Donnerstag, 24. März 2016

Rezension - Paradise Ost


Autorin: Jo McMillan

Titel: Paradise Ost

Genre: Roman

Version: eBook und gebundene Ausgabe

erschienen: 14. März 2016

Seiten: 352

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Ullstein 



Die Autorin Jo McMillan lebt in Berlin, ihr Debütroman Paradise Ost basiert in Teilen auf ihrer eigenen Kindheit.

Kurzbeschreibung, übernommen:
„Ich hatte nicht erwartet, dass die Berliner Mauer sauber und weiß und glatt sein würde. Sie sah mehr wie die Einfassung eines Schwimmbads aus als die Grenze zum Kalten Krieg. Auf dem Gras des Niemandslandes hoppelten dicke Kaninchen herum und fraßen, als würde niemand sie je jagen und nichts könnte sie aus der Ruhe bringen. Das war ihr Gebiet, hier herrschten sie. Berlin bestand aus drei Teilen: Ost, West und Kaninchenland.“ Als Jess mit ihrer Mutter Ende der 70er Jahre nach Ost-Berlin kommt, ist die Engländerin überrascht davon, wie anders die Welt jenseits des Eisernen Vorhangs aussieht. Für ihre Mutter geht ein Lebenstraum in Erfüllung: Endlich ist für die glühende Kommunistin der Sozialismus tatsächlich real existierend, ist die Lehrerin geachtet und nicht mehr belächelte Minderheit. Jess hingegen erfährt bald, was es heißt, im Land der Gleichen anders zu sein. Aus anfangs kuriosen Unterschieden werden kaum auszuhaltende Widersprüche zwischen Anspruch und Wirklichkeit, und bald steht Jess vor einer schweren Entscheidung – zwischen ihrer Mutter und ihrer Freiheit. Ein warmherzig-humorvoller Roman über das Erwachsenwerden unter ganz besonderen Bedingungen – und eine Zeitreise in eine vergangene Welt, die aus dieser Perspektive noch nie betrachtet wurde.

Meine Meinung:
Ich war sofort neugierig auf dieses Buch, nachdem es meine Aufmerksamkeit erregt hatte. Kannte ich doch schließlich die DDR, ich hatte dort Verwandte wohnen und war mehrmals bei ihnen zu Besuch.

Allerdings muss ich sagen, dass ich ein kleines bisschen enttäuscht von dem Buch war. dachte ich doch, dass die Autorin wesentlich mehr über das Leben dort schreiben würde. Mich interessierte es ja brennend, wie eine Engländerin sich dort wohlfühlt. Aber ich persönlich hatte das Gefühl, dass Mutter und somit auch die Tochter sehr naiv waren. Ok, sie hatten eine politische Einstellung, die ich nicht nachvollziehen kann. Aber das sie so wenig über die Situationen Ost und Westberlin informiert waren, hat mich doch etwas entsetzt. Leider wurde über die Zeit, in denen Mutter und Tochter im Sommercamp waren, nur wenig geschrieben, ich hätte es mir schon etwas ausführlicher gewünscht. Nun gut, das Buch hatte meine Erwartungen nicht erfüllt, liegt es daran, dass sie zu hoch waren?

Es mag vielleicht viele Leser interessieren, was Mutter und Tochter in ihrer Heimat als Kommunisten erlebt haben. Gern gesehen waren sie dort nicht. Mich hätte jetzt interessiert, was sie dazu getrieben hat. Eine Familientradition ist für mich kein ausreichender Grund. Wenn es nicht so ernst gewesen wäre, hätten mich die Argumente und Schlagwörter mit denen sie politische Aktionen planten, amüsiert. So konnte ich eine interessante aber sehr einseitige Betrachtungsweise kennen lernen.

Ich kann mich noch sehr genau erinnern, als ich in den 70er Jahren zum ersten Mal in der DDR zu Besuch war, befand ich mich im Alter von Jess. Lag es an meiner Einstellung, dass ich alles viel kritischer gesehen habe. Wäre ich auf die Idee gekommen, in dieses Land auszuwandern?
Die Autorin hat über den Aufenthalt  zwar einiges berichtet. Aber ich persönlich glaube, dass junge Leute, die das heute lesen würden, nicht viel erfahren über das wirkliche Leben dort und damals.
Ich bin nicht nur enttäuscht, es sind für mich auch sehr viele Fragen offen. Wie hat die Mutter die Wende erlebt und wie ist sie damit fertig geworden. Was hat sie danach gemacht.

Fazit:
Mich konnte das Buch leider gar nicht überzeugen und ich kann es leider auch nicht weiter empfehlen.

Beim Ullstein Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.

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