Montag, 19. Oktober 2020

Rezension - Hope Street - Wie ich einmal englischer Meister wurde


Autor: Campino - Andreas Frege

Titel: Hope Street - Wie ich einmal englischer Meister wurde

Genre: Biografie, Roman

Version: eBook, Hörbuch und gebundene Ausgabe

erschienen: 5. Oktober 2020

Seiten: 368

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber : Piper



Über den Autor:
Campino, der mit bürgerlichem Namen Andreas Frege heißt, wurde 1962 in Düsseldorf geboren. Er ist der Frontmann der Düsseldorfer Band Die Toten Hosen, zu deren Gründungsmitgliedern er auch gehört. Als Sohn eines deutschen Vaters und einer englischen Mutter wuchs er in Düsseldorf auf, verbrachte aber viel Zeit bei seiner Verwandtschaft in England und ist seit Jahrzehnten glühender Fan des Liverpool FC, deren Spiele er regelmäßig live verfolgt.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Er ist einer der populärsten Musiker Deutschlands. Aber das ist nur die halbe Geschichte. Die andere Hälfte fängt mit Kevin Keegan an, dem englischen Stürmer mit den wilden Locken. Der wurde in den 70ern zu Campinos großem Idol: Als zehnjährigem Sohn einer englischen Mutter und eines Richters aus Düsseldorf war ihm dieser Keegan Erlösung und Vorbild zugleich – ein cooler Engländer, der ihm zeigte, auf welcher Seite er zu stehen hatte. Seitdem verbinden sich in der Entscheidung für den besten Fußballverein der Welt die ganze Widersprüchlichkeit seiner Herkunft und die Liebe zu einem Land, das irgendwo zwischen Beatles und Brexit steht. – Von alldem, seiner Familie und der rasenden Leidenschaft zum Liverpool FC erzählt Campino in diesem Buch.


Meine Meinung:
Das hätte ich vor vielen Jahren nicht gedacht: ich lese ein Buch, das der Frontman der Düsseldorfer Band "Die Toten Hosen" geschrieben hat. Die Gruppe entwickelte sich aus der deutschen Punkbewegung und anfangs war ich überhaupt kein Fan von ihnen. Im Laufe der Jahre hat sich vieles geändert und es gibt, so glaube ich, kaum einen Düsseldorfer, der nicht bei einigen Liedern mitsingt. Ich möchte stellvertretend nur "Tage wie diese" nennen. Aber nun will ich etwas zu dem Buch schreiben, bevor ich noch weiter abschweife.
Andreas Frege, bekannter unter dem Namen Campino hat es sich nicht nehmen lassen und ein Buch geschrieben. In diesem Buch erzählt er, wieso er Fan von Liverpool FC wurde und was er im Laufe der Jahre als solcher erlebt hat. Nun mag sich der eine oder der andere fragen, wie kam es dazu. Tja, da muss Campino dann auch etwas ausholen und von seiner Familie erzählen. Das fand ich ausgesprochen interessant, denn seine Mutter war Engländerin und sein Vater Deutscher. Die Eltern hatten sich kurz nach dem Krieg kennen gelernt. Nun können sich bestimmt viele vorstellen, dass in dieser Familie einiges anders ablief. Im Wechsel lese ich also über seine Familie und von seinen Reisen zu den Spielen von LFC.  Ich möchte jetzt nicht auf Einzelheiten eingehen, aber interessante Internas konnte ich lesen, was mich begeistert hat. Natürlich wird sehr viel über Fußball berichtet, aber mich hat es ganz und gar nicht gelangweilt. Es ist eben so, wenn man einem Fan folgen will.
Ach und was ich noch erwähnen wollte, als Düsseldorferin war es für mich klar, dass ich dieses Buch auf jeden Fall lesen wollte. 


Fazit:
Natürlich dreht sich in erster Linie alles um den englischen Meister, aber ich habe sehr viel über das Leben von Campino und seiner Familie erfahren, was auch ein bisschen zur Zeitgeschichte gehört. Sehr unterhaltsam und lesenswert und deshalb gebe ich gerne eine Leseempfehlung.

Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken. 

Rezension - Kreuzfahrt, Mord und Mittelmeer



Autoren: verschiedene - siehe unten

Titel: Kreuzfahrt, Mord und Mittelmeer

Genre: Krimi, Reise, Kurzgeschichten

Version: Taschenbuch

erschienen: 5. Oktober 2020

Seiten: 270

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber : adakia Verlag UG




Die Namen der Autoren führe ich hier gerne auf, allerdings verzichte ich diesmal auf eine Vita, weil es hier sonst den Rahmen sprengen würde:

Julia Raabe, Petra Hartmann, Greta R. Kuhn, Heike Winter, Kerstin Lange, Carolin Roth, Bruno Woda, Joachim Speidel, Stefan Schreiber, Sabine Giesen, Fenna Williams, Laura Gambrinus, Martin Meyer, Jan Teuner, Brigitte Lamberts, Ursula Schmid-Spreer, Edith Anna Polkehn


Kurzbeschreibung, übernommen:
Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön! Sie kann aber auch schön dramatisch, ganz schön kriminell oder sogar mörderisch sein. Je nachdem, wer sich mit Ihnen an Bord befindet. Und bei Tausenden von Passagieren kann der mit Problemen beladene Rucksack des Lebens schon mal zu perfiden Plänen führen. Rache, Eifersucht und Gier machen vor einer Mittelmeerkreuzfahrt nicht halt. Lassen Sie sich vom exklusiven Flair einer Kreuzfahrt, den vielfältigen Eindrücken der Landausflüge und von spannenden Kurzkrimis gefangen nehmen! Ein Kreuzfahrtschiff bildet einen Mikrokosmos auf hoher See. Verliebte und frisch Vermählte, aber auch Familien und rüstige Rentner lassen sich verwöhnen und genießen das Meer und die Landgänge. Doch mit dem Leben auf engstem Raum sind Eifersüchteleien, Streit und dicke Luft vorprogrammiert. Ein Heiratsschwindler trifft auf die perfekten Frauen, es kommt zu Diebstahl an Land, Morden und Ermittlungen. 17 AutorInnen präsentieren 19 Kurzkrimis auf einer Kreuzfahrtreise durch das Mittelmeer zwischen Barcelona, Marseille, Cannes, Palma de Mallorca und Rom.


Meine Meinung:
Im Moment ist das Reisen nicht ohne weiteres möglich, deshalb ist es schön, wenn ich mit einem Buch Gegenden besuchen kann, die ich noch nicht kenne oder endlich mal "wiedersehen" kann.
Eine Kreuzfahrt bietet diese Möglichkeit hervorragend an. Besonders im Mittelmeer gibt es so viele sehenswerte Städte, da lohnt es sich richtig. Wer nun allerdings ein Liedchen auf den Lippen hat, sollte vorsichtig sein, denn nicht immer ist eine Seefahrt lustig. 
Siebzehn Autorinnen und Autoren haben sich einiges einfallen lassen. Es sind nicht einfach nur Reiseberichte, nein, es sind Kurzkrimis. Unterhaltsam, spannend und humorvoll - es ist alles dabei. 
Mir hat bei diesem Buch sehr gut gefallen, dass die Geschichten so unterschiedlich waren und ich auch die Möglichkeit hatte, immer mal zwischendurch das Buch zur Seite zu legen. Denn ich meine, dass nicht alle Geschichten in einem Rutsch hintereinander gelesen werden sollen. Die Wirkung für die einzelne ist wesentlich größer und schöner.


Fazit:
Wer gerne verreist und spannende und unterhaltsame Geschichten mag, sollte hier zugreifen. Und keine Angst, solche Abenteuer kommen doch relativ selten vor 😉 Gerne gebe ich eine Leseempfehlung.  Außerdem möchte ich noch erwähnen, dass die eine oder andere Geschichte mich neugierig gemacht hat und ich mehr von der Autorin oder von dem Autor lesen möchte.

Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Samstag, 17. Oktober 2020

Autoreninterview - mal anders - KBV - Nachgefragt

Dieses Interview wurde mir freundlicherweise vom KBV-Verlag zur Verfügung gestellt

Klaus Stickelbroeck (*1963) lebt in Kerken am Niederrhein und arbeitet als Polizeibeamter in Düsseldorf. Seinen ersten Kurzkrimi veröffentlichte er im Jahr 2000. Der erste Kriminalroman »Fieses Foul« erschien 2007. »Fischfutter« (2010) wurde für den Friedrich-GlauserPreis als bester Kriminalroman des Jahres nominiert. Sein Serienermittler ist der Ex-Profifußballer und Privatdetektiv Hartmann. Stickelbroeck ist zudem einer der fünf »Krimi-Cops«, deren sechs Kriminalromane, zuletzt »Goldrausch« (2018), ebenfalls bei KBV erschienen sind. www.klausstickelbroeck.de, www.krimi-cops.de


Klaus Stickelbroecks „Kommissar Hartmann“ verstrickt sich 


Guten Tag, Herr Stickelbroeck. Privatdetektiv Hartmann ist wieder im Düsseldorfer Nachtleben auf Mörderjagd unterwegs. Dieses Mal schicken Sie ihn auf Ermittlungstour in die BDSM-Szene. Was hat Sie denn für den neuen Hartmann-Roman zur Recherche in diesem Milieu inspiriert? 

Klaus Stickelbroeck: Als alter Düsseldorfer hat Hartmann in den ersten Romanen in seinem vertrauten Wohnzimmer ermittelt. In seiner Heimatstadt kennt er sich aus, da kennt man ihn, da weiß er, was Sache ist. Ich lasse ihn jetzt in einer Szene ermitteln, die er sich neu erarbeiten muss. Ich fand es total spannend, ob und wie sich Hartmann auf unbekanntem Geläuf durch die turbulenten Situationen manövriert. Die BDSM-Szene kommt in sich geschlossen, leicht verrucht und verwegen daher. Ich war selbst gespannt, Hartmann bei seinen sehr temporeichen Ermittlungen am Limit zu beobachten. 


Sie sind nicht nur als Krimiautor, sondern auch als Polizist in Düsseldorf tätig. Inwieweit sind reale Erfahrungen aus Ihrem Polizistenleben in den Roman „Fesseltrick“ eingeflossen? 

Klaus Stickelbroeck: Das ist eine der spannenden Seiten meines Berufs, nämlich dass man als Polizist Menschen kennenlernt, die man sonst nicht kennenlernen würde und an Orte kommt, wo man vielleicht sonst so nicht unbedingt hinkäme. Über die Jahre kommt da einiges an einschlägigen Einsätzen zusammen. Ich sag immer, ich bin in jedem Club Düsseldorfs gewesen und hab hinter viele Kulissen gucken können. Herrlich. Und dann schaue ich genau hin, es kann ja immer was für den nächsten Krimi dabei sein. Davon profitiert gerade Fesseltrick enorm. Da ließ sich einiges einarbeiten, was die Szenen und handelnden Personen dann im Buch authentisch wirken lässt. 


