihr getrennt hat und außerdem kann sie nicht verstehen, weshalb sich ihre Schwester Caterina so komisch verhält. Mich würde schon interessieren, ob sich das gute alte Schwesternverhältnis wieder einstellt.

Gina, die Mutter von Nicola und Caterina ist in der ganzen Geschichte ziemlich zurückhaltend, aber sie bemüht sich den Töchtern und der Enkelin eine Hilfe und Stütze zu sein. Mit ihr würde ich gerne in der Küche backen, wobei ich mehr Wert darauf lege, die leckeren Sachen zu probieren.

Miranda ist über 90 und hat viel Aufregendes erlebt. Ich traue mich fast gar nicht, meine Fragen zu stellen. Aber die Neugierde ist größer.


Miranda Du kennst Deine Freundin Elina schon ewig, wie fühltest Du Dich, als sie eines Tages nicht mehr zur Schule gehen durfte.

Ich war wütend und fand es so ungerecht. Sie hatte niemandem etwas getan. Nur weil sie in den Augen von manchen die falsche Religion hatte. Elina war Jüdin, aber ihre Familie lebte den Glauben noch nicht einmal. Am liebsten wäre ich auch nicht mehr zur Schule gegangen, aber dann hätte ich ihr nicht einmal mehr die Schulsachen bringen können. Ihr Vater hat sie dann ja zum Glück unterrichtet.


Du warst gerade 18 als Du durch den Kontakt zur Schneiderin Giulia im Untergrund mithelfen konntest. Hättest Du Dir da vorstellen können, was Du alles erleben wirst?

Nein, aber ich wusste, ich muss etwas tun, kann nicht nur zusehen, wie so viele. Als Giulia mir von ihrem Bruder erzählt hat, den die Deutschen ins Gefängnis gesteckt hatten, blieb mir keine Wahl mehr. Sollte ich zusehen, wie unsere Männer alle ins Gefängnis kommen und womöglich sterben? 


Es fing ja ganz harmlos an, zunächst habt ihr den Gefangenen Männerkleidung zu kommen lassen. Wie fühltest Du Dich da?

Ich fühlte mich wie eine ausgestopfte Gans. Wir haben so viele Männerklamotten übereinander gezogen, dass wir richtig dick aussahen. Unter unseren langen Röcken konnte man es gut verstecken. Aber ich hatte eine riesige Angst, dass die Deutschen es merken und wir selbst ins Gefängnis kommen. Wir konnten sie gut ablenken mit unserem guten italienischen Essen.


Ich finde es ungemein mutig, was Du danach alles gemacht hast. Hattest Du nicht jedes Mal vor Aufregung Herzklopfen? Ich denke da an verschiedene Situationen in den Bergen.

Oh ja, sehr oft hatte ich Herzklopfen. Im Nachhinein bin ich selbst überrascht, was wir Frauen alles auf uns genommen haben. Unser Glück war, dass Frauen damals nicht ernst genommen wurden, also quasi unsichtbar waren. Die Deutschen haben einfach nicht gedacht, dass die italienischen Frauen so mutig sein könnten. Und ich habe es für Renzo gemacht, für meine große Liebe.


Jetzt im Alter erzählst Du Deiner Familie alles. Hast Du nie daran gedacht, das mal alles aufzuschreiben? Es wäre doch schade gewesen, wenn Deine Mädels das nicht erfahren hätten.

Alle Frauen aus dem Widerstand, die ich kenne, haben nie darüber gesprochen, was sie damals im Krieg alles mutiges getan haben. Wir haben es für unsere Männer getan. Für unsere Kinder. Wir wurden nie geehrt dafür. Erst in den letzten Jahren, seit ich Angst habe, dass sich die Geschichte wiederholen könnte, habe ich mal daran gedacht, es aufzuschreiben. Aber das hat ja zum Glück diese Autorin jetzt gemacht. Und ich habe meine Geschichte meiner Familie erzählt. Ich hoffe so sehr, dass viele daraus lernen werden, dass es sich nicht wiederholen darf, aber auch dass Frauen so viel stärker sind als sie oft selbst denken.


Wenn Du  nun über alles nachdenkst, würdest Du noch einmal so handeln, könnte  die Zeit zurück gedreht werden?

Ich denke ja. Ich hoffe es. Ich könnte mich nicht im Spiegel ansehen, wenn ich damals gegen die Nazis nichts gemacht hätte. Und wir haben ja unbewaffnet gekämpft, mit den Waffen der Frauen.


Bereust Du irgendetwas?

Ich bereue nichts. Und das am Ende eines Lebens sagen zu können, ist doch wundervoll. Wäre ich nicht so mutig gewesen, hätte ich alles mit mir und mit meinen Lieben machen lassen, würde ich mich schuldig fühlen und bereuen.


Tja, Miranda, ich hätte zwar noch einige Fragen, aber wenn ich die stelle, dann wissen die anderen Leser sofort, wie sich alles entwickelt hat. So bleibt mir nur zu sagen, dass ich von Dir beeindruckt bin und nicht glaube, dass ich den Mut aufgebracht hätte.

Danke. Aber ich bin mir sicher, dass Du auch mitgeholfen hättest, für das Gute zu kämpfen lohnt sich immer. Denn wenn die Guten nicht kämpfen, siegt das Böse. Und wir Frauen haben ja auch mit sehr kleinen Mitteln gekämpft. Es hätte sicher etwas für dich gegeben, das du gewagt hättest. Erst wenn es um Leben und Tod geht, weiß man, zu was man fähig ist.


Zum Schluss noch eine Sache, was gibst Du Deinen Mädels noch mit auf dem Weg?

Lasst euch nichts gefallen, ihr seid klug und stark. Redet miteinander, wenn es Unstimmigkeiten gibt. Denn jemanden aus der Familie zu verlieren ist das schlimmste was es gibt auf der Welt.


Tja, so ähnlich könnte sich alles abspielen und natürlich habe ich Espresso bekommen und durfte von den leckeren Buranellis probieren.

Das freut mich, ich hoffe sie haben dir auch das Rezept mitgegeben. Sonst findest du es im Buch, zusammen mit köstlichen anderen venezianischen Gerichten.
Ich danke dir für die klugen Fragen und hoffe, du hattest eine schöne Reise nach Venedig, die dich zum Nachdenken über dein eigenes Leben gebracht hat. Haltet die Augen offen, damit etwas in der Art nie wieder geschieht. Wehrt euch, ihr könnt es.
Alles Liebe, Miranda



Seid Ihr nun neugierig auf das Buch und möchtet mehr erfahren? Auf der Seite von Missis Leseecke
gab es gestern 23.5. die Buchvorstellung 

Samstag, 23. Mai 2020

Rezension - Grace und die Anmut der Liebe



Autorin: Sophie Benedict

Titel: Grace und die Anmut der Liebe

Genre: Historisch

Version: eBook, Taschenbuch, Hörbuch

erschienen: 8. Mai 2020

Seiten: 400

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Aufbau Taschenbuch



Über die Autorin:
Sophie Benedict ist das Pseudonym der Bestsellerautorin Steffi von Wolff. Die 1966 bei Frankfurt geborene Journalistin war jahrelang als Moderatorin und Redakteurin beim Radio tätig.


Kurzbeschreibung, übernommen:
„Wenn man eines Tages mein Leben erzählt, würde man erkennen, wer ich wirklich bin.“ Grace Kelly.

1947: Gegen den Willen ihrer Eltern zieht die erst siebzehnjährige Grace nach New York, um zur Schauspielschule zu gehen. Sie taucht ein in das schillernde Leben Manhattans und muss hart darum kämpfen, eine gute Schauspielerin zu werden. Gegen den Widerstand der mächtigen Männer der Filmbranche und trotz der gesellschaftlichen Erwartung an die junge Frau, sich zu fügen, gelingt es Grace, sich treu zu bleiben und dennoch eine Legende der Leinwand zu werden. In der Liebe indes scheitert sie immer wieder – bis sie Rainier begegnet, dem Fürsten von Monaco …


Meine Meinung:
Ich bin begeistert von dieser Serie des Aufbau-Verlages: Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe. Deshalb freute ich mich auch darauf, etwas über Grace Kelly zu lesen. Schließlich war sie eine berühmte Schauspielerin bevor sie zur Fürstin von Monaco wurde.
Wenn man bedenkt, wann sie nach New York ging und was sie alles erlebt hat, ist es schon sehr mutig von ihr, diesen Weg einzuschlagen. Leicht hatte sie es weder im Elternhaus noch auf der Academy. Zum Glück gab es genügend Leute, die ihr Talent gesehen und sie unterstützt haben.
Die Autorin hat in diesem Buch den Weg geschildert, den Grace gegangen ist. Wobei ich nicht den besten Eindruck von ihr gewonnen habe. So richtig passend finde ich den Buchtitel dann auch nicht.
Ich fand es durchaus interessant zu lesen, mit wem Grace Kelly zusammen gearbeitet hat. Aber irgendwie war ich doch etwas enttäuscht von dem Buch. Klar kann nicht ihr ganzes Leben erzählt werden, obwohl es durchaus interessant gewesen wäre, sie dabei zu beobachten, wie sie anfangs als Fürstin zurecht kam.


