Donnerstag, 14. Mai 2020

Rezension - Roter Ozean - Im Fahrwasser der Macht



Autorin: Ute Bareiss

Titel: Roter Ozean - Im Fahrwasser der Macht

Genre: Thriller

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen; 29. August 2016

Seiten: 448

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Kieselsteiner



Über die Autorin:
"Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!" So machte sich Ute Bareiss Anfang des Millenniums zur Weltumsegelung auf und verlegte ihr Schreib- und Übersetzungsbüro von Stuttgart an Bord ihres Segelkatamarans Taimada. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten erforscht sie die Welt über und unter Wasser. Ihre Spur zieht sich vom Mittelmeer über Afrika, die Karibik, Nord- und Südamerika, die Südsee, Ozeanien, Australien, Indonesien bis in den Fernen Osten, den Indischen Ozean, das Rote Meer – einmal um die ganze Welt. Was könnte besser zum Abtauchen in andere Welten inspirieren als exotische Plätze und fremdartige Kulturen? Nicht nur in ihren Reiseberichten für diverse Magazine, sondern auch in spannungsgeladenen Thrillern und Jugendkrimis spiegeln sich aufregende Situationen ihres Alltags facettenreich wider. Zudem ist sie als freie Lektorin und Übersetzerin tätig und engagiert sich ehrenamtlich in Schriftstellerforen und Autorenverbänden.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Roter Ozean: Im Fahrwasser der Macht. Ein Alex-Martin-Thriller (Band 1) Ein Feuerball erhellt das Tyrrhenische Meer. Aus den Trümmern der explodierten Motorjacht rettet der Meeresbiologe Alex einen Verletzten. Damit beginnt ein Kampf ums Überleben. Denn der Gerettete Sergio ist Journalist und besitzt brisantes Recherchematerial zu einem Mord in den höchsten Politkreisen Italiens. Alex gerät in einen Strudel aus Macht und Intrigen bis er selbst von Polizei und skrupellosen Verbrechern verfolgt wird.. Es bleibt nur ein Ausweg: Der Gejagte muss selbst zum Jäger werden ...


Meine Meinung:
Puh, war das spannend! Das waren meine Gedanken, als ich das Buch ausgelesen hatte. Gleichzeitig  habe ich es bedauert, dass ich nicht schon eher nach einem Buch von Ute Bareiss gegriffen habe.
Alex Martin will eigentlich einfach "nur" einen Mann retten, dessen Boot in Flammen aufgegangen ist und ihm einen Wunsch erfüllen. Was er dann erleben muss, zerrte an seinen und auch an meinen Nerven 😉 Es war aber auch spannend, was sich die Autorin hat einfallen lassen. So viele Beteiligte, die irgendwie nicht ganz sauber waren und wer war nun der Auftraggeber?  Die Autorin hat einen interessanten Spannungsbogen gezogen, auch innerhalb der Kapitel. Aber da ich nicht zu sehr auf den Inhalt eingehen will, kann ich leider auch keine Situationen beschreiben. Man möge mir einfach glauben. Auf jeden Fall war ich so sehr ans Buch gefesselt, weil ich wissen wollte, wie es denn nun endet und ein weiteres Mal habe ich alles zügig durchgelesen.


Fazit:
Ein sehr gelungener Auftakt zu einer Thriller-Serie, was mich begeistert. Sobald es meine Zeit zulässt, werde ich auch die weiteren Folgen lesen, ach, was schreib ich da, ich werde sie ebenfalls verschlingen. Aber zunächst gebe ich gerne eine Leseempfehlung.


Was ich noch schreiben wollte.... ich habe Ute Bareiss auf einer der Buchmessen kennen gelernt und seitdem haben wir uns immer mal wieder ausgetauscht. Allerdings hatte ich mich nie an ihre Bücher getraut, weil mich der Begriff "Thriller" ein bisschen abgeschreckt hat. Ich mag Krimis und manche könnten sich auch Thriller nennen und wiederum sind manche Thriller in meinen Augen nicht so schlimm, dass sie meine Nerven zu sehr strapazieren. Deshalb habe ich es endlich gewagt und bin begeistert. Vor allem danke ich der Autorin, dass sie mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Rezension - Inseldrama



Autorin: Rita Roth

Titel: Inseldrama

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 29. April 2020

Seiten: 200

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Klarant Verlag



Über die Autorin:
Rita Roth liebt Ostfriesland und besonders die Insel Norderney, die sie immer wieder zum Schauplatz ihrer Romane und Krimis macht. Als bekennende Muschelsammlerin kann die Autorin stundenlang am Nordseestrand entlanglaufen – bei einer steifen Brise allerdings sitzt sie lieber in einem Café und schreibt, anstatt sich ordentlich durchpusten zu lassen. Und so entstehen ihre spannenden Geschichten, inspiriert vom stürmischen Rauschen der See und von den Menschen, denen Rita Roth begegnet.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Norderney ist alarmiert, als ein Enkeltrick völlig außer Kontrolle gerät. Sind die älteren Bewohner der idyllischen Nordseeinsel nicht mehr sicher? Gefesselt und geknebelt wird Elske Visser in ihrem eigenen Haus zurückgelassen. Die hinterlassene Drohung lässt keinen Zweifel: Es geht um ihr Grundstück, das einem millionenschweren Bauvorhaben im Wege steht. Gretje Blom nimmt sofort die Ermittlungen auf, um ihre alte Freundin Elske zu unterstützen. Wer ist die junge Frau, die sich als Lebensgefährtin des Enkels ausgegeben und das Opfer so brutal überfallen hat? Ist Elskes Enkel Björn, der kurz nach der Tat auf Norderney erscheint, womöglich selbst in die Sache verstrickt? Und machen die Hintermänner ernst, falls sie das gesetzte Ultimatum verstreichen lässt? Als tatsächlich eine Leiche auftaucht, nimmt das Drama auf der ostfriesischen Insel seinen Lauf …


Meine Meinung:
Der Enkeltrick macht auch nicht vor Norderney Halt. Gretje Blom ist zwar nicht direkt betroffen, aber ihre alte Freundin Elske. Da kann sie sich doch nicht zurück halten, oder? Mit ihren Mitbewohnern kümmert sie sich natürlich darum.
Was sie dabei erlebt, hat die Autorin sehr spannend beschrieben. Ich war sehr gespannt, wer und was dahinter steckt. Einen leichten Verdacht hatte ich schon, kannte aber noch nicht die ganzen Hintergründe.
Mir gefällt ja auch immer wieder, dass es in den Büchern nicht "nur" um den Fall geht, sondern auch privates passiert und da bin ich nun gespannt, wie Gretje sich entscheidet, aber das werde ich wohl erst im nächsten Buch erfahren.