Im nun achten Band der Hartmann-Reihe sind die bekannten „schrägen Vögel“ rund um den Ermittler auch wieder mit von der Partie: Regenrinnen-Rita, Nachbar Jonny, die smarte Computerspezialistin Alina mit den blauen Haaren, Angie und Huren-Heinz. Mithilfe seiner Kumpels gelingt es Hartmann sicherlich auch dieses Mal wieder, Licht ins Dunkel zu bringen. Was ist das Geheimnis ihres Ermittlungserfolgs? 

Klaus Stickelbroeck: Hartmann ist ein pfiffiger, schlagfertiger Privatdetektiv, der mit fast allen Wassern gewaschen ist, aber seine Fälle bekäme er alleine nicht gelöst. Glücklicherweise kann er sich auch dieses Mal auf sein Netzwerk verlassen, das beinahe wie ein gut sortierter Werkzeugkasten funktioniert. Einbrecherkumpel Angie hilft Hartmann Türen zu öffnen, wenn der keinen Schlüssel hat, die über zwei Meter große Regenrinnen-Rita behält die Übersicht, Alina drückt am PC die richtigen Tasten, der muskulöse Jonny guckt grimmig, wenn es grob wird. Es macht mir einen Heidenspaß Situationen zu entwerfen, in denen Hartmanns Clique zeigen kann, was sie drauf hat. Es entsteht ein turbulentes Geben und Nehmen, das mir total sympathisch ist. Erst genau diese verwegenen, schrägen Typen machen Hartmann erfolgreich. Ein bisschen bin ich ja auch Hartmanns Kumpel. 


Ihre schräg-komischen Figuren-Ensembles scheinen Sie mit schlagfertigen Frauen, frivolen Finnen, trinkfesten Schlagerstars und braven Ehefrauen, die alles andere sind als das, im aktuellen Krimi noch weiter ausgebaut zu haben. Wie haben sich die Charaktere der Hauptfiguren Hartmann & Co. im Vergleich zum Debütroman weiterentwickelt? 

Klaus Stickelbroeck: Das ist der große Vorteil einer Krimi-Reihe. Neben der Hauptfigur bekommen auch alle anderen Figuren in den Romanen die Chance, sich zu entwickeln. So behaupte ich im Debüt einfach, dass die als Prostituierte arbeitende, schwach drogensüchtige Regenrinnen-Rita eine treue Freundin ist. Erst in einem späteren Roman zeigt Rita mit viel Platz im Krimi, warum sie eine so tolle, liebenswerte Person ist. Und der Leser denkt, alles klar, deshalb schätzt Hartmann sie so sehr. Genauso Jonny. Von Roman zu Roman merkt man nach und nach, dass der schweigsame, Taxi fahrende Medizinstudent aus Ghana gar nicht so harmlos ist, wie er immer wortkarg daher kommt. Herrlich undurchsichtig. Über die Romane hinweg blitzt und schimmert es düster unter der Oberfläche, fügt sich ein unheimliches Puzzlestück ans nächste. Ehrlich, ich liebe Jonny, aber ganz geheuer ist er mir nicht. Ich bekomme manchmal beim Schreiben eine Gänsehaut. Mit dieser Figur bin ich noch lange nicht fertig. Und HurenHeinz? Hartmanns Lieblingszuhälter lernen wir in Fesseltrick von einer ganz speziellen Seite kennen. Da war ich selbst überrascht ... Und - zuletzt noch erwähnt - macht es riesig Spaß zu beschreiben, wie die Anderen auf einen sich stetig weiterentwickelnden, professioneller werdenden Hartmann reagieren. Auch das muss in einer KrimiReihe stimmig sein. 


Neben dem Zeichnen von Figuren sind Dialoge Ihre große Stärke. Bringt das der Umgang mit sich? Als Polizist haben Sie viel mit Menschen unterschiedlichster sozialer Schichten zu tun. Sammeln Sie vielleicht auch Sprachfetzen, die Sie auf der Straße aufgreifen, um sie dann in Ihre Krimis einzubauen?

Klaus Stickelbroeck: Oh ja, das ist fast ein Hobby für sich. Ich liebe schräge Dialoge, ich sammle sie. Tatsächlich auch im Dienst mit den unterschiedlichsten Menschen. Ich höre hin und denke manchmal, das ist was für Hartmann. In Fesseltrick ist die Fanta-Szene aus dem Restaurant Fuchsjagd so eine. Großmutter und Enkel am Nachbartisch. Großmutter möchte, dass ihr Enkel Apfelsaft bestellt, er will Fantaaaaa. Hartnäckig. Keinen Apfelsaft. Die Szene habe ich eins zu eins so erlebt. Das kann man sich nicht ausdenken. Fantaaaaa! Darüber hinaus kann man mit einem guten Dialog die Handlung zügig nach vorne treiben und herrlich Stimmungen rüberbringen. Jede Schicht hat ihre Sprache. Und tatsächlich drückt sich Huren-Heinz anders aus, als Hartmanns 80-jährige Nachbarin Heidi. Also meistens. Was für Dialoge gilt, gilt auch für einzelne Worte. Kippenigel. Oder: er hebelschnackte die Bierflasche auf. Ich liebe das. Da höre ich genau hin. 


Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – heißt es so schön im Fußball. Hand aufs Herz: Arbeiten Sie schon an einem Folgeroman? Und: Worin wird sich Hartmann dann verstricken? 

Klaus Stickelbroeck: Oh ja, es wird sicher noch weitere Hartmann-Krimis geben. Ich möchte nichts verraten, aber es werden im Fesseltrick eine ganze Menge Stricke ausgelegt, mit denen man noch prima Knoten machen kann. Oder Schlingen. Tja, und der neue Krimi der Krimi-Cops soll im nächsten Jahr ja auch fertig werden. Es gibt noch viel zu morden. Äh, tun. Viel zu tun. 


Herzlichen Dank für das Interview.




Freitag, 16. Oktober 2020

Rezension - Lotte mischt mit


Autor: Klaus Heimann

Titel: Lotte mischt mit

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 28. August 2020

Seiten: 192

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber : edition oberkassel



Über den Autor:
Klaus Heimann, Jahrgang 1959. Schon als Jugendlicher liebte er es, anderen Kindern Märchen oder aus dem Stegreif erfundene Geschichten zu erzählen. Die Lust am Erzählen begleitete ihn ins Erwachsenenalter und er begann mit dem Schreiben. Bisher verfasste er Kurzprosa, Lieder, ein Kindermusical und mehrere Romane. Neben seiner Heimatstadt Essen und dem Ruhrgebiet liefern Klaus Heimann Reiseerlebnisse Inspiration für sein schriftstellerisches Schaffen. 2015 erschien sein erster Kriminalroman „Taxi zum Nordkap“. Ihm folgten und folgen noch weitere.



Kurzbeschreibung, übernommen:
Hauptkommissar Sigi Siebert und seine Frau Lotte machen Urlaub zum Blütenfest in Werder an der Havel. Außerdem wollen sie dort ihre Tochter Lucy treffen, die in Berlin studiert. Auf einer Fahrradtour hören Sieberts plötzlich Schüsse. Sigi dringt in eine Villa ein und entdeckt dort zwei Frauenleichen. Lotte beharrt darauf, in einer schwarz gekleideten Gestalt, die sie zufällig am Tatort beobachtet hat, eine Urlaubsbekannte aus Essen erkannt zu haben. Die Potsdamer Kripo nimmt ihre Arbeit auf. Immer mehr Spuren führen in die Heimatstadt der Sieberts. Sigi wird mit seinen Kollegen Erich und Möhrchen in die Ermittlungen hineingezogen. Sie machen sich auf die Suche nach der ominösen Frau. Doch die nimmt es bei ihren Aussagen nicht allzu genau mit der Wahrheit. Schließlich ist es wieder eine Beobachtung von Lotte, die bei der Überführung hilft. Aber Sigi muss trickreich agieren, um zu einem Geständnis zu gelangen.


Meine Meinung:
Mit dem Buch "Tod einer Bikerin" habe ich den Hauptkommissar Sigi Siebert kennen gelernt und war jetzt neugierig auf einen weiteren Fall von ihm. Nicht nur ich war neugierig, sein Freund Ecki war es ebenfalls. Obwohl er ja eigentlich alles zu dem Fall wissen müsste. Aber zu gerne werden alte Geschichten an der Theke, in der Stammkneipe, bei ein, zwei, drei oder ganz vielen Pilschen und Samtkragen erzählt. Nach dem Motto, weißt Du noch....
Vor einigen Jahren machten Sigi und Lotte in Werder an der Havel Urlaub. Zufällig hörten sie Schüsse und beide wollten natürlich wissen, was da passiert sein könnte. Ohne es zu wollen, steckten beide mehr oder weniger in einem Fall, dessen Spuren auch nach Essen, ihrer Heimatstadt, führten. 
Sigi erzählt also seinem Freund Ecki alles über diesen Fall und ich fand diesen Schreibstil einmal erfrischend anders. Spannend war es bis zum Schluss. Lotte mischte sich, wie der Buchtitel es verspricht, dann auch kräftig ein, wobei ich manches an ihrem Verhalten unverständlich fand. 
Auf jeden Fall fühlte ich mich gut unterhalten und außerdem bekam ich große Lust, genau dort, wo die beiden waren, auch mal Urlaub zu machen. 


Fazit:
Ein Krimi, der mal ganz anders geschildert wurde. Die Spannung ging dadurch nicht verloren und gerne gebe ich eine Leseempfehlung.


Ich möchte mich beim Verlag vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Donnerstag, 15. Oktober 2020

Rezension - Der Stockholm-Code: Die erste Begegnung


 
Autorin: Denise Rudberg

Titel: Der Stockholm-Code: Die erste Begegnung

Genre: Historisch

Version: eBook, Hörbuch und Taschenbuch

erschienen: 13. Oktober 2020

Seiten: 352

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber : Aufbau Taschenbuch



Über die Autorin:
Denise Rudberg, 1971 in Stockholm geboren, studierte Filmwissenschaft und Dramaturgie in New York. Zusammen mit Camilla Läckberg moderierte sie im schwedischen Fernsehen eine Kultur- und Literatursendung. In Schweden ist sie eine Bestsellerautorin.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Drei Frauen im Krieg und ein geheimer Code.
1940, Schweden: Das Schicksal führt Signe, Elisabeth und Iris, die unterschiedlicher nicht sein könnten, in Stockholm zusammen. Sie alle müssen hier einen Neuanfang wagen, während die Bedrohung durch die Nazis in Europa immer größer wird. Die drei werden aufgrund ihrer mathematischen Begabung ausgewählt, an einem geheimen Projekt teilzunehmen: Sie sollen dabei helfen, die Funknachrichten der Nazis zu entschlüsseln und nach versteckten Botschaften zu durchsuchen. Doch jede der drei Frauen birgt ein Geheimnis – und eines Tages werden sie von ihrer Vergangenheit eingeholt.
Die spannende Geschichte dreier junger Frauen mit einem besonderen Talent, das ihnen zur Waffe wird.


