Montag, 18. Juni 2018

Autoreninterview Eva-Maria Farohi





Liebe Eva-Maria,
ich freue mich, dass Du Dir Zeit nimmst und meine Fragen beantworten möchtest. Bevor ich mir Fragen zusammensuche, schaue ich erst immer nach, wann und wie ich Kontakt zu den Autoren aufgenommen habe. Wir beide haben uns anscheinend durch Deine Kollegin Brigitte Teufl-Heimhilcher kennen gelernt, deren Bücher ich auch sehr gerne lese. Das heißt, persönlich haben wir uns noch nicht gesehen,  unser Austausch fand immer nur schriftlich statt.
Im September 2015 habe ich das erste Buch von Dir gelesen und danach folgten noch viele, denn  ich war immer wieder begeistert.


Aber nun möchte ich endlich mit meinen Fragen loslegen.  Ich habe gelesen, dass Du sehr viele Talente besitzt. Unter anderem hast Du als Schauspielerin gearbeitet und da stellt sich mir gleich die neugierige Frage, Wien – warst Du am Burgtheater?

Ich nicht – mein Mann hat dort seine Karriere begonnen. Wir beide haben uns ja in der Schauspielschule kennengelernt. Meine Laufbahn begann in Graz, bei der Grazer Komödie, … dann ging es weiter: Stadttheater Klagenfurt, Landestheater Innsbruck …



Du malst, mir gefallen Deine Bilder, ganz besonders die Aquarelle. Malst Du aus Spaß und Freude oder stellst Du die Bilder auch in einer Galerie aus, wo sie gekauft werden können?

Ich hatte sogar einige Jahre eine kleine Galerie in Wien, in der Josefstadt, wo ich geboren und aufgewachsen bin – dort waren auch meine eigenen Bilder vertreten. Mit der Übersiedlung nach Wilhelmsburg, einer Kleinstadt unweit von St. Pölten, habe ich die Galerie weitergegeben. Schweren Herzens, aber man kann nun einmal nicht alles gleichzeitig machen …



Wie bist Du denn auf die Idee gekommen, Autorin zu werden?

Eher zufällig. Geschrieben habe ich ja immer schon, vor allem Kurzgeschichten. Und als Schauspielerin war die Beschäftigung mit der Sprache – und überhaupt mit Literatur – an der Tagesordnung. So etwas „verlernt“ man nicht … schon gar nicht, wenn zwei Schauspieler zusammenleben, selbst dann, wenn sie nicht mehr „aktiv“ sind.
Irgendwann hat mich mein Mann motiviert, einige Kurzgeschichten einzuschicken. So hat es dann begonnen. Laurenz Bolliger, der für die Kindle Singles verantwortlich ist – ein Programm, in dem anspruchsvollere Kurzgeschichten veröffentlicht werden – hat mich sozusagen „entdeckt“ und auch gefördert. Von ihm habe ich sehr viel gelernt, er ist nicht zuletzt ein hervorragender Lektor. Ich habe ihm viel zu verdanken. Mein Erstling, „Septembersonne“, war dann über zwei Jahre unter den Top‑10 der Singles und ich fand mich in der Gesellschaft von Stephen King und Karen Slaughter wieder – was meinst Du, wie stolz ich da war! Inzwischen machen wir die siebente Single zusammen …


Deine Bücher spielen in der Hauptsache auf Mallorca, verständlich, weil Du dort einige Jahre gelebt hast. Hast Du vielleicht auch Bücher geplant, deren Handlung sich in Österreich abspielen?

Gleich mein nächster Roman. Er spielt zwar nicht ausschließlich in Österreich, aber doch teilweise und beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Geschehnisse der NS-Zeit auf uns „Spätgeborene“ – um die Verantwortung des einzelnen, den Umgang mit jener Zeit, den letztendlich jeder mit sich selbst ausmachen muss. Wir haben ja heuer ein Gedenkjahr, da Österreich 1938 an das Deutsche Reich „angeschlossen“ worden ist.
Da gibt es diesen Sänger, – Joseph Schmidt. Er war in den 1930er Jahren der berühmteste lyrische Tenor Deutschlands – vielleicht sagt Dir der Name noch etwas?
Während meiner Schauspielzeit haben wir Schmidt geliebt, ja verehrt. Nicht nur ich, sondern auch die Kollegen. Martin G. Zauner zum Beispiel, der heute im „Theater in der Josefstadt“ engagiert und sehr erfolgreich ist, war ein regelrechter Schmidt-Narr. Nächtelang haben wir uns Joseph Schmidt angehört. In voller Lautstärke natürlich, aber im Haus wohnten zum Glück nur Mitglieder des Theaters. Damals gab es ja noch die Schallplatte … Und heute wie damals fasziniert mich diese einzigartige Stimme, wann immer ich sie höre. Sie hat etwas unglaublich Melancholisches, als hätte der Sänger geahnt, was auf ihn zukommt.
Der Jude Joseph Schmidt ist dann auf der Flucht vor den Nazis umgekommen, sein Herz war den Strapazen nicht gewachsen. Er wurde 38 Jahre alt.
Schmidts Schicksal hat mich stark beschäftigt. Und auch wenn die Figuren meines Romans natürlich fiktiv sind – es ist ja gleichzeitig ein Liebesroman, der in der Jetztzeit spielt – ist die Geschichte für mich zur Auseinandersetzung mit jener Zeit geworden, die sowohl mein Vater – der im Zweiten Weltkrieg eingerückt war – als auch meine Mutter erlebt haben. So lange vorbei wie manche glauben, ist das alles also gar nicht …



Du lebst in Österreich, in einer Gegend, die relativ flach ist. Wie sieht das aus, fährst Du gerne in die „Berge“ zum Wandern oder Schifahren?

Wir haben drei Jahre lang in Innsbruck gelebt, dort gibt es die Nordkette. Der Aussichtspunkt des Hafelekars ist 2300 m hoch. Bei Föhnwind sind diese Berge dann faktisch auf meinem Balkon gestanden, so nahe waren sie … Natürlich liebe ich Berge, sie sind auch wunderschön. Aber wenn ich wählen darf, dann entscheide ich mich doch lieber für das Meer …



Magst Du die österreichische Küche?

Und ob. Meine Großmutter stammt aus Böhmen … Von ihr habe ich Buchtelbacken gelernt – und Germknödelkochen.
Auch kann ich mich ziemlich genau an die Urlaube mit meinen Eltern an der italienischen Adria erinnern. Wir alle mochten die italienische Küche, aber auf der Heimfahrt, unmittelbar nach der österreichischen Grenze, haben wir Halt gemacht und Leberknödelsuppe, Wiener Schnitzel und Malakofftorte gegessen. Das war dann irgendwie Heimat.



Ich finde die Gegensätze wirklich interessant Mallorca – Österreich, wie kam es, dass Du einige Jahre auf der Insel gelebt hast?

Das Herumziehen haben mein Mann und ich im Blut. Zuerst war es berufsbedingt – Schauspieler sind nun einmal viel unterwegs. So habe ich auch nach unserer fünfzehnten Übersiedlung mit dem Zählen aufgehört.
1998 dann verliebte ich mich anlässlich eines Urlaubs in Mallorca – eine Zeitlang hatten wir dort sogar einen Zweitwohnsitz, was auf Dauer sehr unpraktisch war, nicht nur wegen der Kosten. Also standen wir vor der Entscheidung, ihn entweder aufzugeben, oder ganz hinzuziehen …



Mir gefällt natürlich sehr, dass Du auch Krimis schreibst, denn die mag ich persönlich am liebsten, gefolgt von historischen Büchern. Darf ich da auf weitere Krimifolgen hoffen?

Absolut. Auch hier verdanke ich Laurenz Bolliger sehr viel. Autoren werden ja oft festgelegt. Einmal Liebesroman, immer Liebesroman. Laurenz aber hat mich ermutigt, die Geschichten um den auf Mallorca ermittelnden Chefinspektor Vicent Rius weiter auszubauen. In Kürze erscheint der dritte Fall …



Hast Du als Kind gerne gelesen und wenn ja, erinnerst Du Dich an einige Bücher?

Ich war die personifizierte Leseratte. Die Bücher haben mich in eine andere Welt entführt, da konnte ich dem Alltag entfliehen, mit den Helden mitleben, mich in sie hineinversetzen. Habe ich schon erwähnt, dass ich eine ausgeprägte Fantasie habe?
Meine Lieblingsbücher von damals stehen immer noch in meinem Bücherregal. Sie haben alle Umzüge miterlebt – nicht immer zur Freude derjenigen, die sie schleppen mussten.
Da ich zweisprachig aufgewachsen bin und die tschechische Volksschule in Wien besucht habe – wofür ich meinen Eltern, die mich täglich quer über die Stadt hingebracht und wieder abgeholt haben, noch heute dankbar bin – sind diese allerersten selbstgelesenen Bücher auch in tschechischer Sprache. Sehr bald folgten dann die deutschen nach: Kästners Doppeltes Lottchen, Struwwelpeter und natürlich Heidi, um nur einige wenige aus meinem Besitz zu nennen. Denn meine Mutter hat mich dann sehr schnell in die Städtische Bücherei einschreiben lassen …



Wenn Du in die Vergangenheit reisen könntest, welchen Autor würdest Du gerne mal besuchen?

Ganz klar: Shakespeare
Keiner hat Gefühle so auszudrücken vermocht wie er. Nicht umsonst hat ihn Verdi mehr als einmal vertont, und auch die anderen Stücke haben in der Musik Einzug gefunden, als Oper, als Ballett …



Hast Du Zeit Bücher Deiner Kolleginnen oder Kollegen zu lesen?

Natürlich. Immer wieder. Obwohl ich zugebe, dass ich mir im Moment die Zeit gut einteilen muss.



Gibt es ein Buch, das Du schon immer mal lesen wollest, bisher es aber noch nicht geschafft hast?

„Der Mann ohne Eigenschaften“, von Robert Musil.



Als Schauspielerin bist Du ja nicht mehr tätig, malst Du denn noch und wenn ja,  wie sieht die Zeiteinteilung  Malen – Schreiben aus?

Malen – das fand immer irgendwie anfallartig statt in meinem Leben. Da gab es Jahre, wo ohne Malen nichts ging, und dann entsteht wieder eine längere Pause, als müssten sich in mir neue Wege formen. Doch gerade in letzter Zeit habe ich öfter das Bedürfnis zu den Farben zu greifen. Ich glaube, eine neue Malperiode steht bevor … und der Tag hat ja zum Glück mehrere Stunden.



Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Das ist völlig unterschiedlich. Anfangs war das Ausformulieren der Gedanken das Schwierigste, Zeitraubendste. Inzwischen hilft die Routine. Die Kurzromane eingerechnet, schreibe ich ja an meinem vierzehnten Manuskript. Allerdings versuche ich jetzt die Eigenschaften der Figuren immer differenzierter herauszuarbeiten. Da kommt vermutlich die Schauspielerin durch …



Wer darf Dein Buch als erstes lesen?