Fazit:
Interessant fand ich die Erlebnisse und Erfahrungen, die Grace Kelly gemacht hat. Aber eigentlich hatte ich etwas mehr erwartet. Durch ihre Affären und seltsamen Reaktionen ist sie mir nicht gerade ans Herz gewachsen. Aber wahrscheinlich waren meine Erwartungen einfach zu hoch und/oder die Autorin durfte nicht zu sehr in die Tiefe gehen. Auf jeden Fall gibt es viel über die Schauspielerin zu erfahren.

Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.


#GraceunddieAnmutderLiebe #NetGalleyDE #NetGalleyDEChallenge

Rezension - Kriminelles Kopenhagen



Autorin: Hanne Holms

Titel: Kriminelles Kopenhagen

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 4. Mai 2020

Seiten: 272

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Piper Taschenbuch



Über die Autorin:
Hanne Holms, geboren in Stuttgart, betreibt das Journalismusgewerbe seit Jahren mit Herzblut. Heute besucht sie als Reisejournalistin die schönsten Orte der Welt. Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen, ist seither ihre Devise. Doch Hanne Holms hat auch eine dunkle Seite: Sie schreibt leidenschaftlich gern Kriminalromane, und so sind Mord und Totschlag ihre liebsten Reisebegleiter.


Kurzbeschreibung, übernommen:
In ihrem vierten Fall ermittelt Lisa Langer in Dänemark. Und dort ist es alles andere als hyggelig!
In Kopenhagens Unterwelt ist die Hölle los. Mehrere Gangs fechten einen ausgewachsenen Ganovenkrieg miteinander aus, und die Polizei hat keine Ahnung, worum es überhaupt geht. Reisejournalistin Lisa Langer soll im Süden der Insel Lolland in einem Erbschaftsstreit vermitteln. Weit genug entfernt von allem, was sich im kriminellen Kopenhagen abspielt. Glaubt sie. Doch die Erbschaftssache ist eine schmutzige Angelegenheit, und Lisa kommt einem Mordkomplott auf die Schliche, dessen Auswirkungen bis in die dänische Hauptstadt reichen ...


Meine Meinung:
In meinen Rezensionen erwähnte ich es schon öfter, dass mich Cover "ansprechen" und besonders neugierig auf ein Buch machen. Bei diesem Buch war es dann mal wieder soweit. Kopenhagen - Lolland - Dänemark - Krimi, alles Stichworte, wo ich sofort reagiere und natürlich Nyhavn! Gerne gehe ich immer wieder dahin und begeistere mich an diesem Anblick.
Das war nun der Grund, dass ich Lisa Langer im vierten Fall, an dem sie mitarbeitet, erneut treffen sollte. Dies sollte allerdings kein Problem für mich werden. Das Buch ist abgeschlossen, ich fand mich bestens zurecht und Informationen aus den beiden mir fehlenden Büchern waren nicht erforderlich.
Lisa Langer und Fred Hamann machten sich auf den Weg nach Lolland. In Nysted sollten sie ihren Auftraggeber treffen und alle erforderlichen Unterlagen für ihren Auftrag erhalten. Allerdings entwickelte sich alles etwas anders und es gab für die Protagonistin manch brenzlige Situation. Für mich war es spannend und vor allem wurde ich immer neugieriger. Es traten immer mehr Beteiligte auf und es wurde für mich etwas unübersichtlich, wer hat denn nun wem welchen Auftrag erteilt? Natürlich gab es am Ende eine Auflösung mit Überraschung für mich.
Dieses Buch wird unter anderem mit der Aussage beworben, dass es ein neuer unterhaltsamer Urlaubskrimi von Hanne Holms ist  und das nicht nur für Dänemarkfans. Da kann ich zustimmen, denn es wird viel interessantes über die Gegend und vor allem über das Essen erwähnt. Begeistert hat mich, dass es am Ende des Buches Rezepte bzw Beschreibungen gibt, was in Dänemark gegessen wird. Außerdem hat es mich persönlich gefreut, dass ich auf diesem Weg mal wieder nach Dänemark reisen konnte. Die Orte sind mir alles bekannt und das Wiedersehen hat mir gefallen.


Fazit:
Unterhaltsam und spannend fand ich diesen Krimi. Die Reise nach Dänemark hat mir gefallen und wird andere Krimileser ebenfalls begeistern. Vielleicht möchte ja doch der eine oder die andere in das Land reisen, wo es tatsächlich nicht immer kriminell sondern mehr "hyggelig" zugeht. Auf jeden Fall möchte ich eine Leseempfehlung zu diesem Buch geben.

Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

#KriminellesKopenhagen #NetGalleyDe #NetGalleyDEChallenge

Rezension - Cremig zart verführt - Verliebt in Wales



Autorin: Ellen McCoy

Titel: Cremig zart verführt - Verliebt in Wales

Genre: Roman

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 14. April 2020

Seiten: 288

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Montlake



Über die Autorin:
Ellen McCoy wohnt mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Töchtern in der Nähe von Köln. Sie ist eine absolute Leseratte und liebt es, in schönen Geschichten zu versinken. Wenn Sie sich nicht gerade mit ihrer Familie beschäftigt, sitzt sie am liebsten schreibend am Laptop. Ihre „Alaska wider Willen“-Reihe schaffte es auf Anhieb in die Top Charts der Online-Shops und auf die Bildbestsellerliste. Als Elvira Zeißler schreibt die Autorin auch romantische Fantasy.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Das Café Ambrosial ist über die Grenzen von Wales hinaus für sein wunderbares Eis bekannt. Die junge Carys bereitet es jeden Tag frisch zu, mit besten Zutaten und genau der richtigen Dosis Raffinesse.
Als das Café von dem ehrgeizigen Geschäftsmann Logan Walsh übernommen wird, droht sich das zu ändern. Denn Logan will vor allem eins: mehr Gewinn. Also beschließt Carys ihm zu beweisen, dass das Ambrosial genau so richtig ist, wie es ist.
Der attraktive Engländer lässt sich auf ihr Angebot ein. Doch obwohl die süße Carys sein Herz mit ihren Eiskreationen und ihrer Lebensfreude nach und nach zum Schmelzen bringt, verfolgt er seine eigenen Ziele ...


Meine Meinung:
Von der Autorin habe ich schon einige Bücher gelesen, sie schreibt ja unter verschiedenen Namen in unterschiedlichen Genre und immer war ich begeistert.
Diesmal lies ich mich von ihr nach Wales entführen, was in Zeiten, wo wir ja nicht so frei reisen können, wie wir es gewohnt sind, schon toll ist. Was aber ganz schlimm war, Carys arbeitet in einer Eisdiele und kreiert die tollsten Eissorten. Warum ich das nun schlimm finde? Sag ich gerne, mir lief das Wasser im Mund zusammen und ich hatte zu Hause kein Eis zur Hand. Kleiner Scherz am Rande 😉 . Natürlich wurde Carys sehr schnell eine Lieblingsprotagonistin, bei Logan war ich mir nicht so sicher. Oft genug habe ich böse geguckt, wenn ich lesen musste, was er so dachte, geplant hatte und dann auch gemacht hat. Ich dachte: Junge, wie willst Du hier die Kurve kriegen und gut aus der Sache wieder rauskommen.  Ihr merkt, ich war mal wieder mittendrin im Geschehen und an das Buch gefesselt. Ellen McCoy hat sich dann auch einiges einfallen lassen und mich mit dem Ende nicht nur überrascht, sondern auch zufrieden gestellt.
Zum Inhalt möchte ich nicht mehr verraten, zumal die Kurzbeschreibung schon einiges aussagt, man vieles ahnen kann und vor allem neugierig macht.


Fazit:
Für mich war es ein schönes sommerliches Wohlfühlbuch und allen, die nun neugierig sind und es lesen möchten, kann ich ja raten, sorgt für einen kleinen Eisvorrat zu Hause. Also Leseempfehlung und Eisvorrat.

Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Rezension - Der Dünensommer



Autorin: Sylvia Lott

Titel: Der Dünensommer

Genre: Roman

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 11. Mai 2020

Seiten: 448

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag



Über die Autorin:
Die Autorin Sylvia Lott ist gebürtige Ostfriesin und wuchs im Ammerland auf. Sie begann als Lokalredakteurin im Oldenburger Land, studierte dann Publizistik, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte in Münster, schrieb ihre Doktorarbeit über Frauenzeitschriften im Dritten Reich und in der Nachkriegszeit, war Trainee der Verlagsleitung "Brigitte" bei Gruner+Jahr, Ressortleiterin und Textchefin von Frauenzeitschriften, arbeitete viele Jahre als freie Journalistin für verschiedene Frauen-, Lifestyle- und Reisemagazine und konzentriert sich heute ganz auf ihre Romane. Die Inselfrauen und Die Fliederinsel standen jeweils mehrere Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Auch Die Inselgärtnerin stieg eine Woche nach Erscheinen in die SPIEGEL-Bestsellerliste ein. Sylvia Lott lebt in Hamburg-Winterhude. Sie ist Mitglied des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS), des Hamburger Presseclubs und der Vereinigung Deutschsprachiger Liebesroman-Autoren e. V. (Delia).