Meine Meinung:
Stockholm ist eine wunderschöne Stadt und als ich den Titel las, war mir klar, dass ich das Buch lesen wollte. Ich lernte drei völlig unterschiedliche Frauen kennen, die der Zufall zusammenführen sollte. Denn alle drei hatten eine besondere Begabung, die sehr nützlich während des Krieges sein sollte.
Die Autorin hat allen drei Frauen besondere Charaktere zugeordnet, was ich sehr interessant fand. Durch ihr Verhalten konnte ich sehr viel über das damalige Leben in Schweden erfahren. Natürlich war ihre Aufgabe, die sie erledigen mussten, auch sehr fesselnd. Ich will jetzt nicht behaupten, dass es übermäßig spannend war. Es hat mir einfach gefallen, alle Personen zu beobachten und freute mich, dass sie Funknachrichten entschlüsseln konnten. Was mir so gar nicht gefallen hat, war das Ende. Es hört sehr dramatisch auf und ich muss nun warten, bis das nächste Buch erscheint und ich lesen kann, wie sich alles weiter entwickelt. Etwas weniger dramatisch hätte mir auch gereicht, denn ich bin natürlich neugierig, wie sich alles entwickeln wird, da noch viele Fragen offen sind. 


Fazit:
Ein unterhaltsames Buch auf historischer Basis. Es ist immer wieder interessant zu lesen, was während dieser schrecklichen Jahre in anderen Ländern passierte. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und ich muss mich jetzt leider gedulden, bis es weitergeht.

Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

#DerStockholmCode #NetGalleyDE

Rezension - Das Geheimnis von Dower House


Autor: Nicholas Blake

Titel: Das Geheimnis von Dower House

Genre: Krimi, Weihnachtsbuch

Version: eBook und gebundene Ausgave

erschienen: 19. September 2020

Seiten: 336

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber : Klett-Cotta



Über den Autor:
Nicholas Blake ist das Pseudonym des Autors Cecil Day-Lewis (1904–1972). Er war ein irisch-britischer Akademiker, arbeitete eine Zeit lang beim Verlag Chatto & Windus, wurde von der Queen zum Hofdichter ernannt und brauchte irgendwann Geld, weshalb er begann, unter Pseudonym äußerst erfolgreiche psychologische Kriminalromane zu schreiben.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Das legendäre Fliegerass Ferguson O’Brien bekommt seit einiger Zeit Morddrohungen frei Haus. Und O’Brien wäre kein so draufgängerischer Abenteurer, wenn er nicht die Gelegenheit nutzen würde, um zusammen mit dem Detektiv Nigel Strangeways nach dem mysteriösen Briefeschreiber zu suchen, der sich unter seinen Weihnachtsgästen befinden muss. Ferguson O’Brien, hochdekorierter Pilot und Abenteurer, erhält seit einiger Zeit eine Reihe von äußerst eloquenten Morddrohungen, in denen ihm angekündigt wird, den zweiten Weihnachtsfeiertag nicht zu überleben. Doch von so etwas lässt sich jemand wie O’Brien nicht verunsichern, stattdessen schmiedet der alte Haudegen einen Plan, um seinen Mörder zu entlarven. Zur Unterstützung lässt er zudem den charismatischen Detektiv Nigel Strangeways nach Dower House kommen, der sich so in einer bunten Weihnachtsgesellschaft voll undurchsichtiger Motive wiederfindet. Und während Strangeways noch versucht, aus den Gästen schlau zu werden, wird O’Brien pünktlich nach dem zweiten Weihnachtsfeiertag tot aufgefunden – doch dem einen Toten folgen noch weitere …


Meine Meinung:
Bei meiner Suche nach weihnachtlichen Büchern wurde ich auf dieses Buch aufmerksam. Das Cover gefiel mir und der Klappentext machte mich neugierig. Allerdings fiel mir gleich der für mich ungewöhnliche Schreibstil auf. Lange verschachtelte Sätze machten mir den Einstieg schwer. Deshalb habe ich mich noch weiter über das Buch informiert und festgestellt, dass der Autor es ursprünglich wohl 1936 geschrieben hat. Was ja auch sehr interessant sein konnte, denn es ist schon ein Unterschied, ob ein Autor von heute einen Krimi schreibt, der sich in den 30er Jahren abspielte oder ich einen Krimi lese, der damals geschrieben wurde. Auf jeden Fall habe ich mich doch zügig daran gewöhnen können und mein Lesefluss wurde nicht mehr gestört. Detektiv Nigel bekommt einen ungewöhnlichen Auftrag, der sich etwas anders entwickelt, als er sich gedacht hatte. Ein großes Rätselraten beginnt, wir beide stecken mittendrin. Nigel ist da natürlich etwas versierter als ich, er muss sich zwar anstrengen, aber am Ende hat er alle Zusammenhänge erfasst und weiß auch, was wann wir passiert ist. Ich fand es sehr unterhaltsam, hatte aber das Gefühl, dass die Spannung nicht sehr groß war. 


Fazit:
Wer Lust hat, mal wieder einen englischen Krimi in einem anderen Schreibstil zu lesen, wird hier wohl das richtige Buch finden. Ich gebe hier nicht unbedingt eine hundertprozentige Leseempfehlung, möchte aber auch nicht abraten. Vielleicht macht es Sinn, zunächst die Leseprobe zu lesen.

Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken. 

#DasGeheimnisvonDowerHouse #NetGalleyDE

Dienstag, 13. Oktober 2020

Rezension - Fesseltrick


Autor: Klaus Stickelbroeck

Titel: Fesseltrick

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 12. Oktober 2020

Seiten: 320

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber : KBV




Über den Autor:
Klaus Stickelbroeck (*1963) lebt in Kerken am Niederrhein und arbeitet als Polizeibeamter in Düsseldorf. Seinen ersten Kurzkrimi veröffentlichte er im Jahr 2000. Der erste Kriminalroman »Fieses Foul« erschien 2007. »Fischfutter« (2010) wurde für den Friedrich-Glauser-Preis als bester Kriminalroman des Jahres nominiert. Sein Serienermittler ist der Ex-Profifußballer und Privatdetektiv Hartmann. Stickelbroeck ist zudem einer der fünf »Krimi-Cops«, deren sechs Kriminalromane, zuletzt »Goldrausch« (2018), ebenfalls bei KBV erschienen sind.



Kurzbeschreibung, übernommen:
Hartmann verstrickt sich! Privatdetektiv Hartmann ist mächtig genervt. Sein Kumpel Angie ist vorübergehend bei ihm eingezogen und feiert eine Party nach der anderen. Da kommt ihm ein neuer Fall gerade recht: Der Düsseldorfer Immobilien-König Lutz Busse wurde heimlich bei einem Clubbesuch mit frivolem Fessel-Event fotografiert und wird nun erpresst. Hartmann soll herausfinden, wer der Erpresser ist, damit Busse sich mit ihm einigen kann. Die Ermittlungen führen ihn in die Düsseldorfer BDSM-Szene, auf ausschweifende Partys und in geheime Privatclubs. Er trifft auf schlagfertige Frauen, frivole Finnen, trinkfeste Schlagerstars und brave Ehefrauen, die alles andere sind als das. Die rumänische Computerspezialistin Alina, Huren-Heinz und Regenrinnen-Rita helfen Hartmann, einen Fall aufzuriffeln, der verknoteter nicht sein könnte. Als er bei seinen Ermittlungen schließlich sogar auf eine Tote stößt, wird ihm schlagartig klar, dass aus einem kunstvoll geknoteten Strick ganz leicht eine tödliche Schlinge werden kann.


Meine Meinung:
Als bekennender Krimi-Serien-Junkie war es für mich klar, dass ich auch das achte Buch lesen wollte, in dem Christian Hartmann einen Auftrag bearbeitet. 
Klaus Stickelbroeck hat sich wieder einiges einfallen lassen und so beginnt die Geschichte in diesem Buch sehr chaotisch. Hartmann kommt nach Hause und seine Wohnung ist verwüstet. Aber es waren keine Einbrecher, sondern sein Kumpel Angie, dem er Obdach gewährt hat. Allerdings hatte Angie Besuch und sie haben so richtig schlimm gehaust. Hartmann hat Durst und schnappt sich eine Colaflasche und trinkt alles aus. Oh oh. Es sind die vielen kleinen Nebensächlichkeiten, die neben der Spannung noch für sehr viel Lesevergnügen sorgen. Außerdem bereitet es mir immer wieder viel Spaß, wenn ich die Örtlichkeiten kenne, wo etwas passiert ist. Allerdings gestehe ich sofort, dass ich mit Fesseltricks bisher noch nichts zu tun hatte und das auch gar nicht kennen lernen will. 😉 Mir reicht es, dass ich Hartmann begleiten konnte.
Mit Spannung und Humor hat es der Autor wieder geschafft, dass ich an das Buch gefesselt wurde, haha, tolles Wortspiel. Der Schreibstil ist so ganz anders, als ich es normalerweise von Krimiautoren gewohnt bin, aber genau das gefällt mir an den Krimis von Klaus Stickelbroeck sehr gut. Wer kennt eine Regenrinnen-Rita oder einen Huren-Heinz? Die Namen sind doch schon sehr aussagekräftig und besonders Rita hat eine wichtige Rolle in diesem Buch. Überhaupt sähe Hartmann sehr schlecht aus, wenn er nicht immer wieder Hilfe seiner schrägen Freunde bekommen würde.


Fazit:
Auch diesmal ist dem Autor ein spannender und humorvoller Krimi gelungen. Die Szene war jetzt nicht so ganz mein Ding, aber ich musste dort ja auch nicht ermitteln, mir hat das Lesen durchaus gereicht. Gerne gebe ich auch für diese Folge eine Leseempfehlung, möchte aber erwähnen, dass es durchaus Sinn und Spaß macht, auch die vorherigen Bücher zu kennen. Allerdings kann jedes Buch für sich gelesen werden, da es abgeschlossene Geschichten sind.


