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Donnerstag, 14. Mai 2020

Rezension - Inseldrama



Autorin: Rita Roth

Titel: Inseldrama

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 29. April 2020

Seiten: 200

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Klarant Verlag



Über die Autorin:
Rita Roth liebt Ostfriesland und besonders die Insel Norderney, die sie immer wieder zum Schauplatz ihrer Romane und Krimis macht. Als bekennende Muschelsammlerin kann die Autorin stundenlang am Nordseestrand entlanglaufen – bei einer steifen Brise allerdings sitzt sie lieber in einem Café und schreibt, anstatt sich ordentlich durchpusten zu lassen. Und so entstehen ihre spannenden Geschichten, inspiriert vom stürmischen Rauschen der See und von den Menschen, denen Rita Roth begegnet.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Norderney ist alarmiert, als ein Enkeltrick völlig außer Kontrolle gerät. Sind die älteren Bewohner der idyllischen Nordseeinsel nicht mehr sicher? Gefesselt und geknebelt wird Elske Visser in ihrem eigenen Haus zurückgelassen. Die hinterlassene Drohung lässt keinen Zweifel: Es geht um ihr Grundstück, das einem millionenschweren Bauvorhaben im Wege steht. Gretje Blom nimmt sofort die Ermittlungen auf, um ihre alte Freundin Elske zu unterstützen. Wer ist die junge Frau, die sich als Lebensgefährtin des Enkels ausgegeben und das Opfer so brutal überfallen hat? Ist Elskes Enkel Björn, der kurz nach der Tat auf Norderney erscheint, womöglich selbst in die Sache verstrickt? Und machen die Hintermänner ernst, falls sie das gesetzte Ultimatum verstreichen lässt? Als tatsächlich eine Leiche auftaucht, nimmt das Drama auf der ostfriesischen Insel seinen Lauf …


Meine Meinung:
Der Enkeltrick macht auch nicht vor Norderney Halt. Gretje Blom ist zwar nicht direkt betroffen, aber ihre alte Freundin Elske. Da kann sie sich doch nicht zurück halten, oder? Mit ihren Mitbewohnern kümmert sie sich natürlich darum.
Was sie dabei erlebt, hat die Autorin sehr spannend beschrieben. Ich war sehr gespannt, wer und was dahinter steckt. Einen leichten Verdacht hatte ich schon, kannte aber noch nicht die ganzen Hintergründe.
Mir gefällt ja auch immer wieder, dass es in den Büchern nicht "nur" um den Fall geht, sondern auch privates passiert und da bin ich nun gespannt, wie Gretje sich entscheidet, aber das werde ich wohl erst im nächsten Buch erfahren.


Fazit:
Rita Roth ist eine weitere unterhaltsame Folge um Gretje Blom  gelungen. Wer ab und zu mal einen Krimi lesen möchte, in dem das Blut nicht so trieft, ist hier gut aufgehoben und Freunde von "dünnen" Büchern sind bestimmt begeistert. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung.


Bei Rita Roth möchte ich mich vielmals bedanken, sie hat dafür gesorgt, dass ich vom Verlag ein Rezensionsexemplar erhalten habe.

Samstag, 15. Februar 2020

Rezension - Ostfriesische Lösung



Autor: Andreas Kriminalinski

Titel: Ostfriesische Lösung

Genre: Krimi

Version: eBook

erschienen: 5. Februar 2020

Seiten: 142

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Klarant Verlag



Über den Autor:
Kriminalinski – mit bürgerlichem Namen: Andreas Kaminski; 1969 im Ruhrgebiet geboren und aufgewachsen, lebt seit vielen Jahren in Norddeutschland. Als Mitglied des SYNDIKATs war für bereits für den Agatha-Christi-Krimipreis sowie für den Newcomer-Krimipreis Harzer Hammer nominiert.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Der Polizist Ferdi Morthorst traut seinen Augen kaum, als er bei einer Hausbesichtigung in Pewsum über eine Frauenleiche stolpert. Völlig unverhofft haben die Krummhörn-Cops einen neuen Fall! Zeuge des Funds ist der Immobilienmakler Klaus Pelzer, das Feindbild der ganzen Krummhörn. Manch einer fordert gar die »ostfriesische Lösung«, sprich: den Mann ins Watt zu schicken, der sich für den drohenden Ausverkauf der Heimat verantwortlich zeichnet. Die Tote wiederum ist ausgerechnet Katja, die radikalste Gegnerin des Maklers. Hat er seine erbitterte Widersacherin aus dem Weg geräumt und alles genau so eingefädelt? Die Kommissare ermitteln in alle Richtungen und nehmen auch Katjas privates Umfeld ins Visier, denn durch ihre direkte Art hat sich die Einheimische nicht nur Freunde gemacht. Doch als plötzlich eine zweite Leiche auftaucht, erscheint der Fall in einem neuen Licht …


Meine Meinung:
Nachdem ich den ersten Krimi "Ostfriesische Revanche" mit den Krummhörn-Cops gelesen hatte, war klar, dass ich nun auch den zweiten lesen wollte.
Es dauerte einen Moment, bis ich mich wieder zurecht fand und in das Geschehen eintauchen konnte. Aber dann war ich gefesselt, denn der Autor hat einen besonderen Schreibstil gewählt, der mir reichlich Verdächtige bescherte, aber nichts vor dem Ende verriet.
Die beiden Krummhörn-Cops sind schon etwas besonders, ausgestattet mit interessanten Charakteren, die zu Situationen führten, die zwar frivol waren, aber ich persönlich in diesem Umfang jetzt nicht unbedingt gebraucht hätte.  Begeistert hat mich auch diesmal Oma Schwidden, ich hatte wirklich sehr großen Spaß daran, sie zu beobachten.
Das Buch ist in sich abgeschlossen und kann durchaus unabhängig von dem anderen gelesen werden. Allerdings empfehle ich sehr, beide Bücher in der entsprechenden Reihenfolge zu lesen.
Als großer Krimifan bin ich auch nicht bange, Bücher mit vielen Seiten zu lesen. Leider gibt der Verlag immer nur so kurze Krimis heraus, was ich schon lange sehr bedauere. Es zeigt allerdings, wie gut ein Autor ist, wenn es ihm gelingt, in der Kürze reichlich Spannung aufzubauen. Und eins kann ich erwähnen, langweilig war es mir mit diesem Krimi nicht.


Fazit:
Wer Lust hat, ein besonderes Ermittlerteam kennen zu lernen, das gleichzeitig auch eine WG gebildet hat, sollte auf jeden Fall beide Bücher der Krummhörn-Cops lesen.


Beim Autor möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken. Und vor allem erwähnen, dass ich seinen Krimi unbedingt lesen wollte, denn ich kenne inzwischen einige Kurzgeschichten und Bücher von ihm, die mich begeistert  haben und da greife ich dann auch schon mal zu einem Buch mit einem für mich zu kurzen Krimi 😉

Sonntag, 6. Oktober 2019

Rezension - Ostfriesische Revanche



Autor: Andreas Kriminalinski

Titel: Ostfriesische Revanche

Genre: Krimi

Version: eBook

erschienen: 2. Oktober 2019

Seiten: 139

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Klarant Verlag



Über den Autor:
Kriminalinski heißt mit bürgerlichen Namen Andreas Kaminski. 1969 im Ruhrgebiet geboren und aufgewachsen, lebt und arbeitet mittlerweile in Neuss. Der freiberufliche Unternehmensberater ist Krimi-Fan und spät berufener Krimi-Autor. Der Besuch eines Schreibseminars im Mai 2011 hat ihn zum Schreibtischtäter gemacht. Seitdem schreibt er unter dem Pseudonym Kriminalinski



Kurzbeschreibung, übernommen:
»Mord mit Meerblick, nur ohne Mord.« Ihren neuen Job in der ostfriesischen Provinz hatten sich die beiden Krummhörn-Cops beschaulich vorgestellt, doch schon am ersten Tag wartet ein ungeklärter Leichenfund. In Pewsum wird der Kleinkriminelle Stefan Osterhues erstochen aufgefunden, kurz nachdem ein Einbruch bei einem reichen Rentner gemeldet wurde. Gibt es einen Zusammenhang? Ferdi Morthorst und Kalle Petersen, zwei Kommissare, die unterschiedlicher kaum sein könnten, müssen sich jetzt schnell zu einem Team zusammenraufen. Die Spur führt zu einem berüchtigten ostfriesischen Bar-Besitzer, den Osterhues offensichtlich bei seinen kriminellen Machenschaften unterstützt hat. Erhielt das Opfer die Revanche dafür, dass er die Einbruchsbeute nicht ordnungsgemäß bei seinem Auftraggeber abgeliefert hat? Morthorst und Petersen ermitteln in alle Richtungen, und schon bald überschlagen sich in der Krummhörn die Ereignisse …


Meine Meinung:
Ich habe inzwischen ja schon sehr viele Krimis gelesen, die in Ostfriesland spielen und auch die verschiedensten Ermittler kennen gelernt. Hier sollte ich nun ein ganz neues und vor allem sehr originelles Duo kennen lernen. Ferdi Morthorst und Kalle Petersen werden beide versetzt und sind eigentlich davon ausgegangen, dass sie vor  Ort alleine arbeiten und sie dort eine ruhige Zeit verbringen können. Denn schließlich dürfen sie dort arbeiten, wo andere Urlaub machen.
Allerdings haben sie nicht damit gerechnet, dass ein Rentner eine Leiche findet und sie allerhand zu tun haben. Bei dieser Gelegenheit lernen wir alle auch Oma Schwidden kennen, eine nette alte Dame, die mir sofort ans Leserherz gewachsen ist.
Wie es immer so ist, wenn eine neue Serie beginnt, brauche ich als Leser einiges an Hintergrundinformation, die habe ich vom Autor auch bekommen. Allerdings machte mich das ein wenig unruhig, denn ich wollte ja sofort mehr wissen, also, etwas über das Umfeld des Ermordeten erfahren und Zeugen befragen. Außerdem hat Andreas Kriminalinski ganz geschickt Kapitel eingefügt, mit denen ich nicht so richtig etwas anfangen konnte. Ich hatte ebenfalls gar keine Ahnung, wer denn der Mörder sein kann. Natürlich wurde am Ende alles aufgeklärt, aber vorher gab es wirklich Action und es wurde extrem spannend. Bei der Gelegenheit mischt Oma Schwidden wieder mit, aber mehr werde ich darüber nicht verraten.


