Montag, 6. Juli 2015
Rezension - Ein zauberhafter Sommer
Autorin: Corina Bomann
Titel: Ein zauberhafter Sommer
Genre: Roman
Version: eBook, gebunden und Hörbuch
erschienen: 8. Juni 2015
Seiten: 384
Altersempfehlung: Erwachsene
Verlag: Marion von Schröder /Ullstein Buchverlage
Die Autorin Corina Bomann, 1974 in Parchim geboren, entdeckte die Welt der Bücher schon recht früh für sich. Als Kind verzierte sie die Exemplare der heimischen Bibliothek mit eigenen "Wachsstift-Illustrationen", später, als sie das Schreiben erlernt hatte, begann sie, eigene kleine Geschichten zu verfassen. Langeweile in Schule und Bus füllte sie mit viel Fantasie aus, sodass aus kleinen Geschichten bald ganze Romane wurden, die zunächst mehrere Kladdehefte füllten. Die Hefte und eine alte Schreibmaschine wichen nach und nach dem Computer; ihre Geschichten entstiegen den Schubladen und fanden ihre Heimat bei Verlagen. Noch heute lebt Corina Bomann in Mecklenburg und nutzt die traumhafte Ruhe und wunderbare Landschaft, um ihre Romane zu spinnen. In ihrer zweiten Heimat Berlin lässt sie sich dagegen vom Puls der lebendigen Stadt inspirieren.
Kurzbeschreibung, übernommen:
Die 23-jährige Wiebke muss nach einem quälend langen Winter, einer verhauenen Prüfung und einem zähen Beziehungskampf einfach mal raus. Die Urlaubskasse gibt nicht viel her, und ihre beste Freundin macht Pärchenurlaub, doch Wiebke hat eine wunderbare Alternative: Sie besucht ihre Tante Larissa an der Müritz. Larissa ist genau so, wie Wiebke gern wäre: unabhängig, stark, eine Lebenskünstlerin. Doch Wiebke merkt, dass auch Larissa ihre Zweifel, Schwächen und Sehnsüchte hat. Ihre Gespräche helfen ihnen, die eigenen Wünsche ans Leben klarer zu sehen. Als die Liebe bei beiden einschlägt, wird ihre sommerliche Schicksalsgemeinschaft zu einer emotionalen Achterbahnfahrt.
Meine Meinung:
Zunächst hatte das Bild des Buchcovers meine Aufmerksamkeit geweckt. Als ich das Buch dann in der Hand hielt, konnte ich feststellen, dass das Bild ihm nicht gerecht wird. Für ein gebundenes Buch ist es für meine Empfindungen sehr schmal, auffällig sind auch die abgerundeten Ecken, was ich aber alles als sehr angenehm ansah. Die Zeichnungen der Erdbeerpflanzen mit den Blüten und Früchten setzt sich auf den Umschlaginnenseiten fort. Die Sommerfrüchte runden das Erscheinungsbild sehr gut ab.
Nun war ich noch mehr gespannt auf den Inhalt des Buches. Und stellte sehr schnell fest, dass es nicht nur einen zauberhaften Sommer sondern auch eine zauberhafte Geschichte versprach.
Wiebke, die aus den verschiedensten Gründen eine Auszeit nehmen will, sucht sich dafür den Ort, in dem ihre Tante lebt, aus. Damit löst sie einiges aus, was nicht nur ihre Zukunft sondern auch die der Tante betrifft. Beide kommen sich näher und führen einige aufschlussreiche Gespräche, die dafür sorgen, dass beide über einiges nachdenken, etwas ändern wollen und offen für Veränderungen sind.
Vom Inhalt möchte ich nicht mehr erzählen, als dass der Leser ein harmonische Lesevergnügen erwarten kann. Es klingt fast schon wie ein Märchen, wie sich alles entwickelt und bei den ganzen Hiobsbotschaften um einen herum, freute ich mich, die Geschichte lesen zu können.
Wiebke und Larissa waren so, wie sie eben waren, mir sehr sympathisch. Auch wenn sie manchmal etwas überstürzt handelten und vielleicht falsche Schlüsse zogen. Insgesamt gesehen war die Entwicklung sehr vorhersehbar, aber dies tut der Leserseele manchmal auch gut. Es kommt dann eben auch immer auf das "Dazwischen" an.