Kurzbeschreibung, übernommen:
Eine Liebe, so schwerelos und vergänglich wie ein heißer Sommertag ...
Norderney 1959. Ulla führt ein scheinbar sorgloses Leben. Sie ist jung und gutaussehend, mit einem wohlhabenden Hamburger Verleger verheiratet und verbringt die Sommermonate im schicken Nordseeheilbad. Doch ihr Aufenthalt dort hat einen ernsten Hintergrund: nach drei Jahren Ehe sind Ulla und ihr Mann noch immer kinderlos, das maritime Klima soll Ullas Gesundheit stärken. Fernab vom stickigen Hamburg flaniert sie auf der Strandpromenade, badet, feiert und genießt das ungewöhnlich heiße Wetter. Man spricht von einem Jahrhundertsommer, und alle spielen ein bisschen verrückt. Ulla lernt den mittellosen jungen Fotografen Hans kennen, der so anders ist als ihr Gatte. Bald entstehen zarte Gefühle zwischen den beiden und als das Ende des Sommers näher rückt, muss Ulla eine schwierige Entscheidung treffen …


Meine Meinung:
Bisher habe ich viele Bücher der Autorin mit Begeisterung gelesen und deshalb stellte sich mir erst gar nicht die Frage, ob ich das nächste ebenfalls lesen wollte.
Wie ich es von Sylvia Lott gewohnt bin, geht sie mit mir auf die Reise. Diesmal war ich mit ihr auf Norderney.
Besonders gut gefällt mir dabei immer, dass es im Grunde zwei Geschichten sind, denn es geht um Ulla, die 1959 auf Norderney war und Kim, die sich jetzt auf der Insel aufhält.
Ulla soll sich auf der Nordseeinsel erholen und etwas für ihre Gesundheit tun. Sie lernt dort den Fotografen Hans kennen und beide verbringen eine aufregende Zeit.
Sechzig Jahre später treffen sich Kim und Julian auf Norderney. Schnell stellen sie fest, dass es anscheinend irgendwelche Verbindungen zueinander gibt. Alles hängt mit einem Bild zusammen und beide versuchen mehr darüber in Erfahrung zu bringen.
Durch sie erfahre ich vieles über das Leben auf der Insel vor rund 60 Jahren. Die Unterschiede in den Gesellschaftsschichten und über die Denkweisen mancher Menschen. Vor allem Ulla fällt es nicht leicht, damit klar zu kommen. Ich fand das alles sehr interessant zu lesen. Denn von der Zeit habe ich selber nicht viel mitbekommen, ich war damals ja noch ein kleines Kind.  Allerdings möchte ich jetzt nicht weiter auf die Geschehnisse eingehen. Erwähnen möchte ich nur noch, dass ich mir ein paar Fragen stellte und ganz gespannt auf die Antwort war. Zu gerne wollte ich wissen: hat sie oder hat sie nicht, ist sie es oder ist sie es nicht 😉 wenn ich nun jemand neugierig mache, kann ich nur empfehlen, das Buch zu lesen, zumal ich am Ende natürlich die Auflösung erfahren habe.
Das Cover gefällt mir übrigens sehr gut, gerne würde ich mich mit einem guten Buch in diesen Strandkorb setzen.

Fazit:
Dünensommer, ein Sommer voller Erlebnisse, ob nun in der Vergangenheit oder Gegenwart.  Das Buch hat mir sehr gut gefallen, bestens unterhalten und mich mal wieder auf die Reise mitgenommen. Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung.

Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Mittwoch, 20. Mai 2020

Rezension - Zugvögel



Autorin: Gisa Pauly

Titel:  Zugvögel

Genre: Krimi

Version: eBook, Hörbuch

erschienen: 4. Mai 2020

Seiten: 464

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Piper  



Über die Autorin:
„Mir langt’s!“, sagte sich Berufsschullehrerin Gisela Pauly 1993 nach zwanzig Jahren Schuldienst. Sie hing den Job an den Nagel und begann zu schreiben. Schon 1994 erschien ihr Report „Mir langt’s. Eine Lehrerin steigt aus!“. Als Gisa Pauly stieg sie ein ins freie Schriftstellerinnenleben. Die 1947 geborene Münsteranerin schreibt mittlerweile Kriminalromane, aber auch Drehbücher (z. B. für die ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“), und sie arbeitet als Print- und Hörfunkjournalistin. Ihr zweiter Wohnsitz Sylt ist Schauplatz ihrer Krimireihe, in der seit 2007 regelmäßig Fälle von Mamma Carlotta, der umbrischen Schwiegermutter des Kommissars, gelöst werden. Gisa Pauly engagiert sich bei den „Mörderischen Schwestern“ und ist Mitglied im „Syndikat“ – zwei Vereinigungen deutschsprachiger Krimiautorinnen.



Kurzbeschreibung, übernommen:
Umherziehende Artisten, ein Häkelclub und ein Charity-Event, das tödlich endet Erst machen die Zugvögel Rast auf Sylt, dann folgen in Scharen die Touristen – und schließlich kommen die Zirkusleute. Für Mamma Carlotta ein willkommenes Vergnügen, bis sie einen Artisten der Truppe sieht: Er hat ihrer Cousine Violetta vor vielen Jahren das Herz gebrochen. Das ist ja noch aufregender als der Häkelclub, den Charity-Lady Flora Engelbeck organisiert! Und Violetta kommt sogar höchstpersönlich auf die Insel, um sich den Verflossenen vorzuknöpfen. Was für ein Abenteuer! Das toppt sogar den Mord an einem Filmproduzenten und den Fund einer Leiche in den Dünen. Amore ist ja immer spannender als Mord. Dann aber hat der Mörder es auf ihre Familie abgesehen, und das ändert alles ...


Meine Meinung:
Mamma Carlotta ist mir inzwischen sehr vertraut, ebenso ihr Schwiegersohn und ihre Enkelkinder. Oft genug durfte ich alle beobachten, wenn mal wieder etwas vorgefallen war und Carlotta ihrem Schwiegersohn beim Ermitteln "helfen" wollte.
Gisa Pauly hat in den Geschichten eine ganze Reihe liebenswerte Personen untergebracht, nun ja, ich gestehe, manche sind schon gewöhnungsbedürftig und ich bin froh, dass ich "nur" die Leserin bin. An manche Macken habe ich mich ja auch gewöhnt, aber diesmal kam Carlottas Cousine nach Sylt und da brauchten allen reichlich Kraft und Nerven, um sie zu ertragen. Selbst Carlotta, die die Familie ja über alles stellt, fiel es nicht immer leicht. Aber mehr verrate ich darüber jetzt nicht.
Wie immer habe ich mich gefreut, dass ich neben der Spannung auch wieder etwas über das Alltags- und Familienleben mitbekommen habe. Zu gerne würde ich, natürlich rein zufällig, mal zur Essenszeit bei Erik Wolf klingeln und mich dort an den Tisch setzen dürfen. Die Rezepte am Ende des Buches sorgen zumindest dafür, dass jeder zu Hause nach kochen kann.
Fans der Serie wissen, dass es oft verzwickte Fälle sind, die aufgeklärt werden müssen. So war es zumindest auch diesmal. Und Carlotta konnte tatsächlich, sogar hochoffiziell mithelfen.
Übrigens finde ich die Cover zu allen Büchern dieser Serie hervorragend und sehr originell. Im Buchladen sind sie ein "echter Hingucker".


Fazit:
Eine weitere Folge, die mir sehr gut gefallen hat. Jedes Buch ist abgeschlossen und wer einmal eine Folge verpassen sollte, hat kein Problem mit dem Weiterlesen. Allerdings macht es mehr Spaß, wenn alle Bücher in der entsprechenden Reihenfolge gelesen werden. Auf jeden Fall gebe ich für diese Folge eine Leseempfehlung.


Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken


#Zugvögel #NetGalleyDe #NetGalleyDEChallenge

Sonntag, 17. Mai 2020

Rezension - Weinbergsommer


Autorin: Johanna Frost

Titel: Weinbergsommer

Genre: Roman

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 8. April 2020 eBook
erschienen: 2. Juni 2020 Taschenbuch

Seiten: 304

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: HarperCollins



Über die Autorin:
In Johanna Forsts Grundschulpoesiealbum stand als Traumberuf »Schriftstellerin«, mit dem Schreiben angefangen hat sie aber erst knapp 25 Jahre später. Nach einem literaturwissenschaftlichen Studium unterrichtete sie zunächst im In- und Ausland »Deutsch als Fremdsprache«, bevor sie sich dem Schreiben von Kurzgeschichten und schließlich Romanen widmete. Die gebürtige Westfälin lebt in Süddeutschland in der Nähe des Elsass, an das sie schon vor vielen Jahren ihr Herz verlor.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Das einzige, was Annikas tristen Joballtag als Altenpflegerin auflockert, sind die heimlichen Pokerrunden mit dem alten, griesgrämigen Hermann. Als dieser einen längst vergessenen Brief seiner Tochter findet, und beschließt, in Paris nach ihr zu suchen, soll Anika ihn begleiten. Spontan türmen die beiden aus dem Altenheim in Richtung Frankreich. Doch unterwegs stranden sie in dem kleinen elsässischen Städtchen Ribeauville in der gemütlichen Pension von Olivier. Bei Wein und Flammkuchen, zwischen Weinbergen und neuen Freunden erscheint ihnen die Weiterfahrt plötzlich gar nicht mehr so erstrebenswert. Dabei ist Anika natürlich klar, dass es völlig absurd ist, von einer Zukunft im Elsass zu träumen - oder?


