Sonntag, 27. Juni 2021

Nachgefragt - KBV - Die Krimi-Cops - Böse Falle


Die Krimi-Cops sind: 

Carsten „Casi“ Vollmer, Jahrgang 1967, aus Düsseldorf,

Ingo „Inge“ Hoffmann, Jahrgang 1978, aus Hilden, 

Carsten „Rösbert“ Rösler, Jahrgang 1977, aus Düsseldorf, 

Martin Niedergesähs, Jahrgang 1977, aus Herongen an der niederländischen Grenze und 

Klaus „Stickel“ Stickelbroeck, Jahrgang 1963, aus Kerken am Niederrhein. 

In ihren Büchern verarbeiten sie nach Feierabend mal komische, mal härtere Einsätze. 





Die Krimi-Cops haben zu ihrem neuen Buch ein Interview gegeben, das mir der KBV Verlag zur Verfügung gestellt hat

Die Krimi-Cops: Band sieben wartet auf mit einer ganz bösen Falle für Struller, viel Tempo in der Geschichte und einem rasanten Showdown 




KBV: Mit „Böse Falle“ veröffentlichen Sie unter dem Pseudonym „Die Krimi-Cops“ Ihren nun siebten Krimi. Hinter den Krimi-Cops verbergen sich ja fünf Autoren, die im realen Leben allesamt bei der Düsseldorfer Polizei arbeiten. Wie schafft man es, zu fünf Autoren über die Jahre so viele und dazu noch so lustige Krimis zu schreiben? Was ist Ihr Erfolgsrezept? 

Die Krimi-Cops: Bei unserem Autorenkollektiv haben sich tatsächlich mehrere Dinge supergut getroffen. Zunächst teilen wir den gleichen Humor, der bei Polizisten schon mal ein wenig grob, schwarz und böse sein kann. Und die Anekdoten, die wir im ersten Krimi verarbeitet haben, haben wir selbst erlebt. Das und auch die humorig-schwarze Grundstimmung ist sozusagen unser Erfolgsrezept. 

Ein weiterer Gruppenzusammenhalt bieten auch die vielen Lesungen, die wir gemeinsam machen. Unsere Lesungen sind immer sehr turbulent, da ist viel Spontanes dabei. Das macht es auch für uns so kurzweilig. Wir haben meist genauso viel Spaß wie das Publikum. Ein echter Glücksfall … 


KBV: Wie gehen Sie beim Krimi-Schreiben vor? Ganz konkret: Wie wurde die Idee zu „Böse Falle“ geboren? 

Die Krimi-Cops: Das war ganz eindeutig Carsten Röslers Idee, der sich schon vor einiger Zeit einen Plot ausgedacht hatte, in dem unser Kriminalhauptkommissar Struller selbst im Zentrum der Ermittlungen steht. Ihm wird eine ganz böse Falle gestellt. Struller erkennt schnell, dass er da alleine nicht raus kommt und es war auch Carstens Idee, dass sich eine zu allem entschlossene Task Force der ganz besonderen Art formiert, die ihm zur Seite steht. 

Gleich mehrere markante Protagonisten unserer vorangegangenen Romane wie Oma Jensen, der einarmige Krake, Faserspuren-Harald oder Niko aus Laos bringen ihre schrägen, witzigen, aber auch ganz professionellen, individuellen Fähigkeiten ein. Das waren für uns Schreibende mehrmals ganz herrliche, überraschende Wiedersehen. 

Tatsächlich haben wir mit „Böse Falle“ schon vor vier Jahren angefangen. Der Anspruch: Es musste sich jedes Rädchen in der Geschichte an der richtigen Stelle und im richtigen Tempo drehen. Wir sind selbst überrascht, dass es am Ende funktioniert hat. Schließlich wurde die „Böse Falle“ so für uns auch zum echten Herzensprojekt. Für kein Buch haben wir uns so häufig zum Brainstormen getroffen. 


KBV: In Ihren Krimis ermitteln Kriminalhauptkommissar Struhlmann, genannt „Struller“, und Ex-Fußballer und Privatdetektiv Hartmann. Die beiden und auch alle anderen Figuren sind sehr stark gezeichnet in der Form, dass Sie Klischees der Branche, der Region und auch des Straßen-Milieus widerspiegeln. Die Überzeichnungen scheinen das Erfolgsrezept der Reihe rund um Kommissar Struller zu sein. Waren Sie schon mal an einem Punkt, an dem das Autorenkollektiv gespaltener Meinung war hinsichtlich der Figurenentwicklung? 

Die Krimi-Cops: Oh ja, das kommt sogar regelmäßig vor. Und zwar bei fast allen Figuren, einschließlich Struller. Wir überzeichnen die Figuren, aber sie müssen glaubwürdig bleiben. Struller ist ein bisschen von gestern, hat Vorurteile, lehnt Neuerungen ab, ist allerdings ein hervorragender, zielgerichteter Ermittler. Er darf auf keinen Fall als Trottel rüberkommen. Ist er nämlich nicht! Da die Balance zu halten, ist schwierig. 

Wir fragen uns immer: würde Struller das wirklich tun? Da bleibt zwar manche coole Idee auf der Strecke, das ist aber wichtig. Genauso bei seinem smarten Partner Jensen. Der startete in Band eins als Strullers Praktikant, ist naiv und hat von nichts eine Ahnung, aber mit jedem Band entwickelt sich Jensen mehr zum brauchbaren Polizisten. 

In „Böse Falle“ spielt auch die ehemalige Staatsanwältin Yvette de Baron aus den ersten Bänden wieder mit. Seinerzeit eher in einer Nebenrolle angelegt, war es uns unabhängig voneinander wichtig, die Figur glaubwürdig als eine selbständige, hochkompetente Frau darzustellen. Kein Wunder, dass Krake sich in sie verguckt. Ob er sie kriegt, entscheidet natürlich Yvette. 

Ganz allgemein genießen wir es, eine Reihe schreiben zu dürfen, was uns die Möglichkeit gibt, Figuren sich entwickeln zu lassen. Schreibtechnisch haben auch wir fünf uns weiterentwickelt, wir trauen uns heute mehr und gehen höheres Risiko. Mit den meisten Figuren haben wir noch sehr, sehr viel vor. 


KBV: Besonders beliebt bei Ihren Lesern und Fans sind ja die Lesungen der Krimi-Cops. Publikum und Presse feiern die Auftritte als humorvolle und „unübertreffliche Unterhaltung“. Leider waren ja im vergangenen Jahr wegen der Covid-Pandemie so gut wie keine Lesungen möglich. Wie halten Sie in dieser schwierigen Zeit Kontakt zu Ihren Fans? 

Die Krimi-Cops: Keine Lesungen zu haben, war wirklich sehr, sehr schade. Die Auftritte haben wir schon sehr vermisst. Ganz ausgleichen konnten wir das nicht. Bevor wir anfangen zu lesen, plaudern wir mit den Gästen und bauen dabei Gesagtes später in die Lesungen ein. Wir sprechen auch einzelne Personen direkt an und reagieren auf Zurufe. Das macht unsere Lesungen aus. Gerade deshalb haben wir zum Beispiel auf Online-Lesungen fast komplett verzichtet, dabei ginge zu viel verloren. 

Wir haben unter Krimi-Cops.de eine schicke neue Homepage aufgebaut, die ständig gepflegt wird. Wir waren auf Facebook und Instagram aktiv und haben Teile des Schreibprozesses öffentlich gemacht. Dazu haben wir mehrere Kurzkrimis geschrieben und veröffentlicht, damit es immer mal wieder was von uns zu lesen gab. Aber ehrlich: wir sind froh, dass die ersten Termine zum neuen Buch schon stehen und es bald wieder losgeht. 


KBV: Wie haben Sie es geschafft, sich trotz der Corona-Situation als Krimi-Cops zu motivieren und zu treffen – um einen neuen Krimi zu schreiben? 

Die Krimi-Cops: Gerade wir als Polizisten mussten uns an die Corona-Regeln halten, aber das hat mit Abstand, Mail und Telefon gut geklappt. Die Motivation war immer da. Und wie! Nachdem das Skript einmal stand, haben wir beim Schreiben schnell gemerkt, dass die Story fluppt. Es sind viele herrlich schräge und spannende Szenen entstanden, es ist viel Tempo in der Geschichte. Uns sind ein paar gemeine Wendungen eingefallen, die uns selbst überrascht haben. Der rasante Showdown kommt total unerwartet und ist vielleicht unser bester. 
Je weiter es im Text voranging, desto hibbeliger wurden wir. Wir haben wirklich gefeilscht und hart verhandelt, wer welche Szene schreiben darf. Demnächst geht’s darum, wer welche Szene vorlesen darf ... Juhu! 

Herzlichen Dank für das Interview.


Ich möchte mich vielmals beim Verlag bedanken, der mir das Interview und ein Leseexemplar zur Verfügung gestellt hat. 

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