Fazit:
Rita Roth ist eine weitere unterhaltsame Folge um Gretje Blom  gelungen. Wer ab und zu mal einen Krimi lesen möchte, in dem das Blut nicht so trieft, ist hier gut aufgehoben und Freunde von "dünnen" Büchern sind bestimmt begeistert. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung.


Bei Rita Roth möchte ich mich vielmals bedanken, sie hat dafür gesorgt, dass ich vom Verlag ein Rezensionsexemplar erhalten habe.

Dienstag, 12. Mai 2020

Rezension - Die Fotografin - Die Welt von morgen



Autorin: Petra Durst-Benning

Titel: Die Fotografin - Die Welt von morgen

Genre: Historisch

Version: eBook, Hörbuch und gebundenes Buch

erschienen: 27. April 2020

Seiten:  480

Alterempfehlung: Erwachsene

Verlag: Blanvalet Verlag



Dies schreibt die Autorin über sich:
Seit über zwanzig Jahren möchte ich Ihnen mit meinen Büchern einen Kurzurlaub vom Alltag schenken. Sobald Sie einen "Durst-Benning" lesen, heißt es: Einfach mal das ganze Drumherum ausblenden, abtauchen in eine tolle Story, eintauchen in fremde Schicksale. Sich selbst verlieren oder ganz neu entdecken ...
Und ich wünsche mir noch etwas: Dass meine Bücher ein kleines bisschen länger in Ihnen nachklingen. Dass sie eine Resonanz erzeugen, Impulse geben fürs eigene Leben und längst verstummt geglaubte Saiten wieder zum Erklingen bringen.
Heutzutage wird so viel kopiert, der Markt wird überschwemmt mit Klonen von erfolgreichen Büchern. Ich jedoch möchte nicht auf irgendwelche fahrenden Züge aufspringen - ich möchte vielmehr mit jedem Buch Neuland betreten. So wird mir das Schreiben nicht langweilig und Sie dürfen sich immer wieder auf überraschende, spannende und zu Herzen gehende Bücher freuen.
Nun setze ich mich rasch wieder an meinen PC, damit ich für "Durst-Benning'schen Nachschub" sorge. Die Ideen gehen mir nämlich so schnell nicht aus, Ihnen aber vielleicht der Lesestoff ...


Kurzbeschreibung, übernommen:
Anstatt der Vergangenheit nachzutrauern möchte Wanderfotografin Mimi die Welt von morgen mitgestalten – der dritte Band der Bestseller-Saga! 
Nach dem Tod ihres Onkels Josef hat Mimi Reventlow Laichingen verlassen und ihre Arbeit als Wanderfotografin wiederaufgenommen. Sie ist nicht mehr allein unterwegs, denn der Gastwirtsohn Anton hat sich Mimi angeschlossen. Gemeinsam bereisen die beiden das Land und wollen nach der dörflichen Enge Laichingens endlich großstädtischen Trubel erleben. Während ihres Aufenthalts in Berlin gelingt es Anton, einen florierenden Postkartenhandel aufzubauen – Mimi dagegen hat immer öfter Schwierigkeiten, eine Gastanstellung zu finden. Doch anstatt der Vergangenheit nachzutrauern möchte Mimi lieber die Welt von morgen mitgestalten! So wagt sie es, sich neu zu erfinden und dennoch treu zu bleiben. Auf ihrem Weg begegnen ihr auch alte Bekannte, wie Bernadette, die von der großen Liebe träumt. Was beide Frauen noch nicht wissen: Ihnen steht bald die größte Herausforderung ihres Lebens bevor …


Meine Meinung:
Die Autorin berichtet über sich, dass sie seit über zwanzig Jahren schreibt. Ich habe direkt mal nachgesehen, wann ich das erste Buch von ihr gelesen habe. Es muss die Glasbläserin gewesen sein. Das Buch ist vor einigen Jahren erschienen und hat mir sehr gut gefallen. Seitdem bin ich begeisterte Leserin der Bücher von Petra Durst-Benning.
Hier möchte ich nun über das dritte Buch der Fotografin schreiben. Vorweg, ich empfehle wirklich allen, die Bücher in der entsprechenden Reihenfolge zu lesen. Es macht einfach mehr Spaß.
Ich habe es gemacht und kenne Mimi Reventlow inzwischen sehr gut. Ich begleite sie auf ihrem nicht immer einfachen Weg. Denn als Wanderfotografin erlebt sie hautnah die Entwicklung der Technik im Bereich Fotografie. Sie muss sich auch umstellen und neues einfallen lassen. Was sie dabei erlebt, hat die Autorin sehr gut beschrieben. Natürlich erfahre ich auch Neuigkeiten über Personen, die ihr schon in den vorherigen Büchern begegnet sind. Aber am allermeisten freute ich mich, wieder etwas von Jo und Clara zu lesen. Sie sind die Hauptpersonen einer anderen interessanten Buchserie.
Ich finde es nach wie vor toll, dass Petra Durst-Benning nicht einfach "nur" historische Bücher schreibt, sie wählt dabei überaus interessante Themen aus. Ob es nun radfahrende Frauen sind, Glasbläserinnen oder hier nun eine Wanderfotografin.
Ich war wieder an das Buch gefesselt und habe verfolgt, was alle erleben. Einzig das Ende hat mir nicht gut gefallen. Ich war so schön im Lesefluss und huch, zu Ende? Nun, jetzt warte ich voller Spannung auf die Fortsetzung.


