Montag, 2. Juli 2018
Rezension - Rollmopskommando
Autor: Kirschan Koch
Titel: Rollmopskommando
Genre: Krimi
Version: eBook, Taschenbuch und Hörbuch
erschienen: 1. April 2015
Seiten: 288
Altersempfehlung: Erwachsene
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Über den Autor:
Krischan Koch wurde 1953 in Hamburg geboren. Die für einen Autor üblichen Karrierestationen als Seefahrer, Rockmusiker und Kneipenwirt hat er sich geschenkt. Stattdessen macht er Kabarett und Kurzfilme und schreibt seit vielen Jahren Filmkritiken u.a. für die ‚Die Zeit‘ und den Norddeutschen Rundfunk. Koch lebt mit seiner Frau in Hamburg und auf der Nordseeinsel Amrum, wo er mit Blick aufs Watt seine Kriminalromane schreibt.
Kurzbeschreibung, übernommen:
Kurz bevor sich Polizeiobermeister Thies Detlefsen aus dem nordfriesischen Fredenbüll zu Tode langweilt, kommt wieder (kriminelles) Leben ins Örtchen. Die Ereignisse überstürzen sich: Im Nachbarort Schlütthorn wird die Raiffeisenbank überfallen, Oma Ahlbeck als Geisel genommen und ein ordentlicher Batzen Geld gestohlen. Die Täter flüchten nach Fredenbüll, kommen aber nicht weit. Denn auf einmal geschehen seltsame Dinge im Dorf. Und der große Showdown findet ausgerechnet im Fredenbüller EDEKA-Markt statt!
Meine Meinung:
Ich bin immer wieder begeistert, wenn ich die Cover der Bücher von Krischan Koch sehe und als meine Aufmerksamkeit auf dieses Buch geleitet wurde, habe ich nicht lange überlegt, ob ich es lesen wollte.
Ich freute mich darauf, wieder etwas über Thies Detlefsen zu lesen und wurde nicht enttäuscht. Denn bei diesem Buchtitel und Cover erwartete ich neben Spannung auch Humor. Schon allein durch einige Personen, denen der Autor ganz besondere Charaktere zugeordnet hatte, bescherte mir das Buch sehr viel Lesefreude. Oma Ahlbeck hat mich begeistert und auch die Zwillinge von Thies spielen eine wichtige Rolle. Ich will hier natürlich nicht zuviel verraten und nun nicht weiter auf den Inhalt eingehen.
Fazit:
Ein Küstenkrimi der besonderen Art mit Spannung und Humor und Rollmops to go. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung.
Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.
Rezension - Nadel verpflichtet
Autorin: Frieda Lamberti
Titel: Nadel verpflichtet - Spitzenweiber 4
Genre: Roman
Version: eBook und Taschenbuch
erschienen: 26. Juni 2018
Seiten: 218
Altersempfehlung: Erwachsene
Verlag: Montlake Romance
Über die Autorin:
Frieda Lamberti ist das Pseudonym der Autorin. Die gebürtige Hamburgerin ist Langzeitehefrau, Mutter, Oma von vier Enkelkindern und lebt mit ihrem Mann und ihrem Hund Kurt in der Lüneburger Heide. Sie zählt sich zu den spätberufenen Schreiberinnen. Erst im Alter von 50 Jahren veröffentlichte sie ihren Debütroman Ausgeflittert.
Frieda liebt Familiengeschichten, in denen auch Frauen jenseits der magischen Vierzig vorkommen. Es folgten binnen kurzer Zeit zahlreiche Kurz- und Fortsetzungsromane, die unter dem Serientitel HAMBURGER DEERNS erschienen sind.
»Ich mag Geschichten, die das Leben schreibt. Meine weiblichen Protagonistinnen sind frech, schlagfertig und lassen sich so schnell nicht unterkriegen, ganz so wie es auch meine Art ist. Die Geschichten eignen sich ideal für den kleinen Lesehunger zwischendurch, mal spannend, mal humorvoll, mal dramatisch, auch schon mal makaber und skurril, aber niemals vorhersehbar.«
Kurzbeschreibung, übernommen:
Seit der letzten Begegnung mit den Spitzenweibern ist mehr als ein Jahr vergangen. Nun geht die Geschichte um die vier Frauen noch rasanter weiter als zuvor. Während es scheint, als hätte Stine ihr Glück mit Simon gefunden, quälen sich Babette und Dana mit Liebeskummer. Dabei könnte es so einfach sein, wenn sie sich in den richtigen Kandidaten verliebt hätten. Aber das ist nicht der Fall. Wird die Freundschaft der beiden Frauen unter der Rivalität zerbrechen? Und was wird aus Lore? Bleibt sie ungebetener Dauergast im Haus ihrer Enkelin?
Meine Meinung:
Die Neugierde war schuld! Nachdem ich die ersten drei Folgen der Spitzenweiber gelesen hatte, wollte ich nun auch das vierte lesen und endlich erfahren, ob meine offenen Fragen nun beantwortet würden.
Mit dem Schreibstil, den ich von Frieda Lamberti gewohnt bin, geht es auch hier weiter. Bei den Spitzenweibern wird es einfach nicht langweilig. Oft wünsche ich mir ja, dass ich vor Ort bin, aber diesmal war es mit zu turbulent und ich war froh, nur Leserin dieser Geschichte zu sein.
Es war ein ewiges auf und ab an Sympathiebekundungen von meiner Seite, was meine Beziehung zu den Spitzenweibern betraf. Auf jeden Fall wurden alle Geheimnisse aufgedeckt, meine Fragen waren beantwortet und das Ende des Buches stimmte mich zu frieden.
Fazit:
Freunde von Serien und Fans der Autorin werden mit Sicherheit alle vier Bücher gelesen haben. Allen anderen empfehle ich die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, zum Verständnis ist es einfach besser.
Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.