Mein Mann.



Wo findest Du Deine Ideen?

Die sind in mir drinnen und warten darauf, formuliert zu werden.



Kommt es vor, dass Dir während des Schreibens schon Ideen für ein weiteres Buch kommen?

Nein. Das ist ein wenig wie auf der Bühne. Du kannst natürlich „einen Hänger“, haben, wie Schauspieler ein Blackout auf der Bühne nennen. Niemals aber geraten die Texte verschiedener Stücke durcheinander. Das ist völlig unmöglich.



Wo sammelst Du sie?

In der Beobachtung von Menschen – wie es jeder Schauspieler ständig tut. Er kann gar nicht anders.
Als ich meiner Mutter vor kurzem einige Fotos unseres letzten Aufenthaltes auf Mallorca zeigte, deutete sie plötzlich auf einen jungen Mann und sagte: „Das ist er, nicht wahr? Der ‚Joel‘ aus deinem letzten Buch. Genauso hast du ihn beschrieben.“ Sie meinte „Brunch mit Linda“. Und sie hatte recht. Jener junge Mann hatte mich tatsächlich zu der Geschichte inspiriert …



Wenn ich das richtig lese, bist Du immer mal wieder längere Zeit auf Mallorca. Machst Du dort Urlaub oder wird auch dort geschrieben?

Es wird natürlich auch geschrieben … Allerdings sind wir derzeit nicht so oft auf Mallorca, wie wir es gerne wären. Unsere Hündin Caya – die wir aus Mallorca mitgebracht haben – ist inzwischen 12 1/2 Jahre alt, da ist Fliegen kein Thema mehr. Also können wir nur fort, wenn eine Freundin meiner Mutter, bei der sich Caya rundum wohl fühlt, auf sie aufpasst.



Du hast ja eine Trilogie geschrieben, stand von vorn herein fest, dass es drei Bücher werden? Kann es nicht auch passieren, dass es eine ganz andere oder neue Entwicklung gibt und es auf einmal vier Bücher werden könnten?

Die Geschichte von Lisa, Marika und Emely war von Anfang an als Trilogie geplant, weil ich jeder der drei Freundinnen einen eigenen Raum geben wollte. Nun ist die Finca‑Trilogie ziemlich erfolgreich. Immer wieder erhalte ich Post von Lesern, die nachfragen, ob es nicht doch noch eine Fortsetzung geben könnte. Wer weiß …



Wir beide tauschen uns meist per Mail oder Messenger aus. Wie sieht es ansonsten mit Kontakten zu Lesern aus? Wie wichtig ist Dir der Kontakt.

Sehr, sehr wichtig. Nicht zuletzt deshalb bin ich in den Social Medias präsent, und auch über meine Website kann man mich erreichen. Ich freue mich über jede Post.



Ich stelle ja immer viele Fragen, trotzdem kommt es immer wieder vor, dass ich etwas vergesse und deshalb hast Du hier Gelegenheit uns Lesern etwas mitzuteilen, was Du uns schon immer mal sagen/Schreiben wolltest.

Danke, dass es Euch gibt!



Und nun bin ich fast wieder am Ende meines Interviews, gerne frage ich aber immer wieder, was einem zu folgenden Namen oder Begriffen einfällt:


Maria Theresia
„Die Kaiserin“ – wie sie gerne genannt wird. Eine beeindruckende Frau, auch wenn sie strenggenommen „nur“ die Frau eines Kaisers und Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn, etc. etc. war. Außerdem war sie im Sternzeichen Stier, wie ich auch. Vielleicht mag ich sie ja deswegen …

Astrid Lindgren
Pipi Langstrumpf … was für eine Geschichte! Du hast mich gerade inspiriert, liebe Ulla. Die Pipi kommt ganz zuoberst auf meine Leseliste. Vielleicht finde ich ja Zeit am nächsten Wochenende, wenn es endlich Frühling wird …

Romeo und Julia
Was soll ich sagen – Shakespeare eben. Die größte Liebesgeschichte aller Zeiten. Oder besser gesagt: Die unvergänglichste. Denn sie trifft den Punkt. Liebe lässt sich nicht planen, nicht lenken, nicht unterdrücken – sie ist durch sich selbst bestimmt und will nur eines, sich verströmen und niemals enden.


Liebe Eva-Maria, ich möchte mich vielmals bedanken, dass Du mir meine  Fragen beantwortet hast.

Ich habe zu danken, liebe Ulla, für diese wirklich tollen Fragen. Es hat mir echt Freude bereitet, mich mit ihnen zu beschäftigen!




Stellvertretend für all die tollen Bücher von Eva-Maria Farohi zeige ich hier das Cover von "Fincaträume"

mehr Informationen gibt es
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und auf der
Website der Autorin klick hier


Sonntag, 17. Juni 2018

Rezension - Mord in Emden



Autorin: Susanne Ptak

Titel: Mord in Emden

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 14. Juni 2018

Seiten: 200

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Klarant



Über die Autorin:
Susanne Ptak wurde 1964 in Düsseldorf geboren. 2003 zog sie mit ihrem Ehemann ins schöne Ostfriesland, wo sie vier Jahre lang eine kleine Schafskäserei betrieben haben. Die Autorin liebt Krimis, in denen sie ihre Leidenschaft für Schafe, Wolle, Ostfriesland und leckeres Essen mit einfließen lässt.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Mörderische Geschehnisse versetzen die ostfriesische Stadt Emden in Aufruhr. Alles beginnt mit dem Verschwinden des Unternehmers Peter von Rauhenberg. Kurz nachdem er ankündigt, die millionenschwere Im- und Exportfirma zu verkaufen, fehlt von ihm jede Spur. Sollte Peters Plan in letzter Minute gewaltsam verhindert werden? Und welche Rolle spielt seine attraktive, viel jüngere Frau Nele?
Dr. Josefine Brenner, Rechtsmedizinerin im Ruhestand, macht sich sofort auf nach Ostfriesland, denn sie kennt den Vermissten. Mit ihren unorthodoxen Ermittlungsmethoden geht sie der Sache gemeinsam mit der ostfriesischen Polizei auf den Grund. Schnell wird klar: Mit dem geplanten Verkauf des Unternehmens hat sich Peter nicht viele Freunde gemacht. Die Ereignisse überschlagen sich: ein schockierender Mord, und eine weitere Schlüsselfigur des Falles ist wie vom Erdboden verschluckt. Josefine ist dabei, düstere Familiengeheimnisse aufzudecken – und plötzlich selbst zur falschen Zeit am falschen Ort…


Meine Meinung:
Von Susanne Ptak habe ich schon einige Krimis gelesen und deshalb freute ich mich, eine weitere Folge lesen zu können, in der Dr. Josefine Brenner eine wichtige Rolle spielte.
Der Unternehmer Peter von Rauhenberg verkündet auf seiner Geburtstagsfeier den "lieben" Verwandten, dass er sein Unternehmen verkaufen möchte. Kaum einer ist begeistert und somit war für mich eigentlich klar, dass dies das Motiv für den Mord sein würde. Nun galt es, den oder die Täter zu finden. Ich rätselte mit, denn es gab ja wirklich genügend Verdächtige. Die Autorin hat es bestens verstanden, die Geschichte spannend zu erzählen und es geschafft, dass ich bis zum Ende gar keine Ahnung hatte. Und dann hat sie mich sehr überrascht, darauf wäre ich jetzt nicht so unbedingt gekommen. Tja, worauf, das verrate ich natürlich nicht.


Fazit:
Ein weiterer gelungener und spannender Krimi, den ich gerne weiterempfehle. Das Buch hat mir auch sehr viel Lesevergnügen bereitet, allerdings kann ich nicht auf Einzelheiten eingehen, denn dann müsste ich einiges vom Inhalt verraten, was ich ja nicht will.

Ich möchte mich beim Verlag vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken

Rezension - Wenn's einfach wär, würd's jeder machen



Autorin: Petra Hülsmann

Titel: Wenn's einfach wär, würd's jeder machen

Genre: Roman

Version: eBook, Taschenbuch, Hörbuch

erschienen: 25. Mai 2018

Seiten: 576

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Bastei Entertainment



Über die Autorin:
Petra Hülsmann, Jahrgang 1976, wuchs in einer niedersächsischen Kleinstadt auf. Nach einem erfolgreich abgebrochenen Studium der Germanistik und Kulturwissenschaft arbeitete sie in Anwaltskanzleien und reiste sechs Monate lang mit Mann und Rucksack durch Südostasien, bevor sie mit ihren Romanen ‘Hummeln im Herzen’, ‘Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen’ und 'Glück ist, wenn man trotzdem liebt' die Bestsellerlisten stürmte. Petra Hülsmann lebt in ihrer Lieblingsstadt Hamburg. Sie hat eine Vorliebe für Frozen Strawberry Margaritas und scharfes, vorzugsweise asiatisches, Essen.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Damit hatte die beliebte Musiklehrerin Annika nicht gerechnet: Aus heiterem Himmel wird sie von ihrer Traumschule im Hamburger Elbvorort an eine Albtraumschule im absoluten Problembezirk versetzt. Nicht nur, dass die Schüler dort mehr an YouTube als an Hausaufgaben interessiert sind - die Musical-AG, die Annika gründet, stellt sich auch noch als völlig talentfrei heraus. Aber wenn's einfach wär, würd's schließlich jeder machen. Annika gibt nicht auf und wendet sich hilfesuchend an Tristan, ihre erste große Liebe und inzwischen Regisseur. Von nun an spielt sich das Theater jedoch mehr vor als auf der Bühne ab, und das Chaos geht erst richtig los.


Meine Meinung:
Mal ehrlich, macht der Titel einen nicht neugierig auf das Buch? Also, zumindest mir ging es so und deshalb wollte ich das Buch auch gerne lesen.
Annika, eine junge Lehrerin an einem Elitegymnasium wird an eine andere Schule versetzt, was ihr überhaupt nicht gefällt. So schnell wie möglich möchte sie diese wieder verlassen und überlegt, wie sie es am besten anstellen soll.  Sie plant ein Musical und bei dieser Gelegenheit lernen wir beide ihre Schüler richtig und gut kennen. Ich bin ja nur stille Beobachterin, aber Annika steckt mittendrin und merkt irgendwie gar nicht, wie sehr ihr alle ans Herz wachsen. Neben dem ausführlich erzählten Schulalltag erfahre ich noch viel mehr von Annika, über ihre große Liebe und dem Alltag in der WG mit ihrer Freundin und den netten Nachbarn.
Petra Hülsmann hat die Geschichte sehr gut erzählt und mich an ihr Buch gefesselt. Ich fand es ausgesprochen interessant, was ich über Annika und ihre Schüler lesen konnte. Natürlich wollte ich wissen, ob das Musical aufgeführt wird und alles so klappt, wie es sich alle vorstellten. Leider gab es reichlich Probleme, die bewältigt werden mussten, aber darauf möchte ich hier nicht näher eingehen. Auf jeden Fall fand ich das Ende sehr gut und kurz vorher hatte ich sogar einige Tränen vor Rührung in den Augen. Das zeigt doch, dass ich ebenfalls mittendrin steckte und es mich auch bewegt hat.
Die Autorin hat sehr vieles in diese Geschichte einfließen lassen, ob es nun Vergangenheitsbewältigung war, Schülerschicksale und Familienprobleme oder die nie vergessene erste Liebe und noch viel mehr. Annika und ihre Freunde hatten einiges, womit sie sich auseinander setzen mussten, so gesehen, waren es zwei parallel erzählte Geschichten, die am Ende miteinander verknüpft werden konnten.

