Dienstag, 19. Februar 2019

Autoreninterview - Katharina Mosel

Buchmesse Frankfurt 2018 
wir haben uns endlich mal getroffen




Liebe Katharina,

ich freue mich, dass Du Dich meinen Fragen stellen möchtest. Aber zuerst einmal möchte ich kurz schreiben, wie wir Kontakt zu einander bekommen haben.
Eine sagt es der anderen ;) vieles läuft nach diesem Motto, so wurde ich durch eine andere Autorin auf Deine Bloggersuche aufmerksam. Das Buch interessierte mich und ich habe mich natürlich gemeldet. Nun ist es ja so, dass wir beide nicht weit voneinander entfernt wohnen, aber es bisher noch nicht geschafft haben, uns zu treffen. Dafür müssen wir erst nach Frankfurt fahren.

Nun möchte ich aber mit meinen Fragen loslegen.


Du bist als Anwältin in einer eigenen Praxis tätig, wie bist Du auf die Idee gekommen, ein Buch zu schreiben?

Vor meinem 50. Geburtstag hatte ich das Gefühl, dass ich in meinem Leben noch einmal etwas anderes machen müsste, als „nur“ juristische Schriftsätze zu verfassen. Vermutlich die Midlife-Crisis. Ich telefonierte damals mit meiner Cousine, die auch Anwältin ist und jammerte ein wenig über mein Alter und das tägliche Anwaltsleben. Du kannst dir das bestimmt vorstellen. Zusammen kamen wir auf die glorreiche Idee ein Buch zu schreiben. Ein Buch, das auf humorvolle Art und Weise den Alltag einer Anwältin schildert und auch beschreibt, wie schwierig es ist und mit welchen Problemen frau zu kämpfen hat, wenn sie sich als Anwältin selbstständig macht. Die Idee zu unserem Buch “Paragrafen und Prosecco – Justitia und das wahre Leben“ wurde in diesem Telefonat geboren, und es hat uns beiden sehr viel Spaß bereitet, die Geschichte niederzuschreiben. Dabei haben wir zunächst überhaupt nicht an eine Veröffentlichung gedacht.



Da Du ja wohl nebenher schreibst, würde ich gerne wissen, wie lange Du für ein Buch brauchst.

Beim ersten Buch hat es ein paar Jahre gedauert, bis wir zufrieden waren. Für meine anderen beiden habe ich jeweils ein Jahr gebraucht und ich bin zuversichtlich, dass mein nächster Roman Ende dieses Jahres erscheinen wird.



Wie findest Du Deine Ideen oder finden sie Dich?

Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Die Ideen kommen mir beim Schreiben. Natürlich erlebt man als Anwältin auch so einiges, die besten Geschichten schreibt das Leben.



Wie werden die Ideen festgehalten?

Wenn ich daran denke, halte ich sie in einem Notizbuch fest. Das gelingt mir aber nicht immer.



Kann es vorkommen, dass Du während des Schreibens schon Ideen für weitere Bücher hast?

Ja, das kommt vor. Aktuell habe ich schon eine Idee für ein weiteres Buch. Aber erst muss das jetzige Manuskript fertiggestellt werden.



Deine Bücher geben einiges von der Tätigkeit als Anwältin wieder und sie beschreiben Frauen der Gegenwart. Hast Du schon mal überlegt auch in einem anderen Genre zu schreiben, wie zum Beispiel einen Krimi?

Nö, bisher nicht. Mein Thema sind Frauenfreundschaften und die Veränderung meiner Protagonistinnen aufgrund äußerer Umstände in ihrem Leben. Ich bin eine begeisterte Krimileserin. Aber selbst Krimis schreiben kommt derzeit zumindest nicht in Betracht.



Wer darf Dein Buch als erstes lesen?

Mein Mann liest Auszüge, wenn ich ihn zwinge. J Ansonsten liest meine Lektorin das Buch als erstes.



Hast Du überhaupt Zeit, Bücher Deiner Kollegen zu lesen?

Ein Leben ohne Bücher ist sinnlos, hihi. Ja klar, ich lese immer vor dem Einschlafen.



Du schreibst, dass Du als Kind eine Leseratte warst. Mir kommt Deine Aussage, dass Du damals  mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen hast, wirklich sehr bekannt vor. Welche Bücher hast Du gelesen, kannst Du Dich an Titel erinnern?

Ich habe alle Winnetou-Bücher gelesen, außerdem die Bücher von  James Fenimore Cooper (die Lederstrumpf-Romane), d.h. überhaupt alles, was mit Indianern zu tun hatte.



Hast Du ein Autorenvorbild?

Nein.



Was erwartest Du selber von einem Buch?

Ein Roman soll mich unterhalten und vom Alltag ablenken.



Geboren und aufgewachsen bist Du im Norden, jetzt wohnst Du in Köln. Das sind ja sehr große Gegensätze, wie kommst Du mit der rheinischen Mentalität klar?