#Werbung #Spitzenweiber #MontlakeRomance #NetGalleyDe
Sonntag, 1. Juli 2018
Rezension - Wellenbrecher - Ein Sylt-Krimi
Autorin: Gisa Pauly
Titel: Wellenbrecher
Genre: Krimi
Version: eBook, Taschenbuch, Hörbuch
erschienen: 2. Mai 2018
Seiten: 480
Altersempfehlung: Erwachsene
Verlag: Piper Taschenbuch
Über die Autorin:
„Mir langt’s!“, sagte sich Berufsschullehrerin Gisela Pauly 1993 nach zwanzig Jahren Schuldienst. Sie hing den Job an den Nagel und begann zu schreiben. Schon 1994 erschien ihr Report „Mir langt’s. Eine Lehrerin steigt aus!“. Als Gisa Pauly stieg sie ein ins freie Schriftstellerinnenleben. Die 1947 geborene Münsteranerin schreibt mittlerweile Kriminalromane, aber auch Drehbücher (z. B. für die ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“), und sie arbeitet als Print- und Hörfunkjournalistin. Ihr zweiter Wohnsitz Sylt ist Schauplatz ihrer Krimireihe, in der seit 2007 regelmäßig Fälle von Mamma Carlotta, der umbrischen Schwiegermutter des Kommissars, gelöst werden. Gisa Pauly engagiert sich bei den „Mörderischen Schwestern“ und ist Mitglied im „Syndikat“ – zwei Vereinigungen deutschsprachiger Krimiautorinnen.
Kurzbeschreibung, übernommen:
Mamma Carlotta freut sich, als ihre Enkelin Carolin eine Ausbildung als Hotelkauffrau beginnt. Das neue Hotel in Wenningstedt, »Frangiflutti«, ist aber auch eine besonders feine Adresse. Als ein Kellner des Hotelrestaurants spurlos verschwindet, übernimmt Kriminalhauptkommissar Erik Wolf den Fall. Dabei stößt er auf eine unglaubliche Geschichte. Seine Schwiegermutter entdeckt derweil eine Spur, die nach Italien führt. Dabei geht es um Wein, einen großen Betrug, eine Million, und um die Staatsanwältin ...
Meine Meinung:
Es ist schon eine Weile her, seit ich das letzte Buch gelesen habe, in dem Mamma Carlotta ermittelt. Jetzt hatte ich mal wieder Lust dazu, zumal mich das humorvolle Cover auch neugierig gemacht hat.
Mamma Carlotta ist die Schwiegermutter von Kriminalhauptkommissar Erik Wolf und zu gerne mischt sie sich ein, wenn er mal wieder einen Fall lösen muss. Carlotta würde das jetzt nicht so von sich behaupten, was kann sie denn dafür, dass ein Kellner verschwindet, der ausgerechnet in dem Hotel arbeitet, in dem ihre Enkelin eine Ausbildung macht. Und was kann sie denn dafür, wenn.. ach nein, ich werde jetzt nicht auf Einzelheiten eingehen. Auf jeden Fall hat die Autorin ein Buch geschrieben, was mir sehr gut gefallen hat. Es hat mir sehr viel Spaß bereitet, Carlotta zu beobachten, wie sie sich alles zurecht biegt und auch zum Ziel kommt. Obwohl es für uns beide überraschende und dramatische Wendungen gab.
Fazit:
Ich habe einige der Bücher dieser Serie bisher in großen Abständen gelesen, hatte jetzt aber keine Probleme mich zurecht zu finden. Deshalb empfehle ich dieses Buch sehr gerne weiter. Allerdings möchte ich erwähnen, dass besonders Neugierige vielleicht doch die Reihenfolge einhalten sollten.
Ich möchte mich beim Verlag und bei NetGalleyDe vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.
#Werbung #NetGalleyDe #Wellenbrecher
Rezension - Unter blutrotem Himmel
Autor: Mark Sullivan
Titel: Unter blutrotem Himmel
Genre: Historisch
Version: eBook, Taschenbuch, Hörbuch
erschienen: 22. Mai 2018
Seiten: 586
Altersempfehlung: Erwachsene
Verlag: Tinte & Feder
Mark Sullivan ist erfolgreicher Autor von achtzehn Romanen, darunter die New-York-Times-Bestsellerserie »Private«, die er zusammen mit James Patterson schreibt. Er hat unzählige Preise für sein Schreiben erhalten, einschließlich dem WH Smith Fresh Talent Award, seine Werke wurden von der New York Times als »Notable Book« lobend erwähnt und von der Los Angeles Times zum Buch des Jahres gewählt. Mark ist begeisterter Skiläufer und Wanderer und lebt mit seiner Frau in Bozeman, Montana, wo er noch immer dankbar für das Wunder eines jeden Augenblicks ist.
Kurzbeschreibung, übernommen:
»Unter blutrotem Himmel« ist die wahre Geschichte eines vergessenen Helden und zugleich die unfassbare Erzählung über einen jungen Mann und seine Tapferkeit in einem der dunkelsten Kapitel der Geschichte.
Pino Lella will eigentlich nichts mit dem Krieg oder den Nazis zu tun haben – er ist ein normaler italienischer Jugendlicher, der sich für Musik, Essen und Mädchen interessiert. Dann schafft ein Bombenangriff in seiner Heimatstadt Mailand eine Wirklichkeit, die den jungen Mann über Nacht erwachsen werden lässt. Pino schließt sich einer Untergrundorganisation an, die Juden bei der Flucht über die Alpen hilft, und beginnt für die Alliierten zu spionieren. Dabei verliebt er sich unsterblich in die sechs Jahre ältere Anna. Doch kann ihre Liebe Bestand haben in einer Welt, in der nichts so sicher ist wie die Veränderung?
Meine Meinung:
Inzwischen gibt es doch reichlich Bücher, in denen die Zeit um die Weltkriege zum Thema gemacht werden. Allerdings ist dies meiner Meinung nach, mal etwas ganz anderes.
Mark Sullivan berichtet was Pino Lella in den letzten beiden Kriegsjahren erlebt hat. Bis 1943 hat er, in Mailand lebend, sich anscheinend wenig Gedanken darüber gemacht und wohl vieles nur am Rande erlebt. Bis ein Bombenangriff für drastische Änderungen in seinem Leben sorgt.
Pino Lella hat dem Autor seine Erlebnisse geschildert, erst in den Bergen und später dann als Fahrer eines deutschen Generals. Ich fand das ausgesprochen interessant und natürlich auch bewegend, was Pino erlebt. aber auch bewirkt hat. Man merkt, dass sich Mark Sullivan sehr ausführlich mit Pion Lella unterhalten und mit seiner Geschichte auseinandergesetzt hat. Weiterführende Informationen am Schluss des Buches fand ich dann auch noch sehr aufschlussreich.