Fazit:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und der Titel passte wirklich bestens zum Inhalt. Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung.

Beim Verlag und Netgalley möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Rezension - Willems letzte Reise



Autor: Jan Steinbach

Titel: Willems letzte Reise

Genre: Roman

Version: eBook, gebunden und Hörbuch

erschienen: 13. April 2018

Seiten: 304

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Rütten & Loening



Über den Autor:
Jan Steinbach, geboren 1973, ist das Pseudonym eines erfolgreichen deutschen Schriftstellers, der auf einem Bauernhof nahe der niederländischen Grenze aufgewachsen ist. Nach vielen Jahren, die er beruflich in Berlin zugebracht hat, verlebte er einen Sommer in seiner alten Heimat, wo zwischen Wiesen und Kuhställen die Idee für den vorliegenden Roman entstand. »Willems letzte Reise« ist sein erster Roman als Jan Steinbach.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Wenn du noch einmal die Gelegenheit hast, das Richtige zu tun.
Einsam und mit seiner Familie zerstritten, lebt der alte Willem auf seinem Bauernhof in Ostfriesland. Dann bringt seine Tochter ungefragt ihren Sohn Finn bei ihm unter, weil sie sich wegen ihrer Trennung nicht anders zu helfen weiß. Und sosehr sich der knurrige alte Mann auch dagegen wehrt – der bezaubernde kleine Junge erobert sein Herz. Ausgerechnet jetzt erhält Willem eine fatale Nachricht. Aber um ein Versprechen zu erfüllen, das er Finn gegeben hat, begibt er sich mit seinem alten Traktor auf eine Reise quer durch Deutschland. Schon bald wird jedoch klar, dass Willem nicht mehr lange drum herumkommen wird, sich seinen Fehlern von damals zu stellen.


Meine Meinung:
Wie es bei mir ja öfter vorkommt, hier hat das Buchcover mich mal wieder verführt und ich wurde auf das Buch aufmerksam. Ein schwebender alter Trecker macht neugierig und der Titel lässt ahnen, dass es nicht unbedingt ein humorvolles Buch sein wird. Aber ich wollte es gerne lesen und kann jetzt schreiben, dass es mich schon sehr berührt hat.
Willem, seit langer Zeit verwitwet, lebt einsam auf seinem Hof und muss einige Entscheidungen treffen. Mit seinen wenigen Milchkühen kann er nicht in Konkurrenz mit großen Höfen treten. Als seine Tochter ihren Sohn immer öfter zu ihm bringt, muss er auch hier aus seinem Trott heraus kommen und sich entscheiden, was er mit dem Jungen unternimmt. Dabei spielt der alte Trecker eine sehr wichtige Rolle.
Ich als Leserin darf Willem und seinen Enkel Finn begleiten, ich erfahre, was die beiden vorhaben und wie sie die große Reise vorbereiten, von der Willem ahnt, dass es seine letzte sein wird. Willem und Finn habe ich dann auch in mein Leserherz geschlossen, was ich von Finns Eltern nicht unbedingt behaupten kann. Aber ich will, wie immer, nicht zuviel vom Inhalt verraten. Auf jeden Fall hat mich die Geschichte aller Beteiligten sehr bewegt. Durch Rückblenden, die geschickt und  kapitelweise eingefügt wurden, habe ich erfahren, wie es zu vielen Situationen kam, mit denen heute die Familienmitglieder noch hadern.
Auf jeden Fall fand ich die Reise von Willem sehr interessant, die für ihn auch sehr abenteuerlich war. Und was soll ich sagen, ja nachdem, wie man es betrachtet, hatte alles dann auch ein gutes Ende.


Fazit:
Wer sein Wissen über Traktoren erweitern und nebenbei eine Familie eine Weile begleiten möchte, sollte dieses Buch lesen. Aber es ist auch sehr interessant, wenn man jetzt nicht unbedingt sein Traktorenwissen erweitern will 😉mir hat es gefallen und ich gebe auch gerne eine Leseempfehlung.

Beim Verlag und bei NetGalley möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Rezension - Wie heiß ist das denn?



Autorin: Ellen Berg

Titel: Wie heiß ist das denn?

Genre: Roman

Version: eBook, Taschenbuch und Hörbuch

erschienen: 15. Juni 2018

Seiten: 341

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Aufbau Digital



Über die Autorin:
Ellen Berg, geboren 1969, studierte Germanistik und arbeitete als Reiseleiterin und in der Gastronomie. Heute schreibt und lebt sie mit ihrer Tochter auf einem kleinen Bauernhof im Allgäu.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Mitte vierzig ist ein komisches Alter, findet Bea. Mal fühlt sie sich jung und knackig wie eh und je, dann wieder melden sich Hitzewellen und Stimmungsschwankungen. Dass sich der Versöhnungssex mit ihrem Freund als Abschiedssex herausstellt, hebt ihre Laune auch nicht gerade. Warum gerät sie immer an die Falschen? Der Frust ist komplett, als Mutter Rosi, 64, und Tochter Mona, 19, mit neuen Liebhabern auftauchen – beide in Beas Alter. Geht gar nicht! Bea beschließt, erst mal männerlos glücklich zu werden. Aber dann steht mit Theo ein Mann vor ihr, der zwar definitiv der Falsche ist, ihr jedoch einen Hitzetsunami nach dem anderen beschert.


Meine Meinung:
Zu gerne lese ich  die Bücher mit diesen humorvollen Buchcovern des Verlages. Die Cover haben jetzt nicht immer etwas mit dem Inhalt zu tun, aber sie locken mich doch regelrecht an.
So kam es, dass ich die Protagonistin Bea kennen lernte, mit der ich mich zunächst nicht so recht anfreunden konnte. Hatte sie doch zu verschiedenen Dingen etwas andere Vorstellungen als ich und nicht immer war ich mit ihrem Handeln einverstanden. Aber wie es nun mal so ist, ich wurde neugieriger und wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte für sie letztendlich ausgehen würde.
Ellen Berg hat es somit wunderbar verstanden, mich an das Buch zu fesseln, denn sie hat ihren Beteiligten sehr unterschiedliche und auch sehr interessante Charaktere zugeordnet.  Es gab überraschende Wendungen in der Geschichte und ich war mit dem Ende dann auch sehr zufrieden.


Fazit:
Eine leichte Lektüre, die sich bestens eignet für den Urlaub und/oder entspannte Lesestunden zu Hause.

Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken,

Rezension - Nachts träum ich vom Frieden



Autorin: Carry Ulreich

Titel: Nachts träum ich vom Frieden

Genre: Historisch

Version: eBook und gebunden

erschienen: 9. März 2018

Seiten: 380

Altersempfehlung: Jugendliche und Erwachsene

Verlag: Aufbau Verlag



Über die Autorin:
Carry Ulreich wurde 1926 geboren, verbrachte den Zweiten Weltkrieg mit ihrer Familie in einem Versteck in Rotterdam und wanderte danach nach Israel aus. Sie lebt, einundneunzigjährig, mit ihrer vielköpfigen Familie in Tel Aviv.


Kurzbeschreibung, übernommen:
„Meine Geschichte ist wie die von Anne Frank mit Happy End.“
Carry Ulreich
Carry Ulreich führte in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs Tagebuch. Es ist das bewegende Zeugnis einer jüdischen Heranwachsenden, die den Krieg zusammen mit ihrer älteren Schwester und den Eltern in einem Versteck in Rotterdam überlebte. Eine befreundete katholische Familie nahm die Ulreichs aus Nächstenliebe auf. Beeindruckend präzise und reflektiert schildert das junge Mädchen den Alltag dieser Kriegsjahre, beschreibt die Beziehungen zwischen den Versteckten und denen, die sie aufnahmen. Ihr Tagebuch endet nicht mit der Befreiung, sondern vermittelt ebenso eindringlich die Herausforderungen der Nachkriegszeit. Ein bewegendes, historisches Dokument von einer der letzten Holocaust-Überlebenden.
„Gott schenke uns das folgende Jahr in Freiheit! Frieden! Ewigen Frieden! Nicht wieder nach ein paar Jahren diesen schrecklichen Krieg mit einem anderen Hitler. Nein, Frieden! Und dass ich klüger werde, mich mehr durchsetze!“ (aus dem Tagebuch, September 1943)


Meine Meinung:
Natürlich kenne ich Anne Frank und ihre Tagebücher, ich fand ihre Geschichte ungemein bewegend. Deshalb war ich auch ganz besonders neugierig auf dieses Buch von Carry Ulreich. Allerdings ist ihre Geschichte wesentlich besser ausgegangen, als die von Anne Frank. Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass bei Carry einiges ganz anders abgelaufen ist. Was natürlich auch daran gelegen haben kann, dass beide Mädchen in verschiedenen Städten lebten und es in Rotterdam doch etwas "sicherer" war.  Wie auch immer, es hat mich schon berührt, was Carry und ihre Familie alles durchmachen musste. Es war auch sehr interessant zu lesen, wie das Zusammenleben so vieler unterschiedlicher Personen in einem Haus über Jahre abgelaufen ist und wie alle damit umgingen. Es hat auch nachdenklich gemacht, wie wäre ich damit fertig geworden, wenn ich einer Familie Unterschlupf gegeben hätte. Diese und viele andere Gedanken tauchten auf.
Es hat mich natürlich gefreut, dass Carry auswandern konnte und auch im hohen Alter den Entschluss gefasst hat, ihre Tagebücher zu veröffentlichen. Für ihre Familie war das mit Sicherheit wichtig und auch wir Leser können davon profitieren.


Fazit:
Es gibt sehr viele Berichte aus der Zeit des zweiten Weltkrieges, mit Sicherheit auch Tagebücher, die interessant sind, aber nicht jeder geht damit an die Öffentlichkeit. Ich gebe zu diesem Buch sehr gerne eine Leseempfehlung, denn auch das darf nicht in Vergessenheit geraten. Schicksale, die viele bewegen.