Fazit:
Die Bücher der Autorin machen mich süchtig. Ich warte immer sehnsüchtig auf das nächste Buch und diesmal bin ich ganz besonders gespannt. Denn das Ende kam zu plötzlich und am liebsten würde ich morgen weiterlesen. Auf jeden Fall gebe ich gerne für dieses Buch und den vorherigen eine Leseempfehlung.

Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken.




Rezension - Whisky mit Schuss


Autorin: Melinda Mullet

Titel: Whisky mit Schuss

Genre: Krimi

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: eBook  7. April 2020
erschienen: Taschenbuch 20. Mai 2020

Seiten: 384

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Aufbau Taschenbuch und Aufbau Digital



Über die Autorin:
Melinda Mullet hat britische Eltern, wurde aber in den USA geboren. Sie hat mehrere Jahre als Juristin gearbeitet, sich in den USA und im Ausland um Kinderrechte gekümmert und ist viel gereist. Sie lebt in der näheren Umgebung von Washington D.C. mit ihren beiden Töchtern und ihrem Mann, der Whisky-Sammler ist.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Mord bei der Malt Whisky Society.
Whisky-Hersteller aus der ganzen Welt kommen in ein charmantes Landhotel in den schottischen Highlands, um den besten Whisky zu prämieren. Abigal Logan, seit kurzer Zeit Besitzerin einer Whisky-Destillerie, ist zum ersten Mal dabei. Doch dann findet man zwei Leichen – beide waren Jury-Mitglieder. Will der Mörder den Wettbewerb beeinflussen? Als Abi Nachforschungen anstellt und eine Spur zum Täter verfolgt, versucht dieser plötzlich, auch sie auszuschalten.
Ein Krimi aus den schottischen Highlands mit viel Whisky und Flair.


Meine Meinung:
Es passiert mir immer mal wieder, dass ich bei meiner Auswahl neuer Krimis, mitten in eine Serie gerate. Hier hatte ich nun das dritte Buch, in dem Abigal Logan ermittelt, in der Hand. Allerdings hatte  ich keine Probleme mich zurecht zu finden. Wichtige Informationen aus den anderen Büchern erhielt ich nebenbei.
Abi war Fotografin, bevor sie Mitbesitzerin einer Whisky-Destillerie wurde. Deshalb wurde sie von dem zuständigen Ermittler gebeten, Fotos von den Toten und deren Zimmer zu machen. Ungewöhnlich aber interessant, es gibt tatsächlich Ermittler, die nicht sauer sind, wenn fremde Personen sich beteiligen und auch die Augen offen halten. Naja, ein bisschen sauer doch, aber das verrate ich nicht. Auf jeden Fall hat die Autorin es spannend gemacht und zusätzlich mit einiges an Wissen über Whisky vermittelt. Ich glaube, wenn ich denn mal einen trinken sollte, dann werde ich dieses Wissen einsetzen.


Fazit:
Ein sehr unterhaltsamer Krimi, in dem Whisky und sogar ein Hund eine interessante Rolle spielen. Nach dem Ende des Buches war mir klar, dass es zumindest ein weiteres Buch geben wird. Das ich vielleicht auch lesen möchte.

Beim Verlag und bei NetGalleyDe möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplare bedanken.


#WhiskymitSchuss #NetGalleyDE

Montag, 11. Mai 2020

Autoreninterview - Carmen Mayer

Buchmesse Leipzig 2019

Liebe Carmen,
ich freue mich, dass Du Dich meinen Fragen stellen möchtest. Aber zunächst möchte ich kurz erwähnen, woher wir uns kennen. Ende 2017 habe ich Dich „gefunden“, wir hatten einige Schnittstellen, Krimis und HOMER. Das erste Buch, das ich von Dir gelesen habe, war der Krimi „Eiswein“ und der HOMER Literaturpreis hat dann auch dafür gesorgt, dass wir uns endlich mal getroffen haben, darauf werde ich später noch einmal eingehen. Auf jeden Fall hatten wir schon einen sehr regen schriftlichen Kontakt, bevor wir uns gesehen haben.


Und nun möchte ich mit meinen Fragen loslegen. Bei meiner Recherche habe ich festgestellt, dass Du sehr interessanten beruflichen Tätigkeiten nachgegangen bist. Aber wie kam es, dass Du Autorin wurdest?

Ich habe mir bereits in der Grundschule vorgenommen, die jüngste Schriftstellerin der Welt zu werden, als ich gerade mal alle Buchstaben schreiben und lesen konnte. Mein Lieblingsfach war ‚Deutsch‘. Egal, ob es um Diktate, Aufsätze oder die ganze Theorie in dem Fach ging. Da hatte ich auch die besten Noten. Es hat dann allerdings noch ein paar Jahrzehnte gedauert, bis es geklappt hat mit der Schriftstellerei, aber ich habe dieses Ziel nie völlig aus den Augen verloren.


Seit wann schreibst Du Bücher?

Mein erstes Buch war ‚Dezember-Geschichten‘, die ich zusammen mit Peter Nüesch und der Illustratorin Sibylle Beuttner als Lese- und Vorlesebuch nicht nur für Kinder veröffentlicht habe. Das war 1991. Mein erster Roman wurde 2011 im Verlag edition oberkassel veröffentlicht, und dann kam jedes Jahr ein neues Buch dazu. Oder zwei. Oder so. Bislang sind es insgesamt vierzehn Romane, das Dezember-Geschichten-Buch und viele Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien.


Ich habe von Dir einige Bücher gelesen und meine, dass Du wohl am liebsten im Genre Krimi und historisch schreibst, ist das richtig?