Der Schreibstil der Autorin hat mir wieder gut gefallen und ich war auch gleich mittendrin im Geschehen. Zu gerne würde ich das Brombeerfeld mal sehen und mich abends auf den Steg setzen.
Bei einem zauberhaften Sommer versteht es sich, dass das Ende auch meinen Vorstellungen entsprach.
Fazit:
Wer für diesen Sommer noch nach einer leichten und schönen Lektüre sucht, wird hier das richtige Buch finden. Mir hat es gefallen und gerne empfehle ich es weiter.
Ich möchte mich bei der Ullstein Verlagsgruppe für das Rezensionsexemplar bedanken.
Sonntag, 5. Juli 2015
Rezension - Solifera - Sonnenbringerin
Autorin: Susanne Esch
Titel: Solifera: Sonnenbringerin
Genre: Fantasy
Version: eBook und Taschenbuch
erschienen: 31. Januar 2012
Seiten: 285
Altersempfehlung: Jugendliche und Erwachsene
Die Autorin Susanne Esch wurde am 2.4.1967 in Höchst geboren, das heute zu Frankfurt am Main gehört. Sie besuchte die August-Gräser-Grundschule in Schwanheim sowie das Carl-Schurz-Gymnasium in Sachsenhausen und beendete ihre Schullaufbahn 1986 mit dem Abitur. Sie eine abgeschlossene Berufsausbildung als Restaurantfachfrau, und auch bis zur Geburt ihres ersten Kindes 1995 in diesem Beruf gearbeitet. Inzwischen ist sie Mutter von vier Kindern und managt ihre kleine Großfamilie alleine.
Kurzbeschreibung, übernommen:
In jungen Jahren bemerkt Antalia, sie ist anders. Sie verändert sich, und es zeigt sich bald, dass sie ganz besonders ist. Dann tritt Darieno in ihr Leben, ein Abgesandter des "Meeresvolkes". Mit seiner Hilfe kommt sie ihrem wahren Wesen auf die Spur. Sie muss ihrem Schicksal folgen und eine Mission antreten, welche sie an die Schwelle zwischen Leben und Tod treibt. Mit einem beeindruckenden Einfühlungsvermögen beschreibt die Autoren Susanne Esch diese phantasievolle Geschichte zwischen Meer und Land, zwischen Liebe und Hoffnung.
Meine Meinung:
Die Geschichte spielt auf einem fernen Planeten und dort gibt es eine gemeinsame Vergangenheit der Erdbewohner und des Meervolkes. Leider ist sie in Vergessenheit geraten.
Antalia, die in diesem Buch eine große und wichtige Rolle haben sollte, war mir von Anfang an sympathisch. Überhaupt vermittelte ihre Familie einen Zusammenhalt, den es nicht oft gibt. Insgesamt gesehen, war alles sehr harmonisch und es gab keinen Streit oder Krieg. zwar gab es Auseinandersetzungen, weil man unterschiedlicher Meinung war, aber das kam so selten vor.
Ich finde, dass in diesem Buch zwar vieles im Bereich der Fantasy angesiedelt ist, aber einiges im realen Leben vorkommen könnte. Harmonie, Freundschaft, Zusammenhalt. Eigene Bedürfnisse zurück stecken und sich für großes opfern.
Auf jeden Fall legte ich das Buch mit einem "Hach" zur Seite. Obwohl mir anfangs der Einstieg in die Geschichte nicht leicht fiel. Besonders bei den ungewöhnlichen Namen tu ich mich immer schwer und kann sie mir nicht merken. Trotzdem hat mich die Geschichte auch nicht losgelassen.
Antalia hatte eine schwere Aufgabe zu bewältigen und es gab in der Geschichte Wendungen für sie mit denen ich nicht gerechnet hatte. Da mir Antalia sehr ans Herz gewachsen ist, fand ich eine Wendung nicht so schön. Ich hätte mir anderes gewünscht. Aber es ist ja nur eine erfundene Geschichte, was aber auch wieder zeigt, dass ich wieder mitten drin im Geschehen steckte.
Die Autorin hat es auch diesmal wieder geschafft mich mit ihrem Schreibstil an das Buch zu binden. Ich wollte unbedingt wissen, was dort alles passiert und habe es mal wieder in einem Rutsch gelesen.
