Samstag, 10. Oktober 2020

Autoreninterview - Katharina Lankers


 

Liebe Katharina,
ich freue mich, dass Du Dich meinen Fragen stellen möchtest. Zunächst schreibe ich ja immer etwas darüber, wie ich meine Interviewpartnerin kennen gelernt habe. Die meisten Autoren, die ich interviewt habe, konnte ich auf der einen oder anderen Buchmesse treffen. Wir beide kennen uns jetzt „nur“ durch meine Mitgliedschaft im Bloggerportal des Selfpublisher-Verbandes. Bevor ich mit meinen Fragen loslege, informiere ich mich gerne über meine Interviewpartnerin und schon geht es los.

 

Liebe Ulla, ganz herzlichen Dank für dein Interesse!

Ich habe gelesen, dass Du es schon früh geliebt hast, Dir Geschichten auszudenken und aufzuschreiben. Gerne würde ich jetzt wissen, wie „früh“ war das?

Das war schon in der Grundschule, so ab der zweiten / dritten Klasse: Ich fand es immer toll, wenn wir Aufsätze schreiben durften. Gerne habe ich auch außerhalb der Schule geschrieben, beispielsweise Theaterstücke, die ich zusammen mit meiner kleinen Schwester einstudiert und meinen Eltern vorgeführt habe

 

Gibt es davon noch Aufzeichnungen?

Ja, neben ein paar alten Schulheften habe ich noch das Original meines illustrierten Dramas „Das Reh Flecki“, das von einem verwaisten Reh handelt und leider unvollendet geblieben ist. Außerdem das Theaterstück „Fips und Strolchi“, das ich mit etwa 11 Jahren geschrieben habe. Einen kleinen Eindruck davon kann man sich auf meiner Webseite verschaffen 😊


Du bist Mathematikerin und hast einen zeitaufwendigen, so genannten Brotjob, wann hast Du Zeit zum Schreiben?

Das ist in der Tat ein Problem, vor allem seit ich so aktiv im Selfpublisher-Verband bin. Generell sind die Abende, Wochenenden und Urlaube fürs Schreiben und alles drumherum reserviert. Das heißt, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, beginnt quasi mein Zweit-Job, der nur noch mit der Zeit konkurriert, die ich mir fürs Wandern und Walken im Grünen nehme. So etwas wie „Frei-Zeit“ habe ich eigentlich nie…

 

Wie lange schreibst Du an Deinem Buch?

Sehr lange. Von der ersten Idee bis zum fertigen Buch sind bisher immer mehrere Jahre vergangen.  Bis ich aus meinem ersten Romanentwurf schließlich eine Veröffentlichung gemacht habe („Woanders blühen die Kastanien“), hat es siebzehn Jahre gedauert! Für mein Debüt, den „Himmel über München“ brauchte es dagegen NUR sieben Jahre 😉. Das heißt aber natürlich nicht, dass ich so lange daran schreibe, vielmehr gibt es immer wieder lange Phasen, in denen so ein Projekt bei mir reifen muss.

 

Wer darf Deine Bücher als erstes lesen?

Zwei meiner engsten Schreibfreundinnen und zwei Bloggerinnen, mit denen ich seit meiner Erstveröffentlichung zusammenarbeite. So bekomme ich wertvolles Feedback, das ich einarbeiten kann, bevor ich es meiner Lektorin schicke.

 

Du hast erwachsene Kinder, was sagen sie denn dazu, dass ihre Mutter Bücher schreibt?

Sie finden es cool 😊

 

Geben sie Dir manchmal auch Anregungen und liefern Ideen?

Auf jeden Fall, wenn auch unabsichtlich. Meine Kinderbuchreihe habe ich beispielsweise ursprünglich für meinen jüngsten Sohn geschrieben, um ihn im Grundschulalter zum Lesen zu motivieren. Und in meinen letzten Roman sind jede Menge der wundervollen kindlichen Formulierungen und originellen Wortschöpfungen eingeflossen, mit denen sie mich im Kleinkindalter beglückt haben (und die ich natürlich fast alle aufgeschrieben habe)

 

Du scheinst sehr vielseitig zu sein, in welchen Genres hast Du bereits Bücher geschrieben?