Das ist richtig. Die beiden Genres und ich passen einfach zusammen ;)


Kannst Du Dir vorstellen, noch in anderen Genres zu schreiben?

Das habe ich bereits probiert. Einmal eben mit den Dezember-Geschichten, und dann mit drei Geschichten um ein kleines Café und drei Damen im besten Alter. In beiden Genres zu schreiben hat mir sehr viel Spaß gemacht, und ich überlege mir immer wieder, in der einen oder anderen Richtung was zu schreiben. Ideen dazu hätte ich genug. Mal sehen
.

Wenn ich richtig informiert bin, hast Du mit dem Schreiben von Kurzgeschichten begonnen, wurden diese auch veröffentlicht?

Du bist richtig informiert. Einige meiner Kurzgeschichten wurden in verschiedenen Anthologien veröffentlicht, die letzte in ‚Grenzen‘, einer Anthologie zum Magazin Literàbiles. Alle meine Kurzgeschichten zusammengefasst gibt es in ‚Menschen nebenbei‘, das ich im Self Publishing herausgebracht habe.


Wie findest Du Deine Ideen?

Das ist unterschiedlich. Meine historischen Romane haben sich aus den von meinem Großvater Ernst Kehrwecker begonnenen, und von mir später wieder aufgenommenen Recherchen zu den Wurzeln meiner Familie entwickelt. Es war zunächst einfach nur spannend herauszufinden, woher meine Vorfahren gekommen sind, aber plötzlich steckte ich mitten in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges … Ich habe dann versucht, das Leben dieser Menschen nachzuzeichnen, bin mit meinem Mann ihren möglichen Fluchtweg aus Österreich Richtung Deutschland abgefahren, und hatte am Ende jede Menge Material für einen historischen Roman in der Tasche: Das Awaren-Amulett.
Meine Krimis wiederum haben ihre Wurzeln in Berichten über reale Verbrechen, zu denen ich mir meine Gedanken gemacht, und aus denen ich dann meine eigenen Geschichten gesponnen habe. Dabei geht es mir nie um die Darstellung brutaler Szenen, sondern um die psychologischen Aspekte dahinter. In meinem letzten Krimi ‚Der Fall Susann K.‘ habe ich mich in die Situation eines Vaters hineinversetzt, dessen Tochter umgebracht wurde, und der erleben muss, dass ihr mutmaßlicher Mörder freigesprochen wird. Das ging mir bei den Recherchen und später beim Schreiben teilweise deutlich mehr an die Substanz, als bei den anderen Krimis. Wobei ich auch bei denen hin und wieder - nach Gesprächen mit Opfern wie in ‚Hurentöchter‘ beispielsweise, oder Angehörigen von Opfern in meinen anderen Krimis - eine Atempause gebraucht habe.


Kommt es schon mal vor, dass beim Schreiben bereits Ideen für neue Bücher entstehen?

Ständig! Und dann schreibe ich teilweise an zwei Projekten gleichzeitig. Hat auch was. Besonders, wenn ich in einem Projekt hängen geblieben bin, und dafür neue Ideen für das andere habe, die mich zwischendrin förmlich angesprungen haben.


Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Kommt drauf an. Wenn ich für einen historischen Roman immer weiter in die Vergangenheit abtauche und mich so weit es geht an die realen Begebenheiten jener Zeit halten will, dauert es zuweilen zwei Jahre, bis das Buch fertig ist. Ich habe es auch schon in weniger als 12 Monaten geschafft, weil ich bereits viele Vorkenntnisse über die geschichtlichen Hintergründe hatte. Für einen Krimi brauche ich ungefähr ein Jahr. Immer inklusive Recherchen.


Wie sieht Dein Autorenalltag aus?

Ich bin eine Nachteule und arbeite deshalb sehr gerne abends und teilweise bis weit in die Nacht hinein. Da kann ich mich ungestört auf meine Arbeit konzentrieren.  Wichtig für mich ist jedenfalls, dass alle anderweitig anfallenden Aufgaben erledigt sind, es möglichst ruhig um mich herum und --- mein Schreibtisch aufgeräumt ist.


Wer darf Dein Buch  zuerst lesen?

Mein Mann Rudi, der mich auch bei meinen Recherchen tatkräftig unterstützt, unsere Tochter Sabine und Schwiegersohn Oliver. Wenn es bei den Dreien nicht durchfällt besteht die Hoffnung, dass es die anderen Leserinnen und Leser auch mögen. Sie sind meine strengsten, aber auch liebsten und fairsten Kritiker und Fans. Mein Schwager Gunter Hackel begleitet mich während der Recherchen zu den historischen Romanen, hauptsächlich, was die militärische Seite darin betrifft, und Hauptkommissar Heinz Rindlbacher passt auf, dass ich die Arbeit der Polizei – sagen wir mal ‚möglichst nahe an der Realität entlang‘ beschreibe. Die beiden kennen den Inhalt meiner Bücher zum Teil schon, bevor sie gedruckt werden, und ich bin ihnen für ihre konstruktive Kritik und Mitarbeit sehr dankbar.


Vor kurzem wurde das historische Buch „Die Trossfrau“ im Maximum Verlag veröffentlicht. Dürfen wir Leser dort noch mehr Bücher von Dir erwarten?

Ja, und darüber freue ich mich ganz besonders, weil meine Bücher und ich bei Maximum von einem tollen Team betreut und unterstützt werden, und wir inzwischen recht ansehnliche Erfolge verzeichnen können. Aktuell schreibe ich an einem weiteren historischen Roman parallel zur Trossfrau, ein anderer wird gerade für eine Neuauflage vorbereitet. Außerdem arbeite ich an einem neuen Krimi, über den wir bei Maximum auch schon gesprochen haben.

Ah, das ist gut, dass Du die Neuauflage erwähnst. Ich kenne das Buch und habe später noch einige Fragen dazu.