Meine Meinung:
Auf der Suche nach einem schönen Sommerbuch wurde ich auf dieses Buch aufmerksam. Allerdings stellte es sich dann doch nicht als ein Buch heraus, das "nur" leichte Lektüre vermittelte. Die Autorin hat vieles miteinander verbunden, Krankheit, späte Reue, die Suche auf ein schönes Leben im Alter. Aber sie hat auch die Schönheiten beschrieben, ob es nun die Ruhe im Elsaß, das gute Essen oder der Zusammenhalt war. Sie hat all das wunderbar verbunden und in der Geschichte untergebracht.
Anika und Hermann machten sich auf den Weg nach Paris. Die Strecke hat mich zwar etwas verwundert, aber was solls, ich wollte mal nicht so kritisch sein. Auf jeden Fall sind sie nicht lange zu zweit unterwegs, auf einmal sind sie zu fünft und landen im wunderschönen Elsaß. Ich will hier natürlich nicht noch mehr vom Inhalt verraten und ob sie es bis nach Paris geschafft haben, kann jeder selber nachlesen. 😉 Ich fühlte mich gut unterhalten, hatte allerdings auch mal ein paar Tränchen im Auge.


Fazit:
Ein Buch, das sehr unterhaltsam ist und einen jetzt im Sommer verreisen lässt. Zu gerne wäre ich dort, könnte im Garten den kleinen Pension sitzen und das leckere Essen genießen.


Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken



#Weinbergsommer #NetGalleyDE #NetGalleyDEChallenge

Rezension - Reingewaschen



Autor: Claus Wechselmann

Titel: Reingewaschen

Genre: Historisch, Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 8. April 2020

Seiten: 288

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Gmeiner-Verlag



Über den Autor:
Claus Wechselmann, 1963 in Berlin geboren, fing nach dem Abitur ein Studium der Linguistik und der Kommunikationswissenschaften an und startete nach seinem Abschluss in der Welt der großen Konzerne. So arbeitete er für Siemens und IBM, ehe es ihn in eine Berliner Beratungsfirma zog. Seit 2015 macht er aus seinen Erfahrungen und Gedanken spannende Geschichten und schafft mit seinem Erstlingswerk »Reingewaschen« einen Roman, der Spannung und Anspruch in selten gelungener Balance hält. Claus Wechselmann ist Vater von zwei Töchtern, die nicht nur mit ihrer Inspiration seine Bücher bereichern, sondern gleichzeitig kritisches Publikum sind.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Berlin 1984. Sebastian findet den Nachlass seines Großvaters aus einer anderen Zeit: zehn Briefe, geschrieben von einem ehemaligen Häftling während des Zweiten Weltkrieges. Er setzt alles in Bewegung, um das Geheimnis um den Gefangenen zu entschlüsseln - Brief für Brief rekonstruiert er das Geschehene. Wäre da nicht Sebastians Vater, der die Nachforschungen verhindern will. Wer war sein Großvater wirklich? Die Suche nach Antworten führt Sebastian in eine geheime Abteilung der deutschen Verwaltung, deren Spuren fast vollständig verwischt wurden.


Meine Meinung:
Diesmal hat mich die Kurzbeschreibung sehr neugierig gemacht. Ich wollte herausfinden, wie ein Jugendlicher heutzutage die Vergangenheit seines Großvaters verarbeitet. Bis ich dies in Erfahrung bringen konnte, habe ich erst einmal viel über einige Handlungen des Großvaters und Vaters erfahren.  Gleichzeitig hat mir Sebastian etwas aus seinem Leben erzählt. Dies alles fand Kapitelweise im Wechsel statt. Allerdings kam es mir sehr langatmig vor und ich konnte auch schwer den Wechsel vollziehen. Konzentration war angesagt, was nicht bedeutet, dass ich andere Bücher unkonzentriert lese.  Aber dieser Schreibstil hemmte sehr meinen Lesefluß. Trotzdem habe ich durchgehalten und das Buch bis zum Ende gelesen.
Die Geschichte um diese drei Männer: Sebastian, seinem Vater und Großvater war durchaus interessant und gab vieles von dem Zeitgeschehen wieder, vor allem von den Einstellungen zu Familienleben, Erziehung und Berufsalltag.
Das Ende hat mich dann auch sehr überrascht. hätte ich damit rechnen können?


Fazit:
Wenn ich betrachte, dass ich vieles über Zeitgeschehen erfahren konnte, fand ich das Buch gut. Aber mit dem Schreibstil konnte ich mich gar nicht anfreunden und hat es mir schwer gemacht.


Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.


#NetGalleyDEChallenge #Reingewaschen #NetGalleyDE

Donnerstag, 14. Mai 2020

Rezension - Roter Ozean - Im Fahrwasser der Macht



Autorin: Ute Bareiss

Titel: Roter Ozean - Im Fahrwasser der Macht

Genre: Thriller

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen; 29. August 2016

Seiten: 448

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Kieselsteiner



Über die Autorin:
"Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!" So machte sich Ute Bareiss Anfang des Millenniums zur Weltumsegelung auf und verlegte ihr Schreib- und Übersetzungsbüro von Stuttgart an Bord ihres Segelkatamarans Taimada. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten erforscht sie die Welt über und unter Wasser. Ihre Spur zieht sich vom Mittelmeer über Afrika, die Karibik, Nord- und Südamerika, die Südsee, Ozeanien, Australien, Indonesien bis in den Fernen Osten, den Indischen Ozean, das Rote Meer – einmal um die ganze Welt. Was könnte besser zum Abtauchen in andere Welten inspirieren als exotische Plätze und fremdartige Kulturen? Nicht nur in ihren Reiseberichten für diverse Magazine, sondern auch in spannungsgeladenen Thrillern und Jugendkrimis spiegeln sich aufregende Situationen ihres Alltags facettenreich wider. Zudem ist sie als freie Lektorin und Übersetzerin tätig und engagiert sich ehrenamtlich in Schriftstellerforen und Autorenverbänden.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Roter Ozean: Im Fahrwasser der Macht. Ein Alex-Martin-Thriller (Band 1) Ein Feuerball erhellt das Tyrrhenische Meer. Aus den Trümmern der explodierten Motorjacht rettet der Meeresbiologe Alex einen Verletzten. Damit beginnt ein Kampf ums Überleben. Denn der Gerettete Sergio ist Journalist und besitzt brisantes Recherchematerial zu einem Mord in den höchsten Politkreisen Italiens. Alex gerät in einen Strudel aus Macht und Intrigen bis er selbst von Polizei und skrupellosen Verbrechern verfolgt wird.. Es bleibt nur ein Ausweg: Der Gejagte muss selbst zum Jäger werden ...


Meine Meinung:
Puh, war das spannend! Das waren meine Gedanken, als ich das Buch ausgelesen hatte. Gleichzeitig  habe ich es bedauert, dass ich nicht schon eher nach einem Buch von Ute Bareiss gegriffen habe.
Alex Martin will eigentlich einfach "nur" einen Mann retten, dessen Boot in Flammen aufgegangen ist und ihm einen Wunsch erfüllen. Was er dann erleben muss, zerrte an seinen und auch an meinen Nerven 😉 Es war aber auch spannend, was sich die Autorin hat einfallen lassen. So viele Beteiligte, die irgendwie nicht ganz sauber waren und wer war nun der Auftraggeber?  Die Autorin hat einen interessanten Spannungsbogen gezogen, auch innerhalb der Kapitel. Aber da ich nicht zu sehr auf den Inhalt eingehen will, kann ich leider auch keine Situationen beschreiben. Man möge mir einfach glauben. Auf jeden Fall war ich so sehr ans Buch gefesselt, weil ich wissen wollte, wie es denn nun endet und ein weiteres Mal habe ich alles zügig durchgelesen.


Fazit:
Ein sehr gelungener Auftakt zu einer Thriller-Serie, was mich begeistert. Sobald es meine Zeit zulässt, werde ich auch die weiteren Folgen lesen, ach, was schreib ich da, ich werde sie ebenfalls verschlingen. Aber zunächst gebe ich gerne eine Leseempfehlung.