Fazit:
Ein gelungener Start einer neuen Serie, was mir gefallen hat und ich denke, es kann noch viel besser werden und freue mich auf weitere Folgen mit den beiden Ermittlern, denn es hat mir besonders viel Spaß bereitet, die beiden zu beobachten. Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung.


Beim Autor möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Freitag, 4. Oktober 2019

Rezension - Inselrache


Autorin: Rita Roth

Titel: Inselrache

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 29. August 2019

Seiten: 200

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Klarant




Über die Autorin:
Sie schreibt über sich selber:
Schreiben ist Herzenssache! Das Leben schreibt die verrücktesten Geschichten! Die Ideen für meine Romane finde ich oft beim Beobachten alltäglicher Situationen, oder beim Zeitungsleser, oder einem Spaziergang in der Natur. Ich schreibe Liebesromane mit Herz und Happyend, aber auch humorvolle Ostfrieslandkrimis.

Rita Roth liebt Ostfriesland und besonders die Insel Norderney, die sie immer wieder zum Schauplatz ihrer Romane und Krimis macht. Als bekennende Muschelsammlerin kann die Autorin stundenlang am Nordseestrand entlanglaufen bei einer steifen Brise allerdings sitzt sie lieber in einem Café und schreibt, anstatt sich ordentlich durchpusten zu lassen. Und so entstehen ihre spannenden Ostfrieslandkrimis, inspiriert vom stürmischen Rauschen der See und von den Menschen, denen Rita Roth begegnet.


Kurzbeschreibung, übernommen:
In den Dünen der ostfriesischen Insel Norderney wird die Leiche eines Mannes gefunden. Woher stammt das viele Geld, das Till Lorenzen bei sich hatte? Die Privatermittlerin Gretje Blom ist misstrauisch und beginnt nachzuforschen. Der Tote war allgemein beliebt und schien ein ganz normaler Urlauber zu sein. Während ihrer Recherchen macht sie eine brisante Entdeckung: Weil Till Lorenzen ständig in Geldnöten war, schreckte er nicht mehr vor einer Erpressung zurück. Hat sein Opfer ihn aus Rache getötet? Gretje muss sich schnell entscheiden, welchen Ermittlungsansatz sie verfolgen will, denn ansonsten werden weitere schreckliche Morde auf Norderney geschehen. Die Zeit läuft gegen sie …


Meine Meinung:
Die Protagonistin Gretje hatte ich schon in den beiden Büchern davor kennen und lieben gelernt. Aber nicht nur sie, auch ihre Freunde, mit denen sie viel Zeit verbringt, wenn sie auf Norderney ist. Ich amüsiere mich immer wieder, wenn Gretje zu ihren Fittaminen greift und wie sie ihr Handy nutzt.
Naja und eigentlich will sie eine ruhige Zeit verbringen und gerät doch immer wieder mit in einen Fall, der gelöst werden muss. Wobei die örtliche Polizei das nicht gerne sieht und auch eine andere Meinung als Gretje hat.
Auch diesmal hat die Autorin es sehr gut beschrieben, was Gretje und ihre Freunde so alles erleben. Wobei ich das Gefühl habe, der Schreibstil ist gegenüber den beiden ersten Büchern anders geworden und ich bin mir nicht sicher, ob mir das so richtig gefällt. Ich bin mal gespannt, mit Sicherheit wird es weitere Folgen geben und ich werde bestimmt auch das nächste Buch lesen und mich dann entscheiden.


Fazit:
Obwohl ich diesmal etwas kritischer bin, fühlte ich mich doch gut unterhalten.  Und ich bin auch der Meinung, es sollte sich jeder seine Meinung bilden können und das klappt, wenn das Buch gelesen wird.

Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Montag, 23. Juli 2018

Rezension - Friesenbarbier

Autorin: Sina Jorritsma

Titel: Friesenbarbier

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 6. Juli 2018

Seiten: 200

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Klarant



Sina Jorritsma ist das Pseudonym einer Autorin, die den rauen Charme des Nordens liebt. Die Ideen zu ihren Romanen kommen ihr bei langen Strandspaziergängen auf den friesischen Inseln. Sie benutzt ein Pseudonym, um ihre Umgebung besser beobachten zu können, denn oft fließen Ereignisse aus ihrem Umfeld in die Romanhandlungen mit ein.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Ein bizarrer Mordfall trübt die Idylle der ostfriesischen Insel Borkum. Der Star-Frisör Erik Mönke wird in einem seiner Frisierstühle tot aufgefunden – stranguliert mit einer Klaviersaite. Ist das ungewöhnliche Mordinstrument ein Hinweis auf den Täter? Oder handelt es sich um eine bewusst falsch gelegte Fährte? Die Inselkommissare Mona Sander und Enno Moll nehmen die Ermittlungen auf. Borkums Star-Frisör galt als Casanova. Die Liste der Verdächtigen ist entsprechend lang, denn bei den Männern seiner Affären hat er sich keine Freunde gemacht. Doch die Ermittler kommen noch auf eine ganz andere Spur, offensichtlich war Mönke in dunkle Geschäfte verstrickt. Und als wäre der Fall nicht schon verwickelt genug, wird plötzlich ein roter Badekarren zum Ort einer grausigen Entdeckung…


Meine Meinung:
Ein weiterer spannender Fall, in dem Mona Sander und Enno Moll ermitteln. Inzwischen habe ich die beiden so oft bei ihrer Arbeit begleitet und habe auch das Gefühl, dass ich mich auf Borkum nun recht gut auskenne. Interessant finde ich, wie sich die Figuren im Laufe der Fälle entwickeln. Ganz besonders fällt mir dabei Mona auf, von der ich anfangs nicht so begeistert war. Aber sie hat tolle Fortschritte gemacht und Enno mit seiner Art hat mir sowieso von Anfang an gefallen.
Wie die beiden nun einen weiteren Mordfall lösen, hat die Autorin sehr spannend beschrieben und mich somit an das Buch gefesselt. Natürlich werde ich, wie immer, nicht näher auf den Inhalt eingehen, weil ich sonst zuviel verraten müsste.


Fazit:
Serienjunkies werden begeistert sein. Jedes Buch ist eine abgeschlossene Geschichte, trotzdem macht es mehr Spaß, alle Bücher in der entsprechenden Reihenfolge zu lesen.

Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

#Werbung #Ostfrieslandkrimi

Sonntag, 17. Juni 2018

Rezension - Mord in Emden



Autorin: Susanne Ptak

Titel: Mord in Emden

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 14. Juni 2018

Seiten: 200

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Klarant



Über die Autorin:
Susanne Ptak wurde 1964 in Düsseldorf geboren. 2003 zog sie mit ihrem Ehemann ins schöne Ostfriesland, wo sie vier Jahre lang eine kleine Schafskäserei betrieben haben. Die Autorin liebt Krimis, in denen sie ihre Leidenschaft für Schafe, Wolle, Ostfriesland und leckeres Essen mit einfließen lässt.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Mörderische Geschehnisse versetzen die ostfriesische Stadt Emden in Aufruhr. Alles beginnt mit dem Verschwinden des Unternehmers Peter von Rauhenberg. Kurz nachdem er ankündigt, die millionenschwere Im- und Exportfirma zu verkaufen, fehlt von ihm jede Spur. Sollte Peters Plan in letzter Minute gewaltsam verhindert werden? Und welche Rolle spielt seine attraktive, viel jüngere Frau Nele?
Dr. Josefine Brenner, Rechtsmedizinerin im Ruhestand, macht sich sofort auf nach Ostfriesland, denn sie kennt den Vermissten. Mit ihren unorthodoxen Ermittlungsmethoden geht sie der Sache gemeinsam mit der ostfriesischen Polizei auf den Grund. Schnell wird klar: Mit dem geplanten Verkauf des Unternehmens hat sich Peter nicht viele Freunde gemacht. Die Ereignisse überschlagen sich: ein schockierender Mord, und eine weitere Schlüsselfigur des Falles ist wie vom Erdboden verschluckt. Josefine ist dabei, düstere Familiengeheimnisse aufzudecken – und plötzlich selbst zur falschen Zeit am falschen Ort…


Meine Meinung:
Von Susanne Ptak habe ich schon einige Krimis gelesen und deshalb freute ich mich, eine weitere Folge lesen zu können, in der Dr. Josefine Brenner eine wichtige Rolle spielte.
Der Unternehmer Peter von Rauhenberg verkündet auf seiner Geburtstagsfeier den "lieben" Verwandten, dass er sein Unternehmen verkaufen möchte. Kaum einer ist begeistert und somit war für mich eigentlich klar, dass dies das Motiv für den Mord sein würde. Nun galt es, den oder die Täter zu finden. Ich rätselte mit, denn es gab ja wirklich genügend Verdächtige. Die Autorin hat es bestens verstanden, die Geschichte spannend zu erzählen und es geschafft, dass ich bis zum Ende gar keine Ahnung hatte. Und dann hat sie mich sehr überrascht, darauf wäre ich jetzt nicht so unbedingt gekommen. Tja, worauf, das verrate ich natürlich nicht.


Fazit:
Ein weiterer gelungener und spannender Krimi, den ich gerne weiterempfehle. Das Buch hat mir auch sehr viel Lesevergnügen bereitet, allerdings kann ich nicht auf Einzelheiten eingehen, denn dann müsste ich einiges vom Inhalt verraten, was ich ja nicht will.

Ich möchte mich beim Verlag vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken

Donnerstag, 31. Mai 2018

Autoreninterview Thorsten Siemens




Lieber Thorsten,
ich freue mich, dass Du Dich meinen Fragen stellen möchtest. Im Vorfeld recherchiere ich ja immer erst ein bisschen, damit ich einige Informationen über den Autor bekommen kann.  Da wir bisher auch noch keinen Kontakt hatten, frage ich jetzt einfach so drauf los.


Ich habe gelesen, dass Du in der Schule lieber Aufsätze geschrieben hast, als irgendwelche Bücher zu lesen. Waren es nur Aufsätze oder wurden es vielleicht sogar Kurzgeschichten?

Nein, zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ambitionen, mehr zu schreiben, als es die Lehrer von mir verlangt haben. 😉



Nun liegt ja zwischen der Schulzeit und dem ersten Buch beim Verlag einige Zeit, was hast Du in der Zwischenzeit gemacht?

