Sonntag, 21. Juni 2015

Rezension - Arne und Zippora - Allein gelassen


Autorin: Petra Mehnert

Titel: Arne und Zippora - Allein gelassen

Genre: Jugendroman

Version: eBook und Taschenbuch

erschienen: 7. August 2014 = 2. überarbeitete Ausgabe

Seiten: 648

Altersempfehlung: Jugendlich und Erwachsen


Die Autorin Petra Mehnert, geboren 1965 in Augsburg, lebt seit 1989 mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Ottenbach. Geschrieben hat sie schon als Jugendliche gern, doch erst mit den eigenen Kindern fing sie an, Bücher zu schreiben.

Kurzbeschreibung, übernommen:
Die Zwillinge Arne und Zippora Cavatoni werden durch eine grausame Tat aus ihrem Leben gerissen und müssen aus ihrer Heimat am Lago Maggiore fliehen. Sie kommen nach Süddeutschland und versuchen, sich irgendwie durchzuschlagen - immer verfolgt von den Augen des Gesetzes und der Angst vor Entdeckung. In jeder Stadt erleben sie gefährliche Abenteuer und müssen sich mit bösen Menschen herumschlagen. Aber sie finden auch gute Freunde, denen sie sich anvertrauen können. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden Tabea und Emanuele verlieren sie aber niemals ihr Ziel aus den Augen: Irgendwann nach Hause zurückzukehren und wieder ein „normales“ Leben zu führen. Wird ihnen das gelingen?

Meine Meinung:
Zu meiner Freude gibt es auch Jugendbücher, an denen Erwachsene ihre Freude haben. Bei diesem Buch war es so. Ich fand es ungemein spannend zu lesen, was Arne und Zippora auf ihrer Reise, die ja eigentlich eine Flucht war, so alles erlebten.
Die Zwillinge sind gerade 13 geworden und am Tag nach ihrem Geburtstag verändert sich ihr Leben sehr dramatisch. Um ihr Leben zu retten, müssen sie fliehen und dabei gehen sie von Anfang an sehr vernünftig vor. Manchmal handeln sie zwar spontan, was auch gefährlich werden kann, aber insgesamt gehen sie sehr überlegt mit der Situation um. Schließlich sind sie als 13jährige in einem Alter, wo man selber nicht so richtig weiß, was man will, wer man ist und zu allem Überfluss müssen sie sich mit den Hormonen und Änderungen des Körpers auseinander setzen.
Mir hat es sehr gut gefallen, was die Autorin ihre Protagonisten so alles erleben lässt. Dabei müssen sie sich mit vielen Begebenheiten auseinandersetzen. Die Zwillinge haben einen großen Gerechtigkeitssinn und ein gutes soziales Verhalten. Die Idee, in den Städten eine Aufgabe zu erfüllen, finde ich toll und es lenkt sie auch so ein bisschen von ihrem Kummer ab. Ich hatte mich zu Anfang über die hohe Seitenzahl des Buches gewundert, aber dann war mir klar, warum es so viele sind. Petra Mehnert hat sehr ausführlich über die Fahrten durch den Süden Deutschlands geschrieben. Die Zwillinge haben unterwegs zwei weitere Kinder in ihrem Alter getroffen, die ebenfalls von zu Hause weggelaufen sind. Alle zusammen waren sehr wißbegierig, wollten ihr Lernen nicht vernachlässigen hatten viele Fragen an die Erwachsenen, ganz besonders über ihre Berufe und Hobbies.  Mal  ganz davon abgesehen, dass die Kinder, aus den verschiedensten Gründen, alleine unterwegs waren, würden sich viele Eltern wohl solche Kinder wünschen.
Ach, ich könnte hier noch so vieles aufzählen, was mir gefallen hat und was die Autorin zu meiner Freude in die Geschichte hat einfließen lassen, aber das würde den Rahmen sprengen.
Ich hatte auf jeden Fall Spaß daran, die Kinder zu begleiten und habe mit ihnen gebangt, wenn sie in vermeintlich aussichtlosen Situationen steckten.
So ausführlich über die Reise berichtet wurde, so schnell war dann auf einmal alles zu Ende. Ich hätte dort gerne noch mehr gelesen und eigentlich würde ich zu gerne erfahren, wie es denn weitergeht. Mir würde auch ein Epilog reichen, aber ausführlich. Allerdings bietet sich das Ende auch für eine Fortsetzung an.

Von Petra Mehnert habe ich schon einige Krimis für Erwachsene gelesen und fand nun den Vergleich sehr interessant. Der Schreibstil und die Wendungen der Geschichte sind dem jungen Leser angepasst. Wir als Erwachsene würden vielleicht die eine oder andere Situation nicht so hinnehmen, oder als doch sehr märchenhaft bezeichnen. Manches ist einfach zu schön um wahr zu sein. Aber es reicht ja schon, dass auf ganz vieles eingegangen wird, was jungen Leuten passieren kann, wenn sie alleine unterwegs sind. Gelangweilt habe ich mich auf jeden Fall nicht beim Lesen.


Fazit:
Neben der Spannung kam die erste  Liebe und andere Erfahrungen, die die jungen Leute machen mussten nicht zu kurz. Deshalb würde ich dieses Buch auch Erwachsenen empfehlen, die Kinder in dem Alter haben. Manches mögen sie nach dem Lesen vielleicht besser verstehen. Und jungen Leuten empfehle ich das Buch sowieso, zeigt es ihnen doch, dass sie Abenteuer erleben können, ohne Pippi Langstrumpf als Begleiterin zu haben. Und vor allen Dingen sollten sie dabei nicht aus den Augen verlieren, dass sie auch auf solch Reisen etwas lernen können und es keinem schadet.

Ich möchte mich bei der Autorin vielmals für das Rezensionsexemplar bedanken. Von alleine wäre ich nicht auf den Gedanken gekommen, dieses Buch zu lesen, denn Jugendbücher stehen bei mir selten auf der Leseliste.

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