Was ich noch schreiben wollte.... ich habe Ute Bareiss auf einer der Buchmessen kennen gelernt und seitdem haben wir uns immer mal wieder ausgetauscht. Allerdings hatte ich mich nie an ihre Bücher getraut, weil mich der Begriff "Thriller" ein bisschen abgeschreckt hat. Ich mag Krimis und manche könnten sich auch Thriller nennen und wiederum sind manche Thriller in meinen Augen nicht so schlimm, dass sie meine Nerven zu sehr strapazieren. Deshalb habe ich es endlich gewagt und bin begeistert. Vor allem danke ich der Autorin, dass sie mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Rezension - Inseldrama



Autorin: Rita Roth

Titel: Inseldrama

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 29. April 2020

Seiten: 200

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Klarant Verlag



Über die Autorin:
Rita Roth liebt Ostfriesland und besonders die Insel Norderney, die sie immer wieder zum Schauplatz ihrer Romane und Krimis macht. Als bekennende Muschelsammlerin kann die Autorin stundenlang am Nordseestrand entlanglaufen – bei einer steifen Brise allerdings sitzt sie lieber in einem Café und schreibt, anstatt sich ordentlich durchpusten zu lassen. Und so entstehen ihre spannenden Geschichten, inspiriert vom stürmischen Rauschen der See und von den Menschen, denen Rita Roth begegnet.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Norderney ist alarmiert, als ein Enkeltrick völlig außer Kontrolle gerät. Sind die älteren Bewohner der idyllischen Nordseeinsel nicht mehr sicher? Gefesselt und geknebelt wird Elske Visser in ihrem eigenen Haus zurückgelassen. Die hinterlassene Drohung lässt keinen Zweifel: Es geht um ihr Grundstück, das einem millionenschweren Bauvorhaben im Wege steht. Gretje Blom nimmt sofort die Ermittlungen auf, um ihre alte Freundin Elske zu unterstützen. Wer ist die junge Frau, die sich als Lebensgefährtin des Enkels ausgegeben und das Opfer so brutal überfallen hat? Ist Elskes Enkel Björn, der kurz nach der Tat auf Norderney erscheint, womöglich selbst in die Sache verstrickt? Und machen die Hintermänner ernst, falls sie das gesetzte Ultimatum verstreichen lässt? Als tatsächlich eine Leiche auftaucht, nimmt das Drama auf der ostfriesischen Insel seinen Lauf …


Meine Meinung:
Der Enkeltrick macht auch nicht vor Norderney Halt. Gretje Blom ist zwar nicht direkt betroffen, aber ihre alte Freundin Elske. Da kann sie sich doch nicht zurück halten, oder? Mit ihren Mitbewohnern kümmert sie sich natürlich darum.
Was sie dabei erlebt, hat die Autorin sehr spannend beschrieben. Ich war sehr gespannt, wer und was dahinter steckt. Einen leichten Verdacht hatte ich schon, kannte aber noch nicht die ganzen Hintergründe.
Mir gefällt ja auch immer wieder, dass es in den Büchern nicht "nur" um den Fall geht, sondern auch privates passiert und da bin ich nun gespannt, wie Gretje sich entscheidet, aber das werde ich wohl erst im nächsten Buch erfahren.


Fazit:
Rita Roth ist eine weitere unterhaltsame Folge um Gretje Blom  gelungen. Wer ab und zu mal einen Krimi lesen möchte, in dem das Blut nicht so trieft, ist hier gut aufgehoben und Freunde von "dünnen" Büchern sind bestimmt begeistert. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung.


Bei Rita Roth möchte ich mich vielmals bedanken, sie hat dafür gesorgt, dass ich vom Verlag ein Rezensionsexemplar erhalten habe.

Dienstag, 12. Mai 2020

Rezension - Die Fotografin - Die Welt von morgen



Autorin: Petra Durst-Benning

Titel: Die Fotografin - Die Welt von morgen

Genre: Historisch

Version: eBook, Hörbuch und gebundenes Buch

erschienen: 27. April 2020

Seiten:  480

Alterempfehlung: Erwachsene

Verlag: Blanvalet Verlag



Dies schreibt die Autorin über sich:
Seit über zwanzig Jahren möchte ich Ihnen mit meinen Büchern einen Kurzurlaub vom Alltag schenken. Sobald Sie einen "Durst-Benning" lesen, heißt es: Einfach mal das ganze Drumherum ausblenden, abtauchen in eine tolle Story, eintauchen in fremde Schicksale. Sich selbst verlieren oder ganz neu entdecken ...
Und ich wünsche mir noch etwas: Dass meine Bücher ein kleines bisschen länger in Ihnen nachklingen. Dass sie eine Resonanz erzeugen, Impulse geben fürs eigene Leben und längst verstummt geglaubte Saiten wieder zum Erklingen bringen.
Heutzutage wird so viel kopiert, der Markt wird überschwemmt mit Klonen von erfolgreichen Büchern. Ich jedoch möchte nicht auf irgendwelche fahrenden Züge aufspringen - ich möchte vielmehr mit jedem Buch Neuland betreten. So wird mir das Schreiben nicht langweilig und Sie dürfen sich immer wieder auf überraschende, spannende und zu Herzen gehende Bücher freuen.
Nun setze ich mich rasch wieder an meinen PC, damit ich für "Durst-Benning'schen Nachschub" sorge. Die Ideen gehen mir nämlich so schnell nicht aus, Ihnen aber vielleicht der Lesestoff ...


Kurzbeschreibung, übernommen:
Anstatt der Vergangenheit nachzutrauern möchte Wanderfotografin Mimi die Welt von morgen mitgestalten – der dritte Band der Bestseller-Saga! 
Nach dem Tod ihres Onkels Josef hat Mimi Reventlow Laichingen verlassen und ihre Arbeit als Wanderfotografin wiederaufgenommen. Sie ist nicht mehr allein unterwegs, denn der Gastwirtsohn Anton hat sich Mimi angeschlossen. Gemeinsam bereisen die beiden das Land und wollen nach der dörflichen Enge Laichingens endlich großstädtischen Trubel erleben. Während ihres Aufenthalts in Berlin gelingt es Anton, einen florierenden Postkartenhandel aufzubauen – Mimi dagegen hat immer öfter Schwierigkeiten, eine Gastanstellung zu finden. Doch anstatt der Vergangenheit nachzutrauern möchte Mimi lieber die Welt von morgen mitgestalten! So wagt sie es, sich neu zu erfinden und dennoch treu zu bleiben. Auf ihrem Weg begegnen ihr auch alte Bekannte, wie Bernadette, die von der großen Liebe träumt. Was beide Frauen noch nicht wissen: Ihnen steht bald die größte Herausforderung ihres Lebens bevor …


Meine Meinung:
Die Autorin berichtet über sich, dass sie seit über zwanzig Jahren schreibt. Ich habe direkt mal nachgesehen, wann ich das erste Buch von ihr gelesen habe. Es muss die Glasbläserin gewesen sein. Das Buch ist vor einigen Jahren erschienen und hat mir sehr gut gefallen. Seitdem bin ich begeisterte Leserin der Bücher von Petra Durst-Benning.
Hier möchte ich nun über das dritte Buch der Fotografin schreiben. Vorweg, ich empfehle wirklich allen, die Bücher in der entsprechenden Reihenfolge zu lesen. Es macht einfach mehr Spaß.
Ich habe es gemacht und kenne Mimi Reventlow inzwischen sehr gut. Ich begleite sie auf ihrem nicht immer einfachen Weg. Denn als Wanderfotografin erlebt sie hautnah die Entwicklung der Technik im Bereich Fotografie. Sie muss sich auch umstellen und neues einfallen lassen. Was sie dabei erlebt, hat die Autorin sehr gut beschrieben. Natürlich erfahre ich auch Neuigkeiten über Personen, die ihr schon in den vorherigen Büchern begegnet sind. Aber am allermeisten freute ich mich, wieder etwas von Jo und Clara zu lesen. Sie sind die Hauptpersonen einer anderen interessanten Buchserie.
Ich finde es nach wie vor toll, dass Petra Durst-Benning nicht einfach "nur" historische Bücher schreibt, sie wählt dabei überaus interessante Themen aus. Ob es nun radfahrende Frauen sind, Glasbläserinnen oder hier nun eine Wanderfotografin.
Ich war wieder an das Buch gefesselt und habe verfolgt, was alle erleben. Einzig das Ende hat mir nicht gut gefallen. Ich war so schön im Lesefluss und huch, zu Ende? Nun, jetzt warte ich voller Spannung auf die Fortsetzung.


Fazit:
Die Bücher der Autorin machen mich süchtig. Ich warte immer sehnsüchtig auf das nächste Buch und diesmal bin ich ganz besonders gespannt. Denn das Ende kam zu plötzlich und am liebsten würde ich morgen weiterlesen. Auf jeden Fall gebe ich gerne für dieses Buch und den vorherigen eine Leseempfehlung.

Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.