Fazit:
Ich finde es sehr gut, dass es noch Augenzeugen gibt, die von der Zeit erzählen und was sie erlebt haben. So zu sagen Geschichtsunterricht durch Augenzeugen. Sehr empfehlenswert!
Beim Verlag und NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken
#Werbung #NetGalleyDe #UnterBlutrotemHimmel
Samstag, 30. Juni 2018
Autoreninterview Dorothea Stiller
Liebe Doro,
ich freue mich, dass Du Dich meinen Fragen stellst. Wir
beide sind uns persönlich noch nicht begegnet, aber irgendwann wird es mit
Sicherheit mal klappen. Auf jeden Fall war unser schriftlicher Austausch bisher
immer sehr interessant. Im August 2014 habe ich zum ersten Mal ein Buch von Dir
gelesen im April 2015 habe ich an einer Blogtour für ein Buch von Dir
teilgenommen. Besonders bei den Vorbereitungen einer Blogtour lernt man sich
etwas besser kennen. Aber es gibt noch
so viele Fragen, die ich stellen möchte.
Dein Debütroman hatte den Titel „Conny und die Sache mit dem
Hausfrauenporno“ . Wie bist Du auf diesen Titel gekommen?
Die Hauptfigur hieß Conny und sie schreibt unter einem
Pseudonym Erotikromane à la »Shades of Grey«. Ihr Verleger nennt dieses Genre
salopp »Hausfrauenporno«. Ich wollte, dass der Titel witzig klingt, also habe
ich das mit hineingenommen. Außerdem klang es dann wie eine kleine lustige
Anspielung auf die Conni-Kinderbücher.
Und wie bist Du auf die Idee gekommen, Bücher zu schreiben?
Ich habe immer schon gern Geschichten, Gedichte, Märchen und
Fan Fiction geschrieben - nur für den Hausgebrauch. Inspiriert hat mich dazu
auch quasi meine Oma. Die musste als junge Frau mal eine längere Zeit das Bett
hüten. Da hat sie sich ihre Schreibmaschine geschnappt und hat einen Kurzroman
geschrieben. Das war im Grunde eine Romanparodie auf diese Schicksals- und
Liebesromane. Dabei hatte sie den Ehrgeiz, auf jeder Seite mindestens einen
Schrei einzubauen. Dass sie so etwas konnte, habe ich immer bewundert. An
Romane habe ich mich aber erst spät herangetraut. Das erste längere Werk, das
ich verfasst habe, hatte etwa 50 Seiten und war eine Fanfiction, die ich für
eine Freundin verfasst habe. Da habe ich mich also langsam herangetastet, bis
ich irgendwann den Mut hatte, mal etwas bei einem Verlag einzureichen.
Hast Du als Kind gerne gelesen und wenn ja, erinnerst Du
Dich noch an Buchtitel?
O ja! Gerne und viel. Alle drei Fragezeichen, Trixie Belden,
dann die Bücher von Otfried Preußler (Die kleine Hexe, Das kleine Gespenst
etc.), Astrid Lindgren, Enid Blyton. In meiner Jugend waren diese
Katastrophen-Bücher modern. Davon habe ich vermutlich ein klitzekleines Trauma.
Die letzten Kinder von Schewenborn, Die Wolke und so etwas. Dann habe ich noch
gern Die dreibeinigen Wächter gelesen und die Fantasy-Bücher von Susan Cooper,
die sich alle um die Artus-Legende drehen (z.B. Bevor die Flut kam). Mit etwa
12 Jahren habe ich mehrfach »Ayla und
der Clan des Bären« gelesen. Das war aber eigentlich für Erwachsene und ich
durfte es in der Bibliothek nicht ausleihen. Später als Jugendliche habe ich
dann Hesse verschlungen.
Unter dem Namen Katharina Stiller schreibst Du Jugendbücher,
bisher sind zwei erschienen, eins davon habe ich auch gelesen. Hast Du noch
weitere Bücher geplant.
Im Prinzip schon. Eines sollte eigentlich im Frühjahr 2018
kommen, da wurde dann aber im Programm geschoben und jetzt kommt es
voraussichtlich im Herbst 2020. Dann habe ich noch eine Trilogie in Planung,
die in Richtung Urban Fantasy geht. Da prüfen aktuell ein paar Verlage (=
Daumen drücken!). Eine Jugendbuchreihe - ein Gemeinschaftsprojekt mit
befreundeten Autorinnen - ist zumindest als Konzept schon mal ausgearbeitet.
Aber auch da müssen wir noch einen Verlag finden. Und ich habe da noch eine
Kinderbuchidee, die darauf wartet, dass ich irgendwann mal Zeit für sie habe.
Bisher hast Du Liebesromane und Jugendbücher geschrieben,
möchtest Du vielleicht noch in einem anderen Genre Bücher schreiben, wie Krimi
oder Fantasy?
Schon geschehen. :) Mein Krimi liegt noch bei zwei Verlagen
zur Prüfung und ich hoffe, dass er bei einem davon erscheinen darf. Leider
heißt es jetzt aber erst einmal wieder Warten. Einen weiteren Krimi schreibe
ich jetzt gerade. Es ist quasi ein Spin-Off zu meinem historischen Liebesroman,
spielt drei Jahre später und hat eine der Nebenfiguren aus »Lehrstunden des
Herzens« zur Hauptfigur. Diese wird dann zur unfreiwilligen Ermittlerin in
einem Mordfall. Und Fantasy wäre dann die Jugendbuchtrilogie, die ich in
Planung habe. Mein Problem ist immer: zu viele Ideen, zu wenig Zeit.
Wenn ich das richtig gelesen habe, dann bist Du noch als
Lehrerin tätig. Das heißt nebenbei schreibst Du Bücher?