Beim Verlag und bei NetGalley möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Dienstag, 12. Juni 2018

Rezension - Robin - High in the Sky




Autorin: Charlotte Taylor

Titel: Robin - High in the Sky

Genre: Roman

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 1.6.18 eBook - 6.6.18 Taschenbuch

Seiten: 380

Altersempfehlung: Erwachsene




Über die Autorin:
Charlotte Taylor ist das Pseudonym der Frankfurter Autorin Carin Müller, wenn sie sich ganz der Liebe hingibt ob voll schmetterlingszarter Innigkeit oder rauschhafter Leidenschaft.
Charlotte erblickte im Herbst 2014 das Licht der Welt, als man Carin aus verschiedenen Quellen nahelegte, ruhig mal einen Ausflug in Richtung horizontaler Literatur zu wagen. Das Experiment hat so gut funktioniert, dass daraus die erfolgreiche »Hot Chocolate«-Serie entstand. Doch da Prickeln ohne echtes Gefühl nur halb so schön ist, steht auch bei Charlotte immer die Geschichte im Mittelpunkt und die kann bei aller vordergründiger Leichtigkeit auch gerne komplexer sein.
Charlotte teilt sich mit Carin im realen Leben nicht nur einen Ehemann und einen Hund, sondern auch nur einen Körper. Und dieser Wirtskörper, obwohl durchaus funktional, verfügt standardmäßig nur über zwei Hände, zehn Finger und einen Kopf. Da kann es durchaus eng werden bei der Manuskripterstellung.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Was war der beste Tag in deinem Leben?
Für Antworten auf diese Frage haben Anwältin Robin Stewart und Entwicklungshelfer Sky Forrester gerade gar keinen Sinn, sind sie doch mit Schadensbegrenzung ihrer jüngsten Katastrophen beschäftigt. Sie flüchtet aus Schottland, er aus Äthiopien, und das Schicksal mit seinem unvergleichlich schrägen Sinn für Humor bringt die beiden verlorenen Seelen in San Francisco zusammen. Dort entspinnt sich langsam eine zarte Freundschaft. Vorurteile weichen Verständnis, verdrängte Tragödien fördern die Sehnsucht und plötzlich finden sie sich wieder auf einer atemberaubenden Suche nach der Wahrheit, die sie über drei Kontinente und zu erstaunlicher Erkenntnis führt.


Meine Meinung:
Von Carin Müller habe ich ja schon einige Bücher gelesen und nun war ich sehr gespannt, was sie als Charlotte Taylor veröffentlicht hatte. Und was soll ich sagen, ich war begeistert, denn ich fand mich auf einmal in einer tollen fesselnden Geschichte wieder.
Die Anwältin Robin und der Entwicklungshelfer Sky wollen aus den verschiedensten Gründen eine Auszeit nehmen und treffen sich rein zufällig in San Francisco. Wer nun meint, es würde eine ganz normale oder wie so oft beschriebene Liebesgeschichte folgen, der wird überrascht sein, Zumindest ich war es. Nun will ich ja nie zuviel vom Inhalt des Buches verraten, kann aber erwähnen, dass allerhand los war in dieser Geschichte. Spannend, interessant und nachdenklich machend ist es und achja, die Romanze mit prickelnden Szenen, fehlte natürlich auch nicht, aber sie standen nicht so sehr im Vordergrund.
Die Protagonisten habe ich sehr schnell in mein Leserherz geschlossen, dazu kam die Oma, ich fand sie genial, aber lest selber und habt Spaß daran.
Auf jeden Fall hat mich die Autorin an ihr Buch gefesselt, was ich mit Begeisterung regelrecht verschlungen habe.


Fazit:
Manchmal ist es schon schwer, die Begeisterung so richtig rüber zu bringen, ohne zuviel vom Inhalt zu verraten. Aber ich kann und möchte es auch, das Buch unbedingt empfehlen.

Bei der Autorin möchte ich mich vielmals bedanken, sie hat mich überrascht und mit ihrem Buch begeistert

Donnerstag, 31. Mai 2018

Rezension - Von Hoffnung getragen - Tage des Sturms 2



Autorin: Ella Zeiss

Titel: Von Hoffnung getragen - Tage des Sturms 2

Genre: Historisch

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 30. Mai 2018

Seiten: 356

Altersempfehlung:  Erwachsene





Über die Autorin:
Ella Zeiss ist ein Pseudonym von Elvira Zeißler (Jahrgang 1980) hat nach dem Abitur BWL an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Copenhagen Business School studiert. Derzeit wohnt sie mit ihrer Familie im malerischen Bergischen Land und schreibt vor allem Fantasy und Mystery Romance Bücher, die Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen begeistern.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Nach wahren Begebenheiten
Der abschließende zweite Teil der berührenden und authentischen Familiensaga über ein bislang wenig bekanntes Kapitel der Geschichte.
Februar 1942: Die Neuigkeiten über den rasanten Vormarsch der Wehrmacht fegen wie ein Sturm durch die gesamte Sowjetunion. Vor allem die deutschen Familien haben darunter zu leiden. Harald Pfeiffer ist sechzehn, als er in das Zwangsarbeitslager in Tscheljabinsk einberufen wird. Während um ihn herum erwachsene Männer zu Hunderten sterben, kämpft er mit Findigkeit, Verzweiflung und Geschick mit aller Kraft ums Überleben. Yvo Scholz kommt nach Kriegsende mit ihrer Mutter nach Tscheljabnisk, auf der Suche nach ihrem Bruder Erich, der ebenfalls in das Arbeitslager verschleppt worden war. In der Ungewissheit über das Schicksal von Vater und Bruder und allen Anfeindungen und Diskriminierungen zum Trotz, beginnt Yvo mit unerschütterlichem Lebensmut, sich eine Existenz aufzubauen. Als sich ihre Pfade kreuzen, ist es für Yvo Liebe auf den ersten Blick. Doch für Harri steht die Karriere im Vordergrund …



Meine Meinung:
Nachdem ich das Buch "Wie Gräser im Wind" gelesen hatte, war klar, dass ich natürlich auch dieses Buch lesen wollte. Die Protagonisten hatten ja bereits mein Leserherz erobert, schließlich hatte ich mit ihnen gelitten und mich mit ihnen gefreut.
Auch dieses Buch hat mich sehr berührt. Ich kann es immer noch nicht fassen, was den Menschen damals alles angetan wurde. Auf der einen Seite hat jeder von uns ja schon mal mitbekommen, welches Leid viele ertragen mussten, aber hier wurde ein Teil einer Lebensgeschichte wieder gegeben. Es war nichts erdacht, es waren Schilderungen von wahren Begebenheiten, es ist die Geschichte der Großeltern von Ella Zeiss.
Mich hat natürlich gefreut, dass ich auf dieses zweite Buch nicht sehr lange warten musste und mit den frischen Erinnerungen des ersten Buches zügig weiterlesen konnte. Die Autorin selber hat fürs Schreiben eine sehr lange Zeit benötigt, was ich mir auch nicht sehr leicht vorstelle, ich war ja schon betroffen, wie geht es da einem, der die Personen kennt und auch noch mit ihnen verwandt ist.
Auf jeden Fall hat mich Ella Zeiss auch diesmal wieder an ihr Buch gefesselt.


Fazit:
Ich finde es ausgesprochen wichtig, das solche bewegenden Lebensgeschichten festgehalten werden. Beide Bücher haben mich sehr berührt und auch sehr nachdenklich gemacht. Ich bin froh, dass ich beide Bücher lesen konnte und gebe auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

Bei der Autorin möchte ich mich vielmals bedanken, dass sie sich daran gewagt hat. Denn eigentlich schreibt sie Bücher in einem anderen Genre.

Rezension - Mordsrevanche




Autorin: Ulrike Busch

Titel: Mordsrevanche

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 29. Mai 2018

Seiten: 360

Altersempfehlung: Erwachsene




Über die Autorin:
Die Sehnsucht nach Meer und weitem Horizont verspürt Ulrike Busch, seit sie denken kann. Fasziniert von der grenzenlos erscheinenden, grünen Landschaft Norddeutschlands zog sie 1986 aus ihrer Geburtsstadt Essen nach Hamburg. Auf dem nordfriesischen Inseln und Halligen ist sie seitdem fest verwurzelt. Sie liebt die Menschen mit ihrer Geradlinigkeit, Bodenständigkeit und ihrem schnörkellosen Dialekt und Spaziergänge bei Wind und Wetter, wenn der Nordwestwind ihr den Geruch von Salz und Tang um die Nase weht. Viele Jahre war die studierte Sprachwissenschaftlerin als selbstständige Texterin und Technische Redakteurin tätig. 2013 entdeckte sie eine neue berufliche Leidenschaft: das Schreiben von Romanen - die natürlich in Norddeutschland spielen.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Sie ist 40, beruflich erfolgreich, glücklich verheiratet und endlich schwanger. Da geschieht das Unfassbare: Franziska Hinrichs, Patenkind des Onkels von KHK Tammo Anders, wird ermordet aufgefunden. Der Kommissar und seine frisch angetraute Kollegin Fenna Stern stürzen sich in die Ermittlungen.
Bald werden Schatten auf dem Leben der vermeintlich mustergültigen Ehefrau und Geschäftsführerin einer Ferienhausvermietung sichtbar. Doch bevor die Kommissare weiter recherchieren können, wird ihnen der Fall entzogen. Frustriert ziehen sie sich in den Urlaub nach Nordfriesland zurück.
Dort erfahren sie von einem Mord, der Parallelen zu der Tat in Ostfriesland aufweist. Auf eigene Faust begeben Anders und Stern sich auf die Jagd nach dem Täter. – Ein Einsatz, der nicht ohne Folgen für sie bleibt …


Meine Meinung:
Wer meinen Rezensionen folgt, wird festgestellt haben, dass ich von Ulrike Busch wohl alle Bücher gelesen habe. Was natürlich daran liegt, dass ich den Schreibstil mag. Ganz besonders liebe ich die Krimis und die Serien, deshalb freute ich mich, dass ich von Tammo Anders und Fenna Stern wieder etwas lesen konnte. Sind mir die beiden doch als Mitarbeiter der Kripo Greetsiel wohlbekannt und an mein Leserherz gewachsen, genau wie der Onkel von Tammo und die Mutter von Fenna.
Diesmal hatten Fenna und Tammo allerdings mit einigen Problemen zu kämpfen, ich möchte nur eines erwähnen und nicht zu viel verraten. Leider wird ihnen der Fall entzogen und eigentlich wollten sie Urlaub  in Nordfriesland machen.
Die Autorin hat bestens beschrieben, wie sie mit ihren Problemen umgingen und was sie alles unternahmen, um den Fall doch zu lösen. Natürlich hat sie mich wieder an das Buch gefesselt und ich wusste wirklich nicht, wer der Täter gewesen sein könnte. Es gab für mich überraschende Wendungen und das Ende war dann auch ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte, aber damit war ich durchaus einverstanden.


Fazit:
Als bekennender Serienjunkie freute ich mich natürlich über diese Folge  und ich bin schon sehr auf weitere Fälle gespannt. Aber zunächst gebe ich gerne eine Leseempfehlung. Achja, was ich noch erwähnen wollte, jedes Buch ist natürlich abgeschlossen, aber es macht mit Sicherheit mehr Spaß, wenn man die Serie von Anfang an verfolgen kann.

Bei der Autorin möchte ich mich vielmals bedanken.