Ich habe meinen Wehrdienst hinter mich gebracht, eine Ausbildung zum Bankkaufmann abgeschlossen, bin von Ostfriesland nach Friesland gezogen, habe ein Haus gebaut, geheiratet und zwei Kinder bekommen (also meine Frau, nicht ich selber 😉). In meiner Freizeit habe ich Fußball gespielt, bin gerne ins Kino gegangen oder wir haben uns mit Freunden getroffen.
Den ersten Versuch, einen richtigen Roman zu schreiben, gab es 2004. Damals sollte es noch eine philosophische Fantasiegeschichte werden. An dem Projekt habe ich lange gearbeitet, es irgendwann aber doch aufgegeben, weil ich nicht daran geglaubt habe, dass es jemals irgendjemand verlegen würde.      



Wie bist Du auf die Idee gekommen, ausgerechnet Thriller oder Krimis zu schreiben?

Ich habe (leider) eine sehr lebhafte Fantasie und sehe deshalb im Alltag überall Gefahren. Da war es naheliegend, aus der Not eine Tugend zu machen. Wann immer mir etwas einfällt, schreibe ich mir diese Ideen sofort in ein kleines Buch oder notiere sie mir in meinem Handy. Zu Hause setze ich mich dann an den PC und überlege, ob daraus ein ganzes Buch entstehen könnte. Die Idee zu meinem aktuellen Krimi ist mir beispielsweise beim Vorlesen mit meinem Sohn gekommen. Ich hatte ihm abends aus einem Wimmelbuch vorgelesen und dabei ein Bild entdeckt, zu dem mir direkt eine Geschichte eingefallen ist.



Hast Du Dir schon mal Gedanken gemacht, in einem anderen Genre zu schreiben?

Ich habe noch einige Ideen für Geschichten der verschiedensten Genres in meinem Ideen-Büchlein. Zum Glück habe ich ja nicht nur negative Gedanken. 😉



Bist Du nun hauptberuflich Autor oder ist das für Dich noch eine Nebentätigkeit?

Ich bin hauptberuflich immer noch Bankkaufmann. Das Schreiben ist mein Hobby, meine Leidenschaft, der ich so viel Freizeit wie möglich widme. Natürlich wäre es ein Traum, wenn ich eines Tages davon auch meinen Lebensunterhalt bestreiten könnte. Aber Träume können ja bekanntlich wahr werden. 😉



Du hast Deine ersten Bücher als Self Publisher veröffentlicht, wie hat es sich damals angefühlt, das erste eigene Buch in der Hand zu halten?

Zunächst hatte ich meine Friesland-Thriller nur als eBook veröffentlicht. Erst später habe ich dann eigene Exemplare über Amazon KDP drucken lassen. Das war schon ein tolles Gefühl, die eigenen Bücher in der Hand zu halten. Sie haben auch heute noch einen Ehrenplatz direkt vor meinem Schreibtisch. Dort motivieren sie mich zum Weitermachen.



Nun bist Du Verlagsautor, was hat sich für Dich nun geändert?

Ich habe einen professionellen Verlag an meiner Seite, der mich beim Lektorat, der Covergestaltung und der Vermarktung unterstützt. So kann ich mich viel mehr auf das Schreiben neuer Romane konzentrieren.
Auch die Wahrnehmung von Freunden, Bekannten und Kollegen hat sich geändert. Ich glaube, viele nehmen meine „Schreiberei“ erst seitdem wirklich ernst.



Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus?

Du meinst sicher den als Autor, oder? Ich schreibe eigentlich in jeder freien Minute, die sich mir bietet. Als Familienvater sind das allerdings nicht allzu viele. Darum habe ich auch feste Zeiten, an denen ich eigentlich immer vorm Laptop sitze. Bei mir sind das beispielsweise der Dienstagvormittag und der Freitagabend.


Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Vom ersten Wort bis zum fertigen Roman (inkl. Lektorat und Cover) benötige ich in der Regel 6 Monate.



Wer darf das Buch als erstes lesen?

Meine Frau. Sie liest jedes Kapitel, sobald es fertig ist und sucht für mich nach Fehlern. Am Ende liest sie noch einmal das ganze Manuskript und gibt mir ein Feedback zu der Story. Sie hat schon immer viel gelesen und ist außerdem immer ehrlich zu mir. Deshalb ist sie meine wichtigste Kritikerin. 



Ich kenne bisher von Dir das Buch „Tod in Neermoor“, Hedda, die Protagonistin ist eine junge Frau, die gerade ihr Abitur gemacht hat. Wie bist Du auf die Idee gekommen, dass sie eine Hauptrolle in Deinem Buch spielen soll?

Hedda ist eine normale junge Frau, mit einem ungewöhnlichen Interesse für den Tod. Sie ist weder schüchtern, noch prüde und redet oft, bevor sie sich über die Wirkung ihrer Worte Gedanken macht. Dennoch steht sie nicht gerne im Mittelpunkt. (Zum Glück ahnt sie nicht, dass ich sie als Hauptcharakter für meine Bücher ausgewählt habe. 😉)
Ich habe mich für einen so jungen Charakter entschieden, weil ich so sehr viele Möglichkeiten habe, die Figur zu entwickeln. Hedda hat noch alles vor sich und wird daher vieles davon gemeinsam mit ihren Lesern erleben. 
Für eine weibliche Hauptfigur habe ich mich aus den folgenden Gründen entschieden:
  1. In meinen bisherigen Friesland-Thrillern stehen meistens eher die männlichen Charaktere im Vordergrund. Ich hatte also einfach mal Lust auf etwas Neues. (Hedda wird in den folgenden Bänden aber noch einen männlichen Hauptcharakter an ihre Seite gestellt bekommen. 😉)
  2. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, wie wohl jemand ermitteln würde, der nicht bei der Polizei beschäftigt ist. Dabei bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass Frauen über Waffen verfügen, die wir Männer einfach nicht haben.


Können wir Leser noch mehr Folgen von und mit Hedda erwarten?

Ich schreibe aktuell schon am zweiten Band und habe auch schon genug Ideen für weitere Bände im Hinterkopf. Wenn es also nach mir geht, wird Hedda noch sehr viele Mordfälle aufklären. Ich hoffe, meine Leser empfinden das genauso.



Hast Du als Kind wirklich keine Bücher gelesen? Wenn es doch der Fall war, was hast Du gelesen?

Natürlich habe ich auch einige Bücher gelesen. Man hat uns in der Schule ja dazu gezwungen. 😉 Leider war ich in meiner Jugend der Meinung, dass gute Bücher auch verfilmt werden und ich mir daher das Lesen sparen kann. Heute weiß ich, dass ein Film niemals einem guten Buch gerecht werden kann.



Nimmst Du Dir als Erwachsener die Zeit und liest Bücher Deiner Kollegen? Hast Du Kontakt zu Autorenkollegen?

Seit einigen Jahren lese ich oft und gerne. Dabei lese ich fast ausschließlich Bücher von “alten“ Weggefährten, die ich noch aus meiner Zeit als Self-Publisher kenne oder die Bücher meiner Verlagskollegen/-innen.



Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor der Vergangenheit würdest Du gerne mal besuchen?

Astrid Lindgren.



Ich erwähnte ja schon, dass wir bisher noch keinen Kontakt miteinander hatten. Wie sieht es aus, hast Du Kontakt zu Deinen Lesern? Wenn ja, wo pflegst Du ihn?

Ja, ich kommuniziere per E-Mail, Facebook, Twitter und Instagram mit meinen Lesern. Ich freue mich immer sehr, wenn sich jemand die Zeit nimmt, um mir ein Feedback zu meinen Büchern zu geben.



Würdest Du mit Deinen Büchern Lesungen veranstalten?

Sehr gerne! Bisher hat sich das leider noch nicht ergeben, aber ich plane tatsächlich gerade meine erste Lesung. Sie soll in der historischen Mühle in Neermoor stattfinden. Ich freue mich schon riesig darauf!



Nun habe ich wie immer sehr viel gefragt und bestimmt nicht an alles gedacht, gibt es etwas, was Du uns Lesern unbedingt mal mitteilen möchtest?

Ein Buch zu schreiben verschlingt unheimlich viele Stunden und macht ab und zu auch wirklich Arbeit. Für einen Autor gibt es nichts Schöneres, als zu wissen, dass sich dieser Aufwand auch gelohnt hat. Daher ist der größte Lohn immer noch das ehrliche Feedback der Leser. Es muss keine ausführliche Buchkritik sein oder gar eine Bewertung auf der Online-Seite des jeweiligen Buchhändlers. Ein kurzes Feedback per E-Mail oder über die Social-Media-Kanäle macht uns auch schon glücklich.
Also: Nehmt euch bitte gelegentlich ein paar Minuten und schreibt euren Lieblingsautoren ein paar nette Worte. Sie wird es euch mit tollen Büchern zurückzahlen.



Und wie immer folgt nun die Stelle, wo ich frage, was einem zu folgenden Namen oder Begriffen einfällt:

Enid Blyton
Im Gegensatz zu mir hat meine Schwester immer sehr gerne gelesen. In ihrem Bücherregal fanden sich daher auch viele Bücher von Enid Blyton.

Astrid Lindgren
Soweit ich mich erinnern kann, sind „Pipi Langstrumpf“ und „Die Brüder Löwenherz“ die ersten Bücher, die ich freiwillig und mit Begeisterung gelesen habe. Letzteres habe ich sogar vor einigen Jahren erneut gelesen. Ein fantastisches Buch.

Emil und die Detektive
Ein Kinderbuch-Klassiker, den ich leider nie gelesen habe. Ich muss ihn daher unbedingt irgendwann meinen Kindern vorlesen.



Ich möchte mich an dieser Stelle dafür bedanken, dass Du Dir die Zeit genommen und meine Fragen beantwortet hast.

Ich danke dir, dass du mein Buch gelesen hast und dass du mir mit diesem Interview die Möglichkeit gibst, mich den Followern deiner Bücherseite vorzustellen.




An dieser Stelle möchte ich stellvertretend für alle Bücher das Cover des Buches "Tod in Neermoor" zeigen und auf zwei Links hinweisen, wo es weitere Informationen  von und über Thorsten Siemens gibt

Amazon Autorenseite klick hier

und die Homepage  klick hier



Freitag, 25. Mai 2018

Rezension - Tod in Neermoor



Autor: Thorsten Siemens

Titel: Tod in Neermoor

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 14. April 2018

Seiten: 215

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Klarant 



Über den Autor:
Thorsten Siemens lebt mit seiner Frau und beiden Kindern in Sande / Landkreis Friesland. Als gebürtiger Ostfriese (Emden) schreibt der Autor mit Vorliebe spannende Krimis, die sowohl in seiner alten, als auch in seiner neuen Heimat spielen. Seine Begeisterung für die Bewohner der ostfriesischen Halbinsel und deren einzigartige Kulissen finden sich in seinen Friesland-Thrillern und Ostfrieslandkrimis wieder. Genau richtig für die Leser, die den ostfriesischen Charme und Lokalkolorit lieben!