Das Buchcover gefällt mir sehr gut. Ich mag die Farbe Blau und stelle mir das unter Wasser ganz besonders toll vor.
Fazit:
Wer sich auf dieses Buch einlässt wird Lesefreude haben. Ich fand es sehr spannend und ergreifend.
Hier möchte ich gerne auch noch einmal etwas zu dem Preis des eBooks sagen. Ich finde es ganz toll, dass das Buch fast die Hälfte von einem gedruckten Buch kostet. Das ist leider sehr selten, würde aber manch eine Kaufentscheidung sehr erleichtern.
Ich möchte mich bei Susanne Esch für das Buch bedanken, ohne sie hätte ich es wahrscheinlich nicht entdeckt und mir wäre einiges an Lesevergnügen vergangen, was ich bei all ihren Büchern hatte.
Rezension - Die Rache der Heilerin
Autorin: Beate Sauer
Titel: Die Rache der Heilerin
Genre: Historisch
Version: eBook und Taschenbuch
erschienen: 17. März 2014
Seiten:446
Altersempfehlung: Erwachsene
Verlag: Goldmann
Die Autorin Beate Sauer wurde 1966 in Aschaffenburg geboren. Sie studierte Philosophie und katholische Theologie in Würzburg und Frankfurt am Main. Sie lebt und arbeitet als freie Autorin in Bonn.
Kurzbeschreibung, übernommen:
Normandie, Ende des 12. Jahrhunderts: Adela ist glücklich verheiratet mit dem Ritter Francis. Zusammen besitzen sie ein kleines Gut und führen ein bescheidenes, doch zufriedenes Leben. Bis ihre Familie in die Wirren des englischen Bürgerkriegs verstrickt wird. Denn als König Henrys Söhne gegen dessen Herrschaft aufbegehren, muss auch Francis in die Schlacht ziehen. Ein alter Todfeind von Adelas Familie nutzt daraufhin den Krieg für seinen privaten Rachefeldzug – und Adela verliert alles. Brutal misshandelt und ihrer Besitztümer beraubt beginnt für sie eine schmerzliche Odyssee, die sie bis nach England führt, immer auf der Flucht vor ihrem Widersacher ...
Meine Meinung:
Bekanntermaßen lese ich gerne historische Romane. Das Angebot auf diesem Gebiet ist ja sehr groß und so kann es vorkommen, dass einem man als Vielleser immer wieder die Familie Plantagenet begegnet. Was in diesem Buch auch wieder der Fall war, zumal es in der Familie ja wirklich sehr aufregend zuging.
Adela und ihre Familie geraten in den Strudel der Machenschaften. Zwei der Söhne von Henry erheben sich gegen ihn und so kommt es, dass Adelas Mann Francis mit seinem Lehnsherrn in die Schlacht ziehen muss. Leider war die Zeit geprägt von Intrigen und es gab reichlich machtbesessene und rachsüchtige Menschen im Umfeld des Königs. Ein alter Todfeind von Adela nutzt so zu sagen die Gunst der Stunde und überfällt den Hof. Somit beginnt eine aufregende Zeit für Adela und Familie. Ich möchte hier jetzt nicht auf den weiteren Inhalt des Buches eingehen. Aber soviel sei gesagt, die Autorin hat es wunderbar verstanden, Tatsachen mit erfundenem zu verknüpfen.
Gebannt an die Geschichte habe ich Adela auf ihrem Weg begleitet, habe mit ihr gelitten, mich gefreut und so einiges durchgemacht. Glücklicherweise gibt es in solchen Geschichten ja meistens schützende Hände für die Protagonisten, trotzdem kann der Böse immer wieder zuschlagen. Ich war froh, als endlich alles zu Ende war und das auch noch so, wie ich es mir gewünscht hatte.
Ich mag diese Kombination von Fakten und Fiktion. Gibt es einem auf diesem Weg die Möglichkeit etwas geschichtliches zu lernen. Da gerade in der Familie Plantagenet so vieles passiert ist, wird es auch nicht langweilig. Eleonore von Aquitanien ist ja ebenfalls eine beliebte Protagonisten vieler Autoren. Aber diesmal spielte sie eher eine Nebenrolle.
Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen, langweilig ist mir nicht geworden, obwohl vieles sehr ausführlich beschrieben wurde und auch im Wechsel immer wieder andere Schauplätze beschrieben wurden.
Das Buchcover gefällt mir sehr gut, denn es ist sehr ansprechend und meine Aufmerksamkeit würde sofort auf dieses Buch gelenkt werden, läge es auf einem der Angebotstische im Buchladen.
Im Laufe der Geschichte wurde immer Bezug auf Geschehnisse von Adelas Eltern Bezug genommen. Inzwischen weiß ich, dass es ein Buch davor gibt: Am Hofe der Löwin. Ich kann mir vorstellen, dass es sicher auch sehr spannend geschrieben wurde. Allerdings ist es nicht unbedingt erforderlich, das Buch zu kennen, denn ich hatte nicht das Gefühl große Wissenslücken über die Geschehnisse zu haben.
Fazit:
Wer Spannung und Historie gerne verbinden möchte, wird dieses Buch wohl gut finden. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen.
Ich danke dem Verlag Goldmann für das Rezensionsexemplar.
Freitag, 3. Juli 2015
Rezension - Nacht über Blackheath
Autorin: Anne Perry
Titel: Nacht über Blackheath
Genre: historischer Krimi
Version: eBook und Taschenbuch
erschienen: 9. März 2015
Seiten: 433
Altersempfehlung: Erwachsene
Verlag: Heyne
Die Engländerin Anne Perry, 1938 in London geboren, verbrachte einen Teil ihrer Jugend in Neuseeland und auf den Bahamas. Schon früh begann sie zu schreiben. Ihre historischen Kriminalromane zeichnen ein lebendiges Bild des spätviktorianischen England und begeistern ein Millionenpublikum. Anne Perry lebt und schreibt in Schottland.
Kurzbeschreibung, übernommen:
London 1897: In einer eisigen Winternacht verschwindet Kitty, die Zofe der ehrwürdigen Familie Kynaston. Zurück bleiben nur einige Haare von ihr – und Blut. Da Mr. Kynaston hochsensible militärische Geheimnisse hütet, übernimmt Thomas Pitt als Chef des Staatsschutzes den Fall. Er spürt, dass der Kynaston etwas zu verbergen sucht, kommt aber mit den Ermittlungen nicht weiter. Bis eine schrecklich zugerichtete Leiche auftaucht ...
Meine Meinung:
Das erste Buch, in dem Thomas Pitt ermittelt hat die Autorin 1979 geschrieben. Dieses Buch ist inzwischen das 29. der Serie und weitere werden noch erscheinen. Ich habe einige gelesen und hatte nie ein Problem, wenn ich einige Bücher der Serie übersprungen habe. Sehr schnell ist mir auch diesmal wieder der Einstieg gelungen.
Ich freute mich, dass ich nun wieder neues über Thomas Pitt, seiner Frau Charlotte, seiner Schwägerin Emily und Großtante Vespasia erfahren konnte. Diese Personen waren mir vertraut und auch sehr sympathisch.
Thomas Pitt ist inzwischen Leiter beim Staatsschutz geworden. Diesmal muss er sich um eine vermisste Zofe kümmern, was normalerweise nicht in seinen Bereich fällt. Aber da ihr Dienstherr eine sehr wichtige Person ist, wird er heran gezogen. Die Geschichte spiegelt die Zeit um 1897 wieder. Die enormen Standesunterschiede spielen eine sehr große Rolle. Deshalb ist es für Thomas Pitt auch keine leichte Aufgabe, er muss auf zu vieles Rücksicht nehmen und zu viele Personen meinen sich einmischen zu können. Ich fand es wieder ungemein interessant zu lesen, wie damals die Polizei arbeiten musste, die vielen technischen Hilfsmittel standen ihnen ja noch nicht zur Verfügung. Auch war es immer wieder beschwerlich von einem Ort zum anderen zu kommen.
Wie in den anderen Büchern auch, bekam Thomas Pitt wieder Hilfe durch seine Frau, Schwägerin und Lady Vespasia. Nebenbei konnte ich aber auch einiges über das Alltagsleben des Personals und der Personen, die in höheren Kreisen verkehrten, erfahren. Das mag vielleicht nicht jedermanns Sache sein, man muss Anne Perry und ihre Bücher wirklich lieben.