Autoreninterview Thorsten Siemens




Lieber Thorsten,
ich freue mich, dass Du Dich meinen Fragen stellen möchtest. Im Vorfeld recherchiere ich ja immer erst ein bisschen, damit ich einige Informationen über den Autor bekommen kann.  Da wir bisher auch noch keinen Kontakt hatten, frage ich jetzt einfach so drauf los.


Ich habe gelesen, dass Du in der Schule lieber Aufsätze geschrieben hast, als irgendwelche Bücher zu lesen. Waren es nur Aufsätze oder wurden es vielleicht sogar Kurzgeschichten?

Nein, zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ambitionen, mehr zu schreiben, als es die Lehrer von mir verlangt haben. 😉



Nun liegt ja zwischen der Schulzeit und dem ersten Buch beim Verlag einige Zeit, was hast Du in der Zwischenzeit gemacht?

Ich habe meinen Wehrdienst hinter mich gebracht, eine Ausbildung zum Bankkaufmann abgeschlossen, bin von Ostfriesland nach Friesland gezogen, habe ein Haus gebaut, geheiratet und zwei Kinder bekommen (also meine Frau, nicht ich selber 😉). In meiner Freizeit habe ich Fußball gespielt, bin gerne ins Kino gegangen oder wir haben uns mit Freunden getroffen.
Den ersten Versuch, einen richtigen Roman zu schreiben, gab es 2004. Damals sollte es noch eine philosophische Fantasiegeschichte werden. An dem Projekt habe ich lange gearbeitet, es irgendwann aber doch aufgegeben, weil ich nicht daran geglaubt habe, dass es jemals irgendjemand verlegen würde.      



Wie bist Du auf die Idee gekommen, ausgerechnet Thriller oder Krimis zu schreiben?

Ich habe (leider) eine sehr lebhafte Fantasie und sehe deshalb im Alltag überall Gefahren. Da war es naheliegend, aus der Not eine Tugend zu machen. Wann immer mir etwas einfällt, schreibe ich mir diese Ideen sofort in ein kleines Buch oder notiere sie mir in meinem Handy. Zu Hause setze ich mich dann an den PC und überlege, ob daraus ein ganzes Buch entstehen könnte. Die Idee zu meinem aktuellen Krimi ist mir beispielsweise beim Vorlesen mit meinem Sohn gekommen. Ich hatte ihm abends aus einem Wimmelbuch vorgelesen und dabei ein Bild entdeckt, zu dem mir direkt eine Geschichte eingefallen ist.



Hast Du Dir schon mal Gedanken gemacht, in einem anderen Genre zu schreiben?

Ich habe noch einige Ideen für Geschichten der verschiedensten Genres in meinem Ideen-Büchlein. Zum Glück habe ich ja nicht nur negative Gedanken. 😉



Bist Du nun hauptberuflich Autor oder ist das für Dich noch eine Nebentätigkeit?

Ich bin hauptberuflich immer noch Bankkaufmann. Das Schreiben ist mein Hobby, meine Leidenschaft, der ich so viel Freizeit wie möglich widme. Natürlich wäre es ein Traum, wenn ich eines Tages davon auch meinen Lebensunterhalt bestreiten könnte. Aber Träume können ja bekanntlich wahr werden. 😉



Du hast Deine ersten Bücher als Self Publisher veröffentlicht, wie hat es sich damals angefühlt, das erste eigene Buch in der Hand zu halten?

Zunächst hatte ich meine Friesland-Thriller nur als eBook veröffentlicht. Erst später habe ich dann eigene Exemplare über Amazon KDP drucken lassen. Das war schon ein tolles Gefühl, die eigenen Bücher in der Hand zu halten. Sie haben auch heute noch einen Ehrenplatz direkt vor meinem Schreibtisch. Dort motivieren sie mich zum Weitermachen.



Nun bist Du Verlagsautor, was hat sich für Dich nun geändert?

Ich habe einen professionellen Verlag an meiner Seite, der mich beim Lektorat, der Covergestaltung und der Vermarktung unterstützt. So kann ich mich viel mehr auf das Schreiben neuer Romane konzentrieren.
Auch die Wahrnehmung von Freunden, Bekannten und Kollegen hat sich geändert. Ich glaube, viele nehmen meine „Schreiberei“ erst seitdem wirklich ernst.



Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus?

Du meinst sicher den als Autor, oder? Ich schreibe eigentlich in jeder freien Minute, die sich mir bietet. Als Familienvater sind das allerdings nicht allzu viele. Darum habe ich auch feste Zeiten, an denen ich eigentlich immer vorm Laptop sitze. Bei mir sind das beispielsweise der Dienstagvormittag und der Freitagabend.


Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Vom ersten Wort bis zum fertigen Roman (inkl. Lektorat und Cover) benötige ich in der Regel 6 Monate.



Wer darf das Buch als erstes lesen?

Meine Frau. Sie liest jedes Kapitel, sobald es fertig ist und sucht für mich nach Fehlern. Am Ende liest sie noch einmal das ganze Manuskript und gibt mir ein Feedback zu der Story. Sie hat schon immer viel gelesen und ist außerdem immer ehrlich zu mir. Deshalb ist sie meine wichtigste Kritikerin. 



Ich kenne bisher von Dir das Buch „Tod in Neermoor“, Hedda, die Protagonistin ist eine junge Frau, die gerade ihr Abitur gemacht hat. Wie bist Du auf die Idee gekommen, dass sie eine Hauptrolle in Deinem Buch spielen soll?

Hedda ist eine normale junge Frau, mit einem ungewöhnlichen Interesse für den Tod. Sie ist weder schüchtern, noch prüde und redet oft, bevor sie sich über die Wirkung ihrer Worte Gedanken macht. Dennoch steht sie nicht gerne im Mittelpunkt. (Zum Glück ahnt sie nicht, dass ich sie als Hauptcharakter für meine Bücher ausgewählt habe. 😉)
Ich habe mich für einen so jungen Charakter entschieden, weil ich so sehr viele Möglichkeiten habe, die Figur zu entwickeln. Hedda hat noch alles vor sich und wird daher vieles davon gemeinsam mit ihren Lesern erleben. 
Für eine weibliche Hauptfigur habe ich mich aus den folgenden Gründen entschieden:
  1. In meinen bisherigen Friesland-Thrillern stehen meistens eher die männlichen Charaktere im Vordergrund. Ich hatte also einfach mal Lust auf etwas Neues. (Hedda wird in den folgenden Bänden aber noch einen männlichen Hauptcharakter an ihre Seite gestellt bekommen. 😉)
  2. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, wie wohl jemand ermitteln würde, der nicht bei der Polizei beschäftigt ist. Dabei bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass Frauen über Waffen verfügen, die wir Männer einfach nicht haben.


Können wir Leser noch mehr Folgen von und mit Hedda erwarten?

Ich schreibe aktuell schon am zweiten Band und habe auch schon genug Ideen für weitere Bände im Hinterkopf. Wenn es also nach mir geht, wird Hedda noch sehr viele Mordfälle aufklären. Ich hoffe, meine Leser empfinden das genauso.



Hast Du als Kind wirklich keine Bücher gelesen? Wenn es doch der Fall war, was hast Du gelesen?

Natürlich habe ich auch einige Bücher gelesen. Man hat uns in der Schule ja dazu gezwungen. 😉 Leider war ich in meiner Jugend der Meinung, dass gute Bücher auch verfilmt werden und ich mir daher das Lesen sparen kann. Heute weiß ich, dass ein Film niemals einem guten Buch gerecht werden kann.



Nimmst Du Dir als Erwachsener die Zeit und liest Bücher Deiner Kollegen? Hast Du Kontakt zu Autorenkollegen?

Seit einigen Jahren lese ich oft und gerne. Dabei lese ich fast ausschließlich Bücher von “alten“ Weggefährten, die ich noch aus meiner Zeit als Self-Publisher kenne oder die Bücher meiner Verlagskollegen/-innen.



Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor der Vergangenheit würdest Du gerne mal besuchen?

Astrid Lindgren.



Ich erwähnte ja schon, dass wir bisher noch keinen Kontakt miteinander hatten. Wie sieht es aus, hast Du Kontakt zu Deinen Lesern? Wenn ja, wo pflegst Du ihn?

Ja, ich kommuniziere per E-Mail, Facebook, Twitter und Instagram mit meinen Lesern. Ich freue mich immer sehr, wenn sich jemand die Zeit nimmt, um mir ein Feedback zu meinen Büchern zu geben.



Würdest Du mit Deinen Büchern Lesungen veranstalten?

Sehr gerne! Bisher hat sich das leider noch nicht ergeben, aber ich plane tatsächlich gerade meine erste Lesung. Sie soll in der historischen Mühle in Neermoor stattfinden. Ich freue mich schon riesig darauf!



Nun habe ich wie immer sehr viel gefragt und bestimmt nicht an alles gedacht, gibt es etwas, was Du uns Lesern unbedingt mal mitteilen möchtest?

Ein Buch zu schreiben verschlingt unheimlich viele Stunden und macht ab und zu auch wirklich Arbeit. Für einen Autor gibt es nichts Schöneres, als zu wissen, dass sich dieser Aufwand auch gelohnt hat. Daher ist der größte Lohn immer noch das ehrliche Feedback der Leser. Es muss keine ausführliche Buchkritik sein oder gar eine Bewertung auf der Online-Seite des jeweiligen Buchhändlers. Ein kurzes Feedback per E-Mail oder über die Social-Media-Kanäle macht uns auch schon glücklich.
Also: Nehmt euch bitte gelegentlich ein paar Minuten und schreibt euren Lieblingsautoren ein paar nette Worte. Sie wird es euch mit tollen Büchern zurückzahlen.



Und wie immer folgt nun die Stelle, wo ich frage, was einem zu folgenden Namen oder Begriffen einfällt:

Enid Blyton
Im Gegensatz zu mir hat meine Schwester immer sehr gerne gelesen. In ihrem Bücherregal fanden sich daher auch viele Bücher von Enid Blyton.

Astrid Lindgren
Soweit ich mich erinnern kann, sind „Pipi Langstrumpf“ und „Die Brüder Löwenherz“ die ersten Bücher, die ich freiwillig und mit Begeisterung gelesen habe. Letzteres habe ich sogar vor einigen Jahren erneut gelesen. Ein fantastisches Buch.

Emil und die Detektive
Ein Kinderbuch-Klassiker, den ich leider nie gelesen habe. Ich muss ihn daher unbedingt irgendwann meinen Kindern vorlesen.



Ich möchte mich an dieser Stelle dafür bedanken, dass Du Dir die Zeit genommen und meine Fragen beantwortet hast.

Ich danke dir, dass du mein Buch gelesen hast und dass du mir mit diesem Interview die Möglichkeit gibst, mich den Followern deiner Bücherseite vorzustellen.