Kurzbeschreibung, übernommen:
Im beschaulichen Neermoor wird eine grausam verstümmelte Leiche gefunden. Hedda Böttchers kriminalistischer Spürsinn wird geweckt und hartnäckig macht sie sich auf Spurensuche. Als kurz darauf ein weiteres Mordopfer gefunden wird, liegt der Verdacht nahe, dass man es mit einem Serienkiller zu tun hat. Aber welche Verbindung gibt es zwischen den Opfern? Die Polizei tappt im Dunkeln und auch Hedda kommt mit ihren Ermittlungen nicht wirklich weiter. So ist das sportliche Großereignis in Neermoor, die Ostfriesland-Olympiade, eine willkommene Abwechslung. Doch dann schlägt der Täter ein drittes Mal zu und Hedda gerät in tödliche Gefahr…


Meine Meinung:
Inzwischen habe ich ja schon viele Ostfrieslandkrimis gelesen und die unterschiedlichsten Ermittler kennen gelernt, aber eine frisch gebackene Abiturientin hatte ich bisher noch nicht dabei.
Und diese hatte Thorsten Siemens als Protagonistin auserkoren. Hedda ist jung und manchmal noch etwas naiv und auf der anderen Seite doch wieder sehr clever, will sie Rätsel um Todesfälle aufklären. Hilfreich zur Seite steht ihr Enno ein sympathischer Polizist und ihr Onkel, der in diesem Fall allerdings, ups, beinahe hätte ich zuviel verraten.
Auf jeden Fall fand ich es spannend und interessant zu lesen. Ich hatte schon den einen oder anderen Verdacht, aber so ganz sicher war ich mir nicht und am Ende war es dann fast so, wie ich es gedacht hatte aber es gab noch ein Überraschung.


Fazit:
Ein vielversprechender Start in eine weitere Krimiserie, denn ich gehe feste davon aus, dass ich von Hedda bestimmt noch etwas lesen werde.

Ich bedanke mich beim Klarant Verlag für das Rezensionsexemplar

Autoreninterview Rolf Uliczka





Lieber Rolf,

ich freue mich, dass Du Dir die Zeit nimmst und Dich meinen Fragen stellst. Ich muss gestehen, dass ich bisher immer Autoren interviewt habe, die mir persönlich bekannt waren oder von denen ich bereits mehrere Bücher gelesen hatte. So gesehen ist es eine Premiere, aber zumindest habe ich gerade ein erstes Buch von Dir gelesen und kann vorab sagen, dass ich bestimmt noch weitere lesen möchte. Aber nun will ich mich nicht länger mit der Vorrede aufhalten sondern dann auch mal mit meinen Fragen starten.



Natürlich habe ich mich etwas über Dich informiert und festgestellt, dass Du erst sehr spät mit dem Schreiben begonnen hast. Wie kam es dazu, dass Du nach Deinem durchaus ausgefüllten Berufsleben nun Bücher schreibst?

Gerade in meinem ausgefüllten Berufsleben liegt dazu der Schlüssel. Viele Geschichten, Charaktere und Schicksale stammen nämlich aus dem wirklichen Leben.

In achtundzwanzig Jahren in der Personalführung bei der Bundeswehr, habe ich in unzähligen Personalgesprächen von Schicksalen erfahren und ganz viele Geschichten gehört. Wenn Du mit einer Versetzungs- und Standortentscheidung massiv in die Lebensplanung von Soldaten und deren Familien eingreifen musst, bleibt es nicht aus, dass es sehr persönlich und auch emotional wird. Ein Angestellter in einem zivilen Unternehmen kann zum Beispiel kündigen, wenn er an einen anderen Standort versetzt werden soll und ihm das nicht passt; ein Soldat aber nicht.

Ja, und geschrieben habe ich eigentlich schon immer. Schon so mancher Jubilar aus meinem Umfeld und seine Festgäste mussten „Ergüsse“ von mir über sich ergehen lassen, sei es in Prosa oder Lyrik. Auch manche „Bierzeitung“ wurde schon Opfer meiner Leidenschaft zu schreiben, z.B. nach einer Militärübung in Frankreich in den 60er Jahren, aus den Erfahrungen mit den dortigen „Loch-im Boden-Toiletten“:

Die Toiletten war´n die letzte Schau,
mit Volltreffern da war´s man mau.
Scheibentreffer jede Menge,
der Rest vom Lied war´n Spatengänge.

Meine Mutter bekommt zum Beispiel zu jedem runden Geburtstag einen Brief von ihrem ganz persönlichen Schutzengel aus dem Himmel, der dann so kleine Anekdötchen aus dem Nähkästchen ausplaudert. Meine Mutter wird in zwei Jahren 100 und ist – Gott sei Dank – immer noch im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte. Also, liebe Ulla, wenn Du jetzt fragst, wie viele Bücher Ihr von mir noch erwarten könnt …

Aber auch der Großvater meiner Mutter wurde über 90 und war in Lensahn/Ostholstein (da kommst Du immer dran vorbei, wenn Du nach Fehmarn in Urlaub fährst) als der singende und dichtende Schneidermeister, Chrischan Schreiber, bekannt. Ach ja, Spökenkieker war er auch noch. Er konnte sogar Menschen durch Handauflegen heilen, was mir allerdings nicht gegeben ist. Zu meiner großen Freude durfte ich meinen Urgroßvater selbst noch als Schulkind dichtend, singend und heilend erleben.

Aber auch für die Öffentlichkeit habe ich schon einiges geschrieben. Mein Kommandeur in Münster und Rheine hatte meine Schreibleidenschaft erkannt und mich nebenamtlich als Presseoffizier ausbilden lassen. Wenn Presseberichte über die allgemein übliche „Hofberichterstattung“ (welchen zivilen Zeitungsleser interessiert schon wirklich, welcher Soldat gerade einen Orden bekommen hat) hinausgingen und zum Beispiel mit der persönlichen Meinung des Redners aus der Laudatio zu brisanten Themen gewürzt waren, dann wurden diese Beiträge auch gerne, von den Chefredakteuren der Münsterschen Zeitung oder der Westfälischen Nachrichten, ungekürzt gedruckt. Allerdings ohne Namensnennung, was mir aber auch egal war.



Wenn ich das richtig gesehen habe, dann hast Du mit dem Buch über Deinen Border Collie Paulchen gestartet, wie bist Du auf diese Idee gekommen? Hast Du hier noch weitere Bücher geplant?

Das erste, was Paulchen uns - schon als kleiner Border Collie Welpe - beigebracht hat, war, dass offensichtlich auch Hunde (Tiere) eine Seele und ein Gemütsleben haben. Obwohl wir schon einmal, viele Jahre zuvor, eine ganz brave Boxerhündin gehabt haben, war das für uns eine völlig neue Erfahrung. Das hat mich auf die Idee gebracht ihm dafür eine Stimme zu geben. Auch, wenn wir mittlerweile seine Hundesprache einigermaßen gelernt haben, bin ich mir sicher, dass er uns immer noch besser versteht, als wir ihn. Also dachte ich mir, vielleicht ein guter Einstieg für Menschen, die sich selbst einen Hund anschaffen wollen, um diesen besser verstehen zu können.

Ja, eigentlich war es mal geplant gewesen, seine Geschichten fortzusetzen, zumal alles was dort niedergeschrieben wurde, keine Fiktion ist, sondern alles tatsächlich so stattgefunden hat. Inzwischen ist aus Paulchen ein neunjähriger Paul geworden und er könnte sicher noch so einige nette Geschichten aus seinem Hundeleben als nichthütender Border Collie erzählen, aber es hat sich dann irgendwie einfach nicht ergeben. Außer dass er bei Facebook mal einen kleinen Vierzeiler gepostet hat:

Als Border ich geboren bin,
doch was mir fehlt, das sind die Schafe.
Nach Spielen steht mir nur der Sinn,
die Schafe hüt´ ich nur im Schlafe.



Danach bist Du allerdings zu Krimis gewechselt, was war hier der Grund dazu?

Zunächst bin ich in das Genre der Psychothriller gewechselt. Von meinem ca. 400-Seiten-Psychothriller: „Seelen-Pein“, gibt es auf meiner Homepage noch einen Link zu einem Trailer dazu. Darin habe ich die, in der Psychiatrie der 60er Jahre angewandte Elektrokrampftherapie (im Volksmund damals auch als Elektroschocktherapie bezeichnet), verarbeitet. Heute wird diese unter Narkose ausgeführt, in den 60er Jahren aber nicht. Daher schildere ich in diesem Buch in einer Fiktion die Empfindungen und höllischen Ängste eines Betroffenen, der damit behandelt worden war.

Grundlage waren allerdings seine tatsächlichen Erlebnisschilderungen aus diesen mehrfachen Behandlungen. Damit sollte eine Posttraumatische Belastungsstörung (wie man das heute nennt), die er aus dem 2. Weltkrieg mitgebracht hatte, therapiert werden. Dieser Betreffende hat schließlich den Freitod einer erneuten Behandlung dieser Art vorgezogen.

Das Buch hatte bei Amazon sehr gute Rezensionen zum Thema, Inhalt und Spannung erhalten. Leider fehlte aber ein professionelles Lektorat, so dass ich dieses wieder vom Markt genommen habe. Allerdings möchte ich dieses, es in absehbarer Zeit lektoriert erneut publizieren.



Kannst Du Dir vorstellen, Bücher in einem anderen Genre zu schreiben, wie zum Beispiel Historisches?

Die Frage habe ich im Grunde schon beantwortet. Also ein eindeutiges Ja, allerdings dann eher im Genre Psychothriller.



Die Handlung Deiner Krimis spielt in Ostfriesland, wie kam es dazu? Denn aufgewachsen bist Du doch eigentlich näher an der Ostsee, wo, wenn ich das mal so frech sagen darf, das Wasser immer da ist. Nebenbei bemerkt, ich fahre immer wieder gerne nach Fehmarn.

Ich glaube, für einen echten „Fischkopp“ ist es völlig egal, ob das Wasser immer da ist, oder mit der Tiede „kummt un geiht“, wie das die Fischerstatuen Alt- und Jungfischer, das Wahrzeichen vom Hafen in Neuharlingersiel in meinem Buch „Serienmord in Neuharlingersiel“ ausdrücken. Die reine Seeluft in Küstennähe, Land und Leute, wie meine Frau und ich sie schon im Urlaub kennengelernt hatten, sind entscheidend.