Beim Autor und beim Verlag möchte ich mich vielmals bedanken, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, das Buch vorab zu lesen. Zumal ich im Vorfeld schon sehr neugierig darauf gemacht wurde. 
Ich hatte nämlich die Möglichkeit den Autor in diesem Corona-Sommer mit Abstand in unserem Entenpark zu treffen und worüber unterhalten sich da Leserin und Autor? Außerdem habe ich beobachten können, welche Geschichten ihm so erzählt werden. Interessant kann ich da nur sagen 


Sonntag, 11. Oktober 2020

Rezension - Mord im Santa-Express



Autor: Jan Beinßen

Titel: Mord im Santa-Express

Genre: Weihnachtsbuch, Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 5. Oktober 2020

Seiten: 208

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber : Piper Taschenbuch



Über den Autor:
Jan Beinßen, Jahrgang 1965, ist gebürtiger Niedersachse und lebt mit seiner Familie bei Nürnberg. Der langjährige Journalist der Abendzeitung schrieb zahlreiche Kriminalromane, darunter die beliebten Franken-Krimis mit Ermittler Paul Flemming sowie verschiedene Frankreich-Krimi-Reihen unter Pseudonymen.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Heiligabend im Zug. Und an Bord eine Leiche … 
Am 24. Dezember sitzt Bruno Häusler im letzten ICE des Tages von Hamburg nach München. Während im Dunkeln die Schneelandschaft an ihm vorbeizieht und Mitpassagiere Glühwein und Plätzchen auspacken, denkt er an die Feiertage mit seiner Ex-Frau und den erwachsenen Kindern. Da betritt eine aufgewühlte Frau den Großraumwagen. Der ältere Mann in ihrem Abteil hat gesundheitliche Probleme. Als sie bei ihm ankommen, ist er bereits tot. Hatte er einen Herzinfarkt? Oder war sein Kaffee vergiftet? Was als beschauliche Bahnfahrt beginnt, wird unerwartet zu einem Weihnachtskrimi, der den Frieden der Weihnacht gefährdet.


Meine Meinung:
Wer Heiligabend seine Zeit im Zug verbringt, hätte wahrscheinlich nie damit gerechnet, dass es einen Toten gibt. Vor allem nicht, dass es anscheinend kein natürlicher Tod ist. 
Nun ist es für mich als Krimifan nicht das erste Buch, wo sich die Beteiligten in einem Zug befinden und es einen Toten gibt. Die Zahl der Verdächtigen wird zwangsläufig etwas eingegrenzt und es beginnt nicht nur für mich ein Rätselraten, wer denn wohl was gemacht haben könnte. So nach und nach lernte ich nicht nur die Reisenden kennen, sondern auch Mitarbeiter des Zugpersonals, wobei ich von einigen Personen wesentlich mehr erfahren konnte.  
Der Autor hat es sehr gut verstanden und entsprechende Fährten gelegt, allerdings konnte ich nicht so recht glauben, dass eine Begebenheit tatsächlich der Auslöser für alles war. Auf jeden Fall konnte ich an einer erlebnisreichen Zugfahrt teilnehmen und war am Ende von der Entwicklung und Auflösung sehr überrascht.


Fazit:
Eine Fahrt im Santa-Express, die nicht für jeden glücklich endete. Ein unterhaltsamer Krimi, für mich zum Mitraten geeignet, den ich gerne weiter empfehle.

Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Rezension - Der Tod singt laut O Tannenbaum


Autorin: Susanne Hanika

Titel: Der Tod singt laut O Tannenbaum

Genre: Krimi, Winterbuch, Weihnachtsbuch

Version: eBook und Hörbuch

erschienen: 30. September 2020

Seiten: 174

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber : beTHRILLED 



Über die Autorin:
Susanne Hanika, geboren 1969 in Regensburg, lebt noch heute mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in ihrer Heimatstadt. Nach dem Studium der Biologie und Chemie promovierte sie in Verhaltensphysiologie und arbeitete als Wissenschaftlerin im Zoologischen Institut der Universität Regensburg. Die Autorin ist selbst begeisterte Camperin und hat bereits zahlreiche Regiokrimis veröffentlicht. 


Kurzbeschreibung, übernommen:
Es ist Winter am Hirschgrundsee und Sofia und ihre Camper freuen sich auf den nächsten Mord! Natürlich kein echter Mord. Evelyn plant ein Krimidinner im Stile der Zwanziger Jahre! Doch für die mörderische Dinnerparty fehlen noch ein paar Gäste. Zum Glück quartieren sich kurz zuvor noch zwei Paare auf dem Campingplatz ein. Doch es kommt, wie es kommen muss - am Ende des Dinners hat Sofia eine echte Leiche im Keller! Und weil Kommissar Jonas mit einer dicken Erkältung das Bett hüten muss, haben Sofia und Evelyn freie Fahrt für ihre Ermittlungen. Aber können sie es wirklich mit einem Mörder aufnehmen? 
"Der Tod singt laut O Tannenbaum " ist der elfte Teil der erfolgreichen Bayern-Krimi-Reihe "Sofia und die Hirschgrund-Morde" von Susanne Hanika. Krimi trifft auf Humor, Nordlicht auf bayerische Dickschädel, Wieder-Single-Frau auf Jugendliebe und feschen Kommissar - dazu jede Menge Leichen, Mörder und Ganoven. Und all dies vor herrlich bayerischer Kulisse!


Meine Meinung:
Dies ist bereits das elfte Buch dieser Krimiserie. Ich habe (noch) nicht alle gelesen, wollte aber dieser Folge unbedingt den Vorzug geben. Denn ich lese zur Zeit ja bevorzugt Bücher, die bestens für die Winter/Advents/Weihnachtszeit geeignet sind. Jede Folge ist ein abgeschlossenes Buch, allerdings macht es natürlich Spaß, zu wissen, wie alles am Hirschgrund anfing. 
Diesmal sollte ein Krimidinner die Dauercamper erfreuen. Im Winter befinden sich nur wenige auf dem Campingplatz und so bietet das Dinner eine angenehme Abwechslung. Natürlich hat keiner geahnt, dass es eine echte Leiche geben würde und so nahm die Entwicklung des Geschehens einen sehr spannenden und interessanten Verlauf. Ich kannte ja bereits die meisten Beteiligten und freute mich, dass ich sie jetzt "wiedersah", aber auch Neueinsteiger hätten kein Problem gehabt, denn so nebenbei wurde immer mal das eine oder andere Wichtige erwähnt. 
Ich hatte jetzt ein weiteres Mal die Möglichkeit, bei der Aufklärung eines Falles dabei zu sein. Wobei sich Evelyn sehr hervor tat und nicht jeder damit einverstanden war, wie sie es machte. Sofia will sie so manches Mal bremsen, aber im Grunde ist sie dann doch zu neugierig und mischt so richtig mit. 
Susanne Hanika hat es wieder geschafft und auch im elften Buch keine Langeweile aufkommen lassen. Ich bin nun bestens informiert, wie ein Krimidinner abläuft und hätte große Lust dazu, im Hirschgrund an einem weiteren teilzunehmen. 


Fazit:
Eigentlich ist auf diesem Campingplatz immer etwas los, egal zu welcher Jahreszeit. Während die Beteiligten im Schnee und in der Kälte ihre Rollen spielen müssen, darf ich zu Hause gemütlich im Lesesessel alles verfolgen. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung für diese Folge und rate allen, die bisher noch nichts von den Hirschgrund-Morden gelesen haben, mal nach den anderen Folgen Ausschau zu halten.


Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Rezension - Die Rache der Weihnachtsgurke


Autorin: Julia Bruns

Titel: Die Rache der Weihnachtsgurke

Genre: Krimi, Humor, Weihnachtsbuch

Version: eBook, Hörbuch, Taschenbuch

erschienen: 18. September 2020

Seiten: 352

Altersempfehlung: Erwachsene



Über die Autorin:
Julia Bruns wurde in einem kleinen Dorf mitten in Thüringen geboren. Die promovierte Politikwissenschaftlerin arbeitete viele Jahre als Redenschreiberin und in der Öffentlichkeitsarbeit. Heute schreibt sie als freie Autorin.



Kurzbeschreibung, übernommen:
Advent, Advent, ein Mörder rennt … Im kleinen Dorf Eliasborn bricht am ersten Dezember eine neue Zeitrechnung an: Der Bürgermeister wünscht sich ein "Weihnachtswunderland" und kämpft mit harten Bandagen für den Erhalt sämtlicher Traditionen. Auch Weihnachtsmuffel Adam wird gezwungen, sich einzubringen - er soll den Nikolaus spielen. Doch dann, kurz vor der feierlichen Einweihung des Adventskalenders, das Drama: Der Pfarrer wird tot in seiner Badewanne gefunden! Ein schlechtes Omen? Jetzt hilft nur noch Teamwork. Gemeinsam mit Freund Ruprecht macht sich der Nikolaus auf die Suche nach dem "Weihnachtsmörder", um das Fest der Liebe zu retten.


Meine Meinung:
Schaut Euch mal das Cover an. Mir gefällt es sehr gut und ich finde, es verspricht Spannung und Humor. Natürlich wollte ich das Buch unbedingt lesen und kann vorab erwähnen, dass es eine gute Entscheidung für mich war.
Julia Bruns hat sich ganz besonders urige Typen ausgedacht. Manchmal etwas übertrieben dargestellt, obwohl ich mir gut vorstellen kann, dass viele so reagieren. Schließlich ist die Organisation einer Dorfweihnacht eine ähnlich ernst zu nehmende Angelegenheit, wie Karneval im Rheinland. 😉
Die Geschichte in diesem Buch erzählt uns Leser, in der Ich-Form, der Nikolaus,  ach sorry, ich meine Adam erzählt uns die Geschichte. Er ist eigentlich gar kein Freund dieser Dorfweihnacht und gar nicht begeistert, dass er die Rolle des Weihnachtsmannes übernehmen muss,  obwohl er immer besser in die Rolle schlüpft und seine Bemerkungen und Gedanken dazu sind köstlich. Ich musste so oft lachen beim Lesen. Manchmal finde ich es schon schade, dass ich nicht viel vom Inhalt verraten kann und will. Sonst könnte ich jetzt etwas darüber berichten, was beim Kindergartenchor merkwürdig ist und vieles mehr. Es gab so viele tolle Situationen. Trotzdem es ja eigentlich ein Krimi ist und wie bereits erwähnt, eine ernste Angelegenheit. Auf jeden Fall hat die Autorin es bestens verstanden, Spannung, dörfliches Alltagsleben und Humor zu vereinen. Nebenbei erwähnt, mir ist die Tradition dieser Weihnachtsgurke völlig unbekannt, aber nun bin ich doch bestens informiert.


Fazit:
Wer in der Advents/Weihnachtszeit Spannung und Humor sucht, sollte dieses Buch lesen. Ich hatte einen riesengroßen Spaß beim Lesen und gerne empfehle ich das Buch weiter.

Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Rezension - O du fröhliche, oh du grausige


Autorin: Friederike Schmöe

Titel: O du fröhliche, o du grausige

Genre: Weihnachtsbuch, Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 7. Oktober 2020

Seiten: 250

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber : Gmeiner-Verlag




Über die Autorin:
Geboren und aufgewachsen in Coburg, wurde Friederike Schmöe früh zur Büchernärrin - eine Leidenschaft, der die Universitätsdozentin heute beruflich nachgeht. In ihrer Schreibwerkstatt in der Weltkulturerbestadt Bamberg verfasst sie seit 2000 Kriminalromane und Kurzgeschichten, gibt Kreativitätskurse für Kinder und Erwachsene und veranstaltet Literaturevents, auf denen sie in Begleitung von Musikern aus ihren Werken liest. Ihr literarisches Universum umfasst u. a. die Krimireihen um die Bamberger Privatdetektivin Katinka Palfy und die Münchner Ghostwriterin Kea Laverde.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Bella will nicht mehr als freie Mitarbeiterin der Zeitung Termine wahrnehmen, die Egos ihrer Familie kraulen und sich für Dorf-Events engagieren, sondern endlich einen Job als Reporterin! Leider stehen die Chancen für sie, mit ihren 50 Jahren, nahezu bei null. Als Bella eines Abends eine sterbende Frau auf der Landstraße findet, sieht sie ihre Chance gekommen: Sie will über »ihren Fall« schreiben. Doch was als Unfall mit Fahrerflucht beginnt, entpuppt sich als weihnachtliches Dorfdrama, und Bellas Familie steckt mittendrin …


Meine Meinung:
Ohje, so hatte Bella es sich nicht vorgestellt. Als sie von einer Sitzung abends nach Hause fährt, sieht sie im Schnee etwas liegen und schaut nach. Leider ist es eine junge Frau, die nicht mehr gerettet werden kann. Bella findet das alles sehr merkwürdig und will wissen, was passiert ist. Als freie Mitarbeiterin der Zeitung sieht sie hier auch eine Chance für sich, wenn sie darüber ausführlich berichten kann. 
Tja, das wahre Leben stellt allerdings andere Herausforderungen an sie. Ich darf Bella begleiten und erfahre vieles aus ihrem Familienleben und vor allem aus dem Dorfleben. Irgendwie tat sie mir leid und ich hatte schon überlegt, wie ich an ihrer Stelle handeln würde. Wäre der Entschluss gefallen, dass sie einfach mal abhaut und sich ein paar Tage Auszeit nimmt, hätte ich durchaus Verständnis dafür gehabt. Aber die Autorin hat sich anderes für Bella einfallen lassen, die am Ende vielleicht zu dem Schluss gekommen wäre, dass es nicht immer gut ist, wenn man alles lösen will. Es stellt sich die moralische Frage, Familiensinn oder Gerechtigkeit, was ist wichtiger?
Friederike Schmöe hat es geschafft und Spannung mit dem Alltagsleben in Familie und Dorf verbunden. Der Buchtitel passt auf jeden Fall.


Fazit:
Im Advent geht es nicht immer nur gemütlich und besinnlich zu. Todesfälle, die geklärt werden müssen, gibt es auch in dieser Zeit. Als Krimifan finde ich es sehr gut, wenn ich auch in dieser Zeit Abwechslung beim Lesen habe. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung.

Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Samstag, 10. Oktober 2020

Autoreninterview - Katharina Lankers


 

Liebe Katharina,
ich freue mich, dass Du Dich meinen Fragen stellen möchtest. Zunächst schreibe ich ja immer etwas darüber, wie ich meine Interviewpartnerin kennen gelernt habe. Die meisten Autoren, die ich interviewt habe, konnte ich auf der einen oder anderen Buchmesse treffen. Wir beide kennen uns jetzt „nur“ durch meine Mitgliedschaft im Bloggerportal des Selfpublisher-Verbandes. Bevor ich mit meinen Fragen loslege, informiere ich mich gerne über meine Interviewpartnerin und schon geht es los.

 

Liebe Ulla, ganz herzlichen Dank für dein Interesse!

Ich habe gelesen, dass Du es schon früh geliebt hast, Dir Geschichten auszudenken und aufzuschreiben. Gerne würde ich jetzt wissen, wie „früh“ war das?

Das war schon in der Grundschule, so ab der zweiten / dritten Klasse: Ich fand es immer toll, wenn wir Aufsätze schreiben durften. Gerne habe ich auch außerhalb der Schule geschrieben, beispielsweise Theaterstücke, die ich zusammen mit meiner kleinen Schwester einstudiert und meinen Eltern vorgeführt habe

 

Gibt es davon noch Aufzeichnungen?

Ja, neben ein paar alten Schulheften habe ich noch das Original meines illustrierten Dramas „Das Reh Flecki“, das von einem verwaisten Reh handelt und leider unvollendet geblieben ist. Außerdem das Theaterstück „Fips und Strolchi“, das ich mit etwa 11 Jahren geschrieben habe. Einen kleinen Eindruck davon kann man sich auf meiner Webseite verschaffen 😊


Du bist Mathematikerin und hast einen zeitaufwendigen, so genannten Brotjob, wann hast Du Zeit zum Schreiben?

Das ist in der Tat ein Problem, vor allem seit ich so aktiv im Selfpublisher-Verband bin. Generell sind die Abende, Wochenenden und Urlaube fürs Schreiben und alles drumherum reserviert. Das heißt, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, beginnt quasi mein Zweit-Job, der nur noch mit der Zeit konkurriert, die ich mir fürs Wandern und Walken im Grünen nehme. So etwas wie „Frei-Zeit“ habe ich eigentlich nie…

 

Wie lange schreibst Du an Deinem Buch?

Sehr lange. Von der ersten Idee bis zum fertigen Buch sind bisher immer mehrere Jahre vergangen.  Bis ich aus meinem ersten Romanentwurf schließlich eine Veröffentlichung gemacht habe („Woanders blühen die Kastanien“), hat es siebzehn Jahre gedauert! Für mein Debüt, den „Himmel über München“ brauchte es dagegen NUR sieben Jahre 😉. Das heißt aber natürlich nicht, dass ich so lange daran schreibe, vielmehr gibt es immer wieder lange Phasen, in denen so ein Projekt bei mir reifen muss.

 

Wer darf Deine Bücher als erstes lesen?

Zwei meiner engsten Schreibfreundinnen und zwei Bloggerinnen, mit denen ich seit meiner Erstveröffentlichung zusammenarbeite. So bekomme ich wertvolles Feedback, das ich einarbeiten kann, bevor ich es meiner Lektorin schicke.

 

Du hast erwachsene Kinder, was sagen sie denn dazu, dass ihre Mutter Bücher schreibt?

Sie finden es cool 😊

 

Geben sie Dir manchmal auch Anregungen und liefern Ideen?

Auf jeden Fall, wenn auch unabsichtlich. Meine Kinderbuchreihe habe ich beispielsweise ursprünglich für meinen jüngsten Sohn geschrieben, um ihn im Grundschulalter zum Lesen zu motivieren. Und in meinen letzten Roman sind jede Menge der wundervollen kindlichen Formulierungen und originellen Wortschöpfungen eingeflossen, mit denen sie mich im Kleinkindalter beglückt haben (und die ich natürlich fast alle aufgeschrieben habe)

 

Du scheinst sehr vielseitig zu sein, in welchen Genres hast Du bereits Bücher geschrieben?

Da ich eigentlich nicht in Genres denke, sondern in Geschichten oder Gedanken, die aus meinem Herzen aufs Papier wollen, ist bisher ein bunter Mix herausgekommen: zwei Liebes- bzw. Entwicklungsromane, eine Art humorvolles Roadmovie als Kurzroman, eine Kinderbuchreihe für Erstleser und zuletzt eine autobiografische Erzählung von meinem Jakobsweg. Außerdem habe ich einen bisher unveröffentlichten Lyrikband auf Lager und etliche Kurzgeschichten, Kurzprosa und Gedichte, die zum Teil in Anthologien erschienen sind.

 

Du darfst hier ruhig etwas Werbung für Deine Bücher machen und mir zum Beispiel erklären, warum ich ein bestimmtes Buch von Dir lesen sollte, oder vielleicht mehrere?

Mit deinen Lieblingsgenres Krimi und historische Bücher kann ich zwar nicht dienen, aber da du auch Gegenwartsliteratur magst, könnte mein Roman „Woanders blühen die Kastanien“ vielleicht etwas für dich sein. Darin geht es um Selbstwertgefühl, Lebensträume, das Muttersein und einen Neustart, bei dem sich die Protagonistin Maggie aus ihrer festgefahrenen Situation freistrampelt. Mit deiner Lebenserfahrung gefällt dir vielleicht auch die Liebesgeschichte von Simon und Theresa in „Der Himmel über München“, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt und bei der man – mit einem Augenzwinkern – den Schutzengeln der beiden bei der Arbeit über die Schulter schauen darf und so einen ganz anderen Blick auf das Geschehen auf Erden bekommt. Und solltest du schon mal mit einer Pilgerreise geliebäugelt haben, oder falls es dich interessiert, wie ich aus einem heftigen emotionalen Tief auf dem Jakobsweg wieder auf die Beine gekommen bin, kann ich dir meine Reiseerzählung „Schritt für Schritt zur eigenen Mitte“ empfehlen.

 

Ich habe eine Aufstellung Deiner Lieblingsbücher gesehen, die ich sehr interessant fand. Bei den Kinderbüchern habe ich die vermisst, die ich als Kind gerne gelesen habe. Hast Du Bücher von Enid Blyton oder Astrid Lindgren gelesen?

Oh ja, und wie ich die verschlungen habe! Von Enid Blyton hatte ich alle „Geheimnis“- und „Fünf Freunde“- Bücher, ich kannte sie fast auswendig. Und von Astrid Lindgren habe ich neben Pippi Langstrumpf ganz besonders die „Kinder aus Bullerbü“ geliebt. In meinem heutigen Bücherregal stehen diese Bücher allerdings nicht mehr, weswegen sie auf meiner Liste nicht auftauchen.

 

Bei dieser tollen Liste stelle sich mir direkt die nächste Frage, wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor der Vergangenheit würdest Du besuchen und weshalb.

Da gibt es so einige! Astrid Lindgren zu treffen fände ich toll, weil sie so eine spannende Biographie hat, und ich gerne mehr von ihr persönlich erfahren würde. Michael Ende würde ich wahnsinnig gerne besuchen und mit ihm über den Sinn des Lebens, die Zeit und die Stundenblumen philosophieren. Und mit Christian Morgenstern und Robert Gernhard würde ich am liebsten ein paar Nachmittage im Café verbringen und gemeinsam unter viel Gelächter abgefahrene Reime dichten!