Jain. Bis vor kurzem habe ich das noch nebenbei gemacht. Das
war ein kleiner Teufelskreis. Durch den Job konnte ich nicht in der Frequenz
schreiben, die es braucht, um davon leben zu können. Aber solange ich nicht
davon leben kann, braucht es ja im Prinzip noch den sicheren Job. Im Februar
habe ich dann den Sprung gewagt und mich selbstständig gemacht. Drei bis fünf
Jahre gebe ich mir, um »abzuheben« (oder auch nicht). Ich schreibe jetzt
hauptberuflich, gebe Schreibkurse/-workshops, biete Lektorat, Korrektorat und
Übersetzungen an und hoffe, dass es nach der gesetzten Frist trägt und ich davon
leben kann. Irgendeinen Vorteil musste es ja auch mal haben, dass ich nicht
verbeamtet war. So konnte ich kündigen und kann mich - sollte es mit dem
Schreiben dann doch nicht klappen oder mir die Ideen ausgehen - auch zu einem
späteren Zeitpunkt wieder als Lehrerin bewerben.
Wie lange schreibst Du an einem Buch?
Das ist sehr unterschiedlich, aber so ca. drei Monate.
Manchmal geht es auch schneller.
Wie sieht Dein Alltag aus?
Ich stehe morgens auf, mache die Kinder fertig für Schule
und Kindergarten, räume auf, was noch so rumliegt, und mache, was im Haushalt
noch anliegt. Dann setze ich mich an den Rechner, mache zwischendurch kleine
Pausen, in denen ich auch noch andere Dinge erledige oder mal spazieren gehe
und dann hole ich die Kinder ab und verbringe den Nachmittag damit, sie davon
abzuhalten, dass sie sich gegenseitig umbringen. Also im Prinzip habe ich eine
Halbtagsstelle - nur eben selbstständig.
Wenn ich ganz ganz diszipliniert bin - ich hoffe, das schaff ich bald wieder - stehe ich ganz früh auf, mache Frühstück für die Kids, Pausenbrot für den Großen, schreibe schon mal etwas, gehe dann joggen, dusche und schreibe dann weiter, bis ich die Kinder holen muss. Da ich jetzt wegen einer OP länger keinen Sport machen durfte, bin ich aus dieser Routine leider raus und muss, wenn ich wieder darf, dann erst einmal gegen den fiesen inneren Schweinehund ankämpfen. :)
Wenn ich ganz ganz diszipliniert bin - ich hoffe, das schaff ich bald wieder - stehe ich ganz früh auf, mache Frühstück für die Kids, Pausenbrot für den Großen, schreibe schon mal etwas, gehe dann joggen, dusche und schreibe dann weiter, bis ich die Kinder holen muss. Da ich jetzt wegen einer OP länger keinen Sport machen durfte, bin ich aus dieser Routine leider raus und muss, wenn ich wieder darf, dann erst einmal gegen den fiesen inneren Schweinehund ankämpfen. :)
Wer darf Deine Bücher als erstes lesen?
Meine Freundinnen Kari, Evelyn und Angelika (wenn sie Zeit
haben), meine Mutter und - wenn er mag - mein Mann.
Wie kommen die Ideen zu Dir?
Auf unterschiedlichen Wegen. Man sieht/hört/oder liest
etwas, das sich als Idee festsetzt, manchmal springen die Ideen einen auch
einfach an und man weiß nicht, woher oder wieso. Manchmal liest man kuriose
Schlagzeilen oder belauscht in der Bahn ein Gespräch, das Ideen freisetzt. Es
entstehen auch Ideen in meinen Schreibworkshops.
Werden sie irgendwie festgehalten?
Aber sicher. Notizbuch oder auch gern die Aufnahmefunktion
am Handy bzw. die Memos. Oder ich kritzle die Idee schnell auf irgendeinen
Zettel, den ich finde.
Die übertrage ich dann in ein Dokument auf meinem Rechner. Dafür habe ich einen speziellen Ordner. Das ist quasi mein »Eisschrank«, indem ich die Ideen aufbewahre und sie rausholen kann, wenn ich Zeit habe oder etwas in der Richtung schreiben möchte/soll.
Die übertrage ich dann in ein Dokument auf meinem Rechner. Dafür habe ich einen speziellen Ordner. Das ist quasi mein »Eisschrank«, indem ich die Ideen aufbewahre und sie rausholen kann, wenn ich Zeit habe oder etwas in der Richtung schreiben möchte/soll.
Kann es passieren, dass Dir während des Schreibens bereits
Ideen für ein weiteres Buch einfallen?
Ständig. Ich schreibe ohnehin meistens parallel an zwei
Sachen. Deswegen ist es auch so schwer zu sagen, wie lange ich für ein Buch
brauche.
Hast Du Zeit Bücher Deiner Kolleginnen zu lesen?
Leider viel zu wenig, aber ich versuche es immer. Gerade
arbeite ich mich zum Beispiel durch die Bücher meiner Kolleginnen von der
Romance Alliance. Es gibt einfach zu viele tolle Bücher, denn ich habe super
viele wahnsinnig talentierte Kolleginnen und Kollegen.
Du bist Mitglied in der Romance Alliance, möchtest Du uns
Lesern dazu etwas schreiben?
Die Gruppe ist entstanden, weil einige von uns alle beim
selben Verlag waren und eine gemeinsame Werbeaktion auf die Beine stellen
wollten. Damals hat Bettina Kiraly es dann in die Hand genommen, uns für eine
Adventskalenderaktion zusammenzutrommeln. Daraus hat sich dann eine immer
intensivere Zusammenarbeit und Autorinnenfreundschaft entwickelt. Wir haben
einen Chat, in dem wir Probleme und Ideen besprechen können und uns gemeinsame
Aktionen ausdenken. Dadurch dass jetzt viele von uns bei dp digital publishers
schreiben, hat sich eine Kooperation zwischen uns und dem Verlag ergeben. Wir
haben eine eigene Reihe von Kurzromanen namens Romance Alliance Love Shots. Das
sind alles kurze Geschichten, in denen die Liebe eine zentrale Rolle spielt und
in denen es ums Unterwegssein oder Reisen geht. Die Idee war, kurze, leichte
Lektüre für Reisen oder zum Beispiel das tägliche Pendeln zur Arbeit zu
schreiben.
Außerdem bist Du Mitglied bei DELIA – Vereinigung
deutschsprachiger Liebesromanautoren und –autorinnen, kannst Du uns dazu auch
etwas mitteilen?