Auf jeden Fall hat sie in diesem Buch reichlich Spannung aufgebaut, ich hatte auch die ganze Zeit eine Person im Auge, die mir merkwürdig vorkam, aber mit diesen Ende hatte ich dann doch nicht gerechnet.
Fazit:
Fans von Anne Perry werden sich dieses Buch sicher nicht entgehen lassen, aber ich kann es auch Neueinsteigern empfehlen. Da jedes Buch abgeschlossen ist und man nicht unbedingt das Wissen der anderen benötigt, kann durchaus auch mit diesem Buch gestartet werden.
Beim Verlag Heyne möchte ich mich für das Rezensionsexemplar bedanken.
Mittwoch, 1. Juli 2015
Rezension - Das Jahr des Rehs
Autorin: Ursula Kollritsch
Titel: Das Jahr des Rehs
Genre: Roman
Version: eBook und Taschenbuch
erschienen: 8. Juni 2015
Seiten: 272
Altersempfehlung: Erwachsene
Verlag: List
Stephanie Jana (geb. 1975), Autorin der "Bine", und Ursula Kollritsch (geb. 1972), Autorin der "Bella", sind eng befreundet. Als freiberufliche Lektorin bzw. Texterin kooperieren die Wortliebhaberinnen seit Jahren in ihrem beruflichen Alltag. Sowohl geschäftlich als auch privat schreiben sie sich fast täglich E-Mails über Großes und Kleines. Die beiden Autorinnen leben mit ihren Familien in Bonn/Bad Honnef.
Kurzbeschreibung, übernommen:
Nach siebzehn Jahren Funkstille schreibt Bella Becker ihre erste E-Mail an Sabine Born. Früher unzertrennlich, hatten sich die Freundinnen aus den Augen verloren. Bine fühlt sich ihrer alten Freundin sofort verbunden, auch wenn die beiden Frauen unterschiedlicher kaum sein könnten: Journalistin Bella wohnt mit ihrem Sohn und ihrem notorisch abwesenden Lebensgefährten in Berlin. Bine ist Architektin und mit Mann und Kindern im hessischen Heimatort hängengeblieben. Das Einzige, was aus ihrer Vorstadt-Normalität hervorragt, ist ein überdimensionales Lichter-Reh im Garten. Zwischen Bella und Bine entspinnt sich ein reger E-Mail-Austausch, über ein Jahr hinweg, durch kleine und große Krisen, sonnige Tage und durchtanzte Nächte. Mail für Mail, die mal poetisch und nachdenklich, mal herzerfrischend komisch sind, finden die beiden Freundinnen wieder zueinander.
Meine Meinung:
Ich stellte es mir sehr interessant vor, zu lesen, wie zwei alte Freundinnen nach langer Funkstille wieder Kontakt aufnehmen. Einige Schulfreundinnen und ich sind zur Zeit auch dabei, sich wieder anzunähern. Schließlich lebt jede ihr eigenes Leben, manche sind weit weg gezogen, hat im Beruf etwas erreicht und/oder eine Familie geschaffen. Wie geht es einem nach so vielen Jahren. Was ist aus den Wünschen geworden, die man mal hatte. Mir ist klar, dass dieses "nur" ein Buch ist, aber so aus der Luft gegriffen werden die Themen bestimmt nicht sein, über die die Autorinnen die beiden Freundinnen in den Mails schreiben lassen.
Die Idee in einem Buch, sich gegenseitig Mails zu schreiben, ist an sich nichts neues. Aber es kommt eben auch immer auf die Personen an. Zwei 40 jährige Frauen, die sich 17 Jahre nicht gesehen haben, finden wieder zu einander. Zu früheren Zeiten hätte man vielleicht sofort zum Telefon gegriffen, aber heutzutage wird eben vieles über Mails erledigt. Wobei dies manchmal auch schon "veraltet" sein kann. Die Chance, jemanden in den Sozialen Netzwerken zu finden ist inzwischen sehr gewachsen. Wie auch immer, Bella nimmt Kontakt zu Bine auf und freut sich, als diese ihr antwortet.