Für eine Hamburgerin ist es schwer, mit der relativen charmanten Unzuverlässigkeit der Rheinländer klarzukommen. Es hat ein wenig gedauert, bis ich Versprechungen, sich mal zu treffen, nicht mehr so ernst genommen habe. Nach wie vor habe ich „Probleme“ mit dem Karneval. Es ist faszinierend, wie sich an Weiberfastnacht eine ganze Stadt mehr oder weniger verkleidet. Trotzdem ist diese Art zu feiern nichts für mich. Beim Schunkeln werde ich eher steif.



Als Anwältin ist Dir das Grundgesetz ja noch geläufiger als unsereinem. Kennst Du denn auch das „Rheinische Grundgesetz“?

Na klar. Besonders der Satz „Es hätt noch immer jot jejange“ ist ein Motto, was mir liegt.



Wenn Du in die Vergangenheit reisen könntest, welchen verstorbenen Autor würdest Du gerne mal besuchen und warum?

Ach da gibt es ganz viele. Ich würde zum Beispiel gerne mit Margarete Mitscherlich über Feminismus in der heutigen Zeit diskutieren.



Wir haben uns auf Facebook gefunden, bist Du dort sehr aktiv? Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Lesern?

Ich habe nicht so viel Zeit, um sehr aktiv bei Facebook zu sein. Und um ehrlich zu sein: Manchmal gehen mir die sozialen Netzwerke ganz schön auf die Nerven. Der Kontakt zu meinen Lesern ist mir sehr wichtig, ich freue mich immer, wenn sie sich bei mir melden und erzählen, ob ihnen die Bücher gefallen haben. Am besten ist es natürlich sich live zu treffen, zum Beispiel auf einer Buchmesse oder auf einer Lesung.



Du bist Mitglied im Autorinnenclub, möchtest Du kurz etwas darüber erzählen?

Sehr gerne. Der Autorinnenclub ist ein Netzwerk deutschsprachiger Autorinnen, die ein gemeinsames Miteinander unter Kolleginnen schätzen. Unser Ziel ist es, uns gegenseitig als Autorinnen zu unterstützen. Wir lieben den Kontakt zu unseren Leserinnen und Lesern, denen wir die Bücher unserer Kolleginnen ehrlich und authentisch empfehlen. Dieses Jahr haben wir das erste Mal einen Stand auf der Leipziger Buchmesse. D 409 in Halle 5. Ich hoffe, du kommst uns besuchen.

Ich werde Euch auf jeden Fall besuchen.



Deine Bücher hast Du als Self-Publisherin veröffentlicht, wie kam es dazu?

Ich bin als Anwältin von Anfang an selbstständig unterwegs. Da lag es nahe, dass ich meine Bücher auch ohne Verlag eigenständig herausbringe. Das macht zwar mehr Arbeit, da ich mich um alles selbst kümmern muss, bietet aber auf der anderen Seite auch die Möglichkeit, alleine Cover, Titel und alle anderen Sachen rund um das Buch selbst zu bestimmen.



Bist Du damit zufrieden?

Ja. Im Moment sehe ich keinen Grund etwas zu ändern.



Nun habe ich wie immer sehr viel gefragt, aber mit Sicherheit nicht an alles gedacht. Deshalb gebe ich Dir hier die Gelegenheit, was wolltest Du uns Lesern immer schon mal sagen:

Es ist fabelhaft, wie mich meine Leser durch Rezensionen, Beiträge in den sozialen Netzwerken und nicht zuletzt durch das Kaufen meiner Bücher J unterstützen. Das motiviert mich sehr, weiterzuschreiben. So habe ich gerade eine Newsletter ins Leben gerufen, in dem man exklusiv etwas aus der Welt von Paragrafen-und-Prosecco erfährt, außerdem erhält man Einblicke in den Arbeitsalltag einer Anwältin. Es bereitet mir viel Freude diese Beiträge zu schreiben. Ich hätte nie gedacht, dass das Interesse meiner Leser an dem Anwaltsleben so groß ist.


Gerne frage ich meine Interviewpartner, was ihnen zu Namen und Begriffen einfällt. So nun auch bei Dir:

He lücht
Der Barkassenführer in Hamburg, der bei einer Hafenrundfahrt Seemannsgarn spinnt.

Willy Millowitsch
Heidi Kabel

Astrid Lindgren
Pippi Langstrumpf

Das doppelte Lottchen
Die wunderbaren Bücher von Erich Kästner


Vielen Dank liebe Katharina, dass Du Dir die Zeit genommen und mir meine Fragen beantwortet hast.



Und nun möchte ich auf die Bücher hinweisen, die von Katharina Mosel bisher erschienen sind:





Paragrafen und Prosecco: 

Justitia und das wahre Leben







Vier Mal Frau












Paragrafen und Prosecco

Justicia und andere Katastrophen









Mehr über Autorin und ihre Bücher kann hier nachgelesen werden:

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