An dieser Stelle möchte ich stellvertretend für alle Bücher das Cover des Buches "Tod in Neermoor" zeigen und auf zwei Links hinweisen, wo es weitere Informationen  von und über Thorsten Siemens gibt

Amazon Autorenseite klick hier

und die Homepage  klick hier



Mittwoch, 30. Mai 2018

Rezension - Breitachklamm



Autorin: Nicki Fleischer

Titel: Breitachklamm

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 7. Mai 2018

Seiten: 280

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Midnight 



Über die Autorin:
Nicki Fleischer, in den 1970er Jahren im Sauerland geboren, wuchs in nur 240 Metern Höhe auf. Schon früh wollte sie hoch hinaus und besucht seit Kindheitstagen die Alpen. Während ihres Informatik-Studiums beschäftigte sie sich mit IT-Forensik und Polizeiarbeit. Als Verwandtschaft aus dem Allgäu angeheiratet wurde, kam sie zu dem naheliegenden Schluss, Allgäukrimis zu schreiben. Dabei schaut sie mit viel Augenzwinkern in das mordsmäßig schöne Oberallgäu und auf dessen örtliche Gepflogenheiten.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Der neue Fall für den PHK Egi aus Oberstdorf nervt, aber gewaltig. Sakradi!

Kaum hat PHK (Polizeihauptkommissar) Egi Huber seinen ersten Fall gelöst, taucht schon wieder eine Leiche im idyllischen Oberstdorf im Allgäu auf. Genauer gesagt schwimmt sie in der Breitach. Noch schlimmer: Die verhassten Kollegen der Kripo Kempten mischen sich wieder ein und der Chefmeier liegt ihm in den Ohren, den Fall schnell abzuschließen. Doch die Allgäuer sind ein eigenartiges Völkchen. Keiner scheint etwas über die Tote Annet Balder zu wissen, und wenns drauf ankommt haltens z’sammen, die Einheimischen. Da muss Egi seinen ganzen Charme und seine gewieften Kollegen alle ihre Ermittlungskünste spielen lassen. Denn von der Kemptener Kripo lässt sich der PHK nicht vorführen. Wenn schon in seinem Revier gemordet wird, will Egi denn Fall auch selbst lösen…


Meine Meinung:
In der Kurzbeschreibung stand es schon: "Der neue Fall für den PHK Egi aus Oberstdorf nervt, aber gewaltig. Sakradi!"
Und es hat tatsächlich etwas genervt und zwar dieser Konkurrenzkampf unter den Ermittlerin und die vielen Wiederholungen, es hat dem Krimi zwar eine gewisse Würze gegeben, aber es auch unnötig in die Länge gezogen, auf der anderen Seite, ohne dieser Konkurrenzsache, wäre es vielleicht etwas langweiliger geworden.
An der Auflösung dieses Falles arbeiten zwei Mitarbeiter aus Kempten, was den Oberstdorfern gar nicht gefällt. Ich war von dem Buch hin und her gerissen, denn trotz des Nervens war es auch spannend und ich wollte unbedingt wissen, wie es denn endet.
Nachdem ich dann beschlossen hatte, der Neugierde nachzugeben und es alles mit Humor betrachten wollte, kam ich dann auch klar mit dem Buch. Die Oberstdorfer waren mir auch sehr sympathisch, vor allem die kleinen Nebensächlichkeiten haben alles etwas aufgelockert. Ich hatte als Leser dann ja auch den Vorteil, die Gedanken des Täters zu kennen, denn sie wurden immer wieder eingeschoben. Trotzdem wusste ich bin zum Schluss nicht, wer es denn war.


Fazit:
Hier hatte ich mal einen etwas anderen Krimi mit dem ich mich erst anfreunden musste. Wer also mal keinen "normal üblichen" Krimi lesen möchte, sollte es mit diesem mal versuchen.

Ich möchte mich beim Verlag und bei NetGalleyDe vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken

Rezension - Miss Gladys und ihr Astronaut



Autor: David M. Barnett

Titel: Miss Gladys und ihr Astronaut

Genre: Fantasy, Roman

Version: eBook, broschiert und Hörbuch

erschienen: 28. Mai 2018

Seiten: 416

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Ullstein Taschenbuch 



David Barnett (* 11. Januar 1970) ist ein englischer Journalist und Autor .  Geboren in Wigan , Lancashire, England, arbeitete er im Telegraph & Argus .
David Barnett ist ein etablierter Journalist, der u.a. für The Independent, Daily Mail und The Guardian schreibt. Bisher veröffentlichte er Fantasyromane, CALLING MAJOR TOM ist sein erstes Buch in diesem Genre, sein nächster Roman wird ebenfalls im Bereich der gehobenen Unterhaltung sein.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Die gute Miss Gladys kann sich nicht mehr alles merken, aber dieser Telefonanruf ist unvergesslich: Der Astronaut Thomas Major ist am Apparat, gerade auf dem Weg zum Mars. Er hat sich natürlich verwählt und will am liebsten gleich wieder auflegen. Aber Miss Gladys und ihre Enkel brauchen seine Hilfe. Zögerlich und leise fluchend wird der Mann im All zum Helfer in der Not. Tausende von Kilometern entfernt, führt er die drei auf seine ganz eigene Art durch schwere Zeiten, denn Familie Ormerod droht ihr Zuhause zu verlieren. Miss Gladys und ihr Astronaut brauchen einen galaktisch guten Plan …


Meine Meinung:
Auf dieses Buch war ich besonders neugierig, denn wer kennt ihn nicht, den Major Tom. Naja, eigentlich heißt der Astronaut Thomas Major, aber müssen wir kleinlich sein? Auf jeden Fall wird er von vielen anders angesprochen, besonders von Gladys und ihren beiden Enkelkindern. Während er auf dem Weg zum Mars ist, müssen die drei auf der Erde mit reichlich Problemen kämpfen. Aber Tom entwickelt sich zum Helfer, was er sich so gar nicht vorgestellt hatte.
Der Autor hat eine sehr fesselnde, dramatische und auch fantasievolle Geschichte geschrieben. Er hat mich damit an das Buch gefesselt, denn ich war mittendrin und wollte natürlich wissen, wie sich alles entwickelt und ob manche Situationen ein gutes Ende finden. Was ich nun genau meine, werde ich mit Sicherheit nicht verraten.


Fazit:
Wer nach einem Buch sucht, das einen berührt, das Probleme in der Schule und Familie behandelt, das Krankheiten nicht aussen vor lässt und dann doch auch humorvoll ist, der wird hier das richtige finden.

Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Freitag, 25. Mai 2018

Rezension - Die Muse von Wien



Autorin. Caroline Bernard

Titel: Die Muse von Wien

Genre: Historisch

Version: eBook, broschiert und Hörbuch

erschienen: 18. Mai 2018

Seiten: 496

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Aufbau Taschenbuch;



Über die Autorin:
Caroline Bernard ist Literaturwissenschaftlerin und wurde 1961 in Hamburg geboren. Noch vor dem Abitur machte sie ihre erste Reise nach Paris und verlor ihr Herz an die Stadt. Es folgten längere Aufenthalte als Au-pair, als Sprachschülerin und Stipendiatin. Heute sind Reisen nach Paris, in die Provence oder in die Normandie aus ihrem Leben nicht wegzudenken. Caroline Bernard lebt als freie Autorin in der Nähe von Hamburg. „Rendezvous im Café de Flore“ ist nicht ihr erster Roman.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Klimt war ihre erste Liebe, für Gustav Mahler wird sie zur Muse – Alma Schindler wächst inmitten der Wiener Künstlerbohème auf, ist in den Salons der schillernden Metropole zu Hause, verfolgt den Aufstieg der Secession, inspiriert und verführt. Und sie ist Künstlerin, ihre Leidenschaft gehört dem Klavierspiel, vor allem der Komposition. Bis sie Gustav Mahler trifft und sich Hals über Kopf in ihn verliebt. Gustav erwidert ihre Liebe, jedoch zu einem hohen Preis: Für ihn soll sie ihre Kunst aufgeben …
Klappentext 
Als die heimliche Verlobung zwischen Gustav Mahler, dem gefeierten Direktor der Wiener Oper, und Alma Schindler, dem schönsten Mädchen der Stadt, durch eine Indiskretion in der Presse bekanntgegeben wird, ist halb Wien in Aufruhr. Bei der Hochzeit 1902, nach einer kurzen, aber stürmischen Verlobungszeit, glaubt die zweiundzwanzigjährige Alma an eine strahlende Zukunft. An der Seite von Gustav, einem der größten Musiker, führt sie ein Leben jenseits der Norm, das sich viele Frauen erträumen. Und doch hat dieses pralle Leben auch seine Schattenseiten. Alma fällt ihr Glück nicht in den Schoß, sie muss immer wieder darum kämpfen und vor allem Opfer bringen. Denn für Gustav soll sie ihre große Leidenschaft aufgeben: die Komposition.


Meine Meinung:
Ich gestehe, mich hat in erster Linie die Kurzbeschreibung neugierig gemacht und das Cover hat mir sehr gut gefallen, was bei mir ja oft ein Grund ist, dass ich mich näher mit einem Buch beschäftige.
Mir war zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst, dass ich einen Teil des Lebens von Alma begleiten würde. Ich fand es ausgesprochen interessant, was sie so alles erlebt hat. Allerdings bin ich froh, dass ich zu der Zeit nicht gelebt habe, denn so schön es für manche aussehen mag, leicht hatte sie es nicht. Als wohlbehütete Tochter aufgewachsen, keine Probleme mit Geld und Hausarbeit, konnte sie sich ihrem Hobby der Musik und dem Komponieren widmen. Wie viele Frauen zu sehr Zeit war sie allerdings in Bezug auf das Eheleben sehr naiv. Auf der anderen Seite konnte ich ihr Verhalten auch nicht immer nachvollziehen, aber ich steckte ja auch nicht in ihrer Haut.
Inzwischen weiß ich, dass Alma mehrmals geheiratet hat und ein langes Leben hatte. Während ihrer ersten Ehe habe ich sie als Leserin begleitet und fand es sehr interessant, weil ich gleichzeitig auch vieles über andere Künstler erfahren habe. Außerdem konnte ich Vergleiche ziehen, zwischen dem Leben in Wien und den New York.


Fazit:
Fans historischer Biografien werden bestimmt Gefallen an dem Buch finden. Es vermittelt uns vieles aus der Zeit vor über hundert Jahren.


Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Rezension - Tod in Neermoor



Autor: Thorsten Siemens

Titel: Tod in Neermoor

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 14. April 2018

Seiten: 215

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Klarant 



Über den Autor:
Thorsten Siemens lebt mit seiner Frau und beiden Kindern in Sande / Landkreis Friesland. Als gebürtiger Ostfriese (Emden) schreibt der Autor mit Vorliebe spannende Krimis, die sowohl in seiner alten, als auch in seiner neuen Heimat spielen. Seine Begeisterung für die Bewohner der ostfriesischen Halbinsel und deren einzigartige Kulissen finden sich in seinen Friesland-Thrillern und Ostfrieslandkrimis wieder. Genau richtig für die Leser, die den ostfriesischen Charme und Lokalkolorit lieben!