Ich erwähnte ja anfangs, dass ich meine, Deine beiden Schwerpunkte liegen im Bereich Krimi und Historie. Du bist Mitglied bei den mörderischen Schwestern. Was kann ich mir darunter vorstellen?

Du hast ja vielleicht gut recherchiert! Stimmt. Ich bin als aktives Mitglied nicht nur für die WebSite der Mörderischen Schwestern in Bayern, sondern hier auch als Organisations-Schwester für die von den Mörderischen Schwestern ‚erfundene‘ Ladies Crime Night zuständig. Das ist eine etwas andere Lese-Veranstaltung für Krimi-Autorinnen, ein Format mit Schuss, das inzwischen sehr gut ankommt.


Außerdem bist Du tätig für den HOMER Literaturpreis. Eine Weile haben wir zusammen gearbeitet. Ich durfte Jury-Mitglied sein und weiß, wie viel Arbeit darin steckt. Wie schaffst Du das alles bloß?

Oh ja, daran erinnere ich mich immer noch sehr gerne. Ich bin ja, wie du weißt, nicht nur Jury-Koordinatorin für den HOMER Literaturpreis, sondern habe auch die letzten drei Galas zur Preisverleihung in Ingolstadt organisiert. Es steckt wirklich viel Arbeit und Zeit dahinter, und ist teilweise auch stressig, meine Aufgaben zur Zufriedenheit aller und zeitlich punktgenau unter einen Hut zu bringen. Zumal ich ja noch ein Leben außerhalb meines Daseins als Autorin und Organisatorin habe. Aber es macht Spaß, klappt irgendwie immer, und dann freue ich mich für alle Beteiligten über den Erfolg.


Durch Deine Tätigkeiten hast Du sehr guten Kontakt zu Autorenkollegen, wie sieht es denn mit Kontakten zu Lesern und Bloggern aus?

Ich bekomme immer wieder Mails oder PNs oder Kommentare von Leserinnen und Lesern, die mir beschreiben, wie sie meine Bücher empfunden haben. Das finde ich total schön, und ich bin da auch offen für jede Art konstruktiver Kritik. Zu Bloggern hatte ich bislang leider weniger Kontakt, das hat sich seltsamer Weise nie so richtig ergeben. Deshalb freue ich mich jetzt gerade sehr über den Kontakt zu dir als Bloggerin. Dankeschön!


Wie wichtig sind Dir diese Kontakte?

Seeehr wichtig. Ich freue mich über alle Zuschriften, die mich zu meinen Büchern erreichen, und beantworte auch alle. Ich habe sogar Fans, die mich seit der allerersten Veröffentlichung mit Mails und Kommentare begleiten, was ich total klasse finde. Danke auf diesem Weg!


Du bist auch viel unterwegs und liest aus Deinen Büchern, was bringt Dir das? Damit meine ich jetzt nicht unbedingt nur den Buchverkauf.

Was mir das bringt?  Ich liebe den Kontakt zu den Menschen, die sich für meine Bücher interessieren. Es gibt auch Video-Lesungen von mir, aber die Reaktion der Leute direkt zu erleben ist unvergleichlich viel spannender. Wenn ich sehe, dass sie die Emotionen meiner Protagonisten förmlich mit(er)leben, ist es für mich wie beim Schreiben: Ich bin plötzlich Teil der Geschichte. Wenn ich es schaffe, meine ZuhörerInnen beim Vorlesen da hinein mitzunehmen, weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin, und wenn sie hinterher noch meine Bücher kaufen, haben wir alle miteinander einen wundervollen Abend verbracht, von dem letztendlich jeder was hat ;)


In Ingolstadt habe ich Deine Tochter kennen gelernt und ich weiß, dass sie selber sehr gerne liest. Hat sie auch Ambitionen zur Schriftstellerei? Oder überlässt sie das lieber der Mutter und liest gerne Deine Bücher?

Sie überlässt das mir und liest lieber. Unter anderem auch meine Bücher ;) Ich lege großen Wert auf ihre Meinung dazu. Sie hat mich übrigens drauf gebracht, historische Bücher zu schreiben, fällt mir dabei gerade ein. Weil sie meine Art, ihren Geschichtsunterricht in der Schule im Nachgang aufzupeppen, einfach interessant fand und sich ein paar historische Begebenheiten besser vorstellen und merken konnte.


Außerdem hast Du Enkelkinder, bist oder warst Du eine vorlesende Omi?

Jaaaaa, sehr, sehr gerne. Inzwischen nicht nur für meine fünf Enkelmäuse, sondern für weit über dreihundert. Ich lese seit einigen Jahren in Kindergärten und Grundschulen Geschichten vor, die ich zum Teil selber geschrieben habe, oder spiele sie dort zusammen mit meinen beiden ‚FrühStückchen‘ Francesca Pane und Dani Richter. Da passiert es schon hin und wieder, dass mich Kinder beim Einkaufen sehen und zur Mami sagen: „Das da ist die Oma Carmen!“,  und nach einer gut gemeinten Belehrung mütterlicherseits stolz richtigstellen: „Doch, ich darf Oma Carmen zu ihr sagen.“ Stimmt, dürfen sie. Wobei ich nie so richtig weiß, wer in dem Augenblick mehr stolz ist.


Hast Du als Kind gerne gelesen und wenn ja, an welche Bücher erinnerst Du Dich?

Gerne und – heimlich. Damals war es - zumindest in meiner Familie - verpönt, einfach dazusitzen und sich womöglich mit Unnützem zu beschäftigen. Lesen gehörte in diese Kategorie, galt als reine Zeitverschwendung. Ich bin dann ab und zu in die Stadtbücherei gegangen und hab dort ein bisschen geschmökert, bis man mich entdeckt und hinauskomplimentiert hat, weil ich keine Mitgliedskarte hatte. Oder ich habe mir von Freundinnen Comics und Bücher ausgeliehen und sie mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen. Karl Mays Winnetou, Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar … waren meine absoluten Favoriten. Oder Micky-Maus- und Fix-und Foxi-Heftchen, die habe ich förmlich verschlungen. Heimlich natürlich. Damals habe ich mir fest vorgenommen, keinem Kind jemals das Lesen zu verbieten oder madig zu machen, und ich weiß, warum. Denn wie war das gleich? Lesen gefährdet die Dummheit.
Lach, der Spruch kommt mir irgendwie bekannt vor 😉


Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor würdest Du gerne besuchen und warum?

