Sonntag, 26. Juni 2016

Indie-Autoren-Challenge Medusa Mabuse


Im März 2015 hatten einige Autoren die Idee sich einer besonderen Herausforderung zu stellen. Ihnen sollten 15 Begriffe genannt werden und sie wollten eine Geschichte daraus machen, die mindestens drei Seiten lang sein sollte. Nach und nach möchte ich die Autoren und deren Geschichten vorstellen:




Medusa Mabuse (Pseudonym), Jahrgang 65, wollte niemals schreiben. Sie sah ihre Stärke mehr im Lesen von Romanen unterschiedlicher Genres. Diese Geschichten beflügelten ihre Fantasie, bis sie vor einigen Jahren damit begann, ihre Gedanken zu Papier zu bringen.
In ihren Romanen vereint die Autorin Romantik und Thriller. Sie lässt ihre Figuren die große Liebe erleben, ohne dabei kitschig zu werden. Doch bis das Paar schließlich glücklich vereint ist, müssen sie zahlreiche Gefahren meistern.
»Mit meinen Geschichten möchte ich dich aus dem Alltag entführen«, sagt die Autorin über ihre Romane. »Lerne meine Heldinnen und Helden kennen. Lache mit ihnen, weine, wenn nötig, und begleite sie auf dem actionreichen Weg ins Glück.«

Neben dem Schreiben von Romanen engagiert sich die Autorin für soziale Projekte durch Beteiligung mit Kurzgeschichten an Anthologien, deren Erlöse einer gemeinnützigen Organisation gespendet werden. Außerdem betätigt sie sich als Coverdesignerin und fungiert selbst als Herausgeberin diverser Anthologien für Spendenzwecke.

Mehr über die Autorin und  ihre bisherigen Veröffentlichungen auf


Außerdem eine Übersicht ihrer Bücher, die bei Amazon erworben werden können.



Und nun kommen die Begriffe, die Medusa Mabuse von Ava Innings genannt wurden:

1. DNA-Analyse - 2. Kuscheldecke - 3. Staubsauger - 4. Hanfplantage - 5. Vollmond - 6. Sportschuhe - 7. Missionarsstellung - 8. Schlagsahne - 9. Aufbackbrötchen - 10. Schnecke - 11. Schweinebauer - 12. Skandal-Rapper - 13. Fußkettchen - 14. Online-Sexshop - 15. Autoradio


Medusa sagt: »Ava Innings hat mir eine harte Nuss zum Knacken gegeben. Die Worte, mit denen sie mich nominiert hat, ergaben für mich nur in folgender Geschichte einen Sinn.« Und hier ist ihre Story:

Fluchend langte Alexander nach seinem Handy. Sabine, seine derzeitige Schnecke seufzte frustriert und wischte die Schlagsahne, die noch auf ihrem Bauch übrig war, ab.
Er beobachtete sie dabei, während er sich fahrig meldete. »Möllner«, knurrte er in den Hörer und blaffte seinen Kollegen vorwurfsvoll an. »Hast du sie noch alle? Es ist mitten in der Nacht! Außerdem ist es mein freies Wochenende! Das Erste, seit wer weiß wie lange!« Gleich darauf wurde er bleich.
»Es ist Vollmond. Er hat wieder zugeschlagen«, informierte ihn Stefan und nannte ihm die Adresse, zu der Alexander kommen sollte.
Hastig erhob er sich vom Bett. Ehe er das Schlafzimmer verließ, drehte er sich noch einmal zu der jungen Frau um, die sich anbetungswürdig auf dem Laken räkelte.
Träge murmelte sie: »Schade, dass du schon weg musst. Wenn du willst, warte ich auf dich. Ich könnte uns noch Spielzeug aus diesem Online-Sexshop besorgen. Das hat dir doch Spaß gemacht, nicht wahr?«
Er musste schlucken. Durch halb geschlossene Lider sah sie ihn an, fuhr mit den Händen über ihren flachen Bauch und bedeckte anschließend ihre festen vollen Brüste.
Mit belegter Stimme antwortete er: »Ich würde ja sagen, dass du genau so liegen bleiben solltest, aber ich weiß nicht, wann ich wieder komme. Es wird sicher ein anstrengender Tag. Wärst du so nett und machst mir einen Kaffee, während ich dusche?«
Langsam leckte sie über ihre Lippen. Die Beine spreizte sie dabei gerade so weit, dass ihre Hand dazwischen passte und begann sich selbst zu streicheln. Das war zuviel für Alexander. Mit einem Satz war er über ihr. Er besorgte es ihr in der Missionarsstellung und als er sie anschließend verließ, schnurrte sie zufrieden wie ein Kätzchen.
Wenig später kam er frisch geduscht aus dem Bad. Er schnappte sich seine Sportschuhe und folgte dem Duft von Kaffee und Aufbackbrötchen in die Küche. Von Sabine keine Spur, doch darüber wollte er jetzt nicht nachdenken.
Alexanders Ohren dröhnten, als er den Tatort erreichte. Auf der Fahrt dort hin hatte er das Autoradio voll aufgedreht. Nicht weil ihm die ’Musik’ des Skandal-Rappers gefiel, sondern weil er versuchte, den Kopf frei zu bekommen. Schon wieder ein Mord, und wieder war es Vollmond. Er hasste den Gedanken, doch die unausgesprochene Vermutung, ein Serienmörder könne sein Unwesen treiben, wurde immer wahrscheinlicher.
»Seid ihr sicher, dass es sich um den gleichen Täter handelt?«, erkundigte er sich als erstes, nachdem er seinen Kollegen erreicht hatte.
»Die Leiche lässt keinen anderen Schluss zu. Schau es dir selbst an.« Stefan winkte Alexander mit sich und führte ihn hinter das Absperrband.
Möllners Magen rebellierte, als er die baufällige Hütte betrat. Das Opfer war, genau wie bei den früheren Morden, auf einem Tisch ’angerichtet’ worden wie ein gegrilltes Spanferkel. Arme und Beine ausgestreckt, den Kopf auf einer Servierplatte, lag die Frau auf dem Bauch. Aus ihrem Mund ragte ein Bündel Hanf.
Nicht ihr Anblick verursachte ihm Übelkeit, sondern die Kuscheldecke, die über ihrem Po lag, und einen beißenden Chlorgeruch verbreitete. »Spuren?«, fragte er knapp, während er zum Fenster trat, um frische Luft zu schnappen.
Vor ihm lag eine Hanfplantage, die beinahe vollständig abgeerntet war. Er vermutete, dass die Gerichtsmediziner einiges davon in der Leiche finden würden. Es war offensichtlich. Der Schweinebauer war hier am Werk gewesen. Die genaue Untersuchung würde ergeben, dass die Frau über offenem Feuer geröstet worden war. Gegrillt wie ein Schwein. Diese Tatsache brachte dem Täter den Namen Schweinebauer ein.
Sie wussten nichts über ihn, gingen lediglich davon aus, dass es sich um einen Mann handeln musste. Um die Opfer auf den Grill zu hieven bedurfte es enormer Kraft. Andererseits wurde der Tatort stets akribisch gereinigt. Der Boden hier machte ebenfalls den Eindruck, als hätte ein Staubsauger selbst den kleinsten Krümel mit sich genommen.
Resignierend wandte sich Alexander an Stefan. »Lass sie wegschaffen. Wir werden nichts finden.«
Mitten in der Bewegung hielt er inne. Unter seinem Schuh hatte er ein knirschendes Geräusch vernommen. Stefan musste es ebenso gehört haben, denn er stand schon neben ihm, als er sich bückte. Alexander ließ sich von ihm einen Handschuh reichen und förderte zwischen den Ritzen der Holzbohlen ein Fußkettchen zu Tage.
Der Täter hatte etwas übersehen. Vermutlich gehörte das Kettchen dem Opfer, doch eine DNA-Anlayse würde vielleicht noch weitere Erkenntnisse bringen. Der Mörder musste es angefasst haben, denn es war am Verschluss geöffnet worden.




Meine Bemerkung dazu:
Puh, das ist aber eine Geschichte, die mich sofort gepackt hat und von der ich gerne die Fortsetzung lesen möchte.

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