Im Mai kann ich dazu bestimmt mehr sagen, denn dann war ich
das erste Mal bei den Delia Liebesromantagen dabei. Da freue ich mich schon
ganz riesig. Liebesromane werden ja gern ein bisschen mit Naserümpfen
betrachtet und ich glaube, dass eine Organisation wie Delia zeigen kann, wie
vielfältig dieses Genre ist, und dass längst nicht alles, wo »Liebe«
draufsteht, trivial oder kitschig sein muss. Da muss sich absolut keiner
schämen, weil er/sie Liebesromane schreibt oder liest.
Wie wichtig ist Dir die Zusammenarbeit mit Deinen
Kolleginnen
Sehr sehr sehr. Die RA ist mittlerweile wie eine zweite
Familie. Zwei meiner besten Freundinnen schreiben auch, da habe ich ohnehin
Austausch. Obendrein habe ich in Angelika Lauriel noch eine Kollegin gefunden,
die ähnlich tickt und mit der ich alles besprechen kann - beruflich wie privat.
Das ist ganz wichtig. Denn jammern können wir alle gut - und haben auch oft
Grund dazu. Die Branche kann verrückt sein und hart. Kontakte und Vernetzung
sind da extrem wichtig. Allein, damit man sich auch mal ungestraft ausheulen
kann. Ich habe aber auch einfach sehr viel von Kolleginnen lernen dürfen. Nicht
nur fürs Schreiben.
Planst Du einen Besuch auf der nächsten Buchmesse?
Klar. Hotel ist gebucht. Frankfurt, ich komme!
Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Lesern und wie hältst
Du ihn?
Ich bin auf sozialen Netzwerken recht aktiv und komme
darüber mit Leserinnen und Lesern in Kontakt. Leider müsste man viel mehr Zeit
haben, um sich wirklich intensiv um all die tollen Menschen da draußen bemühen
zu können. Doch mein Tag dürfte auch so gern 48 Stunden haben. Kurzum, ich tu,
was ich kann und denke mir immer nette kleine Aktionen aus, um Leser
einzubinden.
Hast Du Klassiker gelesen?
Klar. Schon allein beruflich. Ich habe ja lange Deutsch
unterrichtet. Zwar an einem Berufskolleg, aber im Wirtschaftsgymnasium gab es
natürlich auch Literaturunterricht.
Gibt es ein Lieblingsbuch, das Du schon mehrmals gelesen
hast?
Nicht besonders originell, ich weiß, aber: Harry Potter 1-7.
Dann besagtes »Ayla und der Clan des Bären«, Hesses »Narziss und Goldmund« und
die Vampire Chronicles von Anne Rice (bis »Memnoch the Devil«, danach bin ich
irgendwie ausgestiegen).
Hast Du einen Lieblingsautor?
Nein, nicht direkt. Es gibt so viele tolle Kolleginnen und
Kollegen da draußen. Es gibt welche, von denen ich immer wieder gerne etwas
lese, aber einen »Lieblingsautor« in dem Sinne habe ich nicht. Außer vielleicht
Joanne Rowling - aber die ist ja so etwas wie eine Halbgöttin. Ich habe - mein
größter Schatz - eine signierte Ausgabe vom »Seidenspinner«, den sie unter dem
Pseudonym Robert Galbraith geschrieben hat. Das ist so etwas wie mein
Autorenglücksbringer.
Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor
würdest Du dann gerne mal besuchen?
Shakespeare. Über modernere Autoren hat man so genaue
Informationen und über Shakespeare liegt noch so vieles im Dunkeln. Das wäre
sicher spannend.
Ansonsten würde ich natürlich auch super gern Jane Austen besuchen, mit ihr Tee trinken und mir ein paar Tipps abholen, wie man so herrlich ironisch und pointiert schreiben kann.
Ansonsten würde ich natürlich auch super gern Jane Austen besuchen, mit ihr Tee trinken und mir ein paar Tipps abholen, wie man so herrlich ironisch und pointiert schreiben kann.
Habe ich bei meinen Fragen etwas vergessen? Hier hast Du die
Möglichkeit uns Lesern das mitzuteilen, was Du schon immer mal loswerden wolltest.
Habt eure Autoren lieb, sie sind auch nur Menschen. Wenn
euch ein Buch gefallen habt, schreibt eine (ganz kurze) Rezension oder uns eine
Mail/einen Brief. Da geht das Herz auf und ihr helft uns. Wenn euch ein Buch
nicht gefallen hat, zerreißt uns auch nicht in der Luft, sondern denkt bei
eurer (berechtigten) Kritik daran, dass wir Liebe und Arbeit in das Buch
gesteckt haben. Und: bitte kauft eure Bücher im Buchhandel. Ob on- oder offline
- aber bitte nicht bei Piratenseiten. Wir müssen davon leben und das ist
verdammt schwer.
Ich stelle in meinen Interviews immer wieder gerne die
Frage, was einem zu folgenden Namen oder Begriffen einfällt:
Astrid Lindgren
Michel, Pippi, Die Brüder Löwenherz - meine Kindheit!
Vorlesestunde für meine Kinder.
Vom Winde verweht
Habe gleich die Titelmelodie der Verfilmung im Kopf. Aber
ich bin kein großer Fan.
Harry Potter
Joanne Rowling hat Kinder wieder ans Lesen gebracht! Allein
dafür gebührt ihr der Literaturnobelpreis. Jawohl!
Liebe Doro, ich danke Dir, dass Du Dir die Zeit genommen und
meine Fragen beantwortet hast.
Durch dieses Buch habe ich die Autorin kennen gelernt
Weitere Informationen zur Autorin und den Büchern sind hier zu finden
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Mittwoch, 27. Juni 2018
Autoreninterview Elvira Zeißler
Elvira Zeißler - Ellen McCoy - Ella Zeiss
Liebe Elvira,
ich freue mich, dass Du Dir die Zeit nimmst und Dich meinen
Fragen stellst. Bevor ich meine Fragen niederschreibe, recherchiere ich selber
ein bisschen und krame in meinen eigenen Erinnerungen. Wie wir zueinander
gefunden haben, weiß ich nicht mehr. Fest steht allerdings, dass ich im Mai
2014 zum ersten Mal eine Rezension über eines Deiner Bücher geschrieben habe.