Den alten Herrn von Goethe. Ich würde mich liebend gerne mit ihm über seine Frauengeschichten unterhalten, und ihn außerdem fragen, wie er seine Texte geschrieben hat. Liefen sie – wie bei mir sehr oft – wie ein Film in seinem Kopf ab? Woher kamen seine Ideen, und wie war das tatsächlich mit Frau von Stein? Wie sieht er denn dieses grenzenlose Reisen innerhalb Deutschlands jetzt, das er sich unter anderem in seiner Funktion als Minister unter Herzog Carl August so sehr gewünscht hat? Über seine wissenschaftlichen Tätigkeiten und Erkenntnisse würde ich ihn ausfragen, seine spätere Sicht auf seine Arbeit als Autor seine Werke, undundund …


Gibt es ein Buch, das Du schon immer mal lesen wolltest, aber bisher noch nicht geschafft hast?

Ich habe mir mal in einem Anflug von Nostalgie eine Sammlung der Romane von Ludwig Ganghofer als eBooks gekauft, sie aber bis auf ein paar immer noch nicht alle gelesen. Dabei habe ich entdeckt, dass hinter den für den heutigen Lesegeschmack wirklich sehr kitschigen ‚Bildern’ in seinen Büchern zum Teil richtig gute Krimis stecken.


Hast Du eigentlich Zeit und Lust Bücher Deiner Kollegen zu lesen, ohne sie irgendwie bewerten zu müssen? Denn für den HOMER Literaturpreis erhältst Du ja reichlich Bücher, die gelesen werden müssen.

Oh ja, durchaus. Und ich lese natürlich nicht nur die historischen Romane, die für den HOMER-Preis auf meinem Schreibtisch landen, ich habe auch unter meinen Kolleginnen und Kollegen aus der Zunft der Krimiautoren ein paar Favoriten, von denen ich sehr gerne was lese.


Wie immer frage ich sehr viel und hinterher stelle ich fest, dass es noch das eine oder andere gegeben hätte, was ich vergessen habe zu fragen. Deshalb gebe ich Dir hier die Gelegenheit, was wolltest Du uns Lesern immer schon mal sagen?

Du hast alles gefragt, worauf ich spontan eine Antwort gefunden habe. Vielen Dank dafür. Das sage ich auch meinen Leserinnen und Lesern: Vielen Dank, dass ihr meine Bücher nicht nur lest, sondern mir auch sagt und zeigt, ob, und wenn ja, wie sehr ihr sie mögt. Ich freue mich über konstruktive Kritik, und habe aus einigen Reaktionen von euch schon Anregungen und Ideen gewonnen, die ich gerne in einem der nächsten Bücher umgesetzt habe. Am allermeisten freue ich mich, viele von euch bei meinen Lesungen kennengelernt zu haben und noch kennen lernen zu dürfen. Wir sehen uns!


Zum Abschluss nenne ich immer Namen oder Begriffe und frage, was einem dazu einfällt, so nun auch bei Dir:

Paris Da habe ich in meiner Sturm- und Drangzeit fast ein Jahr lang als fille au-pair ein aufregend glückliches Leben geführt, an das und die damit verbundenen Menschen und Ereignisse ich heute noch gerne zurückdenke. Ganz abgesehen davon, dass ich in Paris dem Mann meiner Kindheitsträume für einen kurzen Augenblick gegenüber stand (aber mich nicht getraut habe, ihn anzusprechen …): Pierre Brice, ‚meinem‘ Winnetou.

Astrid Lindgren Ich habe ihre Geschichten erst als Erwachsene kennengelernt – und konnte leider nicht so viel mit ihnen anfangen. Allerdings hat mich davon unabhängig ihre Persönlichkeit beeindruckt, nachdem ich ein Fernseh-Interview mit ihr gesehen habe.

Asien Eine Welt, die sich mir in meiner jahrelangen Funktion als Einkäuferin für deutsche Firmen auf eine Weise erschloss, die ich als mögliche Touristin so nie gesehen hätte, und in die ich mich unsterblich verliebt habe. Vor allem liebe ich Hong Kong, wo meine ehemaligen Agenten Michelle und Patrick leben, die längst zu Freunden geworden sind.


Liebe Carmen, ich bedanke mich vielmals, dass Du meine Fragen beantwortet hast, aber ich erlöse Dich noch nicht, denn nun kommen noch weitere Fragen zu einem Buch. Im Juni erscheint im Maximum Verlag die Neuauflage von dem Buch "Das Awaren-Amulett".

Na dann: Leg los!



Ich lese sehr gerne historische Bücher, dadurch erfahre ich so nebenbei vieles über das Leben der damaligen Zeit. Allerdings stelle ich es mir sehr aufwändig vor, denn es bedarf ja einer sehr gründlichen Recherche.

Das ist wohl wahr. Unter uns: Es geht mir bei den Recherchen wie Dir beim Lesen. Ich erfahre Vieles über das Leben in der damaligen Zeit, von dem ich keine Ahnung hatte, und finde es ausgesprochen spannend, was ich dabei oftmals herausfinde.


Wie bist Du auf die Idee gekommen, dieses Buch zu schreiben?

Wie gesagt: Ich wollte wissen, woher meine Vorfahren kamen, von denen ich anhand eines von meinem Großvater in Auftrag gegebenen Stammbaums nur wusste, dass sie ihres Glaubens wegen aus Österreich geflüchtet und in Württemberg sesshaft geworden sind. Das hat mich nicht mehr losgelassen und aus der anfänglichen Neugier ist unter anderem dieses Buch entstanden.