Rezension - Whisky mit Schuss


Autorin: Melinda Mullet

Titel: Whisky mit Schuss

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: eBook  7. April 2020
erschienen: Taschenbuch 20. Mai 2020

Seiten: 384

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Aufbau Taschenbuch und Aufbau Digital



Über die Autorin:
Melinda Mullet hat britische Eltern, wurde aber in den USA geboren. Sie hat mehrere Jahre als Juristin gearbeitet, sich in den USA und im Ausland um Kinderrechte gekümmert und ist viel gereist. Sie lebt in der näheren Umgebung von Washington D.C. mit ihren beiden Töchtern und ihrem Mann, der Whisky-Sammler ist.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Mord bei der Malt Whisky Society.
Whisky-Hersteller aus der ganzen Welt kommen in ein charmantes Landhotel in den schottischen Highlands, um den besten Whisky zu prämieren. Abigal Logan, seit kurzer Zeit Besitzerin einer Whisky-Destillerie, ist zum ersten Mal dabei. Doch dann findet man zwei Leichen – beide waren Jury-Mitglieder. Will der Mörder den Wettbewerb beeinflussen? Als Abi Nachforschungen anstellt und eine Spur zum Täter verfolgt, versucht dieser plötzlich, auch sie auszuschalten.
Ein Krimi aus den schottischen Highlands mit viel Whisky und Flair.


Meine Meinung:
Es passiert mir immer mal wieder, dass ich bei meiner Auswahl neuer Krimis, mitten in eine Serie gerate. Hier hatte ich nun das dritte Buch, in dem Abigal Logan ermittelt, in der Hand. Allerdings hatte  ich keine Probleme mich zurecht zu finden. Wichtige Informationen aus den anderen Büchern erhielt ich nebenbei.
Abi war Fotografin, bevor sie Mitbesitzerin einer Whisky-Destillerie wurde. Deshalb wurde sie von dem zuständigen Ermittler gebeten, Fotos von den Toten und deren Zimmer zu machen. Ungewöhnlich aber interessant, es gibt tatsächlich Ermittler, die nicht sauer sind, wenn fremde Personen sich beteiligen und auch die Augen offen halten. Naja, ein bisschen sauer doch, aber das verrate ich nicht. Auf jeden Fall hat die Autorin es spannend gemacht und zusätzlich mit einiges an Wissen über Whisky vermittelt. Ich glaube, wenn ich denn mal einen trinken sollte, dann werde ich dieses Wissen einsetzen.


Fazit:
Ein sehr unterhaltsamer Krimi, in dem Whisky und sogar ein Hund eine interessante Rolle spielen. Nach dem Ende des Buches war mir klar, dass es zumindest ein weiteres Buch geben wird. Das ich vielleicht auch lesen möchte.

Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplare bedanken.


#WhiskymitSchuss #NetGalleyDE

Montag, 11. Mai 2020

Autoreninterview - Carmen Mayer

Buchmesse Leipzig 2019

Liebe Carmen,
ich freue mich, dass Du Dich meinen Fragen stellen möchtest. Aber zunächst möchte ich kurz erwähnen, woher wir uns kennen. Ende 2017 habe ich Dich „gefunden“, wir hatten einige Schnittstellen, Krimis und HOMER. Das erste Buch, das ich von Dir gelesen habe, war der Krimi „Eiswein“ und der HOMER Literaturpreis hat dann auch dafür gesorgt, dass wir uns endlich mal getroffen haben, darauf werde ich später noch einmal eingehen. Auf jeden Fall hatten wir schon einen sehr regen schriftlichen Kontakt, bevor wir uns gesehen haben.


Und nun möchte ich mit meinen Fragen loslegen. Bei meiner Recherche habe ich festgestellt, dass Du sehr interessanten beruflichen Tätigkeiten nachgegangen bist. Aber wie kam es, dass Du Autorin wurdest?

Ich habe mir bereits in der Grundschule vorgenommen, die jüngste Schriftstellerin der Welt zu werden, als ich gerade mal alle Buchstaben schreiben und lesen konnte. Mein Lieblingsfach war ‚Deutsch‘. Egal, ob es um Diktate, Aufsätze oder die ganze Theorie in dem Fach ging. Da hatte ich auch die besten Noten. Es hat dann allerdings noch ein paar Jahrzehnte gedauert, bis es geklappt hat mit der Schriftstellerei, aber ich habe dieses Ziel nie völlig aus den Augen verloren.


Seit wann schreibst Du Bücher?

Mein erstes Buch war ‚Dezember-Geschichten‘, die ich zusammen mit Peter Nüesch und der Illustratorin Sibylle Beuttner als Lese- und Vorlesebuch nicht nur für Kinder veröffentlicht habe. Das war 1991. Mein erster Roman wurde 2011 im Verlag edition oberkassel veröffentlicht, und dann kam jedes Jahr ein neues Buch dazu. Oder zwei. Oder so. Bislang sind es insgesamt vierzehn Romane, das Dezember-Geschichten-Buch und viele Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien.


Ich habe von Dir einige Bücher gelesen und meine, dass Du wohl am liebsten im Genre Krimi und historisch schreibst, ist das richtig?

Das ist richtig. Die beiden Genres und ich passen einfach zusammen ;)


Kannst Du Dir vorstellen, noch in anderen Genres zu schreiben?

Das habe ich bereits probiert. Einmal eben mit den Dezember-Geschichten, und dann mit drei Geschichten um ein kleines Café und drei Damen im besten Alter. In beiden Genres zu schreiben hat mir sehr viel Spaß gemacht, und ich überlege mir immer wieder, in der einen oder anderen Richtung was zu schreiben. Ideen dazu hätte ich genug. Mal sehen
.

Wenn ich richtig informiert bin, hast Du mit dem Schreiben von Kurzgeschichten begonnen, wurden diese auch veröffentlicht?

Du bist richtig informiert. Einige meiner Kurzgeschichten wurden in verschiedenen Anthologien veröffentlicht, die letzte in ‚Grenzen‘, einer Anthologie zum Magazin Literàbiles. Alle meine Kurzgeschichten zusammengefasst gibt es in ‚Menschen nebenbei‘, das ich im Self Publishing herausgebracht habe.


Wie findest Du Deine Ideen?

Das ist unterschiedlich. Meine historischen Romane haben sich aus den von meinem Großvater Ernst Kehrwecker begonnenen, und von mir später wieder aufgenommenen Recherchen zu den Wurzeln meiner Familie entwickelt. Es war zunächst einfach nur spannend herauszufinden, woher meine Vorfahren gekommen sind, aber plötzlich steckte ich mitten in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges … Ich habe dann versucht, das Leben dieser Menschen nachzuzeichnen, bin mit meinem Mann ihren möglichen Fluchtweg aus Österreich Richtung Deutschland abgefahren, und hatte am Ende jede Menge Material für einen historischen Roman in der Tasche: Das Awaren-Amulett.
Meine Krimis wiederum haben ihre Wurzeln in Berichten über reale Verbrechen, zu denen ich mir meine Gedanken gemacht, und aus denen ich dann meine eigenen Geschichten gesponnen habe. Dabei geht es mir nie um die Darstellung brutaler Szenen, sondern um die psychologischen Aspekte dahinter. In meinem letzten Krimi ‚Der Fall Susann K.‘ habe ich mich in die Situation eines Vaters hineinversetzt, dessen Tochter umgebracht wurde, und der erleben muss, dass ihr mutmaßlicher Mörder freigesprochen wird. Das ging mir bei den Recherchen und später beim Schreiben teilweise deutlich mehr an die Substanz, als bei den anderen Krimis. Wobei ich auch bei denen hin und wieder - nach Gesprächen mit Opfern wie in ‚Hurentöchter‘ beispielsweise, oder Angehörigen von Opfern in meinen anderen Krimis - eine Atempause gebraucht habe.


Kommt es schon mal vor, dass beim Schreiben bereits Ideen für neue Bücher entstehen?

Ständig! Und dann schreibe ich teilweise an zwei Projekten gleichzeitig. Hat auch was. Besonders, wenn ich in einem Projekt hängen geblieben bin, und dafür neue Ideen für das andere habe, die mich zwischendrin förmlich angesprungen haben.


Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Kommt drauf an. Wenn ich für einen historischen Roman immer weiter in die Vergangenheit abtauche und mich so weit es geht an die realen Begebenheiten jener Zeit halten will, dauert es zuweilen zwei Jahre, bis das Buch fertig ist. Ich habe es auch schon in weniger als 12 Monaten geschafft, weil ich bereits viele Vorkenntnisse über die geschichtlichen Hintergründe hatte. Für einen Krimi brauche ich ungefähr ein Jahr. Immer inklusive Recherchen.


Wie sieht Dein Autorenalltag aus?

Ich bin eine Nachteule und arbeite deshalb sehr gerne abends und teilweise bis weit in die Nacht hinein. Da kann ich mich ungestört auf meine Arbeit konzentrieren.  Wichtig für mich ist jedenfalls, dass alle anderweitig anfallenden Aufgaben erledigt sind, es möglichst ruhig um mich herum und --- mein Schreibtisch aufgeräumt ist.


Wer darf Dein Buch  zuerst lesen?