Seitdem stehen wir in Verbindung, zunächst schriftlich und dann durfte ich Dich
bei einem Bloggertreffen in Frankfurt im Oktober 2016 persönlich kennen lernen.
Liebe Ulla, damit begleitest Du mich praktisch schon so
lange, wie ich hauptberuflich schreibe. Darüber freue ich mich sehr und finde
es auch immer wieder schön, auf den Messen persönlich mit Dir zu plaudern.
Nun aber genug der Vorrede. Ich lege dann mal los mit meinen
Fragen.
Wann hast Du begonnen Bücher zu schreiben und wie bist Du
auf die Idee gekommen?
Mit dem Schreiben begonnen habe ich vor ca. 20 Jahren. Ich
war 17 und von manchen Büchern, die ich gelesen habe (und ich habe wirklich
SEHR viel gelesen), irgendwie enttäuscht. Also hatte ich beschlossen, selbst
ein Buch zu schreiben, das ich gern lesen würde. Die Idee kam mir damals
zusammen mit dem Entschluss. Ich war sehr geprägt von den Romanen „Gefährliche
Liebschaften“ und „Das Phantom“ und wollte ein Buch schreiben, dass eine breite
Palette von Emotionen bedient und sich um einen zerrissenen Helden dreht, der
von den Umständen in die Rolle des „Bösen“ gedrängt wird, obwohl er sich – wie
die meisten Menschen – bloß nach Liebe sehnt. Acht Jahre lang habe ich an dem
Buch geschrieben und es tatsächlich zu Ende gebracht.
Du schreibst unter verschiedenen Namen in unterschiedlichen
Genres. Begonnen hast Du im Bereich Fantasy. Wie kam es dazu, ausgerechnet in
diesem Genre etwas zu schreiben?
Mein erstes Buch war eigentlich mehr ein Liebesroman, wenn auch mit Fantasy-Elementen. Vermutlich liegt es daran, dass ich mystische und fantastische Geschichten schon immer sehr gemocht habe. Außerdem genieße ich es, dass im Fantasy-Genre der Fantasie keine Grenzen gesetzt werden und man den Geschichten mit ein wenig Mystik oder Magie ein ganz besonderes Extra verleihen kann.
Inzwischen schreibst Du auch als Ellen McCoy
Liebesgeschichten und ganz aktuell als Ella Zeiss im Genre Historisch. Du bist
sehr vielseitig unterwegs, was dürfen wir noch erwarten?
Damit sind meine Vorlieben eigentlich ganz gut abgedeckt, andere Genres wie Krimi oder Thriller sind überhaupt nicht meins. Fantasy- und Liebesromane werden auf jeden Fall meine beiden Schwerpunkte bleiben, in Richtung Historisches ist derzeit nichts geplant, aber ich möchte es auch nicht ganz ausschließen.
Bis zu Deinem 10. Lebensjahr hast Du in Kasachstan gelebt,
wo Du auch geboren wurdest. Als erstes
stellt sich mir die Frage, bist Du mehrsprachig aufgewachsen?
Nein, ich kannte bis zu meinem 10. Geburtstag nur eine
Handvoll deutscher Wörter. Das musste ich nach meinem Umzug erst einmal
nachholen. Zum Glück ging das bei mir relativ schnell. Meine Eltern hatten
nämlich einen fiesen Trick angewandt: Ich durfte keine russischsprachigen
Bücher lesen.
Hast Du als Kind gerne gelesen und wenn ja, an welche Bücher
erinnerst Du Dich noch sehr gut? Diese
Frage konnte ich so in dieser Form bisher allen stellen. Aber bei Dir ist es ja
etwas anders. Eigentlich müsste ich diese Frage ja teilen – welche Bücher
standen Dir während der ersten 10 Lebensjahre zur Verfügung und hast Du in
Deutschland dann bestimmte Bücher besonders gerne gelesen?
Ich habe schon immer unglaublich viel gelesen, wobei ich die
Phase der Kinderbücher praktisch übersprungen habe. Bis zum meinem 10.
Lebensjahr hatte ich mich quer durch den Bücherschrank meiner Eltern und
Großeltern gelesen. Meine Favoriten waren dabei die Werke von Alexandre Dumas,
Fenimore Cooper, Jack London, Charlotte Bronté und die guten alten Science
Fiction Klassiker von Harry, Harrison, John Whyndham, Stanislaw Lem, etc.
In Deutschland hatte ich dann die historischen Romane
(weiter) für mich entdeckt, sowie die Fantasywerke von Tolkien, Tad Williams
und Terry Goodkind.
Wenn ich das richtig lese, dann hast Du in Münster und auch
in Copenhagen studiert? Klasse! Wie hat es Dir in Kopenhagen gefallen? Wie
lange warst Du dort?
Das Semester in Kopenhagen war einfach traumhaft und meine
liebste Erinnerung an das Studium. Ich finde die Stadt und die Menschen
großartig, und auch das Studium dort war nach der „Massenabfertigung“ in
Münster eine sehr schöne Erfahrung.
Hast Du Autorenvorbilder?
Was das Schreiben angeht, eigentlich nicht, da versuche ich
meinen Weg zu gehen. Natürlich gibt es erfolgreiche Autoren, die schon dort
sind, wo ich noch gerne hin möchte, die könnte ich als Vorbilder bezeichnen.
Das wären z.B. Marah Woolf oder Emily Bold.
Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor der
Vergangenheit würdest Du gerne besuchen?
Jane Austen oder Charlotte Bronte, weil ich ihre Bücher
einfach liebe und sie beide faszinierende Persönlichkeiten und starke Frauen
waren.
Du schreibst ja sehr viele Bücher, hast Du eigentlich Zeit
um Bücher Deiner Kollegen zu lesen?
*lach* Leider nicht so viel, wie ich gern würde. Es kommt
aber sehr darauf an, wie stark mich ein Buch interessiert bzw. fesselt. Ich
finde ja, es gibt Bücher, die nehmen sich einfach die Zeit, die man dafür
braucht. Im Schnitt komme ich auf etwa 2-3 gelesene Bücher pro Monat. Manchmal
sind es mehr, und dann lese ich wieder wochenlang nichts, weil mich meine
eigenen Projekte so auf Trab halten.
