Freitag, 18. Juli 2014

Rezension - Wolgatöchter

Autorin: Ines Thorn

Titel: Wolgatöchter

Genre: Historischer Roman

Version: eBook und gebundene Ausgabe

erschienen: 18. Juli 2014

Seiten: 384

Altersempfehlung: Erwachsene

Verlag: Wunderlich
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Die Autorin Ines Thorn wurde 1964 in Leipzig geboren. Nach einer Lehre als Buchhändlerin studierte sie Germanistik, Slawistik und Kulturphilosophie. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Kurzbeschreibung, übernommen:
Frankfurt, im Jahr 1765. Die Schwestern Annmarie, Aurora und Lydia leben in ständiger Furcht, denn ihr Vater Georg Reiche wird als Kunstdieb und Kunstfälscher im ganzen Land gesucht. Da begegnet Reiche durch Zufall einem Werber aus dem großen russischen Reich. Im Auftrag von Katharina II. soll er deutsche Bürger in ihr Land holen. Endlich scheint sich für die heimatlose Familie ein Ausweg aufzutun. Doch Russlands Härte trifft sie unerwartet. An der Wolga folgen auf kalte, raue Winter heiße, staubige Sommer. Das Haus, in das die Reiches einziehen, wurde einst von Kalmücken überfallen, die dort lebende Familie ermordet. Immer obsessiver begibt sich Annmarie auf die Spuren von Mariann, der ermordeten Tochter, während Aurora sich mit einem jungen Balten auf eine gefährliche Affäre einlässt und Lydia zwischen zwei Männer wählen muss: dem, den sie liebt und dem, der das Überleben an der Wolga sichert. Die Schwestern kämpfen für den Erhalt ihrer Existenz, für die große Liebe und den verdienten Erfolg - kurz: Sie kämpfen um ein Leben, das seinen Namen verdient...

Meine Meinung:
Bisher hatte ich mich mit diesem Teil der deutschen und russischen Geschichte wenig auseinander gesetzt. Natürlich ist bekannt, dass die Zarin Katharina die Große Deutsche in ihr Land holte. Aber über die näheren Lebensumstände weiß man doch weniger. Deshalb hatte ich nach dem Lesen des Klappentextes große Lust dieses Buch zu lesen und ich wurde nicht enttäuscht.
Ich konnte die Familie Reiche auf ihrem Weg an die Wolga begleiten und habe dabei sowohl etwas aus ihrem Leben und auch über die Probleme der Auswanderer erfahren. Ines Thorn hat es sehr gut verstanden, beides mit einander zu verknüpfen.
Nicht nur Ilse und Georg Reiche mit ihren drei Töchtern hatten große Erwartungen an das neue Leben in dem ihnen unbekannten Land. Mit ihnen ging es Hunderten so, wovon leider viele das Ziel nicht erreichten. Sehr eindrucksvoll schildert die Autorin die Strapazen der Reise und dem Neubeginn. Die Familie hat es wirklich nicht leicht. Dachten sie doch, dass Georg seiner Arbeit als Maler nachgehen könnte und damit den Lebensunterhalt seiner Familie bestreiten würde. Dass sie nun als Bauern ihr Auskommen sichern sollten, hat sich niemand träumen lassen. Oder wie sagte Ilse des öfteren: Das wurde mir nicht an meiner Wiege gesungen.
Auch die drei Töchter hatten die unterschiedlichsten Vorstellungen und Träume über ihre Zukunft. Aurora war in meinen Augen zu Beginn die größte Träumerin und auch ein verwöhntes dummes Ding. Zu gerne hätte ich ihr mal den Kopf gewaschen. Zu meiner Freude konnte ich dann aber doch feststellen, dass sie erwachsen wurde. Lydia und Annmarie haben ihren Weg auch gefunden und die Entscheidungen getroffen, die für ihr weiteres Leben wichtig waren.
Alle Familienmitglieder habe ich ins Herz geschlossen, den einen mochte ich weniger, die andere mehr. Aber so ist es ja nun auch im wirklichen Leben.

Von Anfang bis Ende hat mich dieses Buch gefesselt. Mir hat es sehr gefallen etwas mehr über die Auswanderung und deren Umstände zu lesen. Natürlich habe ich mich auch schlau gemacht, wohin denn die Reise genau ging. Das Land ist ja so unermesslich groß und ich weiß nicht, ob ich den Mut gehabt hätte, mich auf die beschwerliche Reise ins Unbekannte zu machen. Aber vielen Menschen ging es zu der Zeit sehr schlecht und sie sahen darin für sie die große Hoffnung.

Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es von diesem Buch Fortsetzungen geben könnte. Auf der anderen Seite wüsste ich jetzt nicht, ob ich wirklich alles wissen will, denn den Familien standen schlimme und grausame Zeiten bevor.

Fazit:
Wer historische Romane liebt und neben der Handlung rund um die Auswandererfamilie etwas über Geschichte erfahren möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen.

Ich bedanke mich beim Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.

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