Kurzbeschreibung, übernommen:
Im beschaulichen Neermoor wird eine grausam verstümmelte Leiche gefunden. Hedda Böttchers kriminalistischer Spürsinn wird geweckt und hartnäckig macht sie sich auf Spurensuche. Als kurz darauf ein weiteres Mordopfer gefunden wird, liegt der Verdacht nahe, dass man es mit einem Serienkiller zu tun hat. Aber welche Verbindung gibt es zwischen den Opfern? Die Polizei tappt im Dunkeln und auch Hedda kommt mit ihren Ermittlungen nicht wirklich weiter. So ist das sportliche Großereignis in Neermoor, die Ostfriesland-Olympiade, eine willkommene Abwechslung. Doch dann schlägt der Täter ein drittes Mal zu und Hedda gerät in tödliche Gefahr…


Meine Meinung:
Inzwischen habe ich ja schon viele Ostfrieslandkrimis gelesen und die unterschiedlichsten Ermittler kennen gelernt, aber eine frisch gebackene Abiturientin hatte ich bisher noch nicht dabei.
Und diese hatte Thorsten Siemens als Protagonistin auserkoren. Hedda ist jung und manchmal noch etwas naiv und auf der anderen Seite doch wieder sehr clever, will sie Rätsel um Todesfälle aufklären. Hilfreich zur Seite steht ihr Enno ein sympathischer Polizist und ihr Onkel, der in diesem Fall allerdings, ups, beinahe hätte ich zuviel verraten.
Auf jeden Fall fand ich es spannend und interessant zu lesen. Ich hatte schon den einen oder anderen Verdacht, aber so ganz sicher war ich mir nicht und am Ende war es dann fast so, wie ich es gedacht hatte aber es gab noch ein Überraschung.


Fazit:
Ein vielversprechender Start in eine weitere Krimiserie, denn ich gehe feste davon aus, dass ich von Hedda bestimmt noch etwas lesen werde.

Ich bedanke mich beim Klarant Verlag für das Rezensionsexemplar

Autoreninterview Rolf Uliczka





Lieber Rolf,

ich freue mich, dass Du Dir die Zeit nimmst und Dich meinen Fragen stellst. Ich muss gestehen, dass ich bisher immer Autoren interviewt habe, die mir persönlich bekannt waren oder von denen ich bereits mehrere Bücher gelesen hatte. So gesehen ist es eine Premiere, aber zumindest habe ich gerade ein erstes Buch von Dir gelesen und kann vorab sagen, dass ich bestimmt noch weitere lesen möchte. Aber nun will ich mich nicht länger mit der Vorrede aufhalten sondern dann auch mal mit meinen Fragen starten.



Natürlich habe ich mich etwas über Dich informiert und festgestellt, dass Du erst sehr spät mit dem Schreiben begonnen hast. Wie kam es dazu, dass Du nach Deinem durchaus ausgefüllten Berufsleben nun Bücher schreibst?

Gerade in meinem ausgefüllten Berufsleben liegt dazu der Schlüssel. Viele Geschichten, Charaktere und Schicksale stammen nämlich aus dem wirklichen Leben.

In achtundzwanzig Jahren in der Personalführung bei der Bundeswehr, habe ich in unzähligen Personalgesprächen von Schicksalen erfahren und ganz viele Geschichten gehört. Wenn Du mit einer Versetzungs- und Standortentscheidung massiv in die Lebensplanung von Soldaten und deren Familien eingreifen musst, bleibt es nicht aus, dass es sehr persönlich und auch emotional wird. Ein Angestellter in einem zivilen Unternehmen kann zum Beispiel kündigen, wenn er an einen anderen Standort versetzt werden soll und ihm das nicht passt; ein Soldat aber nicht.

Ja, und geschrieben habe ich eigentlich schon immer. Schon so mancher Jubilar aus meinem Umfeld und seine Festgäste mussten „Ergüsse“ von mir über sich ergehen lassen, sei es in Prosa oder Lyrik. Auch manche „Bierzeitung“ wurde schon Opfer meiner Leidenschaft zu schreiben, z.B. nach einer Militärübung in Frankreich in den 60er Jahren, aus den Erfahrungen mit den dortigen „Loch-im Boden-Toiletten“:

Die Toiletten war´n die letzte Schau,
mit Volltreffern da war´s man mau.
Scheibentreffer jede Menge,
der Rest vom Lied war´n Spatengänge.

Meine Mutter bekommt zum Beispiel zu jedem runden Geburtstag einen Brief von ihrem ganz persönlichen Schutzengel aus dem Himmel, der dann so kleine Anekdötchen aus dem Nähkästchen ausplaudert. Meine Mutter wird in zwei Jahren 100 und ist – Gott sei Dank – immer noch im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte. Also, liebe Ulla, wenn Du jetzt fragst, wie viele Bücher Ihr von mir noch erwarten könnt …

Aber auch der Großvater meiner Mutter wurde über 90 und war in Lensahn/Ostholstein (da kommst Du immer dran vorbei, wenn Du nach Fehmarn in Urlaub fährst) als der singende und dichtende Schneidermeister, Chrischan Schreiber, bekannt. Ach ja, Spökenkieker war er auch noch. Er konnte sogar Menschen durch Handauflegen heilen, was mir allerdings nicht gegeben ist. Zu meiner großen Freude durfte ich meinen Urgroßvater selbst noch als Schulkind dichtend, singend und heilend erleben.

Aber auch für die Öffentlichkeit habe ich schon einiges geschrieben. Mein Kommandeur in Münster und Rheine hatte meine Schreibleidenschaft erkannt und mich nebenamtlich als Presseoffizier ausbilden lassen. Wenn Presseberichte über die allgemein übliche „Hofberichterstattung“ (welchen zivilen Zeitungsleser interessiert schon wirklich, welcher Soldat gerade einen Orden bekommen hat) hinausgingen und zum Beispiel mit der persönlichen Meinung des Redners aus der Laudatio zu brisanten Themen gewürzt waren, dann wurden diese Beiträge auch gerne, von den Chefredakteuren der Münsterschen Zeitung oder der Westfälischen Nachrichten, ungekürzt gedruckt. Allerdings ohne Namensnennung, was mir aber auch egal war.



Wenn ich das richtig gesehen habe, dann hast Du mit dem Buch über Deinen Border Collie Paulchen gestartet, wie bist Du auf diese Idee gekommen? Hast Du hier noch weitere Bücher geplant?

Das erste, was Paulchen uns - schon als kleiner Border Collie Welpe - beigebracht hat, war, dass offensichtlich auch Hunde (Tiere) eine Seele und ein Gemütsleben haben. Obwohl wir schon einmal, viele Jahre zuvor, eine ganz brave Boxerhündin gehabt haben, war das für uns eine völlig neue Erfahrung. Das hat mich auf die Idee gebracht ihm dafür eine Stimme zu geben. Auch, wenn wir mittlerweile seine Hundesprache einigermaßen gelernt haben, bin ich mir sicher, dass er uns immer noch besser versteht, als wir ihn. Also dachte ich mir, vielleicht ein guter Einstieg für Menschen, die sich selbst einen Hund anschaffen wollen, um diesen besser verstehen zu können.

Ja, eigentlich war es mal geplant gewesen, seine Geschichten fortzusetzen, zumal alles was dort niedergeschrieben wurde, keine Fiktion ist, sondern alles tatsächlich so stattgefunden hat. Inzwischen ist aus Paulchen ein neunjähriger Paul geworden und er könnte sicher noch so einige nette Geschichten aus seinem Hundeleben als nichthütender Border Collie erzählen, aber es hat sich dann irgendwie einfach nicht ergeben. Außer dass er bei Facebook mal einen kleinen Vierzeiler gepostet hat:

Als Border ich geboren bin,
doch was mir fehlt, das sind die Schafe.
Nach Spielen steht mir nur der Sinn,
die Schafe hüt´ ich nur im Schlafe.



Danach bist Du allerdings zu Krimis gewechselt, was war hier der Grund dazu?

Zunächst bin ich in das Genre der Psychothriller gewechselt. Von meinem ca. 400-Seiten-Psychothriller: „Seelen-Pein“, gibt es auf meiner Homepage noch einen Link zu einem Trailer dazu. Darin habe ich die, in der Psychiatrie der 60er Jahre angewandte Elektrokrampftherapie (im Volksmund damals auch als Elektroschocktherapie bezeichnet), verarbeitet. Heute wird diese unter Narkose ausgeführt, in den 60er Jahren aber nicht. Daher schildere ich in diesem Buch in einer Fiktion die Empfindungen und höllischen Ängste eines Betroffenen, der damit behandelt worden war.

Grundlage waren allerdings seine tatsächlichen Erlebnisschilderungen aus diesen mehrfachen Behandlungen. Damit sollte eine Posttraumatische Belastungsstörung (wie man das heute nennt), die er aus dem 2. Weltkrieg mitgebracht hatte, therapiert werden. Dieser Betreffende hat schließlich den Freitod einer erneuten Behandlung dieser Art vorgezogen.

Das Buch hatte bei Amazon sehr gute Rezensionen zum Thema, Inhalt und Spannung erhalten. Leider fehlte aber ein professionelles Lektorat, so dass ich dieses wieder vom Markt genommen habe. Allerdings möchte ich dieses, es in absehbarer Zeit lektoriert erneut publizieren.



Kannst Du Dir vorstellen, Bücher in einem anderen Genre zu schreiben, wie zum Beispiel Historisches?

Die Frage habe ich im Grunde schon beantwortet. Also ein eindeutiges Ja, allerdings dann eher im Genre Psychothriller.



Die Handlung Deiner Krimis spielt in Ostfriesland, wie kam es dazu? Denn aufgewachsen bist Du doch eigentlich näher an der Ostsee, wo, wenn ich das mal so frech sagen darf, das Wasser immer da ist. Nebenbei bemerkt, ich fahre immer wieder gerne nach Fehmarn.

Ich glaube, für einen echten „Fischkopp“ ist es völlig egal, ob das Wasser immer da ist, oder mit der Tiede „kummt un geiht“, wie das die Fischerstatuen Alt- und Jungfischer, das Wahrzeichen vom Hafen in Neuharlingersiel in meinem Buch „Serienmord in Neuharlingersiel“ ausdrücken. Die reine Seeluft in Küstennähe, Land und Leute, wie meine Frau und ich sie schon im Urlaub kennengelernt hatten, sind entscheidend.

Schon in der Schulzeit fanden Besuche bei den Großeltern in Lensahn und Baden in der Ostsee nur noch in den Sommerferien statt. Meine Eltern waren beruflich bedingt in das Ruhrgebiet umgezogen. Später durfte ich dann - durch dienstlich bedingte Umzüge - Land und Leute von Nord bis Süd kennenlernen. Das war erlebnis- und erfahrungsreich. Der geographische Kreis schloss sich für mich dann wieder vor neun Jahren im Norden, bei den Saterfriesen und später mit Ostfriesland in meinen Büchern.