Wie lange schreibst Du an einem Buch?
Die Reine Schreibzeit beläuft sich meist auf 6-8 Wochen, die
sich aber – je nach Krankheitssituation der Kinder, Ferien, Feiertagen etc –
auch mal auf 3 Monate verteilen können.
Wer darf Dein Buch als erstes lesen ?
Das sind in der Regel meine Eltern. Die bekommen alle zwei
bis drei Tage ein paar völlig rohgeschriebene Seiten geschickt und geben mir
sehr zeitnah ein erstes Feedback zur Geschichte.
Woher kommen die Ideen zu Deinen Büchern, überfallen sie
Dich und gibt es manchmal schon neue Ideen, während Du noch an einem anderen
Buch schreibst?
Manche Ideen sind einfach ganz spontan da, andere entwickle
ich auch gezielt, wenn ich zum Beispiel nach einem Thema für ein neues
Jugendfantasybuch suche. Auf jeden Fall geschieht das, während ich an anderen
Projekten arbeite. Manche Ideen müssen Jahre in meinem Hinterkopf warten, bis
sie endlich an der Reihe sind und umgesetzt werden können. In der Regel plane
ich meine Bücher für etwa 12 bis 18 Monate im Voraus. Da ich inzwischen unter
mehreren Pseudonymen schreibe, ist es anders auch gar nicht zu managen, denn
natürlich wollen alle immer die volle Schreibzeit für sich.
Wie sieht Dein Autorenalltag aus?
So unspektakulär wie jeder Bürojob ;-) Mein Alltag richtet
sich natürlich sehr stark nach meinen Kindern. Wenn sie in Schule und Kindergarten
sind, sitze ich meist an meinem Laptop und schreibe. Meist ca. von 9-15 Uhr mit
einer Stunde Mittagspause. Danach gehört die Zeit der Familie. Abends, wenn die
Kinder im Bett sind, setze ich mich oft nochmal an den Schreibtisch, um die
Dinge zu erledigen, die ich tagsüber nicht geschafft habe. Dazu gehören z.B.
die Planung und Vorbereitung von Marketingaktionen, Korrekturen, Buchsatz etc.
Mich hat ja Dein Buch „Wie Gräser im Wind“ ganz besonders
berührt. Es ist ja auch Deine Familiengeschichte. Allerdings hast Du es erst jetzt geschrieben.
Oder war die Idee schon länger da?
Eigentlich habe ich nie daran gedacht, diese Geschichte zu
schreiben, weil das so gar nicht mein Genre wäre. Mein Bruder brachte mich
schließlich auf die Idee. Er fand, es wäre schade, wenn diese Erlebnisse
spätestens in der nächsten Genration vollständig in Vergessenheit geraten. Und
im Nachhinein bin ich sehr stolz und froh, es tatsächlich getan zu haben.
Wie lange hast Du an diesem besonderen Buch geschrieben? Ich
denke auch, dass es sicher nicht sehr einfach war, weil viele Erinnerungen
hervor gerufen wurden. Hattest Du Unterstützung von Deinen Eltern und
Großeltern?
Insgesamt habe ich zwei Jahre lang an der Dilogie
geschrieben, immer in Abschnitten zwischen meinen anderen Projekten. Und
natürlich habe ich sehr viel Unterstützung von meinen Eltern und meiner Oma
erhalten. Mein Opa konnte leider nicht mehr viel dazu beitragen, da er in den
letzten Jahren an Demenz litt und im Sommer 2017 verstorben ist. Aber viele
seiner Erzählungen waren mir noch präsent und auch mein Vater hatte Vieles
zusammengetragen, woran er sich erinnern konnte. In den Roman sind außerdem die
Aufzeichnungen / Erinnerungen diverser anderer Familienzweige eingeflossen, so
dass insgesamt ein stimmiges und spannendes Bild der damaligen Umstände
entstanden ist.
Wir beide haben uns ja während eines Bloggertreffens
persönlich kennen gelernt. Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu den Lesern?
Ich finde, der persönliche Kontakt zu Lesern und Bloggern
ist mit das schönste am heutigen Autorendasein. Als Autor lebt man per
Definition ja recht zurückgezogen, man hat keine direkten Kollegen, mit denen
man sich täglich im Büro austauscht. Deshalb genieße ich den Kontakt zu den
Lesern um so mehr. Wenn ich am Laptop sitze und meine Tochter dabei ist, fragt
sie mich oft, warum ich gerade lächle, das liegt dann meist an einer PN oder
einem Kommentar, die ich gerade bekommen habe.
Hast Du zu Kollegen auch einen engen Kontakt? Wie wichtig
ist Dir da der Austausch?
Mit einigen Kollegen stehe ich im regelmäßigen Austausch,
die würde ich auch schon eher als Freunde bezeichnen. Und die Buchmessen
gleichen von Jahr zu Jahr immer mehr einem Familientreffen. Der Kontakt mit den
Kollegen ist mir also sehr wichtig, man kann sich gegenseitig unterstützen und
aufbauen. Manchmal hilft es auch schon, zu wissen, dass es andere gibt, die mit
den gleichen Herausforderungen zu kämpfen haben wie man selbst.
Du veröffentlichst Deine Bücher zum größten Teil als Self
Publisherin, wie kam es zu dieser Entscheidung und bist Du damit zufrieden?
Als ich meinen ersten Roman veröffentlicht habe, gab es das
SelfPublishing in der heutigen Form noch gar nicht. Da kein Publikumsverlag
mein Werk damals haben wollte, war es in einem Kleinverlag erschienen. Wirklich
zufrieden war ich da, nachdem die erste Euphorie abgeklungen war, aber nicht.
Von daher stand es für mich fest, dass ich nie wieder bei einem Kleinverlag
veröffentlichen würde. Im SelfPublishing habe ich all das selbst in der Hand,
was ich mir damals vom Verlag gewünscht hätte, und ich bin sehr glücklich
damit.
Nächstes Jahr wird ein Buch von mir auch in einem großen
Publikumsverlag erscheinen, weil ich diesen Weg ebenfalls einmal ausprobieren
möchte. Mich ganz vom SelfPublishing lösen, werde ich aber nie.