Mein Mann Rudi, der mich auch bei meinen Recherchen tatkräftig unterstützt, unsere Tochter Sabine und Schwiegersohn Oliver. Wenn es bei den Dreien nicht durchfällt besteht die Hoffnung, dass es die anderen Leserinnen und Leser auch mögen. Sie sind meine strengsten, aber auch liebsten und fairsten Kritiker und Fans. Mein Schwager Gunter Hackel begleitet mich während der Recherchen zu den historischen Romanen, hauptsächlich, was die militärische Seite darin betrifft, und Hauptkommissar Heinz Rindlbacher passt auf, dass ich die Arbeit der Polizei – sagen wir mal ‚möglichst nahe an der Realität entlang‘ beschreibe. Die beiden kennen den Inhalt meiner Bücher zum Teil schon, bevor sie gedruckt werden, und ich bin ihnen für ihre konstruktive Kritik und Mitarbeit sehr dankbar.


Vor kurzem wurde das historische Buch „Die Trossfrau“ im Maximum Verlag veröffentlicht. Dürfen wir Leser dort noch mehr Bücher von Dir erwarten?

Ja, und darüber freue ich mich ganz besonders, weil meine Bücher und ich bei Maximum von einem tollen Team betreut und unterstützt werden, und wir inzwischen recht ansehnliche Erfolge verzeichnen können. Aktuell schreibe ich an einem weiteren historischen Roman parallel zur Trossfrau, ein anderer wird gerade für eine Neuauflage vorbereitet. Außerdem arbeite ich an einem neuen Krimi, über den wir bei Maximum auch schon gesprochen haben.

Ah, das ist gut, dass Du die Neuauflage erwähnst. Ich kenne das Buch und habe später noch einige Fragen dazu.


Ich erwähnte ja anfangs, dass ich meine, Deine beiden Schwerpunkte liegen im Bereich Krimi und Historie. Du bist Mitglied bei den mörderischen Schwestern. Was kann ich mir darunter vorstellen?

Du hast ja vielleicht gut recherchiert! Stimmt. Ich bin als aktives Mitglied nicht nur für die WebSite der Mörderischen Schwestern in Bayern, sondern hier auch als Organisations-Schwester für die von den Mörderischen Schwestern ‚erfundene‘ Ladies Crime Night zuständig. Das ist eine etwas andere Lese-Veranstaltung für Krimi-Autorinnen, ein Format mit Schuss, das inzwischen sehr gut ankommt.


Außerdem bist Du tätig für den HOMER Literaturpreis. Eine Weile haben wir zusammen gearbeitet. Ich durfte Jury-Mitglied sein und weiß, wie viel Arbeit darin steckt. Wie schaffst Du das alles bloß?

Oh ja, daran erinnere ich mich immer noch sehr gerne. Ich bin ja, wie du weißt, nicht nur Jury-Koordinatorin für den HOMER Literaturpreis, sondern habe auch die letzten drei Galas zur Preisverleihung in Ingolstadt organisiert. Es steckt wirklich viel Arbeit und Zeit dahinter, und ist teilweise auch stressig, meine Aufgaben zur Zufriedenheit aller und zeitlich punktgenau unter einen Hut zu bringen. Zumal ich ja noch ein Leben außerhalb meines Daseins als Autorin und Organisatorin habe. Aber es macht Spaß, klappt irgendwie immer, und dann freue ich mich für alle Beteiligten über den Erfolg.


Durch Deine Tätigkeiten hast Du sehr guten Kontakt zu Autorenkollegen, wie sieht es denn mit Kontakten zu Lesern und Bloggern aus?

Ich bekomme immer wieder Mails oder PNs oder Kommentare von Leserinnen und Lesern, die mir beschreiben, wie sie meine Bücher empfunden haben. Das finde ich total schön, und ich bin da auch offen für jede Art konstruktiver Kritik. Zu Bloggern hatte ich bislang leider weniger Kontakt, das hat sich seltsamer Weise nie so richtig ergeben. Deshalb freue ich mich jetzt gerade sehr über den Kontakt zu dir als Bloggerin. Dankeschön!


Wie wichtig sind Dir diese Kontakte?

Seeehr wichtig. Ich freue mich über alle Zuschriften, die mich zu meinen Büchern erreichen, und beantworte auch alle. Ich habe sogar Fans, die mich seit der allerersten Veröffentlichung mit Mails und Kommentare begleiten, was ich total klasse finde. Danke auf diesem Weg!


Du bist auch viel unterwegs und liest aus Deinen Büchern, was bringt Dir das? Damit meine ich jetzt nicht unbedingt nur den Buchverkauf.

Was mir das bringt?  Ich liebe den Kontakt zu den Menschen, die sich für meine Bücher interessieren. Es gibt auch Video-Lesungen von mir, aber die Reaktion der Leute direkt zu erleben ist unvergleichlich viel spannender. Wenn ich sehe, dass sie die Emotionen meiner Protagonisten förmlich mit(er)leben, ist es für mich wie beim Schreiben: Ich bin plötzlich Teil der Geschichte. Wenn ich es schaffe, meine ZuhörerInnen beim Vorlesen da hinein mitzunehmen, weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin, und wenn sie hinterher noch meine Bücher kaufen, haben wir alle miteinander einen wundervollen Abend verbracht, von dem letztendlich jeder was hat ;)


In Ingolstadt habe ich Deine Tochter kennen gelernt und ich weiß, dass sie selber sehr gerne liest. Hat sie auch Ambitionen zur Schriftstellerei? Oder überlässt sie das lieber der Mutter und liest gerne Deine Bücher?

Sie überlässt das mir und liest lieber. Unter anderem auch meine Bücher ;) Ich lege großen Wert auf ihre Meinung dazu. Sie hat mich übrigens drauf gebracht, historische Bücher zu schreiben, fällt mir dabei gerade ein. Weil sie meine Art, ihren Geschichtsunterricht in der Schule im Nachgang aufzupeppen, einfach interessant fand und sich ein paar historische Begebenheiten besser vorstellen und merken konnte.


Außerdem hast Du Enkelkinder, bist oder warst Du eine vorlesende Omi?

Jaaaaa, sehr, sehr gerne. Inzwischen nicht nur für meine fünf Enkelmäuse, sondern für weit über dreihundert. Ich lese seit einigen Jahren in Kindergärten und Grundschulen Geschichten vor, die ich zum Teil selber geschrieben habe, oder spiele sie dort zusammen mit meinen beiden ‚FrühStückchen‘ Francesca Pane und Dani Richter. Da passiert es schon hin und wieder, dass mich Kinder beim Einkaufen sehen und zur Mami sagen: „Das da ist die Oma Carmen!“,  und nach einer gut gemeinten Belehrung mütterlicherseits stolz richtigstellen: „Doch, ich darf Oma Carmen zu ihr sagen.“ Stimmt, dürfen sie. Wobei ich nie so richtig weiß, wer in dem Augenblick mehr stolz ist.


Hast Du als Kind gerne gelesen und wenn ja, an welche Bücher erinnerst Du Dich?

Gerne und – heimlich. Damals war es - zumindest in meiner Familie - verpönt, einfach dazusitzen und sich womöglich mit Unnützem zu beschäftigen. Lesen gehörte in diese Kategorie, galt als reine Zeitverschwendung. Ich bin dann ab und zu in die Stadtbücherei gegangen und hab dort ein bisschen geschmökert, bis man mich entdeckt und hinauskomplimentiert hat, weil ich keine Mitgliedskarte hatte. Oder ich habe mir von Freundinnen Comics und Bücher ausgeliehen und sie mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen. Karl Mays Winnetou, Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar … waren meine absoluten Favoriten. Oder Micky-Maus- und Fix-und Foxi-Heftchen, die habe ich förmlich verschlungen. Heimlich natürlich. Damals habe ich mir fest vorgenommen, keinem Kind jemals das Lesen zu verbieten oder madig zu machen, und ich weiß, warum. Denn wie war das gleich? Lesen gefährdet die Dummheit.
Lach, der Spruch kommt mir irgendwie bekannt vor 😉


Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor würdest Du gerne besuchen und warum?

Den alten Herrn von Goethe. Ich würde mich liebend gerne mit ihm über seine Frauengeschichten unterhalten, und ihn außerdem fragen, wie er seine Texte geschrieben hat. Liefen sie – wie bei mir sehr oft – wie ein Film in seinem Kopf ab? Woher kamen seine Ideen, und wie war das tatsächlich mit Frau von Stein? Wie sieht er denn dieses grenzenlose Reisen innerhalb Deutschlands jetzt, das er sich unter anderem in seiner Funktion als Minister unter Herzog Carl August so sehr gewünscht hat? Über seine wissenschaftlichen Tätigkeiten und Erkenntnisse würde ich ihn ausfragen, seine spätere Sicht auf seine Arbeit als Autor seine Werke, undundund …


Gibt es ein Buch, das Du schon immer mal lesen wolltest, aber bisher noch nicht geschafft hast?

Ich habe mir mal in einem Anflug von Nostalgie eine Sammlung der Romane von Ludwig Ganghofer als eBooks gekauft, sie aber bis auf ein paar immer noch nicht alle gelesen. Dabei habe ich entdeckt, dass hinter den für den heutigen Lesegeschmack wirklich sehr kitschigen ‚Bildern’ in seinen Büchern zum Teil richtig gute Krimis stecken.


