Sonntag, 24. April 2016

Rezension - Maria und das Ding mit dem Reinheitsgebot


Autor: Florian Herb

Titel: Maria und das Ding mit dem Reinheitsgebot

Gerne: Roman

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 15. April 2016

Seiten: 288

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Ullstein




Der Autor Florian Herb, 1971 in Berlin geboren, lebt mit seiner Frau und den beiden Söhnen im Allgäu. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit begeistert er sich für Musik, Fotografie, Film, Theater, den VFB Stuttgart und die Tücken des menschlichen Zusammenlebens.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Sie kam, sah und braute Alois Gschwend, Besitzer der örtlichen Brauerei in Ried im Allgäu, steckt in der Krise. Seine Frau hat ihn verlassen, die Kinder sind in die Großstadt gezogen und irgendjemand hat ihm das Finanzamt auf den Hals gehetzt. Kurzerhand wirft er alles hin und braut nicht mehr. Das versetzt ganz Ried in Aufruhr, denn welche Schande wäre es, das Bier zum 700-jährigen Dorfjubiläum aus dem Nachbarort zu importieren! In geheimer Mission reisen die Landfrauen nach Hamburg und überreden Alois' Tochter Maria, heimzukehren und die Brauerei zu retten - mit den Waffen einer Frau


Meine Meinung:
Da ich in einer Stadt wohne, in der sehr viel Bier gebraut wird und mir das Reinheitsgebot auch etwas sagt, hat mich der Buchtitel neugierig gemacht. Die Kurzbeschreibung las sich auch ganz interessant und deshalb musste ich nicht lange überlegen, ob ich dieses Buch lesen wollte.

Als erstes lernte ich die Beteiligten kennen. Um sie mir vorzustellen, musste Florian Herb ein wenig ausholen. Deshalb dauerte es ein bisschen, bis Maria endlich so richtig mitmischen konnte. Aber langweilig wurde mir nicht, was bestimmt an dem Schreibstil des Autors gelegen hat. Ich hatte sehr schnell das Gefühl als Beobachter vor Ort zu sein,  aber irgendwie anders als sonst in den Büchern. Kennt Ihr das auch von Filmen, wo viel Gegend gezeigt wird und ein Erzähler dem Zuschauer über alles informiert und die Beteiligten vorstellt? Auf jeden Fall hatte ich beim Lesen der ersten Kapitel genau dieses Gefühl.

Ich lernte also nicht nur die Familiengeschichte der Gschwends kennen, sondern auch ganz urige Typen, denn den Bewohnern von Ried und Umgebung hat Florian Herb sehr interessante Charaktere zugeordnet. Hier hat mir sehr gut gefallen, dass ein ganz aktuelles Thema in die Geschichte um Maria eingebunden wurde. Asylanten spielten eine wichtige Rolle und ich habe mich besonders darüber amüsiert, dass sie Deutsch in Bayern lernen sollten ;)
Die Geschichte dieses Buches ist jetzt nicht besonders aufregend, es passiert auch nicht wirklich etwas dramatisches, wenn man mal davon absieht, dass...... ne ich verrate nichts, aber im Hintergrund haben doch einige Personen etwas fieses geplant. Mir kam es einfach so vor, als wäre ich für kurze Zeit eine Beobachterin in einem Ort, der ein größeres Vorhaben plant. Wobei mich der bereits erwähnte Schreibstil an das Buch gefesselt hat. Ich fand es wirklich sehr interessant die Bewohner zu beobachten und hatte meinen Spaß dabei. Die meisten waren mir sehr sympathisch und kamen mir mit ihren kleinen oder großen Macken auch sehr realistisch vor. Auf jeden Fall erweitere ich mein Wissen, was die Zutaten für ein gut gebrautes Bier betrifft und welch eine Arbeit damit verbunden ist.

Das Buchcover gefällt mir sehr gut und ich finde es witzig aufgemacht. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass Maria die Dame auf der Vorderseite sein soll. Sie hat ja im hohen Norden auch Sehnsucht nach dem lecker gebrauten Hellen. Auf der Rückseite des Buches kann ich sie dann von hinten betrachten.


Fazit:
Ich hatte erwähnt, dass für mich nichts dramatisch aufregendes passierte, nun das ist ja Ansichtssache, die Bewohner von Ried würden mir nun etwas anderes erzählen und auch Maria und ihr Vater und und und und. Ich gebe zu, ja doch, es passiert so einiges. Ich fand es allerdings  sehr wohltuend, als Krimifan, dieses Buch gelesen zu haben, in dem es mal nicht um Mord und Totschlag ging und gebe gerne eine Leseempfehlung dazu.

Ich möchte mich vielmals beim Autor und beim Ullstein Verlag bedanken.

Noch etwas wollte ich mitteilen, auf der Blogseite "Claudias Bücherregal" könnt Ihr noch die Story hinter dem Buch nachlesen, was ich sehr interessant finde.

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