Wie viel Zeit benötigst Du für Deine vorbereitenden Arbeiten?

Bei dem Buch habe ich ziemlich lange gebraucht, weil ich ja ursprünglich nur den Weg meiner Vorfahren nachzeichnen wollte. Genau weiß ich das gar nicht mehr. Prinzipiell brauche ich inzwischen ungefähr zwei Drittel der Gesamtzeit für Recherchen, ein Drittel fürs Schreiben.


Die Personen unterhalten sich natürlich auch in Deinen Büchern, wie schwer ist es, sich der damaligen Sprache anzupassen?

Das ist ziemlich schwierig, und zwar aus mindestens zwei Gründen: Erstens, weil es zwar alte Schriftstücke gibt, die ahnen lassen, wie sich damals die Leute unterhalten haben könnten. Aber da ist es wie heute auch: Zwischen realem Sprechen und Geschriebenem gibt es deutliche Unterschiede.  Dabei ist es nochmal anders, wenn es sich um Dialekt handelt. Ich habe mich bei den Ortsnamen in meinen historischen Romanen an die damals übliche Schreibweise gehalten und sie im Glossar erklärt. Bei direkten Reden habe ich die Art der Unterhaltung gewählt, die ein wenig an das erinnert, wie man damals gesprochen haben könnte, und dem, wie es heute flüssig lesbar ist.


In dem Buch macht sich Johannes auf den Weg, weil er seine Schwester sucht. Er hatte ja keine Landkarte, aber konntest Du alte nutzen? Schließlich musst Du ja eine Furt oder so finden, Brücken gab es ja nicht.

Da hatte ich das Glück, während meiner Recherchen immer wieder auf Leute zu treffen, die mir alte Karten gezeigt haben oder wussten, in welchem Archiv ich genau die finde, die für mich wichtig war.  Brücken gab es damals schon, aber nicht immer genau da, wo ich sie haben wollte. Da musste mein Johannes schon auch mal einen weiten Umweg nehmen. Auch Wegstrecken verliefen vor 400 Jahren anders als heute. An die habe ich mich anhand alter Karten oder Bildmaterial gehalten, sofern vorhanden.


Mir gefällt es, wenn in historischen Büchern auch Personen vorkommen, die wirklich gelebt haben. Wie ist es bei Dir, Du sammelst ja enorm viele Informationen und hast ein umfangreiches Wissen. Kommen dann doch vielleicht noch Ideen zu weiteren historischen Romanen?

Gerade während meiner Recherchen tauchen immer wieder Personen oder Situationen auf, über die es weitaus mehr zu berichten gäbe, als ich in mein aktuelles Projekt einarbeiten möchte. Da kribbelt es dann schon in meiner Autorinnenseele, ein Buch zu schreiben, in dem es mehr darüber zu lesen gibt, als in dem, das ich gerade schreibe. Die Ideen gehen mir wirklich nicht aus.


Weißt Du am Anfang des Buches schon den gesamten Ablauf? Oder mogeln sich dann unterwegs doch Personen ins Geschehen, was vorher nicht geplant war?

Ich glaube anfangs immer fest daran, den Ablauf meines Buches und den Schluss genau zu kennen. Und dann widersetzen sich meine Protagonisten diesen Plänen plötzlich, Personen tauchen auf, von denen ich vorher überhaupt keine Ahnung hatte, und alles läuft anders als geplant. Inzwischen weiß ich: Auch fiktive Charaktere sind nur Menschen …


Musst Du Dich doch öfter wieder daran erinnern, dass Du beim Schreiben in einer anderen Zeit bist oder tauchst Du so richtig ab?

Ich tauche so richtig ab, bin irgendwann mitten im Geschehen. Deshalb mag ich auch keine Musik hören nebenbei, dass im Nebenraum der Fernseher mit den aktuellen Nachrichten läuft oder der Mailmelder blinkt. Das sind auch Gründe, weshalb ich abends oder nachts gerne schreibe.


So und nun erlöse ich Dich von meinen Fragen, lach. Nein, es hat Spaß gemacht, Dein Buch zu lesen und mir Gedanken dazu zu machen.

Liebe Ulla, es hat mir großen Spaß gemacht, Deine Fragen zu lesen, mir Gedanken darüber zu machen und sie zu beantworten. Herzlichen Dank dafür und herzliche Grüße! von der Carmen




Stellvertretend für alle Bücher, die Carmen Mayer geschrieben hat, stelle ich hier das Cover von dem Buch "Die Trossfrau" ein. Dieses Buch ist ebenfalls im Verlag Maximum erschienen.


Die Trossfrau

erschienen: 2. Dezember 2019

Seiten: 336

meine  Rezension dazu: klick hier






Wer noch mehr über die Autorin und die erschienenen Bücher erfahren möchte, kann dies auf folgenden Seiten von

Carmen Mayer

Homepage

Autorenseite bei Amazon

Maximum Verlag

hier ist Carmen Mayer aktiv:

Mörderische Schwestern

HOMER historische Literatur


Sonntag, 10. Mai 2020

Rezension - Leichen, die auf Kühe starren


Autorin: Tatjana Kruse

Titel: Leichen, die auf Kühe starren

Genre: Krimi, Krimödie

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 28. April 2020

Seiten: 288

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Haymon Verlag



Über die Autorin:
Die Krimiautorin Tatjana Kruse, Jahrgangsgewächs aus süddeutscher Hanglage, lebt und meuchelt in Schwäbisch Hall. Ihre Krimis sind schräg, komisch und immer mit einem Augenzwinkern geschrieben.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Skilehrerterror oder rabiate Hinterseer-Fans? Tote zwischen Touristenattraktionen! Zwischensaison im Tiroler Tourismusort Nr. 1: Die Gäste haben Kitzbühel verlassen. Es könnte so friedlich sein unterhalb der Streif. Fast schon langweilig. Doch da findet man ein Männerbein in der Eisgrube des Eishockeystadions, eine manikürte Männerhand im Schwarzsee und einen Männerkopf in einer Truhe des Stadtmuseums. Wenn man die drei Teile zusammensetzt, bilden sie allerdings kein Ganzes. Will heißen, es handelt sich um die Reste von drei verschiedenen Leichen. Und das ist erst der Anfang! Wo normalerweise Sportgrößen und Promis in schöner Eintracht Weißwürste speisen, kann einem jetzt durchaus der Appetit vergehen: Es geht mörderisch zu! Zimmermädchen Luisa kennt die dunkelsten Geheimnisse ihrer Gäste und ermittelt, tatkräftig und gewieft, auf eigene Faust - denn nirgends ist man den Schurken näher als in ihren Hotelbadezimmern Doch bald ist auch Luisas Haut in Gefahr