Bei einem Besuch in der Kultkneipe „Zur Stechuhr der Könige“ im malerischen Museumshafen in Carolinensiel, mit der seinerzeitigen Wirtin Nancy Bläsing, die auch in meinem Buch „Hafenmord in Carolinensiel“ eine Rolle übernommen hat, kam mir die Idee, darüber müsste man mal ein Buch schreiben. Und da gerade ein kleiner Verlag in Leer Autoren für das Genre Ostfrieslandkrimis suchte, ergab sich der Rest von selbst.

Im Zuge meiner Recherchen lernte ich dann Ostfriesland, was für mich ja, im wahrsten Sinne des Wortes, vor der Haustür liegt, das Land der Leuchttürme, des Wattenmeeres, der grünen Landschaften mit seinen geheimnisvollen Mooren und Inseln, wo jährlich Millionen ihren Urlaub verbringen - als eigentlich eine absolut heile Welt kennen. Aber gerade das bietet mir viel Stoff für das Unerwartete.



Ich erwähnte ja schon, dass Du erst spät in Deinem Leben mit dem Schreiben von Büchern begonnen hast. Von vielen Autoren weiß ich, dass sie einige Zeit schon geschrieben und das in eine große Schublade gelegt haben. Hast Du das auch gemacht?

Wie Du jetzt sicher schon bemerkt hast, gehöre ich nicht zu den Stillen im Lande. Und wie Du eingangs lesen konntest, hat meine Schreibleidenschaft schon immer ein Ventil gesucht und gefunden. Dass daraus irgendwann einmal auch ganze Bücher werden, stand für mich ebenso schon immer fest. Aber jedes Ding zu seiner Zeit. Und für mich ist die Zeit jetzt.



Ich habe gerade den Krimi „Hafenmord in Carolinensiel“ gelesen und weiß, dass es in Kürze drei weitere  mit diesem Ermittlerduo geben wird.  Weißt Du schon, wie viele Folgen Du insgesamt mit ihnen schreiben möchtest?

Eine Frage, die ich nicht beantworten kann. Letztlich entscheiden das meine lieben Leserinnen und Leser. Jedes meiner Bücher kann völlig eigenständig gelesen werden, aber in der Reihenfolge von „Hafenmord in Carolinensiel“, „Serienmord in Neuharlingersiel“, „Bauernmord in Bensersiel“ und „Wattmord in Carolinensiel“ zieht sich die Geschichte der beiden Kommissare, Bert Linnig und Nina Jürgens, wie ein roter Faden durch diese und künftige Bücher. Wie viele es letztlich nachher werden? Da bin ich selbst gespannt. Jedenfalls habe ich für die nächsten drei Titel bereits spannende Ideen im Kopf. Lasst Euch mal überraschen.



Ist vielleicht auch noch eine andere Krimiserie geplant?

Zurzeit habe ich das noch nicht konkret geplant. Aber wer weiß? Wir werden sehen, wo der Weg hingeht.



Wie kommen die Ideen zu Dir, wo findest Du sie?

Die springen mich förmlich an. Plötzlich sind sie da. Wo sie herkommen, frage ich mich manchmal selbst. Wahrscheinlich ist es wie bei vielen Witzeerzählern, da bedarf es nur eines Stichwortes. Und da ich beruflich bedingt schon hinter so manche „menschliche Fassade“ habe schauen dürfen und so manchen „Amtsschimmel“ habe wiehern hören, ergibt sich wohl auch hier der Rest von selbst.



Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Das ist sehr unterschiedlich. Es hängt davon ab, wieviel ich dafür recherchieren muss. Manchmal kann man auch auf frühere Recherchen zurückgreifen, dann braucht man etwas weniger Zeit. Im Durchschnitt würde ich sagen, drei Monate. Allerdings führe ich kein Buch darüber.



Wer darf Deine Bücher als erstes lesen?

Bisher meine liebe Frau und einer meiner Söhne (der andere hat zu wenig Zeit).



Wie sieht Dein Schreiballtag aus?

Ehrlich? Chaotisch, würde meine Frau jetzt antworten! Meine Geschichten entwickeln sich meistens wie von selbst und das häufig im Schlaf oder Halbschlaf. Da kann es passieren, dass ich mitten in der Nacht aufstehe und eine Idee aufschreibe. Zumeist setze ich mich morgens - bereits vor dem Frühstück - an das Notebook und schreibe die Gedanken der Nacht auf. Das kann dann manchmal bis Mittag gehen, aber auch bis Mitternacht. Meine Frau muss mich dann sogar zum Essen holen, oder weil dringend etwas im Haus oder Garten erledigt werden muss. Jedenfalls lebe ich in diesen Phasen immer in zwei Welten.



Bei meiner Recherche bin ich auch auf Videolesungen von Dir gestoßen, was ich sehr interessant fand.  Planst Du noch weitere Videolesungen?

Ja, der andere meiner beiden Söhne produziert u.a. Videos für erklärungsbedürftige Wirtschafts-Produkte. Er vertritt die Auffassung, ein Bild sagt mehr als tausend Worte, ein Film sagt mehr als tausend Bilder und daher haben wir für alle meine Bücher Videolesungen geplant.




Hast Du Kontakt zu anderen Krimiautoren und wenn ja, wie wichtig ist Dir das?

Ja, ich habe Kontakt zu anderen Autorinnen und Autoren. Wir haben uns vor kurzem zum zweiten Mal in Oldenburg in einem Restaurant zum Gedankenaustausch getroffen. Ich halte das für sehr wichtig, weil miteinander immer besser und konstruktiver ist, als gegeneinander. Es wäre in meinen Augen falsch, sich hier gegenseitig als Konkurrenten zu verstehen. Daher habe ich auch schon an gemeinsamen Lesungen mit Kolleginnen und Kollegen teilgenommen.



Bisher weiß ich noch nicht, weil wir ja noch nicht so lange Kontakt haben, wie Du Kontakt zu Deinen Lesern hast Bei Lesungen begegnet man ja Lesern, aber das ist ja nur ein kleiner Kreis.

Der überwiegende Kontakt läuft über die sozialen Netzwerke, bei mir überwiegend über Facebook. Da auf meiner Homepage auch meine E-Mail-Adresse steht, werde ich auch immer wieder von Leserinnen und Lesern über diesen Weg kontaktiert. Ferner führe ich zu jedem neuen Buch eine Leserunde bei LovelyBooks durch. Daraus ergibt sich dann auch ein persönlicher Gedankenaustausch, der mir sehr wichtig ist.



Planst Du vielleicht auch einmal eine Buchmesse zu besuchen und dort an Meet & Greet teilzunehmen oder wie die Veranstaltungen alle heißen, bei denen der Autor die Möglichkeit hat, sich mit Lesern zu unterhalten.

Bisher habe ich noch nicht an einer Buchmesse teilgenommen. Aber wenn sich das, in Zusammenarbeit mit meinem Verlag, ergeben sollte, würde ich natürlich daran teilnehmen. Eine gute Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit Leserinnen und Lesern.



Du hast als Kind und Jugendlicher sehr gerne gelesen, sind Dir einige Bücher in besonderer Erinnerung?

Ja, ich habe sogar äußerst gern und viel gelesen, mehr als gut für mich war. In meiner Pubertät habe ich daher oft die beiden berühmten „L´s“ verwechselt: „L“ernen und „L“esen. Aber Gott sei Dank gilt schon seit vielen Jahren nicht mehr der alte Spruch: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Und so durfte ich das fehlende „L“ernen, über den zweiten Bildungsweg nachholen.

Eigentlich habe ich damals alles gelesen, was interessant und spannend erschien. Sehr früh geprägt hat mich dabei aber Wilhelm Busch, vor allem seine Art der Lyrik. Wir hatten zu Hause einen Sammelband von ihm, den ich immer wieder in den Händen hatte. Aber auch Karl May durfte da natürlich nicht fehlen. Eigentlich ein damaliges Muss für jeden „richtigen“ Jungen (Indianer kennt keinen Schmerz). Fasziniert hat mich seinerzeit bereits die Erkenntnis, dass er das alles geschrieben hatte, ohne an den Orten des Geschehens gewesen zu sein. Und etwas später kam dann noch Heinz Erhard dazu. Bei ihm hat mich vor allem sein ungeheurer Wortwitz beeindruckt. Dann folgten Jerry Cotton und Edgar Wallace. Wobei ich mich sehr darüber gefreut habe, dass ich einen der heutigen Schreiber der immer noch laufenden Jerry Cotton-Serie, Martin Barkawitz aus Osnabrück, inzwischen als sehr netten Kollegen kennenlernen durfte.



Hast Du jetzt auch Zeit und liest sehr viel? Wenn ja, sind es Krimis oder liest Du auch Bücher aus einem anderen Genre?

In einem E-Book-Reader kann man unheimlich viele Bücher speichern. Immer wenn sich eine Gelegenheit ergibt, nehme ich mir dann ein Buch vor. Das können dann Krimis, aber auch interessante Biographien sein, genauso wie Sach- und Fachbücher zu Themen, die mich interessieren, oder die mir bei meiner Recherche helfen.



Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor der Vergangenheit würdest Du gerne besuchen?

Heinz Erhard, wobei ich mir nicht sicher bin, ob er im Alltag auch so witzig war.



Wie immer stelle ich sehr viele Fragen und vergesse mit Sicherheit doch einiges. Hier hast Du nun Gelegenheit uns Lesern mal etwas mitzuteilen, was Du schon immer gerne sagen wolltest.

Ein herzliches Dankeschön an alle meine lieben Leserinnen und Leser, denn ohne sie hätte dieses Interview wahrscheinlich gar nicht stattgefunden.



Und nun kommt wie bei all meinen Interviews der Bereich, wo ich frage, was einem zu den Namen oder Begriffen einfällt:

Karl May 
Habe ich bereits weiter oben beantwortet

Erich Kästner
Hat sich mir über das „Fliegende Klassenzimmer“ hinaus nicht erschlossen.

Kalle Blomquist
Der Name ist mir als Romanfigur von Astrid Lindgren natürlich bekannt. Allerdings gestehe ich gerne, dass mich Pippi Langstrumpf von der gleichen Autorin mehr beeindruckt hat. So verwundert es sicher auch nicht, dass die Kultfigur Pippi Langstrumpf auch in meinem 4. Ostfrieslandkrimi Eingang gefunden hat.


Nun möchte ich mich vielmals bei Dir dafür bedanken, dass Du meine Fragen so toll und auch teilweise sehr ausführlich beantwortet hast, mir hat das Lesen sehr viel Spaß bereitet.

Ganz herzlichen Dank und liebe Grüße aus dem Saterland
Rolf 



Ich zeige immer gerne Cover der Bücher, die der interviewte Autor geschrieben hat, hier kann ich alle schon mal neugierig machen, denn das sind Cover der Krimiserie, die jetzt im Klarant Verlag neu überarbeitet erscheint



Mehr Informationen über die Bücher und wo sie erworben werden können, findet man hier:
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Da ich etwas #Werbung für den Autor, die Bücher und den Verlag mache, habe ich dieses hier # gekennzeichnet