Zunächst berichten beide sich gegenseitig, wie es ihnen in den letzten Jahren ergangen ist. Das ist schon interessant zu lesen. Die eine ist allein erziehende Mutter und lebt mit dem Sohn in Berlin und die andere wohnt mit ihrem Mann und den beiden Kindern immer noch in ihrem Heimatort. Schnell entwickelt sich der Mailaustausch in Richtung "gegenseitig das Herz ausschütten" soviel ist in den Jahren passiert, aber die Zeit steht ja auch jetzt nicht still und es treten bei beiden Ereignisse ein, über die frau sich mit der besten Freundin austauschen möchte. Mich hat es auch gefreut, dass Bella und Bine zum Telefon gegriffen und sich sogar gegenseitig besucht haben.
Ich fand es sehr interessant die beiden Freundinnen ein Jahr lang zu begleiten. Es waren tatsächlich ganz realistische Begebenheiten. Beide Protagonistinnen waren mir sympathisch und ich war neugierig, wie sie sich in der einen oder anderen Situation entscheiden würde.
Der Schreibstil der beiden Autorinnen hat mir gut gefallen, sehr flüssig wurde alles geschrieben. Wobei ich persönlich jetzt keine großen Unterschiede zwischen den beiden feststellen konnte, so nach dem Motto, achja, so drückt sich die eine und so die andere aus. Wenn sie die Personen gewechselt hätten, wäre es mir nicht aufgefallen.
Das Buchcover kam mir zu Anfang etwas farblos los, aber wenn ich mit der Hand übers Buch streiche, merke ich, dass die Vögel und der Buchtitel sich etwas hervorheben. Außerdem konnte ich bei genauerem Betrachten des Baumes und der Wurzel feststellen, dass dies nicht nur einfach so gezeichnet wurde. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann hätte mich Cover und Titel nicht dazu verführt, das Buch zu kaufen. Jetzt, nach dem Lesen verstehe ich den Sinn des Titels und freue mich, dass ich auf dieses Buch aufmerksam gemacht wurde.
Fazit:
Ein schönes Buch für den Sommer, natürlich auch zu jeder anderen Zeit zu lesen, aber wer sich Lektüre für den Urlaub oder Balkon sucht, wird es mit diesem Buch finden.
Dem Verlag List möchte ich für das Rezensionsexemplar danken.
Montag, 29. Juni 2015
Rezension - Wenn Amor nicht zuhört
Autorin: Elke Becker
Titel: Wenn Amor nicht zuhört
Genre: Roman
Version: eBook
erschienen: 29.6.2015
Seiten: 270
Altersempfehlung: Erwachsene
Geboren wurde die Autorin Elke Becker im schwäbischen Ulm. Nach mehrjährigen Aufenthalten in Südamerika und der Karibik zog es die Autorin wieder nach Europa. Auf Mallorca lebt sie seit 2005.
Kurzbeschreibung, übernommen:
Laura ist Lehrerin aus Überzeugung. Sie hofft vergeblich auf die Festanstellung in einem Eliteinternat, um den privilegierten Kindern das echte Leben näherzubringen. Um sich Referenzen zu besorgen, nimmt sie letztlich die Stelle als Erzieherin im Haushalt einer vermögenden Witwe in New York an. Laura freut sich auf ihr neues Leben im Big Apple, doch das ignorante Auftreten der Upperclass setzt ihr mehr zu, als sie geahnt hatte. Vor allem Adrian Anger, der charismatische Stargeiger, scheint ein Musterexemplar dieser versnobten Gesellschaft zu sein. Deshalb verabscheut Laura ihn seit ihrer ersten Begegnung. Zu dumm nur, dass ausgerechnet Adrian den ihr anvertrauten Kindern Musikunterricht erteilt. Während Laura um die Gunst ihrer Schützlinge kämpft, muss sie sich nun auch noch mit Adrian herumärgern. Diesem arroganten Kerl, der es durch seine leidenschaftliche Musik trotzdem schafft, ihr Herz höher schlagen zu lassen. Aus einem Impuls heraus unterbreitet sie ihm einen besonderen Deal. Mit ungeahnten Folgen …
Meine Meinung:
Von Elke Becker habe ich inzwischen einige Bücher mit Begeisterung gelesen und so war ich natürlich sehr gespannt auf das neue. Zumal mich das Buchcover und der Titel auch neugierig machten. Und ich sollte auch diesmal nicht enttäuscht werden, was auch der Grund war, dass ich wieder mal ein Buch regelrecht verschlungen habe.