Nun habe ich Dir so viele Fragen gestellt und mit Sicherheit
bestimmt etwas vergessen, deshalb gebe ich Dir hier die Möglichkeit,
mitzuteilen, was Du uns Lesern immer schon mal sagen wolltest.
Ich würde an dieser Stelle gern eine Bitte äußern und zwar
die oft gestellte Bitte nach Rezensionen. Als Autor verbringt man die meiste
Zeit allein an seinem Computer und denkt sich Geschichten aus, von denen man
hofft, dass die den Lesern gefallen, sie für ein paar Stunden gut unterhalten
oder zum Nachdenken anregen. Ob es uns tatsächlich gelingt, sehen wir nur an
den Rezensionen der Leser. Nur so erfahren wir, was gut war und wo wir beim
nächsten Mal noch etwas anders machen sollten. Außerdem machen Rezensionen
potentielle Leser neugierig auf das Buch. Ein Produkt mit vielen (auch
unterschiedlichen) Bewertungen wird eher gekauft, als eins mit wenigen. Das ist
bei Büchern nicht anders. Eine Leserbewertung muss dabei gar nicht lang oder
perfekt formuliert sein. Es reichen ein paar ehrliche Sätze.
An dieser Stelle frage ich die Autoren gerne immer was ihnen
zu den Namen oder Begriffen einfällt, so auch bei Dir:
Leo Tolstoi
„Krieg und Frieden“ - eine sehr lange Geschichte, die mich
irgendwie nie gereizt hat.
Die unendliche Geschichte
Eines der Lieblingsbücher meines Mannes.
Johann Wolfgang von Goethe
Schullektüre: „Faust“ und „Die Leiden des jungen Werther“
Liebe Elvira, ich bedanke mich vielmals für das Interview.
Ich habe es sehr gern gemacht und danke dir ebenfalls, liebe
Ulla.
#Werbung - Gerne zeige ich hier je ein Buchcover, die unter den verschiedenen Namen geschrieben wurden
Ellen McCoy
Alaska wider Willen
Ella Zeiss
Wie Gräser im Wind
Elvira Zeißler
Edingaard
Weitere Informationen über die Autorin und deren Bücher sind hier zu finden
Autorenseite Amazon klick hier
Homepage klick hier
und dann besteht noch die Möglichkeit sich mit ihr auf der
FB-Lesergruppe „Buchwelten voll Gefühl und Magie“ auszutauschen klick hier
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Samstag, 23. Juni 2018
Rezension - Küstenschatten
Autorin: Heike Meckelmann
Titel: Küstenschatten
Genre: Krimi
Version: eBook und Taschenbuch
erschienen: 8. Februar 2017
Seiten: 469
Altersempfehlung: Erwachsene
Verlag: Gmeiner
über die Autorin:
Heike Meckelmann, 25 Jahre selbstständige Friseurmeisterin, studierte Betriebswirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zur Fotografin. Zeitgleich brachte sie als Sängerin unter dem Künstlernamen »Nila Martin« die maritime CD »Piratenland« heraus, deren Texte sie fast ausschließlich selbst verfasste. Seit 2012 arbeitet sie als freie Autorin auf Fehmarn. Ihr erster Roman Küstenschrei wurde zum erfolgreichen Debüt um die Oldenburger Kommissare Dirk Westermann und Thomas Hartwig. Sie schreibt vorwiegend Kurzgeschichten und Kriminalromane, die die Facetten der Insel und ihrer Bewohner gefühlvoll einfangen. Die Autorin bezeichnet sich selbst als Insulanerin, die mit Mann und Sohn auf Fehmarn eine kleine Pension betreibt und nah am Meer und doch mittendrin wie die Romanfigur Charlotte Hagedorn, ihrer kleinen Miss Marple, in ihren Geschichten lebt.
Kurzbeschreibung, übernommen:
Am Strand vom Grünen Brink entdecken Urlauber eine grausam zerstückelte Leiche. Dabei handelt es sich um einen Mann, der erst wenige Tage zuvor auf einer Fähre eine Prostituierte schwer misshandelt hat. Die Polizei versucht verzweifelt die Wahrheit ans Licht zu bringen, doch es fehlt ihr an Spuren. Das auffällige Tattoo am Nacken des Opfers ist der einzige Hinweis. Welche Rolle spielt die verängstigte Frau? Für die Kommissare Westermann und Hartwig beginnt in ihrem zweiten Fall auf der Insel ein blutiges Katz-und-Maus-Spiel.
Meine Meinung:
Vor zwei Jahren hatte ich das Buch "Küstenschrei" gelesen und meinen Fehmarnurlaub zu Hause damit verlängert. In diesem Jahr habe ich es ganz anders gemacht, ich habe den Krimi während meines Aufenthaltes auf meiner Lieblingsinsel gelesen. So hatte ich die Möglichkeit den Spuren aller Beteiligten etwas zu folgen. Natürlich war ich nicht überall, kannte ich doch viele Örtlichkeiten bereits seit langem selber. Aber es macht schon Spaß sich nicht nur vorzustellen, wo jemand wohnt, sondern auch ein Haus genau an dieser Stelle vorzufinden. Und was war ich froh, als ich es sah. Warum, nun das werde ich hier nicht verraten, das soll jeder selber heraus finden.
Nun mag jetzt vielleicht jemand denken, na Klasse und was machen wir anderen, die Fehmarn nicht kennen. Kein Problem, die Autorin hat alles wunderbar beschrieben und auch wichtige Erklärungen abgegeben, dass jeder das Gefühl haben kann, vor Ort zu sein und/oder sich alles bestens vorstellen kann. Aber in erster Linie geht es ja auch um den Krimi und der ist Heike Meckelmann wieder bestens gelungen. Ich fand das Buch sehr spannend und hatte bis zum Ende keine Ahnung, wer denn nun der Täter ist.
Fazit:
Wer Küstenschatten liest, sollte auch Küstenschrei kennen lernen und für mich heißt das, dass ich mir das dritte Buch natürlich auch besorgen und sobald wie möglich lesen werde. Oder besser bis zum nächsten Fehmarnurlaub warten? Ich glaube nicht, dafür ist die Neugierde zu groß. Allen anderen empfehle ich jetzt aber erst einmal die beiden ersten Bücher und ganz besonders dieses.
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