Hast Du eigentlich Zeit und Lust Bücher Deiner Kollegen zu lesen, ohne sie irgendwie bewerten zu müssen? Denn für den HOMER Literaturpreis erhältst Du ja reichlich Bücher, die gelesen werden müssen.

Oh ja, durchaus. Und ich lese natürlich nicht nur die historischen Romane, die für den HOMER-Preis auf meinem Schreibtisch landen, ich habe auch unter meinen Kolleginnen und Kollegen aus der Zunft der Krimiautoren ein paar Favoriten, von denen ich sehr gerne was lese.


Wie immer frage ich sehr viel und hinterher stelle ich fest, dass es noch das eine oder andere gegeben hätte, was ich vergessen habe zu fragen. Deshalb gebe ich Dir hier die Gelegenheit, was wolltest Du uns Lesern immer schon mal sagen?

Du hast alles gefragt, worauf ich spontan eine Antwort gefunden habe. Vielen Dank dafür. Das sage ich auch meinen Leserinnen und Lesern: Vielen Dank, dass ihr meine Bücher nicht nur lest, sondern mir auch sagt und zeigt, ob, und wenn ja, wie sehr ihr sie mögt. Ich freue mich über konstruktive Kritik, und habe aus einigen Reaktionen von euch schon Anregungen und Ideen gewonnen, die ich gerne in einem der nächsten Bücher umgesetzt habe. Am allermeisten freue ich mich, viele von euch bei meinen Lesungen kennengelernt zu haben und noch kennen lernen zu dürfen. Wir sehen uns!


Zum Abschluss nenne ich immer Namen oder Begriffe und frage, was einem dazu einfällt, so nun auch bei Dir:

Paris Da habe ich in meiner Sturm- und Drangzeit fast ein Jahr lang als fille au-pair ein aufregend glückliches Leben geführt, an das und die damit verbundenen Menschen und Ereignisse ich heute noch gerne zurückdenke. Ganz abgesehen davon, dass ich in Paris dem Mann meiner Kindheitsträume für einen kurzen Augenblick gegenüber stand (aber mich nicht getraut habe, ihn anzusprechen …): Pierre Brice, ‚meinem‘ Winnetou.

Astrid Lindgren Ich habe ihre Geschichten erst als Erwachsene kennengelernt – und konnte leider nicht so viel mit ihnen anfangen. Allerdings hat mich davon unabhängig ihre Persönlichkeit beeindruckt, nachdem ich ein Fernseh-Interview mit ihr gesehen habe.

Asien Eine Welt, die sich mir in meiner jahrelangen Funktion als Einkäuferin für deutsche Firmen auf eine Weise erschloss, die ich als mögliche Touristin so nie gesehen hätte, und in die ich mich unsterblich verliebt habe. Vor allem liebe ich Hong Kong, wo meine ehemaligen Agenten Michelle und Patrick leben, die längst zu Freunden geworden sind.


Liebe Carmen, ich bedanke mich vielmals, dass Du meine Fragen beantwortet hast, aber ich erlöse Dich noch nicht, denn nun kommen noch weitere Fragen zu einem Buch. Im Juni erscheint im Maximum Verlag die Neuauflage von dem Buch "Das Awaren-Amulett".

Na dann: Leg los!



Ich lese sehr gerne historische Bücher, dadurch erfahre ich so nebenbei vieles über das Leben der damaligen Zeit. Allerdings stelle ich es mir sehr aufwändig vor, denn es bedarf ja einer sehr gründlichen Recherche.

Das ist wohl wahr. Unter uns: Es geht mir bei den Recherchen wie Dir beim Lesen. Ich erfahre Vieles über das Leben in der damaligen Zeit, von dem ich keine Ahnung hatte, und finde es ausgesprochen spannend, was ich dabei oftmals herausfinde.


Wie bist Du auf die Idee gekommen, dieses Buch zu schreiben?

Wie gesagt: Ich wollte wissen, woher meine Vorfahren kamen, von denen ich anhand eines von meinem Großvater in Auftrag gegebenen Stammbaums nur wusste, dass sie ihres Glaubens wegen aus Österreich geflüchtet und in Württemberg sesshaft geworden sind. Das hat mich nicht mehr losgelassen und aus der anfänglichen Neugier ist unter anderem dieses Buch entstanden.


Wie viel Zeit benötigst Du für Deine vorbereitenden Arbeiten?

Bei dem Buch habe ich ziemlich lange gebraucht, weil ich ja ursprünglich nur den Weg meiner Vorfahren nachzeichnen wollte. Genau weiß ich das gar nicht mehr. Prinzipiell brauche ich inzwischen ungefähr zwei Drittel der Gesamtzeit für Recherchen, ein Drittel fürs Schreiben.


Die Personen unterhalten sich natürlich auch in Deinen Büchern, wie schwer ist es, sich der damaligen Sprache anzupassen?

Das ist ziemlich schwierig, und zwar aus mindestens zwei Gründen: Erstens, weil es zwar alte Schriftstücke gibt, die ahnen lassen, wie sich damals die Leute unterhalten haben könnten. Aber da ist es wie heute auch: Zwischen realem Sprechen und Geschriebenem gibt es deutliche Unterschiede.  Dabei ist es nochmal anders, wenn es sich um Dialekt handelt. Ich habe mich bei den Ortsnamen in meinen historischen Romanen an die damals übliche Schreibweise gehalten und sie im Glossar erklärt. Bei direkten Reden habe ich die Art der Unterhaltung gewählt, die ein wenig an das erinnert, wie man damals gesprochen haben könnte, und dem, wie es heute flüssig lesbar ist.


In dem Buch macht sich Johannes auf den Weg, weil er seine Schwester sucht. Er hatte ja keine Landkarte, aber konntest Du alte nutzen? Schließlich musst Du ja eine Furt oder so finden, Brücken gab es ja nicht.

Da hatte ich das Glück, während meiner Recherchen immer wieder auf Leute zu treffen, die mir alte Karten gezeigt haben oder wussten, in welchem Archiv ich genau die finde, die für mich wichtig war.  Brücken gab es damals schon, aber nicht immer genau da, wo ich sie haben wollte. Da musste mein Johannes schon auch mal einen weiten Umweg nehmen. Auch Wegstrecken verliefen vor 400 Jahren anders als heute. An die habe ich mich anhand alter Karten oder Bildmaterial gehalten, sofern vorhanden.


Mir gefällt es, wenn in historischen Büchern auch Personen vorkommen, die wirklich gelebt haben. Wie ist es bei Dir, Du sammelst ja enorm viele Informationen und hast ein umfangreiches Wissen. Kommen dann doch vielleicht noch Ideen zu weiteren historischen Romanen?

Gerade während meiner Recherchen tauchen immer wieder Personen oder Situationen auf, über die es weitaus mehr zu berichten gäbe, als ich in mein aktuelles Projekt einarbeiten möchte. Da kribbelt es dann schon in meiner Autorinnenseele, ein Buch zu schreiben, in dem es mehr darüber zu lesen gibt, als in dem, das ich gerade schreibe. Die Ideen gehen mir wirklich nicht aus.


Weißt Du am Anfang des Buches schon den gesamten Ablauf? Oder mogeln sich dann unterwegs doch Personen ins Geschehen, was vorher nicht geplant war?

Ich glaube anfangs immer fest daran, den Ablauf meines Buches und den Schluss genau zu kennen. Und dann widersetzen sich meine Protagonisten diesen Plänen plötzlich, Personen tauchen auf, von denen ich vorher überhaupt keine Ahnung hatte, und alles läuft anders als geplant. Inzwischen weiß ich: Auch fiktive Charaktere sind nur Menschen …


Musst Du Dich doch öfter wieder daran erinnern, dass Du beim Schreiben in einer anderen Zeit bist oder tauchst Du so richtig ab?

Ich tauche so richtig ab, bin irgendwann mitten im Geschehen. Deshalb mag ich auch keine Musik hören nebenbei, dass im Nebenraum der Fernseher mit den aktuellen Nachrichten läuft oder der Mailmelder blinkt. Das sind auch Gründe, weshalb ich abends oder nachts gerne schreibe.


So und nun erlöse ich Dich von meinen Fragen, lach. Nein, es hat Spaß gemacht, Dein Buch zu lesen und mir Gedanken dazu zu machen.

Liebe Ulla, es hat mir großen Spaß gemacht, Deine Fragen zu lesen, mir Gedanken darüber zu machen und sie zu beantworten. Herzlichen Dank dafür und herzliche Grüße! von der Carmen




Stellvertretend für alle Bücher, die Carmen Mayer geschrieben hat, stelle ich hier das Cover von dem Buch "Die Trossfrau" ein. Dieses Buch ist ebenfalls im Verlag Maximum erschienen.


Die Trossfrau

erschienen: 2. Dezember 2019

Seiten: 336

meine  Rezension dazu: klick hier






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