Mittwoch, 4. April 2018

Autoreninterview - Ele Wolff






Liebe Ele, ich freue mich, dass Du Dir die Zeit nimmst und meine Fragen beantwortest. Bevor ich mir die Fragen überlege, informiere ich mich hier und dort. Vor einem Jahr wurde ich auf Deine Krimis aufmerksam und mich haben alle, die ich bereits gelesen habe, begeistert. Bei meiner Recherche habe ich gelesen, dass Du erst sehr spät mit dem Schreiben von Büchern angefangen hast.

Wie das so ist, die Kinder sind aus dem Haus und dann tun sich oft ungeahnte Dinge im Leben auf. Manche machen Ikebana, steigen auf Berge oder überwintern in Spanien. Bei mir war es das Schreiben.



Wie bist Du auf die Idee gekommen, ausgerechnet Krimis zu schreiben?

Beim Schreiben für das Buch „Bei Stina brennt noch Licht“ hatte ich die Idee, die Geschichte der drei älteren Schwestern Lindemann zu erzählen. Auf einmal wurde die ältere Schwester Stina so böse und kriminell, dass es ein Krimi wurde. Und da hatte ich Blut geleckt.



Hast Du Dir schon mal Gedanken gemacht, ob Du auch in anderen Genre schreiben willst?

Sicher werde ich noch mal einen Familienroman schreiben, etwas Heiteres und Humorvolles. Ob ich da ohne Mord auskommen, weiß ich nicht mit Bestimmtheit.



Oder wenn Du bei Krimis bleiben möchtest, in einer anderen Zeit, zum Beispiel sind historische Krimis doch auch sehr spannend zu schreiben und zu lesen.

Historisch und Fantasy liegt mir so gar nicht. Ich bewundere die Kollegen, die in diesem Genre schreiben. Ich liebe Krimis, in denen die Lösung des Falls in der Vergangenheit oder Psyche des Protagonisten liegen.



Als Kind hast Du schon sehr gerne Bücher gelesen, gibt es da Lieblingsbücher, an die Du Dich noch gut erinnerst?

In meiner Heimatstadt war ich jeden Tag in der Stadtbücherei und habe viel gelesen. Romane für Jugendliche und Detektivgeschichten. An ein Buch kann ich mich gut erinnern. Es handelte von einem Mädchen, welches ihre Tante auf der Insel Langeoog besucht. Ich glaube, das war der Zeitpunkt, an dem Norden und das Meer für mich zu einem Sehnsuchtsort wurden.
Am Ende des Sommers war ich immer blaß, weil meine Nase die ganze Zeit zwischen den Buchdeckeln steckte.



Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor aus der Vergangenheit  möchtest Du gerne besuchen?

Agatha Christie, diese Frau bewundere ich für ihre zahlreichen Bücher, in denen sie immer wieder unterschiedliche und spannende Geschichten erzählte.


Lieblingsplatz der Autorin Museumshafen Leer


Die Kinder waren aus dem Haus und Du hattest wieder viel Zeit, Zeit um mit dem Schreiben zu beginnen. Wie sieht heute Dein Alltag aus?

Meistens korrigiere ich am Vormittag das Geschriebene vom Vortag und schreibe dann weiter. Aber es gibt auch schreibfreie Tage, in denen ich mich mit Freunden, Kolleginnen und Kollegen treffe. Der Austausch und die Zusammenarbeit zum Beispiel bei Lesungen sind mir sehr wichtig. Ich bin keine Einzelkämpferin, sondern fühle mich im Team gut aufgehoben.



Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Meisten drei oder vier Monate. Meine ebooks sind ja nicht so umfangreich. Anschließend kommt das Manuskript ins Lektorat und hinterher erfolgt meine Überarbeitung. Alles ist aber so geplant, dass regelmäßig ein Buch aus meinen beiden Reihen, Henriette Honig und Janneke Hoogestraat, erscheint.



Lesen Deine Kinder Deine Bücher?

Hin und wieder, denn sie sind stolz auf ihre Mutter und das gefällt mir.



Wer darf Dein Buch als erstes lesen?

Das macht eine liebe Testleserin, die mich auf unlogische Dinge aufmerksam macht. Das geschieht alles, bevor das Buch an den Verlag geht. Man wird ja als Autorin nach mehreren Überarbeitungen betriebsblind.



Woher kommen Deine Ideen?

Das ist mir ein Rätsel. Ich denke, es ist so, dass ich alles, was ich sehe und erlebe, irgendwo abspeichere und dann kommt es, wie ein Wunder, an die Oberfläche.



Kann es passieren, dass Du jede Menge Ideen hast, die für mehrere Bücher reichen?

Oh, da schlummert noch ganz viel in meinem Kopf, was geschrieben werden will.



Wie werden diese Ideen festgehalten?

Ich habe mir eine kleine Datenbank angelegt mit möglichen Tatwaffen und Motiven. Manchmal sind es auch nur einfache Stichwörter, die ich auf keinen Fall vergessen will.



Wie gehen eigentlich die Nachbarn damit um, da wohnt eine Krimiautorin, sind sie stolz oder haben sie „Angst“ dass sie in Deinen Büchern im schlimmsten Falle umgebracht werden.

Die meisten wissen das gar nicht, da ich unter einem Pseudonym veröffentliche. Ich habe früher in der Kommunalpolitik gearbeitet und wollte das klar trennen. Also schlafen die Nachbarn nicht mit dem Messer unter dem Kopfkissen.



Ich habe gesehen, dass Du immer mal wieder Termine für Lesungen machst. Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Lesern?

Der Kontakt zu Leserinnen und Leser ist für eine/einen AutorIn wichtig. Bei Lesungen hat man die unmittelbare Reaktion auf den Text. Auch Rezensionen sind wichtig und zeigen gegebenenfalls Schwächen im Buch auf, die man als Autorin durchaus ernst nehmen sollte und prüfen, ob da was Wahres dran ist. Mir gefällt es, wenn ich mit den Zuhörern nach der Lesung ins Gespräch komme. Diesen unmittelbaren Kontakt hat man sonst nie.



Gibt es etwas, das Du uns Lesern immer schon mal sagen wolltest? Hier hast Du die Möglichkeit.

Ja gerne. Vor allem wünsche ich mir, dass ich in Zukunft meine Leserinnen und Leser gut unterhalte und bedanke mich für die Treue bisher.



Gerne frage ich an dieser Stelle immer danach, was einem zu folgenden Namen oder Begriffen einfällt:

Fünf Freunde
Sehr spannende Bücher

Asterix und Obelix
Habe ich nie gelesen und auch nicht verstanden, wieso die Menschen so wild danach sind. Ich glaube aber, dass es an der kleinen Schrift liegt, dass ich sie nicht gelesen habe.

Gebrüder Grimm
Kindheit, Märchen, Traumwelten.


Liebe Ele, ich möchte mich hier für Deine Antworten bedanken und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg mit Deinen Büchern.

Liebe Ulla, ganz lieben Dank für deine Fragen. Schreiben ist ein einsamer Job und ich freue mich, wenn jemand mal die Stille unterbricht und nachfragt.



Diese Bücher wurden inzwischen im Klarant Verlag veröffentlicht:



















weitere Informationen zu den Büchern und zur Autorin sind hier zu finden:

Autorenseite beim Klarant Verlag: klick hier
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Homepage Ele Wolff klick hier



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da ich mit diesem Interview auch etwas Werbung für die Bücher mache, habe ich hier die Kennzeichnung vorgenommen.