Schon in der Schulzeit fanden Besuche bei den Großeltern in Lensahn und Baden in der Ostsee nur noch in den Sommerferien statt. Meine Eltern waren beruflich bedingt in das Ruhrgebiet umgezogen. Später durfte ich dann - durch dienstlich bedingte Umzüge - Land und Leute von Nord bis Süd kennenlernen. Das war erlebnis- und erfahrungsreich. Der geographische Kreis schloss sich für mich dann wieder vor neun Jahren im Norden, bei den Saterfriesen und später mit Ostfriesland in meinen Büchern.

Bei einem Besuch in der Kultkneipe „Zur Stechuhr der Könige“ im malerischen Museumshafen in Carolinensiel, mit der seinerzeitigen Wirtin Nancy Bläsing, die auch in meinem Buch „Hafenmord in Carolinensiel“ eine Rolle übernommen hat, kam mir die Idee, darüber müsste man mal ein Buch schreiben. Und da gerade ein kleiner Verlag in Leer Autoren für das Genre Ostfrieslandkrimis suchte, ergab sich der Rest von selbst.

Im Zuge meiner Recherchen lernte ich dann Ostfriesland, was für mich ja, im wahrsten Sinne des Wortes, vor der Haustür liegt, das Land der Leuchttürme, des Wattenmeeres, der grünen Landschaften mit seinen geheimnisvollen Mooren und Inseln, wo jährlich Millionen ihren Urlaub verbringen - als eigentlich eine absolut heile Welt kennen. Aber gerade das bietet mir viel Stoff für das Unerwartete.



Ich erwähnte ja schon, dass Du erst spät in Deinem Leben mit dem Schreiben von Büchern begonnen hast. Von vielen Autoren weiß ich, dass sie einige Zeit schon geschrieben und das in eine große Schublade gelegt haben. Hast Du das auch gemacht?

Wie Du jetzt sicher schon bemerkt hast, gehöre ich nicht zu den Stillen im Lande. Und wie Du eingangs lesen konntest, hat meine Schreibleidenschaft schon immer ein Ventil gesucht und gefunden. Dass daraus irgendwann einmal auch ganze Bücher werden, stand für mich ebenso schon immer fest. Aber jedes Ding zu seiner Zeit. Und für mich ist die Zeit jetzt.



Ich habe gerade den Krimi „Hafenmord in Carolinensiel“ gelesen und weiß, dass es in Kürze drei weitere  mit diesem Ermittlerduo geben wird.  Weißt Du schon, wie viele Folgen Du insgesamt mit ihnen schreiben möchtest?

Eine Frage, die ich nicht beantworten kann. Letztlich entscheiden das meine lieben Leserinnen und Leser. Jedes meiner Bücher kann völlig eigenständig gelesen werden, aber in der Reihenfolge von „Hafenmord in Carolinensiel“, „Serienmord in Neuharlingersiel“, „Bauernmord in Bensersiel“ und „Wattmord in Carolinensiel“ zieht sich die Geschichte der beiden Kommissare, Bert Linnig und Nina Jürgens, wie ein roter Faden durch diese und künftige Bücher. Wie viele es letztlich nachher werden? Da bin ich selbst gespannt. Jedenfalls habe ich für die nächsten drei Titel bereits spannende Ideen im Kopf. Lasst Euch mal überraschen.



Ist vielleicht auch noch eine andere Krimiserie geplant?

Zurzeit habe ich das noch nicht konkret geplant. Aber wer weiß? Wir werden sehen, wo der Weg hingeht.



Wie kommen die Ideen zu Dir, wo findest Du sie?

Die springen mich förmlich an. Plötzlich sind sie da. Wo sie herkommen, frage ich mich manchmal selbst. Wahrscheinlich ist es wie bei vielen Witzeerzählern, da bedarf es nur eines Stichwortes. Und da ich beruflich bedingt schon hinter so manche „menschliche Fassade“ habe schauen dürfen und so manchen „Amtsschimmel“ habe wiehern hören, ergibt sich wohl auch hier der Rest von selbst.



Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Das ist sehr unterschiedlich. Es hängt davon ab, wieviel ich dafür recherchieren muss. Manchmal kann man auch auf frühere Recherchen zurückgreifen, dann braucht man etwas weniger Zeit. Im Durchschnitt würde ich sagen, drei Monate. Allerdings führe ich kein Buch darüber.



Wer darf Deine Bücher als erstes lesen?

Bisher meine liebe Frau und einer meiner Söhne (der andere hat zu wenig Zeit).



Wie sieht Dein Schreiballtag aus?

Ehrlich? Chaotisch, würde meine Frau jetzt antworten! Meine Geschichten entwickeln sich meistens wie von selbst und das häufig im Schlaf oder Halbschlaf. Da kann es passieren, dass ich mitten in der Nacht aufstehe und eine Idee aufschreibe. Zumeist setze ich mich morgens - bereits vor dem Frühstück - an das Notebook und schreibe die Gedanken der Nacht auf. Das kann dann manchmal bis Mittag gehen, aber auch bis Mitternacht. Meine Frau muss mich dann sogar zum Essen holen, oder weil dringend etwas im Haus oder Garten erledigt werden muss. Jedenfalls lebe ich in diesen Phasen immer in zwei Welten.



Bei meiner Recherche bin ich auch auf Videolesungen von Dir gestoßen, was ich sehr interessant fand.  Planst Du noch weitere Videolesungen?

Ja, der andere meiner beiden Söhne produziert u.a. Videos für erklärungsbedürftige Wirtschafts-Produkte. Er vertritt die Auffassung, ein Bild sagt mehr als tausend Worte, ein Film sagt mehr als tausend Bilder und daher haben wir für alle meine Bücher Videolesungen geplant.




Hast Du Kontakt zu anderen Krimiautoren und wenn ja, wie wichtig ist Dir das?

Ja, ich habe Kontakt zu anderen Autorinnen und Autoren. Wir haben uns vor kurzem zum zweiten Mal in Oldenburg in einem Restaurant zum Gedankenaustausch getroffen. Ich halte das für sehr wichtig, weil miteinander immer besser und konstruktiver ist, als gegeneinander. Es wäre in meinen Augen falsch, sich hier gegenseitig als Konkurrenten zu verstehen. Daher habe ich auch schon an gemeinsamen Lesungen mit Kolleginnen und Kollegen teilgenommen.



Bisher weiß ich noch nicht, weil wir ja noch nicht so lange Kontakt haben, wie Du Kontakt zu Deinen Lesern hast Bei Lesungen begegnet man ja Lesern, aber das ist ja nur ein kleiner Kreis.

Der überwiegende Kontakt läuft über die sozialen Netzwerke, bei mir überwiegend über Facebook. Da auf meiner Homepage auch meine E-Mail-Adresse steht, werde ich auch immer wieder von Leserinnen und Lesern über diesen Weg kontaktiert. Ferner führe ich zu jedem neuen Buch eine Leserunde bei LovelyBooks durch. Daraus ergibt sich dann auch ein persönlicher Gedankenaustausch, der mir sehr wichtig ist.



Planst Du vielleicht auch einmal eine Buchmesse zu besuchen und dort an Meet & Greet teilzunehmen oder wie die Veranstaltungen alle heißen, bei denen der Autor die Möglichkeit hat, sich mit Lesern zu unterhalten.

Bisher habe ich noch nicht an einer Buchmesse teilgenommen. Aber wenn sich das, in Zusammenarbeit mit meinem Verlag, ergeben sollte, würde ich natürlich daran teilnehmen. Eine gute Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit Leserinnen und Lesern.



Du hast als Kind und Jugendlicher sehr gerne gelesen, sind Dir einige Bücher in besonderer Erinnerung?

Ja, ich habe sogar äußerst gern und viel gelesen, mehr als gut für mich war. In meiner Pubertät habe ich daher oft die beiden berühmten „L´s“ verwechselt: „L“ernen und „L“esen. Aber Gott sei Dank gilt schon seit vielen Jahren nicht mehr der alte Spruch: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Und so durfte ich das fehlende „L“ernen, über den zweiten Bildungsweg nachholen.

Eigentlich habe ich damals alles gelesen, was interessant und spannend erschien. Sehr früh geprägt hat mich dabei aber Wilhelm Busch, vor allem seine Art der Lyrik. Wir hatten zu Hause einen Sammelband von ihm, den ich immer wieder in den Händen hatte. Aber auch Karl May durfte da natürlich nicht fehlen. Eigentlich ein damaliges Muss für jeden „richtigen“ Jungen (Indianer kennt keinen Schmerz). Fasziniert hat mich seinerzeit bereits die Erkenntnis, dass er das alles geschrieben hatte, ohne an den Orten des Geschehens gewesen zu sein. Und etwas später kam dann noch Heinz Erhard dazu. Bei ihm hat mich vor allem sein ungeheurer Wortwitz beeindruckt. Dann folgten Jerry Cotton und Edgar Wallace. Wobei ich mich sehr darüber gefreut habe, dass ich einen der heutigen Schreiber der immer noch laufenden Jerry Cotton-Serie, Martin Barkawitz aus Osnabrück, inzwischen als sehr netten Kollegen kennenlernen durfte.



Hast Du jetzt auch Zeit und liest sehr viel? Wenn ja, sind es Krimis oder liest Du auch Bücher aus einem anderen Genre?

In einem E-Book-Reader kann man unheimlich viele Bücher speichern. Immer wenn sich eine Gelegenheit ergibt, nehme ich mir dann ein Buch vor. Das können dann Krimis, aber auch interessante Biographien sein, genauso wie Sach- und Fachbücher zu Themen, die mich interessieren, oder die mir bei meiner Recherche helfen.



Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor der Vergangenheit würdest Du gerne besuchen?

Heinz Erhard, wobei ich mir nicht sicher bin, ob er im Alltag auch so witzig war.



Wie immer stelle ich sehr viele Fragen und vergesse mit Sicherheit doch einiges. Hier hast Du nun Gelegenheit uns Lesern mal etwas mitzuteilen, was Du schon immer gerne sagen wolltest.

Ein herzliches Dankeschön an alle meine lieben Leserinnen und Leser, denn ohne sie hätte dieses Interview wahrscheinlich gar nicht stattgefunden.



Und nun kommt wie bei all meinen Interviews der Bereich, wo ich frage, was einem zu den Namen oder Begriffen einfällt:

Karl May 
Habe ich bereits weiter oben beantwortet

Erich Kästner
Hat sich mir über das „Fliegende Klassenzimmer“ hinaus nicht erschlossen.