Laura möchte eigentlich als Lehrerin nicht nur die Kinder unterrichten, sie möchte ihnen auch die Augen öffnen, damit sie wahrnehmen, was alles um sie herum passiert. Leider wird aus der Anstellung nichts und sie nimmt in New York einen Job als Erzieherin an. Nichtsahnend, was sie dort erwarten wird. Laura ist mir sehr schnell an mein Leserherz gewachsen, was daran liegen mag, dass ich in Situationen ähnlich gehandelt hätte und ich vielem so wie sie dachte.
Ihre Arbeitgeberin, eine reiche versnobte New Yorkerin konnte ich nicht so gut leiden, aber eigentlich kann sie einem auch leid tun, denn von ihren Kindern hat sie doch recht wenig. Hauptsache, sie lernen, sehen gut aus und stören ihre Mutter nicht. Eine große Aufgabe für Laura, die dafür sorgen wollte, dass die Kinder sich anders entwickeln und mehr auf die Mitmenschen in ihrer Umgebung eingehen.
Bereits auf dem Hinflug nach New York lernt Laura den berühmten Geiger Adrian Anger kennen und sagt ihm ihre Meinung, als er sich unmöglich benimmt. Als Vielleserin ahnte ich schon, wie sich die Sache weiter entwickeln könnte, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass es mich langweilen würde.
Denn die Autorin hat es wunderbar verstanden und einige überraschende Wendungen in die Geschichte eingebaut.
Es hat mir sehr viel Spaß bereitet, Laura dabei zu beobachten wie sie in den verschiedensten Situationen klar kommt und wie sie mit den Beteiligten, die oft sehr interessante Charaktere hatten, umgegangen ist.
Obwohl ich New York überhaupt nicht kenne, fühlte ich mich dort gar nicht fremd. Wie auch in ihren anderen Büchern hat Elke Becker die Orte sehr bildhaft beschrieben und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. Ihr Schreibstil gefällt mir ja sowieso, was eigentlich klar ist, denn sonst würde ich wohl nicht so viele Bücher von ihr gelesen haben. Ich fand, dass alles sehr flüssig geschrieben war und ich das Buch in einem Rutsch lesen konnte. Was ebenfalls sehr gut war, denn die Geschichte hat mich schon gefesselt und ich hätte das Buch ungerne zur Seite gelegt.
Fazit:
Wer jetzt noch einer schönen Sommerlektüre sucht, dem wird dieses von mir empfohlen. Es beinhaltet so vieles, was frau in den Büchern finden möchte: Humor, Romanze, man wird nach New York entführt und es regt zum Nachdenken an. Ich werde auf jeden Fall öfter mal wieder bei einem Musiker stehen bleiben.
Ich möchte mich bei Elke Becker recht herzlich bedanken, für das Buch und das Lesevergnügen, was Du mir damit bereitet hast.
Sonntag, 28. Juni 2015
Rezension - Die Kaufmannstochter von Lübeck
Autor: Conny Walden
Titel: Die Kaufmannstochter von Lübeck
Genre: Historisch
Version: eBook und Taschenbuch
erschienen:17. Februar 2014
Seiten: 416
Altersempfehlung: Erwachsene
Verlag: Goldmann
Conny Walden ist das Pseudonym für das Autorenduo Alfred und Silke Bekker. Alfred Bekker schreibt Fantasy, historische Romane, Kinder- und Jugendbücher. Seine Frau Silke Bekker veröffentlicht vor allem Humoresken und Erzählungen. Unter dem Pseudonym Conny Walden schreiben sie gemeinsam historische Romane.
Kurzbeschreibung, übernommen:
Lübeck 1367, Johanna von Dören, Tochter eines einflussreichen Lübecker Schonenfahrers, begleitet ihren Vater zum Hansetag nach Köln. Dort soll ein Bündnis gegen den dänischen König Waldemar IV. geschlossen werden, der wichtige Handelsinteressen behindert. Johanna, die als Kind die Pest überlebte, ist entschlossen, ins Kloster einzutreten. Als sie in Köln Frederik von Blekinge kennenlernt, einen jungen Adeligen aus Schonen, entwickelt sich eine große Liebe, und in einem Moment der Leidenschaft gibt sich Johanna Frederik hin. Erschrocken über sich selbst, vertraut sie sich einem Priester an. Ein verhängnisvoller Fehler – denn damit tritt eine dramatische Wende ein, und die Liebenden schweben bald in höchster Gefahr …
Meine Meinung:
Ich lese gerne historische Bücher, die auch in Orten spielen, die ich kenne. So war es eigentlich klar, dass ich auf dieses Buch aufmerksam wurde. Wie eine Kaufmannstochter in Lübeck gelebt hat, interessierte mich sehr.
Zunächst lernte ich Johanna und ihre Familie in Lübeck kennen. Allen Beteiligten wurden von den Autoren interessante Charaktere zugewiesen. Durch die Beschreibungen der alltäglichen Abläufe konnte ich außerdem einiges über die Kaufmannsfamilie und einiger Lübecker Bürger erfahren.
König Waldemar von Dänemark verlangte von den Hansekaufleuten hohe Zölle für die Durchfahrt nach Lübeck. Das wollten sie natürlich nicht hinnehmen und auf dem Hansetag in Köln besprechen, was sie dagegen unternehmen wollen und können. Johanna und ihre Schwester Grete begleiteten den Vater nach Köln. Sehr ausführlich wurde dies alles beschrieben und auch, dass die vermeintlich so fromme Johanna sich einem fremden Mann am zweiten Tag ihres Kennenlernens hingibt. Dies sollte weitreichende Konsequenzen haben. Ich hatte mich schon etwas über das Verhalten von Johanna gewundert und so recht anfreunden konnte ich mich auch nicht mit ihr. Trotzdem wollte ich natürlich wissen, wie sich alles entwickelt und die Geschichte für die Familie von Dören ausgeht.
Leider weiß ich nicht, wer von den Beteiligten wirklich gelebt hat und wer erfunden wurde. Ich kenne es von vielen Büchern, dass es darüber am Anfang oder Ende des Buches eine Aufstellung gibt. So weiß ich leider auch nicht, ob die Erzählungen über das Leben einer Kaufmannstochter authentisch sind oder vieles einfach angenommen wurde, damit es sich besser in die Geschichte einfügt. Interessant fand ich die Informationen zur Herstellung von Marzipan. Ob es stimmt, dass damals diese edle Süßigkeit nur in Apotheken angeboten wurde? Viele Fragen bleiben für mich offen, was ich schade finde. Denn eigentlich lese ich auch deshalb historische Bücher sehr gerne, weil ich mein Wissen damit erweitern kann. Historisch belegtes und ob wahr oder erfundene Geschichte einer Familie können so wunderbar miteinander verknüpft werden.
Ich will hier jetzt nicht nur Kritik üben, wenn ich ehrlich bin, hat mir das Buch ja auch gefallen. Mit Spannung habe ich die Entwicklung der Geschehnisse verfolgt. Wobei ich mich diesmal mit keinem der Protagonisten so richtig angefreundet habe. Ich bin sehr neutral geblieben. Natürlich habe ich an bestimmten Stellen auch gebangt und gehofft, dass alles gut ausgeht, denn das Autorenpaar hat die Geschichte an sich sehr interessant gestaltet. Schade fand ich allerdings, dass es am Ende so schnell ging. Wurde ich vorher über alle Ereignisse sehr ausführlich informiert, fehlte mir da doch einiges.
Das Buchcover gefällt mir sehr gut, die Schrift des Buchtitels hebt sich nicht nur farblich ab, sondern auch hervor. Farblich finde es ebenfalls sehr gut gestaltet. Unten der historische Anblick von Lübeck und oben der kostbare Stoff und der wohl nicht alltägliche Granatapfel in den Händen der Frau.
Fazit:
Es mag ja vielleicht an meinen hohen Ansprüchen liegen, weshalb ich einiges bemängel. Da nicht jeder so ist wie ich, wird vielen das Buch ohne Wenn und Aber wohl sehr gut gefallen. Also lasst Euch nicht abschrecken und genießt die Lektüre.
Ich möchte mich beim Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.
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