 

Du hast Dich entschieden, Deine Bücher als Self Publisherin zu veröffentlichen, hast Du diese Entscheidung schon einmal bereut?

Nein, im Gegenteil. Da mein erster Roman im Verlag erschienen ist, habe ich ja den direkten Vergleich. Ich bin froh, bei meinen SP-Titeln alle Entscheidungen selbst treffen zu können und komplett unabhängig zu sein, auch wenn es natürlich viel Arbeit ist, sich um alles selbst zu kümmern.

 

Im Self Publisher Verband bist Du auch sehr aktiv, wie wichtig ist Dir die Zugehörigkeit?

Ich finde es toll, mich mit anderen Selfpublisher:innen auszutauschen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen. Außerdem bietet der SP-Verband die Möglichkeit, auf Messen präsent zu sein, tritt für die Rechte von SP-lern ein und gibt ihnen eine Stimme. Und wir organisieren so großartige Dinge wie den Selfpublishing-Buchpreis! Wie wichtig mir das ist, sieht man daran, dass ich seit letztem Jahr sogar im Vorstand aktiv bin und auch fürs kommende Jahr wieder kandidieren werde 😊

 

Hast Du zu Lesern und Bloggern Kontakt?

Ja, unbedingt. Natürlich zunächst virtuell über Facebook und Instagram, aber ich freue mich ganz besonders über den persönlichen Kontakt. Deshalb halte ich oft und gerne Lesungen und bin (zu Nicht-Corona-Zeiten) viel auf Messen präsent und verabrede mich dort z.B. für Meet&Greets. Es ist jedesmal eine Riesenfreude, eine Leserin oder Bloggerin persönlich zu treffen, den/die ich nur von Facebook kannte.  Ich hoffe, auf der nächsten Messe, die nicht nur digital stattfindet, lernen wir uns auch einmal persönlich kennen!

 

Welche Pläne hast Du für die Zukunft?

In unmittelbarer Zukunft erscheint erstmal eine Neuauflage meines Debütromans „Der Himmel über München“, mit überarbeitetem Text und in einem neuen Gewand, auf das ich mich riesig freue. Dann hoffe ich, dass ich im kommenden Winter endlich einen der angefangenen Romane fertigschreiben kann, die mir schon lange im Kopf herumspuken. Außerdem möchte ich meinen Lyrikband fertigstellen und gerne wieder mehr literarisch herumexperimentieren und vielleicht neue Genres ausprobieren. Meine Ideen platzen aus allen Nähten und ich hätte gerne mehr Zeit zum Schreiben, daher habe ich meinen Brotjob vor Kurzem auf 80 Prozent reduziert. Ganz definitiv wird es im Jahr 2021 wieder eine Veröffentlichung geben – lasst euch überraschen, welches Genre es diesmal wird!

 

Wie immer frage ich viel und vergesse doch schon mal das eine oder andere, deshalb gebe ich Dir hier die Gelegenheit… was wolltest Du uns Lesern schon immer mal sagen?

Ich würde gerne nochmal darauf hinweisen, dass wir Autor:innen ja (unter anderem) schreiben, um euch, liebe Leser:innen zu unterhalten, zum Nachdenken zu bringen und euch interessante, spannende, beschauliche oder fröhliche Stunden zu bescheren. Je mehr Rückmeldungen wir bekommen, wie gut das gelingt, umso besser können wir daran arbeiten, besser zu werden. Daher habt bitte keine Scheu, uns zu sagen oder zu schreiben, was euch gefallen hat und was weniger gut. Ob es eine Rezension ist oder ein persönlicher Kontakt – jedes Feedback hilft! So habe ich beispielsweise das umfangreiche Leserfeedback zu meinem Debütroman genutzt, um das Manuskript zu überarbeiten und demnächst eine zweite, verbesserte Auflage zu veröffentlichen. Ohne eure vielfältigen Meinungen hätte ich das nicht geschafft – danke! 😊

 

Zum Schluss möchte ich mich vielmals dafür bedanken, dass Du Dir die Zeit genommen und meine Fragen beantwortet hast.

Ich bedanke mich ganz herzlich für deine Zeit und Mühe, für die tollen Fragen und dass du mir einen Platz auf deinem schönen Blog gewährst! 

 

 Stellvertretend für alle Bücher zeige ich hier das Cover zu:


Schritt für Schritt zur eigenen Mitte

Um sich selbst einzuholen, muss man langsam gehen Pilgern? 

Nichts für mich, hätte Katharina Lankers noch vor wenigen Jahren gesagt. Gemeinsam mit Horden von Menschen eine vorgegebene Trasse entlang zu marschieren, lag weit jenseits dessen, was sie sich als erholsam und inspirierend vorgestellt hätte. Doch in Krisensituationen ist vieles anders… 
So brach sie aus einem langjährigen emotionalen Tief auf, um den 800 Kilometer langen Jakobsweg zu pilgern, den Camino Frances von den französischen Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela. Und erlebte sechseinhalb Wochen, die zu den besten ihres Lebens gehören. Warum, davon erzählt diese Geschichte.

Eine persönliche Reiseerzählung mit praktischen Tipps und Packliste


Mehr über die Autorin könnt Ihr hier erfahren:

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Mittwoch, 7. Oktober 2020

Rezension - Auf Messers Schneide


Autor: Sören Prescher

Titel: Auf Messers Schneide

Genre: Krimi

Version: eBook

erschienen: 11. September 2020

Seiten: 252

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber : Edel Elements 



Über den Autor:
Sören Prescher wurde am 9. August 1978 in Bautzen geboren, ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Nürnberg. Er ist Mitglied des 42erAutoren e.V. und des Phantastischen Autoren Netzwerks (PAN). Neben seiner Arbeit für ein internationales Wirtschaftsunternehmen schreibt er Artikel und Berichte für das Nürnberger Musik- und Kulturmagazin RCN. Seit der Jahrtausendwende veröffentlicht er Kurzgeschichten und Gedichte in zahlreichen Anthologien. Dazu sind bisher zwölf Romane aus den Bereichen Thriller und Mystery/Urban-Fantasy in zahlreichen Verlagen erschienen.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Ein neuer Fall für das Trio mit vier Pfoten! 
Mark, Felix und Dominik werden zum Tatort eines Mordes gerufen. Zunächst sieht es nach einem schiefgelaufenen Einbruch aus. Rätselhaft daran ist nur, dass im Haus ein Loch in die Zimmerwand geschlagen wurde. Dahinter befand sich offenbar ein Geheimversteck, von dem nicht einmal die Frau des Ermordeten wusste. Die Kommissare beginnen zu ermitteln und stellen fest, dass der unbescholtene Bürger doch nicht ganz so arglos war, wie es zunächst den Anschein hatte.


Meine Meinung:
Da ich mich immer wieder freue, wenn ich neue Krimis und, für mich bis dahin, unbekannte Autoren entdecke, wollte ich dieses Buch gerne lesen. Außerdem war ich neugierig, was das "Trio mit vier Pfoten" alles so erlebt.  Für mich war es also ein neuer Fall, aber  für Mark, Felix und Dominik war es mittlerweile der dritte, an dem sie gemeinsam arbeiten sollten. Allerdings hatte ich kein Problem und kam sehr schnell in die Geschichte um die drei rein.
Mark und Dominik wurden an den Tatort eines Mordes gerufen und es beginnt für sie eine sehr mühsame Ermittlungsarbeit. Felix ist immer dabei, aber ich finde nicht, dass ihm in diesem Buch eine große Rolle gegeben wird, aber vielleicht habe ich auch einfach zuviel erwartet.
So gerne ich von den Ermittlern privates erfahren möchte, fand ich es hier nicht so gut. Auf Mark und seine Frau Caro wird zu ausführlich eingegangen. Ich möchte ja nicht spoilern und erwähne deshalb nur, dass auf eine bestimmte Begebenheit etwas zu sehr eingegangen wurde. Mir persönlich hat das jetzt nicht soviel ausgemacht, da ich ähnliches kannte, aber es passte meiner Meinung nach nicht dahin. 
Der Autor hat Mark und besonders Dominik besondere Charaktere zugeordnet, was die Zusammenarbeit der beiden interessant gestaltete. Nun, Mark war nicht immer der Meinung, aber es war durchaus unterhaltsam. 


Fazit:
Es war ganz nett und unterhaltsam zu lesen, wie das Trio den zunächst verzwickten Fall lösen konnte. Allerdings habe ich die Spannung vermisst und ich bin mir nicht sicher, ob ich weitere Folgen lesen möchte. Wer allerdings nach einem Krimi Ausschau hält, der die Nerven nicht so strapaziert, wird hier vielleicht das richtige Buch finden.


Ich möchte mich beim Verlag und bei NetGalleyDe vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken


#AufMessersSchneide #NetGalleyDE

Rezension - Audrey Hepburn und der Glanz der Sterne



Autorin: Juliana Weinberg

Titel: Audrey Hepburn und der Glanz der Sterne

Genre: Biografie, Roman

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 28. September 2020

Seiten: 624

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber : Ullstein Taschenbuch



Über die Autorin:
Juliana Weinberg wurde in Neustadt an der Weinstraße geboren. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren Kindern im Pfälzer Wald. Neben dem Schreiben ist ihr Beruf als Lehrerin ihre große Erfüllung.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Niederlande 1944: Während der Zweite Weltkrieg Europa erschüttert, entdeckt die junge Audrey Hepburn ihre Liebe zum Tanz. Zwischen den Schrecken des Krieges und dem allgegenwärtigen Hunger träumt sie davon, Primballerina zu werden. Und obwohl dieser Traum bald platzt, lässt sie sich nicht entmutigen. Ihr neues Ziel: die Filmstudios von Amerika! Und tatsächlich bringt ihr Talent Audrey nach Hollywood. Schon bald spielt sie an der an der Seite von Größen wie Gregory Peck und Humphrey Bogart. Doch der strahlende Ort ihrer Träume verlangt ihr alles ab. Kann Audrey als Stern am Himmel Hollywoods glänzen, ohne sich selbst dabei zu verlieren?