Kalle Blomquist
Der Name ist mir als Romanfigur von Astrid Lindgren natürlich bekannt. Allerdings gestehe ich gerne, dass mich Pippi Langstrumpf von der gleichen Autorin mehr beeindruckt hat. So verwundert es sicher auch nicht, dass die Kultfigur Pippi Langstrumpf auch in meinem 4. Ostfrieslandkrimi Eingang gefunden hat.


Nun möchte ich mich vielmals bei Dir dafür bedanken, dass Du meine Fragen so toll und auch teilweise sehr ausführlich beantwortet hast, mir hat das Lesen sehr viel Spaß bereitet.

Ganz herzlichen Dank und liebe Grüße aus dem Saterland
Rolf 



Ich zeige immer gerne Cover der Bücher, die der interviewte Autor geschrieben hat, hier kann ich alle schon mal neugierig machen, denn das sind Cover der Krimiserie, die jetzt im Klarant Verlag neu überarbeitet erscheint



Mehr Informationen über die Bücher und wo sie erworben werden können, findet man hier:
Amazon klick hier und Klarant Verlag klick hier


Da ich etwas #Werbung für den Autor, die Bücher und den Verlag mache, habe ich dieses hier # gekennzeichnet


Rezension - Hafenmord in Carolinensiel



Autor: Rolf Uliczka

Titel: Hafenmord in Carolinensiel

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 25. Mai 2018

Seiten: 200

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Klarant



Über den Autor:
Rolf Uliczka ist geboren und aufgewachsen am Rande der romantischen Holsteinischen Schweiz und lebt mit seiner Frau seit einigen Jahren im Saterland. Menschen in all ihren Facetten und ihre Geschichten haben ihn schon immer fasziniert. Auch das Schreiben war und ist eine seiner größten Leidenschaften. Ostfriesland, das Land der Leuchttürme, des Wattenmeeres, der grünen Landschaften mit seinen geheimnisvollen Mooren und Inseln, wo jährlich Millionen ihren Urlaub verbringen, bietet ihm viel Stoff für das Unerwartete. Genau das macht auch die Spannung seiner Ostfrieslandkrimis aus.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Ein Mord versetzt das ostfriesische Fischerdorf Carolinensiel in helle Aufregung. Im idyllischen Museumshafen schwimmt eine männliche Leiche erschlagen im Wasser. Bei dem Toten handelt es sich ausgerechnet um Torsten Oltmann, den beliebten Jugendtrainer des lokalen Fußballvereins. Die Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens von der Polizei Wittmund nehmen die Ermittlungen auf, und schnell mehren sich die Hinweise auf eine Affäre zwischen dem Fußballtrainer und Katja Schmitz, der attraktiven Mutter eines seiner Schützlinge. In den Fokus gerät Katjas Mann Gerd Schmitz, der sich immer mehr in Widersprüche verstrickt. Ein klassischer Mord aus Eifersucht? Doch je tiefer die Ermittler graben, desto mehr Verdächtige kommen ins Spiel. Sogar der Jogger, der den Toten angeblich zufällig entdeckt hat, scheint eine offene Rechnung mit ihm gehabt zu haben. War die Meldung des Leichenfunds nur ein perfider Weg, um von sich selbst abzulenken?

+++„Hafenmord in Carolinensiel“ ist die überarbeitete Neuauflage des Ostfrieslandkrimis „Trainermord“.+++


Meine Meinung:
Ich freue mich ja immer wieder, wenn ich die Möglichkeit habe, neue Krimiautoren kennen zu lernen und deren Bücher zu lesen.  Nun mag sich der eine oder die andere fragen, wird es nicht langsam langweilig, denn es passiert ja meist ein Mord und der Leser verfolgt die Arbeiten der Ermittler. Nein, kann ich da nur sagen, denn ich finde es sehr interessant, wie der Autor seine Geschichte aufbaut, welchen Schreibstil er hat und wie er mich an das Buch fesselt.
Rolf Uliczka hat mir sozusagen das spätere Opfer und einige Beteiligte vorgestellt. Ich lese, was an dem Abend alles so passiert ist, begleite Torsten einige Stunden und auf einmal wird er tot auf gefunden. Ich selber habe keine Ahnung, was passiert ist und muss genau wie der Ermittler mühsam alles zusammen suchen. Naja, ich lasse sie suchen und profitiere von den Ergebnissen. Ich fand das schon sehr spannend und dann wird der Täter gefunden. Für mich völlig überraschend, denn damit hatte ich nun nicht gerechnet. Aber das ist ja das tolle, dass bei vielen Krimis das Ende nicht vorhersehbar ist.


Fazit:
Mit diesem Buch startet der Autor eine Krimireihe, die neu überarbeitet im Klarant Verlag erscheint. Ich weiß, dass ich die anderen Folgen ebenfalls lesen möchte und werde.

Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Freitag, 4. Mai 2018

Rezension - Friesenwrack


Autorin: Sina Jorritsma

Titel: Friesenwrack

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 4. Mai 2018

Seiten: 201

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Klarant Verlag




Über die Autorin:
Die gebürtige Ostfriesin, Sina Jorritsma, aus der Krummhörn studierte in Hamburg Germanistik und Philosophie, bevor sie wieder in ihre Heimat zurückkehrte. Sie veröffentlicht unter Pseudonym, weil sie ihre Umgebung genau beobachtet und Ereignisse aus ihrem Leben in ihre Geschichten einfließen. Das Romaneschreiben ist ihr kleines Geheimnis, das nur wenige Menschen kennen. Bei einer großen Kanne Ostfriesentee mit Sahne und Kluntjes kann sie halbe Nächte durchschreiben, tagsüber hält sie sich mit Joggen fit. Sina Jorritsma lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort bei Emden.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Ein rätselhafter Mord erschüttert die ostfriesische Insel Borkum. Eine junge Frau wird erstochen im Wrack einer Yacht aufgefunden, ebenfalls an Bord: ihr mutmaßlicher Mörder. Bodo Steiner ist vollgepumpt mit Drogen ein Mord im Rausch? Die Inselkommissare Mona Sander und Enno Moll stoßen auf ein Meer an Fragen: Weshalb wurde die Ruderanlage der Yacht zerstört? Welche Bedeutung hat die große Summe Geld, die an Bord gefunden wird? Und warum verschwindet plötzlich eine Schlüsselfigur des gesamten Falles spurlos? Nur eines ist sicher: Bei der Toten handelt es sich um die Enthüllungsjournalistin Nele Dijkstra. Viel deutet darauf hin, dass sie ausgerechnet Bodos Vater, dem reichen Industriellen Ernst Steiner, dunkle Machenschaften nachweisen wollte. Doch je tiefer die Ermittler graben, desto länger wird die Liste der Verdächtigen, denn die schöne Journalistin hatte sich viele Feinde gemacht...


Meine Meinung:
Nun begleite ich Mona Sander und Enno Moll schon zum achten Mal und ich finde die Entwicklung, die die  Ermittler durchgemacht haben, besonders interessant. Mona ist etwas ruhiger geworden und  prescht mit Worten und Taten nicht mehr so schnell vor. Obwohl ich in diesem Buch doch wieder das Gefühl habe, ihr Temperament geht manchmal mit ihr durch. Allerdings hat Enno gelernt damit umzugehen und bremst sie, wenn es zu schlimm wird.  Ja, neben den spannenden Fällen, die gelöst werden müssen, finde ich es wirklich ganz toll, mehr über die Ermittler zu wissen. Irgendwie sind sie mir ja auch an mein Leserherz gewachsen. Gerne hätte ich manchmal noch etwas mehr privates von ihnen gelesen.
Sina Jorritsma hat es auch mit dieser Folge verstanden, mich an das Buch zu fesseln. Obwohl ich, als Vielleserin, das Gefühl hatte, dass einiges vorhersehbar war, hat es die Spannung in keinster Weise gemindert. Denn die Autorin hat mir einige Verdächtige präsentiert und Mona einige ups, nein das verrate ich nicht.


Fazit:
Klar, als Serienjunkie bleibe ich am Ball. Jede Folge ist allerdings für sich abgeschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden. Allerdings finde ich es schöner, wenn man die Reihenfolge einhält, zumindest ich mache das, dafür bin ich einfach auch zu neugierig.

Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

Freitag, 20. April 2018

Rezension - Spurlos in Ostfriesland


Autorin: Ele Wolff

Titel: Spurlos in Ostfriesland

Genre: Krimi

Version: eBook

erschienen: 20. April 2018

Seiten: 126

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Klarant Verlag




Über die Autorin:
Ele Wolff über Liebe Lust und Leichen. Krimis und andere Gemeinheiten www.ele-wolff.de Nach dreißig Berufsjahren als Krankenschwester, nach einem Umweg als Galeristin und Vermieterin von Ferienwohnungen auf der Insel Borkum lebt Ele Wolff heute in Leer/Ostfriesland. Auch wenn sie keine waschechte Ostfriesin ist, (in Frankfurt/Main geboren) betrachtet sie sich doch als Gesinnungsostfriesin und gibt sich ganz ihren kriminellen Energien hin. Ele Wolff: "In Ostfriesland, hinter den Deichen, im Watt und auf den Inseln geschehen manche unheimlichen Dinge, von denen niemand etwas weiß. Das ist genau die Umgebung, die die Fantasie anregt. In den Geschichten kann ich Gedanken ausleben, die man im wahren Leben nicht so leicht findet oder die unangebracht sind. Ich kann unliebsame Ehemänner oder Chefs entsorgen, reich durch Erbschaft werden oder einfach in einen anderen Erdteil flüchten. Und was besonders von Vorteil ist: Schreiben ist spannend und es macht nicht dick."