Da ich eigentlich nicht in Genres denke, sondern in Geschichten oder Gedanken, die aus meinem Herzen aufs Papier wollen, ist bisher ein bunter Mix herausgekommen: zwei Liebes- bzw. Entwicklungsromane, eine Art humorvolles Roadmovie als Kurzroman, eine Kinderbuchreihe für Erstleser und zuletzt eine autobiografische Erzählung von meinem Jakobsweg. Außerdem habe ich einen bisher unveröffentlichten Lyrikband auf Lager und etliche Kurzgeschichten, Kurzprosa und Gedichte, die zum Teil in Anthologien erschienen sind.

 

Du darfst hier ruhig etwas Werbung für Deine Bücher machen und mir zum Beispiel erklären, warum ich ein bestimmtes Buch von Dir lesen sollte, oder vielleicht mehrere?

Mit deinen Lieblingsgenres Krimi und historische Bücher kann ich zwar nicht dienen, aber da du auch Gegenwartsliteratur magst, könnte mein Roman „Woanders blühen die Kastanien“ vielleicht etwas für dich sein. Darin geht es um Selbstwertgefühl, Lebensträume, das Muttersein und einen Neustart, bei dem sich die Protagonistin Maggie aus ihrer festgefahrenen Situation freistrampelt. Mit deiner Lebenserfahrung gefällt dir vielleicht auch die Liebesgeschichte von Simon und Theresa in „Der Himmel über München“, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt und bei der man – mit einem Augenzwinkern – den Schutzengeln der beiden bei der Arbeit über die Schulter schauen darf und so einen ganz anderen Blick auf das Geschehen auf Erden bekommt. Und solltest du schon mal mit einer Pilgerreise geliebäugelt haben, oder falls es dich interessiert, wie ich aus einem heftigen emotionalen Tief auf dem Jakobsweg wieder auf die Beine gekommen bin, kann ich dir meine Reiseerzählung „Schritt für Schritt zur eigenen Mitte“ empfehlen.

 

Ich habe eine Aufstellung Deiner Lieblingsbücher gesehen, die ich sehr interessant fand. Bei den Kinderbüchern habe ich die vermisst, die ich als Kind gerne gelesen habe. Hast Du Bücher von Enid Blyton oder Astrid Lindgren gelesen?

Oh ja, und wie ich die verschlungen habe! Von Enid Blyton hatte ich alle „Geheimnis“- und „Fünf Freunde“- Bücher, ich kannte sie fast auswendig. Und von Astrid Lindgren habe ich neben Pippi Langstrumpf ganz besonders die „Kinder aus Bullerbü“ geliebt. In meinem heutigen Bücherregal stehen diese Bücher allerdings nicht mehr, weswegen sie auf meiner Liste nicht auftauchen.

 

Bei dieser tollen Liste stelle sich mir direkt die nächste Frage, wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor der Vergangenheit würdest Du besuchen und weshalb.

Da gibt es so einige! Astrid Lindgren zu treffen fände ich toll, weil sie so eine spannende Biographie hat, und ich gerne mehr von ihr persönlich erfahren würde. Michael Ende würde ich wahnsinnig gerne besuchen und mit ihm über den Sinn des Lebens, die Zeit und die Stundenblumen philosophieren. Und mit Christian Morgenstern und Robert Gernhard würde ich am liebsten ein paar Nachmittage im Café verbringen und gemeinsam unter viel Gelächter abgefahrene Reime dichten!

 

Du hast Dich entschieden, Deine Bücher als Self Publisherin zu veröffentlichen, hast Du diese Entscheidung schon einmal bereut?

Nein, im Gegenteil. Da mein erster Roman im Verlag erschienen ist, habe ich ja den direkten Vergleich. Ich bin froh, bei meinen SP-Titeln alle Entscheidungen selbst treffen zu können und komplett unabhängig zu sein, auch wenn es natürlich viel Arbeit ist, sich um alles selbst zu kümmern.

 

Im Self Publisher Verband bist Du auch sehr aktiv, wie wichtig ist Dir die Zugehörigkeit?

Ich finde es toll, mich mit anderen Selfpublisher:innen auszutauschen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen. Außerdem bietet der SP-Verband die Möglichkeit, auf Messen präsent zu sein, tritt für die Rechte von SP-lern ein und gibt ihnen eine Stimme. Und wir organisieren so großartige Dinge wie den Selfpublishing-Buchpreis! Wie wichtig mir das ist, sieht man daran, dass ich seit letztem Jahr sogar im Vorstand aktiv bin und auch fürs kommende Jahr wieder kandidieren werde 😊

 

Hast Du zu Lesern und Bloggern Kontakt?

Ja, unbedingt. Natürlich zunächst virtuell über Facebook und Instagram, aber ich freue mich ganz besonders über den persönlichen Kontakt. Deshalb halte ich oft und gerne Lesungen und bin (zu Nicht-Corona-Zeiten) viel auf Messen präsent und verabrede mich dort z.B. für Meet&Greets. Es ist jedesmal eine Riesenfreude, eine Leserin oder Bloggerin persönlich zu treffen, den/die ich nur von Facebook kannte.  Ich hoffe, auf der nächsten Messe, die nicht nur digital stattfindet, lernen wir uns auch einmal persönlich kennen!

 

Welche Pläne hast Du für die Zukunft?

In unmittelbarer Zukunft erscheint erstmal eine Neuauflage meines Debütromans „Der Himmel über München“, mit überarbeitetem Text und in einem neuen Gewand, auf das ich mich riesig freue. Dann hoffe ich, dass ich im kommenden Winter endlich einen der angefangenen Romane fertigschreiben kann, die mir schon lange im Kopf herumspuken. Außerdem möchte ich meinen Lyrikband fertigstellen und gerne wieder mehr literarisch herumexperimentieren und vielleicht neue Genres ausprobieren. Meine Ideen platzen aus allen Nähten und ich hätte gerne mehr Zeit zum Schreiben, daher habe ich meinen Brotjob vor Kurzem auf 80 Prozent reduziert. Ganz definitiv wird es im Jahr 2021 wieder eine Veröffentlichung geben – lasst euch überraschen, welches Genre es diesmal wird!

 

Wie immer frage ich viel und vergesse doch schon mal das eine oder andere, deshalb gebe ich Dir hier die Gelegenheit… was wolltest Du uns Lesern schon immer mal sagen?

Ich würde gerne nochmal darauf hinweisen, dass wir Autor:innen ja (unter anderem) schreiben, um euch, liebe Leser:innen zu unterhalten, zum Nachdenken zu bringen und euch interessante, spannende, beschauliche oder fröhliche Stunden zu bescheren. Je mehr Rückmeldungen wir bekommen, wie gut das gelingt, umso besser können wir daran arbeiten, besser zu werden. Daher habt bitte keine Scheu, uns zu sagen oder zu schreiben, was euch gefallen hat und was weniger gut. Ob es eine Rezension ist oder ein persönlicher Kontakt – jedes Feedback hilft! So habe ich beispielsweise das umfangreiche Leserfeedback zu meinem Debütroman genutzt, um das Manuskript zu überarbeiten und demnächst eine zweite, verbesserte Auflage zu veröffentlichen. Ohne eure vielfältigen Meinungen hätte ich das nicht geschafft – danke! 😊

 

Zum Schluss möchte ich mich vielmals dafür bedanken, dass Du Dir die Zeit genommen und meine Fragen beantwortet hast.

Ich bedanke mich ganz herzlich für deine Zeit und Mühe, für die tollen Fragen und dass du mir einen Platz auf deinem schönen Blog gewährst! 

 

 Stellvertretend für alle Bücher zeige ich hier das Cover zu:


Schritt für Schritt zur eigenen Mitte

Um sich selbst einzuholen, muss man langsam gehen Pilgern? 

Nichts für mich, hätte Katharina Lankers noch vor wenigen Jahren gesagt. Gemeinsam mit Horden von Menschen eine vorgegebene Trasse entlang zu marschieren, lag weit jenseits dessen, was sie sich als erholsam und inspirierend vorgestellt hätte. Doch in Krisensituationen ist vieles anders… 
So brach sie aus einem langjährigen emotionalen Tief auf, um den 800 Kilometer langen Jakobsweg zu pilgern, den Camino Frances von den französischen Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela. Und erlebte sechseinhalb Wochen, die zu den besten ihres Lebens gehören. Warum, davon erzählt diese Geschichte.

Eine persönliche Reiseerzählung mit praktischen Tipps und Packliste


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