Meine Meinung:
Natürlich kannte ich Audrey Hepburn, nun, zumindest dachte ich das. Allerdings kannte ich nicht ihre Lebensgeschichte und die fand ich nun ungemein interessant. 
Audrey Hepburn hatte es nicht leicht, ihre Jugendzeit verbrachte sie während einer sehr schlimmen und schwierigen Zeit. In den Niederlanden litten viele unter dem extremen Hunger und besonders Audrey war davon betroffen. Viele ihrer Freundinnen, die mit ihr gemeinsam zum Ballettunterricht gingen, mussten aufgeben, weil es zu anstrengend war und sie es körperlich nicht mehr schafften. Diesen Zeitraum hat die Autorin sehr berührend geschildert, aber nicht zu ausführlich, was auch nicht erforderlich war. Ich konnte mir bestens vorstellen, wie es der Familie damals ergangen ist.
Es folgten Kapitel über ihre Zeit in London und später in Amerika. Es war ein bewegtes Leben und leider entsprach es nicht immer den Vorstellungen von Audrey. Aber sie hat alles bestens gemeistert. Ich will hier natürlich nicht auf alles eingehen und eine Kurzfassung des Buches wiedergeben. Es sollte jeder selber nachlesen, wie es während der Dreharbeiten mit Gregory Peck in Rom war und und und.
Zwischendurch habe ich immer mal wieder weitere Informationen gesucht und mir angesehen. Zum Beispiel habe ich mir angehört, wie Audrey "Moon River" gesungen hat. 
Juliana Weinberg hat es geschafft und aus dem bewegten Leben von Audrey, gezielt Begebenheiten ausführlich geschildert oder nur kurz angeschnitten. Auf jeden Fall fühlte ich mich gut informiert und vor allem hat es mich oft berührt.


Fazit:
Egal ob dieses Buch nun im Genre Biografie oder Roman eingeordnet wird, es ist der Autorin sehr gut gelungen. Auf unterhaltsame Weise hat sie mir vieles über das Leben dieser besonderen Frau berichtet. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und gebe gerne fünf Sterne.

Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.


#AudreyHepburnundderGlanzderSterne #NetGalleyDE

Rezension - Die Fotografin - Die Stunde der Sehnsucht


Autorin: Petra Durst-Benning

Titel: Die Fotografin - Die Stunde der Sehnsucht

Genre: Historisch

Version: eBook, Hörbuch und gebundene Ausgabe

erschienen: 14. September 2020

Seiten: 480

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber : Blanvalet Verlag 




Über die Autorin:
Seit über zwanzig Jahren möchte ich Ihnen mit meinen Büchern einen Kurzurlaub vom Alltag schenken. Sobald Sie einen "Durst-Benning" lesen, heißt es: Einfach mal das ganze Drumherum ausblenden, abtauchen in eine tolle Story, eintauchen in fremde Schicksale. Sich selbst verlieren oder ganz neu entdecken ... Und ich wünsche mir noch etwas: Dass meine Bücher ein kleines bisschen länger in Ihnen nachklingen. Dass sie eine Resonanz erzeugen, Impulse geben fürs eigene Leben und längst verstummt geglaubte Saiten wieder zum Erklingen bringen. 
Heutzutage wird so viel kopiert, der Markt wird überschwemmt mit Klonen von erfolgreichen Büchern. Ich jedoch möchte nicht auf irgendwelche fahrenden Züge aufspringen - ich möchte vielmehr mit jedem Buch Neuland betreten. So wird mir das Schreiben nicht langweilig und Sie dürfen sich immer wieder auf überraschende, spannende und zu Herzen gehende Bücher freuen. Nun setze ich mich rasch wieder an meinen PC, damit ich für "Durst-Benning'schen Nachschub" sorge. Die Ideen gehen mir nämlich so schnell nicht aus, Ihnen aber vielleicht der Lesestoff ...


Kurzbeschreibung, übernommen:
Münsingen, 1914. Mimi und Anton sind inzwischen Geschäftspartner geworden, die sich erfolgreich auf der Schwäbischen Alb etabliert haben. Doch der Ausbruch des ersten Weltkrieges zerstört jäh ihre Träume, und auf einmal ist nichts mehr, wie es war. Während die Männer an die Front ziehen müssen, ist in Münsingen die Stunde der Frauen gekommen, die das verwalten, was die Männer hinterlassen haben. So werden Mimi und ihre Freundin Corinne zum einzigen Rettungsanker für ihr Dorf, und ein weiteres Mal ist ein starker Zusammenhalt zwischen den Frauen gefragt. Nicht nur Mimi erkennt in dieser dunklen Zeit, was zählt im Leben und für wen ihr Herz wirklich schlägt ...


Meine Meinung:
In ihrer Vita schreibt die Autorin unter anderem, dass sie uns Leser mit ihren Büchern einen Kurzurlaub vom Alltag schenken möchte und hofft, dass ihre Bücher ein bisschen länger bei uns nachklingen. Also, zumindest ich kann das von mir behaupten. Es ist schon eine Ewigkeit her, seit ich zum ersten Mal eins ihrer Bücher in meiner Hand gehalten habe und von meiner Seite aus war es der Beginn einer langen Lesefreundschaft. 
Auf jeden Fall habe ich mich auf ein weiteres Buch gefreut, in dem ich Mimi Reventlow wieder begleiten konnte. Inzwischen kannte ich sie ja sehr gut und wusste, was sie bereits alles erlebt hatte und vor allem, wie sie alles bewältigen konnte. Mimi lebt und arbeitet in einer Zeit, in der es leider viele Veränderungen gibt und die politische Lage macht es nicht einfacher. 
Sehr gut hat die Autorin auch diesmal wieder das Zeitgeschehen in die Geschichte um ihre Protagonistin eingebunden. Sie hat wie immer alles sehr fesselnd geschrieben und mir auch wieder die Freude gemacht, alte Bekannte aus anderen Büchern zu treffen. Eine aufregende Zeit musste Mimi erleben und irgendwie war es noch nicht zu Ende, denn mir wurde das fünfte Buch angekündigt, auf das ich natürlich sehnsüchtig warte.


Fazit:
Eine gelungene Buchserie, die einen fesselt. Ich empfehle sehr, alle Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, um das Lesevergnügen zu erhöhen. Natürlich empfehle ich dieses und alle anderen Folgen sehr gerne.


Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken

Dienstag, 6. Oktober 2020

Autoreninterview - Cornelia Lotter

Autorin Cornelia Lotter  -   Fotograf Frank Türpe

 

Liebe Cornelia,

ich freue mich, dass Dich meinen Fragen stellen möchtest. Bevor ich aber damit loslege, möchte ich kurz etwas dazu schreiben, wie und wann wir uns kennen gelernt haben. Natürlich habe ich Dich auf einer der Buchmessen getroffen, die ich in den letzten Jahren gerne und regelmäßig besucht habe. Bei meiner „Recherche“ stellte ich dann fest, dass wir im Jahr 2014 bei Facebook den ersten Kontakt hatten. Seitdem ist natürlich vieles geschehen. Du hast viele Bücher geschrieben und bist nach Leipzig gezogen, um noch einmal so richtig durchstarten zu können.

 

Wie kam es zu diesem Ortswechsel?

Nachdem ich immer „nur nebenbei“ geschrieben habe und mein „Brotjob“ mich immer mehr genervt hat, habe ich beschlossen, noch einmal völlig neu durchzustarten. Ausschließlich das zu machen, was ich eigentlich mein Leben lang machen wollte: Schreiben. Damit verbunden sollte auch ein Ortswechsel sein, weil der Vorort von Tübingen, in dem ich seit 31 Jahren gelebt hatte, doch sehr provinziell war. Es gab einfach zu wenig geistig-kulturellen Austausch, und ich wollte mich auch selbst in die Kulturszene mehr einbringen, als das in Tübingen möglich war. Also schaute ich nach möglichen Zielen und blieb gleich bei Leipzig „hängen“. Auch weil ich dort schon seit einigen Jahren für meine Leipzig-Krimis recherchiert habe und dadurch auch schon einige nette Menschen kannte.

 

Ich habe gelesen, dass Du schon sehr früh mit dem Schreiben hast. Verstehe ich das richtig, also schon als Jugendliche? Was hast Du damals geschrieben und gibt es davon noch Aufzeichnungen?

Ich habe mit dem Schreiben begonnen, gleich nachdem ich das Alphabet beherrschte. Zunächst Märchen (mit entsprechenden Zeichnungen auf Butterbrotpapier), später dann Geschichten über den Schulalltag, angehimmelte Sänger (Bernd Clüver und Brian Connelly von Sweet) und eben den Prinzen, der allerdings nie mit seinem weißen Ross in meine Dorfeinöde geritten kam. Beim letzten Umzug habe ich all diese Ergüsse dann entsorgt. Man hat ja immer weniger Platz. Gedichte habe ich auch schon immer geschrieben. Es wurden auch viele in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien abgedruckt, teils auf Initiative meines Deutschlehrers. Irgendwann hatte ich auch mal eine Phase, da habe ich „utopische Romane“ geschrieben. In der Zeit habe ich mich stark von Stanislaw Lem „inspirieren“ lassen, aber auch Jules Verne fand ich toll.

 

Du bist in der DDR aufgewachsen und hattest sicherlich nicht Kinderbücher zur Verfügung, die wir Kinder im Westen lesen konnten. Hast Du als Kind viel gelesen und wenn ja, woran kannst Du Dich erinnern?

Wir hatten das Glück, eine Dorfbibliothek zu haben, in der ich Stammgast gewesen bin. Ich habe ununterbrochen gelesen, teils nachts mit der Taschenlampe unter der Bettdecke.  Wenn ich nicht gelesen habe, habe ich geschrieben. Meine Mutter musste mich immer raus an die frische Luft jagen, wenn ich mich wieder in meinem Zimmer vergraben hatte.

 

Ich habe gesehen, was Du beruflich im Osten und auch im Westen, nach der genehmigten Ausreise gemacht hast. Wann hast Du eigentlich so richtig mit dem Schreiben begonnen?

Kurzprosa und Lyrik, wie oben schon geschrieben, eigentlich immer. Die ersten Romane entstanden dann 2000. Das war nach einer schlechten Diagnose, die in mir den Kreativitätsmotor angeschmissen hat. Er ist bis jetzt noch nicht zum Stillstand gekommen.

 

Hattest Du neben Deinem Brotjob noch Zeit dazu?

Nach der Geburt meines Sohnes 1993 habe ich ohnehin nur noch Teilzeit gearbeitet. Daran hat sich bis zum Schluss nichts geändert. Dadurch hatte ich auch immer genug Zeit zum Schreiben.

 

Hast Du jetzt noch Zeit, Bücher Deiner Kollegen zu lesen? 

Ich lese nach wie vor sehr viel. Und tatsächlich hauptsächlich Bücher von KollegInnen aus dem Selfpublishing. Ich muss doch wissen, was die so machen…

 

Wie findest Du die Ideen zu Deinen Büchern?

Die Ideen finden eher mich. Zeitungsartikel, Reportagen, Berichte, Dinge, die um mich herum geschehen. Es gibt mehr Interessantes, als ich in Romanen verarbeiten kann. Gegenwärtig schreibe ich an einem Roman, zu dem mich ein Leser und Kollege gebracht hat. Obwohl ich mich erst dagegen gewehrt hatte, weil die Protagonistin nicht gerade als Identifikationsfigur taugt, also alles andere als eine positive Heldin ist, hat mich die Geschichte dann doch gepackt. Ich liebe Herausforderungen!

 

Wie lange schreibst Du an Deinem Buch?

Das ist unterschiedlich und kommt auf den Umfang der notwendigen Recherchearbeit an. Das geht von der Idee bis zum fertigen Buch irgendwas zwischen 3 Monaten und einem Dreivierteljahr. Es kommt natürlich auch auf die Länge an. Für meine Kurzromane mit ca. 150 Seiten brauche ich natürlich nicht so lange.


Wer darf das Buch als erstes lesen?

Meistens habe ich Testleser, die sich von sich aus melden und bewerben oder ich starte einen Aufruf oder ich frage sie konkret an, ob sie Zeit haben.

 

Wie sieht heute Dein Autorenalltag aus?

Nach dem Frühstück ist erst Mal Social Media angesagt. Ich bin ein Morgenmuffel und brauche lange Anlaufzeit. Vor halb zehn bin ich selten in der Lage, einen vernünftigen Satz zu schreiben. Danach wird bis Mittag gearbeitet und dann am Nachmittag nochmal ein paar Stunden, je nachdem, was ich sonst noch für Termine habe.

 

Was hast Du noch alles geplant?

Gerade habe ich, wie schon gesagt, den Roman mit der schwierigen Protagonistin angefangen. Im Hintergrund läuft aber schon seit Monaten die Recherche für einen großen Roman über den kommunistischen Widerstand während der NS-Zeit in Leipzig. Da hängen die Archive mit der Bereitstellung bestimmter Materialien wegen Corona arg hinterher.

 

Du veröffentlichst Deine Bücher als Self Publisherin, hast Du diese Entscheidung schon einmal bereut?

Nein, diese Entscheidung habe ich noch nie bereut. Die Möglichkeit schnell und ohne dass mir jemand reinredet zu veröffentlichen, was ich will, ist einfach unschlagbar toll.

 

Die Idee zu diesem Interview kam, weil ich nun Mitglied in der Bloggerlounge des Self Publisher Verbandes bin und meine, dass verlagsunabhängige Autoren bekannter gemacht werden sollen. Du bist Mitglied im Verband. Was bedeutet das für Dich?

Ich finde es gut und wichtig, dass wir Selfpublisher unsere Kräfte bündeln, um dem Selfpublishing in der Gesellschaft mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, uns gegenseitig zu unterstützen und fortzubilden.

 

Auf Deiner Homepage habe ich gesehen, dass Du auch Lesungen machst. Wie wichtig ist Dir das?

Lesungen mache ich sehr gern. Ich bin eine richtige Rampensau. In Tübingen habe ich regelmäßig eigene Programme mit Musik auf die Bühne eines kleinen Theaters gebracht. Auch hier in Leipzig habe ich schon viele tolle und auch gut besuchte Lesungen abgehalten und bedaure sehr, dass es in diesem Jahr wegen Corona so selten möglich gewesen ist. Der Austausch mit dem Publikum ist mir dabei am wichtigsten. Die unmittelbaren Reaktionen zu sehen, hinterher Fragen zu beantworten und mit den Zuhörern zu diskutieren, das ist ein guter Ausgleich zu dem doch einsamen Schreiben zu Hause.

 

Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Bloggern und Lesern?

Auch das ist mir sehr wichtig, ich freue mich immer tierisch, wenn mir ein Leser/ eine Leserin eine Mail schreibt, dass und warum ihnen ein Buch von mir gut gefallen haben. Dadurch sind schon viele gute Kontakte entstanden. Aus Bloggerkontakten sind schon reale Freundschaften entstanden.

 

Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor der Vergangenheit würdest Du gerne besuchen und weshalb?

Da ich durch meinen Geburtsort und zeitweiligen Wohnort Weimar ja vorbelastet bin, würde ich schon gern mal mit dem alten Herrn Geheimrat Kaffeetrinken und über sein Frauenbild diskutieren.

 

Nun habe ich wie immer sehr viel gefragt und bestimmt auch wieder etwas vergessen, hier hast Du nun die Möglichkeit, uns Lesern das mitzuteilen, was Du uns schon immer mal sagen wolltest.

Ich möchte alle Leserinnen und Leser bitten, wenn sie ein Buch gelesen haben, auch eine kurze Rezension auf der entsprechenden Plattform zu verfassen. Das ist für uns verlagsunabhängige Autoren immer besonders wichtig. Gern können dort auch kritische Bemerkungen gemacht werden. Es müssen keine Lobeshymnen sein. Aber ein feedback ist immer schön.

Ach ja, ich veröffentliche ja noch unter 5 Pseudonymen. Wer also auch mal etwas ganz anderes (Autobiografisches, Erotik, heitere Frauenliteratur) lesen möchte, kann sich gern per Mail an mich wenden. Ich teile dann gern meine Pseudonyme mit.

Über einen Besuch auf meiner Website www.autorin-cornelia-lotter.de freue ich mich auch.

 

Zum Schluss möchte ich mich bei Dir vielmals bedanken, dass Du Dir die Zeit genommen und meine Fragen beantwortet hast.

 

Cornelia Lotter hat einige Bücher veröffentlicht und wenn ich hier nun alle Cover zeigen würde, könnte es den Rahmen sprengen, deshalb nehme ich stellvertretend ein Buch. Lerchenküsse habe ich vor einigen Jahren gelesen und es hat mir gut gefallen:


Kurzbeschreibung, übernommen:

Was für eine Schnapsidee!
 
Sophie will von der tiefsten Schwäbischen Alb nach Leipzig ziehen, um dort einen Erotikshop für Frauen zu eröffnen. Dass sie Angst vor ihrer eigenen Courage hat, verrät sie ihren Eltern natürlich nicht. Und so sieht sie sich - angekommen in der angesagten Sachsenmetropole - auch diversen Schwierigkeiten gegenüber: Wohnungssuche, Standortsuche für ihren Shop und Geldbeschaffung. An männlichen Bekanntschaften mangelt es ihr jedoch nicht, so dass sie auch auf dem Feld der Liebe gehörig ins Schwitzen kommt. 

Eine spritzige und romantische Komödie, ein Gute-Laune-Buch und eine Hommage an die Stadt Leipzig.



Hinweise zu weiteren Büchern sind hier zu finden

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Rezension - Das wunderbare Weihnachtshotel


Autorin: Karen Schaler

Titel: Das wunderbare Weihnachtshotel

Genre: Weihnachtsbuch

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 23. September 2020

Seiten: 400

Altersempfehlung: Erwachsene

Herausgeber : FISCHER Taschenbuch



Über die Autorin:
Karen Schaler ist eine dreimal mit dem Emmy Award ausgezeichnete Geschichtenerzählerin, Autorin, Drehbuchautorin, Journalistin und nationale Fernsehmoderatorin. Sie hat Originaldrehbücher für Netflix-, Hallmark- und Lifetime-Weihnachtsfilme geschrieben, darunter die Netflix-Sensation A Christmas Prince. Karen schrieb den Hallmark-Film und den Roman Christmas Camp sowie die Fortsetzung der Novelle Christmas Camp Wedding. Karen reist als Schöpferin und Moderatorin von Travel Therapy TV in mehr als 65 Länder und lässt sich ständig von den unterschiedlichen Menschen, Orten und Kulturen inspirieren, denen sie begegnet. Alle Geschichten von Karen sind erhebend, voller Herz und Hoffnung.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Haley Hanson, weiblicher Weihnachtsmuffel, arbeitet in einer Werbeagentur in Boston und flieht normalerweise um diese Zeit in die Karibik. Sie ist ehrgeizig, zur Partnerschaft in der Firma fehlt ihr nur noch der Etat einer Spielzeugfirma. Ihr Boss schickt sie ins »Christmas Camp« in ein Hotel in den Bergen, damit sie in Weihnachtsstimmung kommt. Sie will die Aktivitäten dort so schnell wie möglich abarbeiten, doch dann verliebt sie sich in den attraktiven Jeff, den Sohn des Besitzers. Als Jeff mitbekommt, dass Hayley seinem Vater geschäftlich unter die Arme greifen will, fühlt er sich von ihr verraten. Nun braucht es mehr als ein bisschen Weihnachtszauber, um die beiden zusammenzuführen.


Meine Meinung:
Eigentlich hatte ich keine allzu große Lust, ein weiteres Buch mit einem Weihnachtsmuffel zu lesen. Aber das wunderschöne Cover hat mich mal wieder verführt. Es ist jetzt nicht so, als würde ich meine Türe so schmücken, aber ich schau mir gerne wunderschöne geschmückte Häuser und Türen an.
Außerdem sollte sich heraus stellen, dass sich (natürlich) ein Weihnachtsmuffel wandelt. Davon hatte ich bisher schon viel gelesen, aber die Idee mit dem "Christmas Camp" war sehr originell und ich hatte wirklich sehr viel Spaß beim Lesen. 
Haley Hanson arbeitet zu gerne in der Werbeagentur, wo sie zu gerne eine Partnerin werden möchte. Ich hatte mit ihr anfangs durchaus meine Probleme und es dauerte, bis sie mein Leserherz erobern konnte. Ihr Chef schickt sie zur Bewährung eine Woche in dieses Camp. Dort trifft sie auf weitere Personen, die aus den unterschiedlichsten Gründen eine Woche im Camp gebucht haben. Die Autorin hat sich einiges einfallen lassen, weshalb die Beteiligten angereist sind, aber noch besser hat mir gefallen, welche Aufgaben sie allen stellte. Natürlich gehörte reichlich Schnee dazu, Rodeln, Tannenbaum schmücken und und und. Ich will nicht alles verraten. Ganz besonders viel Freude hat mir übrigens Max bereitet.
Dies ist nicht einfach "nur" ein schönes Weihnachtsbuch, es macht auch nachdenklich und vermittelt einiges. Veränderungen, auch wenn sie gut gemeint sind, werden nicht immer gewünscht. Es gibt auch noch wichtigeres als "immer nur Arbeiten" und manchmal sollte man über seinen Schatten springen und einigen überdenken, miteinander reden ist hier ebenfalls sehr wichtig gewesen. Muss ich erwähnen, dass es hier ein sehr schönes Ende gegeben hat?


Fazit:
Weihnachtsbücher sollen in erster Linie zum Wohlfühlen beitragen, aber sie dürfen auch nachdenklich machen. Hier stimmte schließlich alles und deshalb gebe ich gerne eine Leseempfehlung.

Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.


#DaswunderbareWeihnachtshotel #NetGalleyDE