Kurzbeschreibung, übernommen:
Ein rätselhafter Vermisstenfall schockt die ostfriesische Stadt Leer. Alida Folkers verschwindet unter mysteriösen Umständen, ihr Fahrrad liegt am Ufer der Ems, ansonsten fehlt jede Spur. Ist sie in der Ems ertrunken oder einem Mord zum Opfer gefallen? Die Polizei kommt nicht weiter, und ein halbes Jahr später beauftragt Alidas Schwester Eva die Privatdetektivin Henriette Honig, der Sache endlich auf die Spur zu kommen. Gemeinsam mit ihrer Nichte Jantje forscht Henriette im Umfeld der Vermissten. Schon bald stoßen sie auf ein schicksalhaftes Ereignis vor acht Jahren, das Alidas Leben für immer verändert hat. Und auch das gewaltige Erbe, das sie im Falle ihres Todes hinterlassen würde, lässt einen Verdacht aufkommen. Die ostfriesischen Detektivinnen ermitteln in alle Richtungen, als plötzlich eine Leiche auftaucht und der Fall eine ungeahnte Wendung nimmt …


Meine Meinung:
Ele Wolff lässt ja mehrere Personen in Ostfriesland ermitteln, unter anderem auch Privatdetektivin Henriette Honig. Ich habe es bisher leider noch nicht geschafft, alle Folgen zu lesen, was aber überhaupt kein Problem ist. Schnell fand ich mich in dieser Folge zurecht, die wieder sehr spannend und unterhaltsam für mich war.
Mir hat es sehr gut gefallen, wie Henriette mit ihrer Nichte zusammen arbeitet und wie sie diesen Fall zum Abschluss bringen. Leider kann ich auf einiges nicht näher eingehen, um meiner Begeisterung noch mehr Ausdruck zu geben. Ich müsste zu viel verraten und gerade bei einem kurzen Krimi würde ich damit Lesefreude und Spannung wegnehmen.


Fazit:
Wer nach Unterhaltung mit Spannung Ausschau hält und vor allzu dicken Büchern zurück schreckt, der wird hier das richtige Buch finden. Ich empfehle es gerne weiter.

Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken

Rezension - Tödliche Leyhörn


Autorin: Elke Nansen

Titel: Tödliche Leyhörn

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 13. April 2018

Seiten: 200

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Klarant 




Über die Autorin:
Elke Nansen ist das Pseudonym einer Autorin, die den Norden und Ostfriesland liebt. Die Nordsee, die unendliche friesische Weite, das platte Land mit seinen ganz speziellen Charakteren diese Region hat ihren eigenen rauen Charme, hier kann Elke Nansen ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Und so schreiben sich die spannendsten Geschichten manchmal wie von selbst... Besonders angetan haben es der Autorin die ostfriesischen Inseln, die sie alle schon besucht hat. Unter einem anderen, sehr bekannten Pseudonym hat Elke Nansen schon viele erfolgreiche Krimis geschrieben, doch angesichts ihrer Liebe zur Nordseeregion ist es nun an der Zeit, sich einem neuen Genre zu widmen, dem des Ostfrieslandkrimis.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Ein brutaler Mord erschüttert Ostfriesland. Auf der idyllischen Halbinsel Leyhörn schwimmt der Torso eines Mannes im Wasser, wer steckt hinter dieser grausamen Tat? Die Kommissare Faber und Waatstedt von der Kripo Emden/Leer nehmen die Ermittlungen auf, und bald finden sie heraus: Bei dem Toten handelt es sich um den jungen ostfriesischen Journalismus-Studenten Jens Strom. Nach und nach scheint sich das Puzzle zusammenzusetzen: die Todesart, das verdächtige Vogelsterben in der Leyhörn, verunreinigte Nordsee – war Jens Strom dem organisierten Verbrechen auf der Spur und musste für seine brisanten Recherchen mit dem Leben bezahlen? Um die dunklen Machenschaften aufzudecken, begeben sich die Ermittler auf gefährliches Terrain. Was sie nicht ahnen: Sie haben es mit Gegenspielern zu tun, die wirklich vor nichts zurückschrecken …


Meine Meinung:
Nachdem ich den Krimi "Tödliche Krummhörn" gelesen hatte, war klar, dass ich auch das zweite Buch, in dem Faber und Waatstedt ermitteln, lesen wollte.
Auch diesmal hat die Autorin es sehr, sehr spannend gemacht und mich an ihr Buch gefesselt. Ich fand die Zusammenarbeit zwischen Faber und Rieke wird immer besser, nur Rieke muss noch lernen..... achso, nein,  das verrate ich jetzt nicht.
Opa Knut gefällt mir nach wie vor sehr gut und ihn habe ich so richtig in mein Leserherz geschlossen. Elke Nansen hat dafür gesorgt, dass wir Leser ein Geheimnis erfahren und sehr gute Fährten gelegt, ich war doch sehr überrascht, als ich las, wer denn nun der Täter war.


Fazit:
Hier hatte ich mal wieder einen Krimi, der mich begeistert hat, ich fühlte mich sehr gut unterhalten und an Spannung hat es auch nicht gefehlt. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Folgen.

Beim Klarant Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.


Mittwoch, 18. April 2018

Autoreninterview Elke Nansen



Liebe Elke,
ich freue mich, dass Du Dir Zeit nimmst und Dich meinen Fragen stellst.  Bevor ich meine Fragen zusammenstelle, versuche ich viele Informationen zu bekommen, zumal wir bisher noch keinen Kontakt zueinander hatten. Ich habe im November Deinen ersten Ostfrieslandkrimi gelesen und jetzt gerade den zweiten, die mich beide sehr begeistert haben. Mehr Infos dazu sind am Ende dieses Beitrages zu finden.


Ich habe gelesen, dass Du einige Jahre in Verden an der Aller gelebt hast, nun ist das doch noch ein Stück von Ostfriesland entfernt, wie kam es, dass Du Dich entschieden hast und Ostfrieslandkrimis schreiben wolltest?

Dadurch, dass ich in Verden wohnte, war ich an den Wochenenden ganz viel in Ostfriesland, denn es ist von dort ein Katzensprung. Aber selbst, als ich noch in jungen Jahren in Frankfurt wohnte, bin ich mindestens einmal im Jahr hoch in die Siele gefahren. Es ist so ein bisschen meine Wahlheimat.
Das Regio-Krimi-Genre hat mich immer gereizt und was lag da näher, als meine Krimis im schönen Ostfriesland spielen zu lassen.



Dein Hobby ist Tauchen und Du bist schon in ganz tollem Gewässer getaucht, da ist die Nordsee doch etwas langweilig, zumal das Wasser öfter weg ist, oder?

Da hast du vollkommen recht, dennoch sollte man als echter Taucher auch in der Nordsee getaucht sein. Aber es ist kalt, richtig kalt, selbst im Hochsommer.



Unter einem anderen Namen schreibst Du ebenfalls Krimis, nun bin ich immer furchtbar neugierig und würde gerne wissen, ob Du mir den Autorennamen verrätst und was Du geschrieben hast.

Ich schreibe auch unter dem Pseudonym E. M. Ross und habe vier FBI-Thriller veröffentlicht. Die Angels-Serie, die in folgender Reihenfolge erschien:
Desperate Angels
Guardian Angels
Fanatic Angels
Devoted Angel

Unter E. M. Ross erschien auch eine Biographie aus dem Rotlichtmilieu, A fucking Business. Eine junge Frau, die für ein Jahr als Escort-Girl arbeitet, erzählte mir damals ihre spannende Geschichte und ich habe sie aufgeschrieben. Danach war ich ein paar Jahre als Ghostwriter für einen sehr bekannten Helden tätig: Jerry Cotton, vom Bastei Lübbe Verlag.

Nach meinem doch recht langen schriftstellerischen Ausflug nach Amerika, wollte ich dann endlich in Regio-Krimis einsteigen und habe mich sehr gefreut, als mir eine Serie angeboten wurde.



Ganz begeistert bin ich ja von Deinen Ostfrieslandkrimis, an Spannung fehlt es nicht und ich mag es auch, wenn ich so ein bisschen mehr von den Ermittlern erfahre. Da Kommissar Faber aus Frankfurt in den Norden versetzt wurde, lerne ich als Leserin mit ihm die Gepflogenheiten kennen.  Hast Du noch weitere Folgen mit dem Team Faber/Waatstedt geplant?

Ja, da kommt noch eine ganze Menge. Nach Tödliche Krummhörn und Tödliche Leyhörn, werden allein noch dieses Jahr drei weitere Romane der Serie erscheinen. Wenn die Resonanz der Leser weiterhin so gut ist, dann planen wir auch 2019 noch einige Faber/Waatstedt-Romane.



Arbeitest Du hauptberuflich als Autorin?

Mittlerweile tue ich das. Ich hatte das große Glück in meinem ursprünglichen Beruf sehr erfolgreich zu sein und konnte mich daher früh als Privatier zur Ruhe setzten. Damit hatte ich dann endlich Zeit, meiner Leidenschaft, dem Schreiben, nachzugehen.



Was gefällt Dir am Beruf der Autorin?

Eine interessante Frage, ich musste erst einmal darüber nachdenken, ob es ein Beruf ist. Ja und nein. Eher ist es eine Leidenschaft, die man zum Beruf machen kann. Natürlich gibt auch dort die unangenehmen Dinge, wie in jedem Beruf, zum Beispiel Disziplin, Handwerk und Termine. Einer meiner vielen Lektoren sagte einmal: Um ein guter Schriftsteller zu sein, braucht man 95% Handwerk und 5% Prozent Talent. Doch wenn die 5% Prozent Talent fehlen, nützt auch alles Handwerk nicht.

Große Freude macht es Protagonisten auszuarbeiten, dann die Kriminalfälle und den roten Faden einer Serie. Recherche ist das A und O einer Geschichte. Die Leser sind anspruchsvoll und man darf  ihnen keine Unwahrheiten berichten. Das verärgert den Leser nur. Ich lerne bei jedem Buch, das ich schreibe, eine ganze Menge allein durch die Recherche. Das sind dann Dinge, die hochinteressant sind und mit denen man sich sonst nie beschäftigt hätte.
Bücher zu schreiben und Leser zu unterhalten ist einfach ein Traum, viel Arbeit aber auch ganz viel Spaß!



Wie sieht Dein Alltag aus?

Leider bin ich keiner der Autoren, die von acht Uhr bis zwölf Uhr schreiben können und sich am Nachmittag dann mit Korrekturen und Recherche beschäftigt. Wenn ich eine Geschichte zu erzählen habe, dann muss die sofort raus und geschrieben werden. So sitze ich manchmal viel länger am PC, als er gut für mich ist.



Wie findest Du Ideen zu Deinen Büchern oder finden sie sogar Dich?

Schwer zu beantworten. Manchmal sind es Situationen, die ich erlebe, manchmal Anstöße aus Büchern, Serien oder auch den Nachrichten. Aber so manches Mal liege ich auch im Bett und kann nicht schlafen, dann macht es PING und es kommt eine Idee, die ich mir dann notieren muss.
So morbid es klingt, aber ich musste mich für mein erstes FBI-Buch mit der Psychologie von Serienmördern auseinandersetzen. Das Feld psychischer Erkrankungen und deren Auswirkungen auf das Leben dieser Menschen sind sehr interessant, wenn auch furchterregend. Daher versuche ich auch immer, sehr genau mit den Motiven von meinen fiktiven Mördern zu sein. Denn die Frage ist nicht, was macht einen Menschen zum Mörder, sondern welche Lebendbedingungen und Erkrankungen können einen Menschen so weit treiben, um zum Mörder zu werden. Das ist ein umfassendes Gebiet, das viele Ideen beinhaltet.



Kann es vorkommen, dass Dir beim Schreiben schon neue und weitere Ideen einfallen?

Ja leider! Denn es ist wichtig sich auf ein Projekt zu konzentrieren, sonst verliert man den Fokus. Aber ich mache mir dann immer schnell ein paar Notizen, die ich dann zur gegebenen Zeit benutze.



Wie werden sie festgehalten?

Ich nehme an, du meinst die Ideen. Auf meinem Schreibtisch kleben Unmengen von gelben Post-its. Wenn ich die dann durchgehe, denke ich manchmal: Was wollte ich denn damit?
Aber im Großen und Ganzen bewahre ich den Überblick.
Wenn ich auf Reisen bin, dann habe ich immer ein Notizbuch dabei, denn oft sind es Stimmungen, die mich dann inspirieren. Ich fotografiere auch viel auf meinen Recherchereisen und prompt ist dann auch wieder ein neuer Tatort dabei.



Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Da wir in 2018 jedes Quartal ein neues Buch der Faber/Waatstedt-Serie herausbringen wollen, beantwortet das deine Frage. Es ist ein taffes Timing, da muss man sich schon disziplinieren. Für meine ersten Bücher brauchte ich wesentlich länger; gut die hatten auch einen Umfang von 300 bis 400 Seiten. Wie wichtig es ist, Abgabetermine zu halten, habe ich dann bei den Jerry Cotton-Romanen gelernt. Wie überall, hat auch das Schreiben mit Erfahrung zu tun und man wird mit den Jahren besser darin.



Wer darf Dein Buch als erstes lesen?

Mein Lektor, denn es fehlt die Zeit, dass es vorher noch jemand anderer lesen kann. Am Anfang meiner Schriftstellerei hatte ich einen Mentor, meinen Kollege bei der Zeitung. Er war das Versuchskaninchen, um überhaupt erst einmal festzustellen, ob ich das Zeug für einen Autor habe.
Er hat mir am Anfang viel geholfen, vor allem mit Zuspruch. Denn, um einen Fuß in die Verlage zu bekommen, muss man eine Menge Klinken putzten und darf nie aufgeben. Hat man es erst einmal geschafft, läuft das bei den Verlagen dann wie von selbst. Mit viel Glück kommen die dann auf dich zu.



Hast Du als Kind gerne gelesen und wenn ja, an welche Bücher erinnerst Du Dich?

Meine gesamte Kindheit und Jugend war vom Lesen bestimmt. Ich erinnere mich sehr gut daran, dass ich etwa mit zwölf Jahren ein Jugendbuch von Ravensburger Taschenbücher gelesen habe, das bereits 1966 erschienen war. Es lebe die Republik von Jan Procházka. Es ging um einen ebenfalls zwölfjährigen Jungen, der im Zweiten Weltkrieg überleben musste. Das hat mich damals ungemein beeindruckt. Dieses Buch steht immer noch neben meinem Bett bei meinen Lieblingsbüchern.
Aber ich liebte als Kind auch schon die Jugend-Thriller, wie zum Beispiel, die Geheimagent Lennet Jugendbuch-Serie, die damals von Schneider-Büchern verlegt wurde. Fünf Freunde und Raumschiff Monitor Serien habe ich als Kind natürlich ebenfalls verschlungen.



Liest Du jetzt als Erwachsene auch noch Bücher oder lässt es Deine Zeit nicht zu?

Ich nehme mir die Zeit und das muss ich auch, da ich als Redakteurin einer Kulturzeitung Rezensionen schreibe und Interviews mit Autoren mache. Glaube mir, es vergeht keine Woche, in der ich nicht zwei, eher drei Bücher lese.



Hast Du ein Lieblingsbuch?

Ganz schwierig. Ich denke, ich habe den Herrn der Ringe in meinem bisherigen Leben bestimmt fünfzehn Mal gelesen. Es ist eine großartige Geschichte und man entdeckt bei jedem Lesen wieder etwas Neues. Doch ich habe eher Lieblingsautoren, wie Jussi Adler Olsen, David Baldacci, Jack Kerley, Harlan Coben, Don Winslow, Karin Slaughter und und und.



Was macht für Dich ein wirklich gutes Buch aus?

Wenn ich das wüsste, dann würde ich ab morgen nur noch Weltbestseller schreiben.
Doch Spaß beiseite, ein Buch muss mich auf den ersten dreißig Seiten fesseln. Wenn ich es dann nicht mehr aus der Hand legen kann, bis ich den letzten Satz gelesen habe und dadurch vielleicht nur vier Stunden Schlaf bekomme, dann ist es ein gutes Buch.



Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor der Vergangenheit würdest Du gerne besuchen?

Tolle Frage!
Also, ich würde gerne mal:
Eine Flasche Wein mit Erich Kästner trinken. Mich mit Joachim Ringelnatz kaputtlachen. Mit Goethe durch Weimar schlendern. Immanuel Kant belauschen. Ein Kaffeekränzen mit Thomas Mann abhalten. Einen deftigen Streit mit Dr. Freud über seine Hysterie-Bücher, speziell die Hysterie der Frauen, ausfechten. Mit Alexandre Dumas eine echte Runde fechten. Mich mit Emily Brontë ausführlich über Heathcliff unterhalten und mit Theodor Fontane auf dem Deich spazieren gehen.



Mir ist jetzt nicht bekannt, wo Du wohnst. Deshalb meine Frage, wenn Du einen Krimi schreibst, schaust Du Dir die Gegend an, damit alles so richtig authentisch ist?

Definitiv. Ich breche jetzt Ende April wieder zu einer Recherchereise nach Greetsiel Ostfriesland auf.
Ich radele durch die Dörfer und auf dem Deich und mache viele Fotos. Dieses Mal bin ich sogar eingeladen von der Emdener Polizei, mir das Revier anzusehen und Fragen zur Organisation und den Ermittlungsprozessen zu stellen. Das wird spannend!



Du schreibst in der Hauptsache Krimis, hast Du Dir schon mal Gedanken gemacht, Bücher in einem anderen Genre zu schreiben, wie zum Beispiel historische oder Fantasy?

Ich habe noch einen dreiteiligen Science-Fiction in meiner Schreibtischschublade liegen, den ich vor Jahren geschrieben habe. Mal sehen, ob sich irgendwann mal ein Verlag findet. Jedoch ist Sci-Fi von deutschen Autoren immer noch ein Nischenprodukt und daher ist es schwer, einen Verlag dafür zu interessieren. Historienromane von Gable und Follet finde ich toll, doch es gibt mittlerweile viele Autoren, die mich mit ihren Historienbüchern nur langweilen. Das wäre nicht mein Metier. Auch Fantasy lese ich gerne, doch so etwas schreiben, kann ich mir nicht vorstellen.
Gerne würde mal ein richtig kluges Buch schreiben, so wie Ferdinand von Schirach, den ich sehr bewundere. Doch ob ich jemals so alt werden kann, damit ich so weise bin, bezweifle ich stark.



Viele Autoren haben sehr engen Kontakt zu Lesern oder Bloggern, wie sieht es bei Dir aus?

Ich habe bei meiner Angels-Serie sehr viel Kontakt zu Bloggern gehabt. Finde ich super, denn ich bewundere die Leseratten sehr. Meistens sind es junge Mädchen und alle Generationen von Frauen, die Leseblogs führen und sehr viel Arbeit in ihr Hobby stecken. Es ist enorm, wie viele Bücher die Blogger lesen und wie viel Enthusiasmus sie entwickeln. Ich habe mich früher regelmäßig mit Bloggern auf den Buchmessen getroffen und mich sehr gerne ausgetauscht.
Eigentlich hoffe ich, dass der Kontakt mit den Ostfriesland-Krimis wieder enger wird, da ich während meiner Jerry Cotton Jahre einfach nicht die Zeit hatte, mit Bloggern zu diskutieren



Was wünschst Du Dir von Deinen Lesern?

Einfach, dass sie sich von meinen Büchern gut unterhalten fühlen. Wenn ein Leser begeistert mitfiebert oder einen meiner Protagonisten so richtig ins Herz schließt, ist das für mich die größte Freude.



Gerne frage ich meine Interviewpartner immer, was einem zu folgenden Namen oder Begriffen einfällt:

Klaus Störtebecker

Rote, lange und verfilzte Haare und Bart. Sein Kopf wurde nach der Enthauptung an der Elbe aufgespießt (brrr, gruselig). Ostfrieslands Sir Francis Drake. Es gibt ja Stimmen die behaupten er komme aus Verden an der Aller, was Wismar natürlich von sich weist.

Enid Blyton

Uhhhh, Hanni und Nanni, Lissy, Dolly, war so gar nicht meins. Internat, Mädchen-Geschichten.
Fünf Freunde, super! Ich wollte immer George sein, den Hund Timmy fand ich auch spitze.
Aus der Kinder- und Jugendliteratur nicht wegzudenken, erstaunlicherweise immer noch aktuell, obwohl nicht ein einziges Handy oder iPhone in ihren Geschichten vorkommt. Da fragt sich doch der heutige Teenager, wie konnte man damals überleben.

Ernest Hemingway

Nobelpreis- und Pulitzerpreisträger. Mein Besuch in seinem Haus in Key West. Depressionen, Alkoholexzesse und Suizid. Wahlheimat Kuba. Stierkampf.
Der alte Mann und das Meer, Tod am Nachmittag und Wem die Stunde schlägt.


Liebe Elke, ich bedanke mich, dass Du meine Fragen beantwortet hast.

Vielen Dank! Das war ein tolles Interview mit einer Menge spannender Fragen, die mir so noch nie gestellt wurden.



Hier möchte ich auf die beiden Bücher, die im Klarant Verlag erschienen sind, hinweisen



Tödliche Krummhörn

erschienen am 17. November 2017

205 Seiten

Das Buch habe ich bereits rezensiert



Tödliche Leyhörn

erschienen am 13. April 2018

200 Seiten

Zu diesem Buch gibt es in Kürze meine Rezension




#Anzeige #Werbung #KlarantVerlag
da ich mit diesem Interview auch etwas Werbung für die Bücher mache, habe ich hier die Kennzeichnung vorgenommen.