Meine Meinung:
Um direkt mit dem Ende zu beginnen... selten lege ich einen Krimi, wenn ich ihn zu Ende gelesen habe, mit einem Grinsen im Gesicht zur Seite. Bei Tatjana Kruse passiert mir das immer häufiger. Deshalb möchte ich ebenfalls noch erwähnen, dass ich von ihren Büchern begeistert bin.
Ein Krimi muss spannend sein, ich darf nicht von Anfang an wissen, wer der Täter ist. Ich möchte mitraten und bin immer gespannt darauf, ob ich mit meinen Vermutungen richtig liege. Wenn sich zur Spannung dann noch ein besonderer Humor gesellt, dann findet meine Begeisterung kein Ende. 
Die Autorin schreibt mit herrlich schwarzem Humor, sie bietet mir besonders originelle Typen mit speziellen Namen an, wie zum Beispiel, ach nein, ich will doch nichts verraten. Die Nebenschauplätze sind gelungen und bereiten mir sehr viel Lesevergnügen. Ach, etwas kann ich doch erwähnen, denn damit verrate ich nicht zu viel. Ich weiß nun, was Vitzliputzli ganz besonders gerne mag und einen Magermilchjoghurt betrachte ich  nun mit ganz anderen Augen.
Das Cover begeistert mich genauso wie das Buch, es passt so wunderbar.


Fazit:
Ein Krimivergnügen der besonderen Art. Ich bin begeistert und empfehle das Buch sehr gerne weiter. Ich selber werde im Laufe der Zeit noch mehr Bücher der Autorin lesen.

Rezension - Orangenträume


Autorin: Manuela Inusa

Titel: Orangenträume

Genre: Roman

Version: eBook, Hörbuch und Taschenbuch

erschienen: 27. April 2020

Seiten: 432

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag




Über die Autorin:
Manuela Inusa wurde 1981 in Hamburg geboren und wollte schon als Kind Autorin werden. Kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag sagte die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin sich: »Jetzt oder nie!« Nach einigen Erfolgen im Selfpublishing erscheinen ihre aktuellen Romane bei Blanvalet. Zuletzt verzauberte die Valerie-Lane-Reihe die Herzen der Leserinnen und eroberte auf Anhieb die SPIEGEL-Bestsellerliste. Die Autorin liebt es zu reisen, liest vorzugsweise Thriller und könnte jeden Tag Spaghetti essen. Außerdem hat sie eine Vorliebe für Tee und britische Popmusik. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern noch immer in ihrer Heimatstadt.


Kurzbeschreibung, übernommen:
Wenn die Orangen in den Bäumen leuchten und die Sonne hoch am kalifornischen Himmel steht, ist es Zeit, sich zu verlieben ...
Endlich ist für Lucinda die schönste Zeit des Jahres gekommen: Wie jeden Juli besuchen ihre drei besten Freundinnen sie auf ihrer geliebten Orangenfarm im sonnigen Kalifornien. Der Plan: Orangen pflücken, die Sonne genießen, in Erinnerungen schwelgen und über das Leben und die Liebe sprechen – da gibt es zum Beispiel Jonah, den attraktiven Lebensmittelhändler aus dem Nachbarort, mit dem Lucinda sich mehr als nur eine Liebelei vorstellen könnte. Doch Rosemary, Jennifer und Michelle wissen nicht, dass die Farm kaum noch Gewinn macht und Lucinda kurz vor der Pleite steht. Als sie den Freundinnen offenbart, dass dies wohl der letzte Orangensommer sein wird, sind alle entsetzt. Doch sie fassen einen Plan, die Farm zu retten ...


Meine Meinung:
Da mir bisher alle Bücher von Manuela Inusa, die ich gelesen habe, gefallen haben, war ich natürlich auf dieses neue Buch besonders gespannt.
Diesmal hat mich die Autorin auf eine Orangenfarm in Kalifornien mitgenommen. Ich habe einiges über Orangen erfahren und werde demnächst  meine geliebte Orangenmarmelade noch mehr genießen können. Aber viel wichtiger sind die vier Frauen, die ich in diesem Buch kennen lernen durfte und die ich sofort in mein Leserherz geschlossen habe. Jede von ihnen hat ein besonderes Päckchen zu tragen. Im Laufe der Geschichte sollte ich alles erfahren. Natürlich hoffte ich sehr, dass es für jede gut endet und deshalb konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt und das schnellstmöglich, erfahren wollte, wie sich alles entwickelt. Zu meiner Freude endete das Buch so, wie ich es mir gewünscht hatte. Mehr will ich dazu aber nicht verraten.
Die Autorin hat in ihrer Geschichte nicht einfach nur berichtet, was die vier Freundinnen an ihrem gemeinsamen Wochenende erleben. Sie hat dabei auch Themen gewählt, die leider sehr oft der Realität entsprechen. So entstand ein bewegendes Buch mit vielen Höhen und Tiefen.


Fazit:
Eine weitere sehr schöne Folge der Serie mit kalifornischen Träumen. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und ich freue mich schon auf das nächste Buch.


Beim Verlag möchte ich mich vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken