Samstag, 1. März 2014

Rezension - Im Garten der verlorenen Träume

Autorin: Nadja Reinbach

Titel: Im Garten der verlorenen Träume

Genre: Roman

Version: eBook

erschienen: 13. Januar 2014

Seiten: 261

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: dotbooks - Der eBook-Verlag
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Nadja Reinbach ist das Pseudonym einer ehemaligen Designerin, die heute unter ihrem Klarnamen erfolgreich Romane veröffentlicht. Ihre Liebe zur Mode hat sie sich bewahrt. Doch ihr größter Traum war es stets, Romane zu schreiben. Als sie sich dazu entschloss, der Modebranche den Rücken zu kehren, konnte sie diesen Traum verwirklichen. Heute lebt sie in München und zeitweise in Paris.

Kurzbeschreibung, übernommen:
»Wir gehen zusammen nach Rom«, schlug sie vor. Doch Ettore schüttelte abwehrend den Kopf. »Niemals. Ich kann das Haus und den Obstgarten nicht verlassen, meine Mutter …« »Deine Mutter«, rief Emilia wütend, »deine Mutter ist tot …« »Meine Mutter hat sich nie beklagt und ich bin es ihr schuldig, ihr Vermächtnis nicht einfach aufzugeben.«
Mitte des 20. Jahrhunderts: Die schöne Emilia hat sich nie in dem kleinen Ort Azzano im Nordosten Italiens willkommen gefühlt. Ihr sehnlichster Wunsch ist es, in das schillernde Rom zurückzukehren. So ringt Emilia ihrem Mann Ettore das Versprechen ab, mit ihr nach Rom zu kommen, sollte sie dort einen Mäzen für seine ausgefallenen Taschen finden. Tatsächlich gelingt es ihr, einen Förderer von Ettores Kunst aufzutun, aber dieser verlangt einen hohen Preis. Emilia muss sich der Frage stellen, ob sie bei diesem Handel nicht gar einen Teil ihrer Seele aufgeben würde.

Meine Meinung:
Ein sehr gefühlvolles Buch, über eine Frau, die mich beeindruckt hat. Eigentlich wollte ich heute Nachmittag nur ein paar Seiten dieses Buch lesen, aber dann hat es mich so gefesselt und ich konnte es nicht mehr aus der Hand nehmen.
Ausschlag für mein Interesses an diesem Buch gab das tolle Buchcover. Mir hat das Bild sofort gefallen und gerne würde ich mich in diesem Garten mal zu einem Glas Wein niederlassen. Danach habe ich die Kurzbeschreibung gelesen, die mich neugierig auf das Buch machte und ich so landete es auf meinem PC.

Die Familiengeschichte beginnt im Jahr 1937 in dem kleinen Dorf Azzano oberhalb des Comer Sees. Die Protagonistin Emilia war sieben Jahre vorher in das Dorf gekommen, um ihre erste Stelle als Lehrerin anzutreten. Die gut aussehende junge Frau hatte es allerdings nicht leicht und durfte ihre Stelle nicht antreten. Man wollte sie loswerden, was nicht so gelang, wie es sich der Pfarrer und einige Bewohner vorstellten. Denn Emilia verliebte sich in den jungen Schuster Ettore und blieb. Mit der Zeit fiel es ihr aber immer schwerer dort zu leben und das Heimweh nach Rom und die Sehnsucht nach einem besseren Leben war groß. Ettore wollte das Dorf nicht verlassen, versprach dann aber in einem Moment der Nachgiebigkeit, mit der Familie nach Rom zu ziehen, wenn Emilia es schafft, dass er in Rom seine wunderschönen Taschen herstellen und verkaufen kann.
Da zeigt sich die Entschlußkraft von Emilia, die in Rom wochenlang versucht, Geschäftsleute zu finden, die die Taschen von Ettoro in ihr Sortiment aufnehmen und verkaufen wollen. Der Ladenbesitzer Benedetto ist letztendlich dazu bereit, verlangt aber von Emilia einen hohen Preis. Als Leserin kann man den Zwiespalt in dem Emilia nun steckt, nachvollziehen und ist gespannt, wie sie sich entscheidet. Gleichzeitig wird man nachdenklich und überlegt, wie man selber zu der damaligen Zeit in dieser Situation reagiert hätte.
Denn es wird nicht nur die über Emilia und ihren Werdegang berichtet. Zu der damaligen Zeit reagierte Mussolini in Italien und das Land war gespalten in Anhängern, Kommunisten und Faschisten. Es war eine schwere Zeit und Emilias Familie sowie enge Freunde waren von den Geschehnissen der Zeit betroffen. Ettore wurde einberufen und war jahrelang weg von zu Hause. Familienmitglieder gerieten in den Strudel der Zeit. Die beiden Söhne wuchsen ohne Vater im Krieg auf und entwickelten sich sehr unterschiedlich.
Für Emilia war das alles keine leichte Zeit und sie brauchte viel Kraft und musste immer wieder Entscheidungen treffen, die nicht immer leicht gefallen sind.

Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt. Ich konnte es, wie bereits erwähnt, nicht mehr aus der Hand legen, so sehr hat es mich gefesselt und ich wollte unbedingt wissen, wie sich die Geschichte entwickelt.
Die Autorin hat es verstanden, einem Eindrücke der damaligen Zeit zu vermitteln. Das Leben während der Kriegszeit in Italien und auch die Zeit danach, wo vieles wieder aufgebaut werden musste. Wie Emilia es geschafft hat, für ihre Familie den Weg zu finden und zum Schluss auch ihr Glück gefunden hat.

Fazit:
Ein fesselnd geschriebenes Buch über eine starke Frau und ihre Familie. Man könnte es durchaus auch als Frauenbuch betiteln, allerdings nicht den Fehler begehen und meinen, es wäre eine leichte Lektüre.
Mich hat das Buch begeistert und möchte es auf jeden Fall weiter empfehlen.

Gelesen und rezensiert habe ich dieses Buch für BloggDeinBuch

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